(Königin Margaretha tritt auf.)

Margaretha.
So, jetzo wird der Wohlstand überreif
Und fällt in den verfaulten Schlund des Todes.
Hier in der Nähe hab ich schlau gelauscht,
Um meiner Feinde Schwinden abzuwarten.
Von einem grausen Vorspiel war ich Zeugin
Und will nach Frankreich, hoffend, der Erfolg
Werd' auch so bitter, schwarz und tragisch sein.
Unglückliche Margretha, fort! Wer kommt?

(Königin Elisabeth und die Herzogin von York treten auf.)

Elisabeth.
Ach, arme Prinzen! meine zarten Knaben!
Unaufgeblühte Knospen! süße Keime!
Fliegt eure holde Seel' in Lüften noch,
Und hält sie nicht ein Spruch auf ewig fest,
So schwebet um mich mit den luft'gen Flügeln
Und hört die Wehklag' eurer Mutter an!

Margaretha.
Schwebt um sie, sagt, daß Recht um Recht gehandelt
Der Kindheit Früh' in alte Nacht euch wandelt.

Herzogin.
So manches Elend brach die Stimme mir,
Die jammermüde Zung' ist still und stumm.
Eduard Plantagenet, so bist du tot?

Margaretha.
Plantagenet vergilt Plantagenet;
Eduard um Eduard zahlt sein Totenbett.

Elisabeth.
Entziehst du dich, o Gott, so holden Lämmern
Und schleuderst in den Rachen sie dem Wolf?
Wann schliefst du sonst bei solchen Taten schon.

Margaretha.
Als Heinrich starb, der Heil'ge, und mein Sohn.

Herzogin.
Erstorbnes Leben! blindes Augenlicht!
Du armes irdisch-lebendes Gespenst!
Des Wehes Schauplatz, Schande dieser Welt!
Des Grabs Gebühr, vom Leben vorenthalten!
Auszug und Denkschrift lästig langer Tage!
Laß deine Unruh' ruhn auf Engellands
Rechtmäß'ger Erde, die so unrechtmäßig
Berauschst worden von unschuld'gem Blut.