Gloster.
Ja, und weit mehr: Doch ich bin hochgeboren;
In Zedernwipfeln nistet unsre Brut
Und tändelt mit dem Wind und trotzt der Sonne.
Margaretha.
Und hüllt die Sonn' in Schatten—weh! ach weh!
Das zeugt mein Sohn, im Todesschatten jetzt;
Des strahlend lichten Schein dein wolk'ger Grimm
Mit ew'ger Finsternis umzogen hat.
In unsrer Jungen Nest baut eure Brut.
O Gott, der du es siehest, duld es nicht!
Was Blut gewann, sei auch so eingebüßt!
Buckingham.
Still, still! aus Scham, wo nicht aus Christenliebe.
Margaretha.
Rückt Christenliebe nicht, noch Scham mir vor.
Unchristlich seid ihr mit mir umgegangen,
Und schamlos würgtet ihr mir jede Hoffnung.
Wut ist mein Lieben, Leben meine Schmach;
Stets leb' in meiner Schmach des Leidens Wut.
Buckingham.
Hört auf! hört auf!
Margaretha.
O Buckingham, ich küsse deine Hand
Zum Pfand der Freundschaft und des Bunds mit dir.
Dir geh' es wohl und deinem edlen Haus!
Dein Kleid ist nicht befleckt mit unserm Blut,
Und du nicht im Bezirke meines Fluchs.
Buckingham.
Auch keiner sonst; nie überschreiten Flüche
Die Lippen des, der in die Luft sie haucht.
Margaretha.
Ich glaube doch, sie steigen himmelan
Und wecken Gottes sanft entschlafnen Frieden.
O Buckingham, weich aus dem Hunde dort!
Sieh, wann er schmeichelt, beißt er; wann er beißt,
So macht sein gift'ger Zahn zum Tode wund.
Hab nichts mit ihm zu schaffen, weich ihm aus!
Tod, Sünd' und Hölle haben ihn gezeichnet,
Und ihre Diener all umgeben ihn.
Gloster.
Was sagt sie da, Mylord von Buckingham?
Buckingham.
Nichts, das ich achte, mein gewogner Herr.