ErsterMörder. Wenn er also seinen Beutel aufmacht, uns den Lohn zu zahlen, so fliegt dein Gewissen heraus.

ZweiterMörder.
Es tut nichts, laß es laufen; es mag's ja doch beinahe kein
Mensch hegen.

ErsterMörder.
Wie aber, wenn sich's wieder bei dir einstellt?

ZweiterMörder. Ich will nichts damit zu schaffen haben, es ist ein gefährlich Ding, es macht einen zur Memme. Man kann nicht stehlen, ohne daß es einen anklagt; man kann nicht schwören, ohne daß es einen zum Stocken bringt; man kann nicht bei seines Nachbars Frau liegen, ohne daß es einen verrät. ‘s ist ein verschämter blöder Geist, der einem im Busen Aufruhr stiftet; es macht einen voller Schwierigkeiten; es hat mich einmal dahin gebracht, einen Beutel voll Gold wieder herzugeben, den ich von ungefähr gefunden hatte; es macht jeden zum Bettler, der es hegt; es wird aus Städten und Flecken vertrieben als ein gefährlich Ding, und jedermann, der gut zu leben denkt, verläßt sich auf sich selbst und lebt ohne Gewissen.

ErsterMörder. Sapperment, es sitzt mir eben jetzt im Nacken und will mich überreden, den Herzog nicht umzubringen.

ZweiterMörder. Halt den Teufel fest im Gemüt und glaub ihm nicht: es will sich nur bei dir eindrängen, um dir Seufzer abzuzwingen.

ErsterMörder.
Ich habe eine starke Natur, es kann mir nichts anhaben.

ZweiterMörder.
Das heißt gesprochen wie ein tüchtiger Kerl, der seinen guten
Namen werthält. Komm, wollen wir ans Werk gehn?

ErsterMörder. Gib ihm eins mit dem Degengriff übern Hirnkasten, und dann schmeiß ihn in das Malvasierfaß im nächsten Zimmer.

ZweiterMörder.
Oh, herrlich ausgedacht! und mache ihn so zur Tunke.