Elisabeth.
Für welch Vergehn?
Bote.
Was ich nur weiß und kann, eröffnet' ich.
Warum, wofür die Herrn verhaftet sind,
Ist gänzlich unbekannt mir, gnäd'ge Fürstin.
Elisabeth.
Weh mir! ich sehe meines Hauses Sturz.
Der Tiger hat das zarte Reh gepackt;
Verwegne Tyrannei beginnt zu stürmen
Auf den harmlosen, ungescheuten Thron.
Willkommen, Blut, Zerstörung, Metzelei!
Ich seh, wie im Abriß, schon das Ende.
Herzogin.
Verfluchte Tage unruhvollen Zanks!
Wie manchen euer sah mein Auge schon!
Mein Gatte ließ sein Leben um die Krone,
Und meine Sühne schwankten auf und ab,
Gewinn, Verlust gab Freude mir und Weh.
Nun, da sie eingesetzt, und Bürgerzwist
Ganz weggeräumt, bekriegen selber sie,
Die Sieger selber sich; Bruder mit Bruder,
Blut mit Blut, Selbst gegen Selbst.—O du verkehrte
Wahnsinn'ge Wut, laß den verruchten Grimm,
Sonst laß mich sterben, nicht den Tod mehr schaun!
Elisabeth. Komm, komm, mein Kind, wir suchen heil'ge Zuflucht. Gehabt euch wohl.
Herzogin.
Bleibt noch, ich gehe mit.
Elisabeth.
Ihr habt nicht Ursach'.
Erzbischof. (zur Königin).
Gnäd'ge Fürstin, geht,
Und nehmet Euren Schatz und Güter mit.
Für mein Teil geb ich mein vertrautes Siegel
Eu'r Hoheit ab; und mög' es wohl mir gehn,
Wie ich Euch wohl will und den Euren allen!
Kommt, ich geleit Euch zu der heil' gen Zuflucht.
(Alle ab.)