Anna.
Welch schwarzer Zaubrer bannte diesen Bösen
Zur Störung frommer Liebesdienste her?
Gloster.
Schurken, die Leiche nieder! Bei Sankt Paul,
Zur Leiche mach ich den, der nicht gehorcht!
ErsterEdelmann.
Mylord, weicht aus und laßt den Sarg vorbei.
Gloster.
Schamloser Hund! steh du, wenn ich's befehle;
Senk die Hellbarde nicht mir vor die Brust,
Sonst, bei Sankt Paul, streck ich zu Boden dich
Und trete, Bettler, dich für deine Keckheit.
(Die Träger setzen den Sarg nieder.)
Anna.
Wie nun? ihr zittert, ihr seid all erschreckt?
Doch ach! ich tadl' euch nicht: ihr seid ja sterblich,
Und es erträgt kein sterblich Aug' den Teufel.—
Heb dich hinweg, du grauser Höllenbote!
Du hattest Macht nur über seinen Leib,
Die Seel' erlangst du nicht: drum mach dich fort.
Gloster.
Sei christlich, süße Heil'ge! fluche nicht—!
Anna.
Um Gottes Willen, schnöder Teufel, fort,
Und stör uns ferner nicht! Du machtest ja
Zu deiner Hölle die beglückte Erde,
Erfüllt mit Fluchgeschrei und tiefem Weh.
Wenn deine grimm'gen Taten dich ergötzen,
Sieh diese Probe deiner Metzgerei'n.—.
Ihr Herrn, seht, seht! des toten Heinrichs Wunden
Öffnen den starren Mund und bluten frisch.—
Erröte, Klumpe schnöder Mißgestalt!
Denn deine Gegenwart haucht dieses Blut
Aus Adern, kalt und leer, wo kein Blut wohnt;
Ja deine Tat, unmenschlich, unnatürlich,
Ruft diese Flut hervor, so unnatürlich.—
Du schufst dies Blut, Gott: räche seinen Tod!
Du trinkst es, Erde: räche seinen Tod!
Laß, Himmel, deinen Blitz den Mörder schlagen!
Gähn, Erde, weit, und schling ihn lebend ein,
Wie jetzo dieses guten Königs Blut,
Den sein der Höll' ergebner Arm gewürgt!
Gloster.
Herrin, Ihr kennt der Liebe Vorschrift nicht,
Mit Gutem Böses, Fluch mit Segen lohnen.
Anna.
Bube, du kennst kein göttlich, menschlich Recht;
Das wildste Tier kennt doch des Mitleids Regung.