([Er wirft sich an den Boden.] Man klopft draußen.)

LORENZO
Steh auf, man klopft; verbirg dich, lieber Freund!

ROMEO
O nein, wo nicht des bangen Stöhnens Hauch
Gleich Nebeln mich vor Späheraugen schirmt.

(Man klopft.)

LORENZO
Horch, wie man klopft!—Wer da?—Fort, Romeo!
Man wird dich fangen.—Wartet doch ein Weilchen!—
Steh auf

(Man klopft.)

und rett ins Lesezimmer dich!—

(Man klopft.)

Ja, ja! im Augenblick!—Gerechter Gott,
Was für ein starrer Sinn!—ehn und dich zurückzurufen
Mit zwanzighunderttausendmal mehr Freude,
Als du mit Jammer jetzt von hinnen ziehst.
Geh, Wärterin, voraus, grüß mir dein Fräulein;
Heiß sie das ganze Haus zu Bette treiben,
Wohin der schwere Gram von selbst sie treibt;
Denn Romeo soll kommen.

WÄRTERIN
O je, ich blieb hier gern die ganze Nacht
Und hörte gute Lehr. Da sieht man doch,
Was die Gelahrtheit ist!—Nun, gnädger Herr,
Ich will dem Fräulein sagen, daß Ihr kommt.