Romeo.
Ich fürchte, nur zu früh—Denn mein Gemüth weissagt mir irgend eine
schwarze noch in den Sternen hangende Begebenheit, die von den
Spielen dieser Nacht ihren furchtbaren Anfang nehmen, und
vielleicht das Ziel meines verhaßten Lebens durch die gewaltsame
Hand eines frühzeitigen Todes beschleunigen wird. Doch Er, der das
Steuer-Ruder meines Lauffes führt, lenk' ihn nach seinem Gefallen!—
Wohlan, meine muntern Freunde!

Benvolio.
Rührt die Trummel!—

(Sie ziehen über den Schauplatz, und treten ab.)

Sechste Scene.
(Verwandelt sich in eine Halle in Capulets Hause.)
(Etliche Bediente, mit Handtüchern.)

1. Bedienter.
Wo ist Potpan, daß er uns nicht aufräumen hilft—er hat einen
Teller weggeschnappt! Er hat einen Teller mit sich gehen heissen!

2. Bedienter. Wenn gute Manieren alle in eines oder zweener Händen liegen, und die noch dazu ungewaschen sind, das ist eine garstige Sache.

1. Bedienter. Fort mit den Lehnstühlen, das kleine Schenk-Tisch'gen aus dem Wege, seht zu dem Silber-Geschirr; du, guter Freund, mache daß du mir ein Stük Marzipan auf die Seite kriegst; und wenn du mich lieb hast, so sorge, daß der Thorhüter Susanna Mühlstein und Nell, Antoni und den Potpan hereinläßt—

2. Bedienter. Gut, Junge, das will ich.

3. Bedienter. Man sieht sich nach euch um, man ruft euch, man fragt nach euch, man sucht euch, im grossen Saal.

2. Bedienter. Wir können nicht an zween Orten zugleich seyn; hurtig, ihr Jungens; seyd eine Weile munter, und wer alle andre überlebt, kriegt alles!—