Wache. Der Boden ist voller Blut. Sucht auf dem ganzen Kirchhof, geht, etliche von euch, macht feste wen ihr findet. Erbärmlicher Anblik! Hier ligt der Graf erschlagen, und Juliette in ihrem Blut, noch warm, und kaum entseelt, die doch diese zween Tage schon hier begraben gelegen ist. Geht, zeigt es dem Fürsten an, rennt zu den Capulets, wekt die Montaguen auf—Und ihr andere sucht—Die Umstände allein können diese klägliche Begebenheit begreiflich machen. (Etliche Wächter mit Balthasar.)

2. Wächter. Hier ist ein Bedienter von Romeo, den wir auf dem Kirchhof gefunden haben.

1. Wächter.
Haltet ihn auf, bis der Fürst kommt. (Ein andrer Wächter, mit
Bruder Lorenzen.)

3. Wächter.
Hier ist ein Franciscaner, der zittert, ächzt und weint; wir fanden
dieses Brech-Eisen und diese Spathe bey ihm, und er kam von dieser
Seite des Kirchhofs her.

1. Wächter. Das ist sehr verdächtig; haltet ihn auch auf.

Fünfte Scene.
(Der Fürst und sein Gefolge, treten vorn auf der Schaubühne auf.)

Fürst.
Was für ein Unheil ist so früh auf, daß es uns aus unserm Morgen-
Schlaf wekt? (Capulet und Lady Capulet, treten auf der andern Seite
auf.)

Capulet. Was mag das seyn, daß ein so gräßliches Geschrey auf den Strassen ist?

Lady Capulet.
Die Strassen sind voll Volks das Romeo schreyt; einige schreyen,
Juliette; einige Paris; und alle rennen mit Entsezen und Geschrey
unserm Begräbniß zu.

Fürst.
Was für Töne des Schrekens stürzen sich in unser Ohr?