Sorget davor, daß ihnen wohl gewartet werde. (Ein dritter
Bedienter.) Was giebt's? was neues?

3. Bedienter.
Mit Euer Gnaden Erlaubniß, der hochgebohrne Lord Lucullus bittet
sich Euere Gesellschaft morgen auf eine Jagd aus, und hat Euer
Gnaden zwo Kuppeln Windhunde hergeschikt.

Timon. Ich will mit ihm jagen; ich will sie annehmen, und nicht vergessen, ihm einen schönen Ersaz zu thun.

Flavius (vor sich.) Wo will das hinkommen? Er befiehlt uns immer Provisionen zu machen, und macht grosse Präsente, und alles aus einer leeren Kiste. Und doch will er nicht leiden, daß ich ihm zeige, was für ein Bettler seine Freygebigkeit ist; seine Versprechungen fliegen soweit über sein Vermögen hinaus, daß er für alles was er spricht, für jedes Wort, schuldig werden müßte. Er ist so gut, daß er Intressen bezahlt, um Andern Freygebigkeiten zu erzeigen. Alle seine Güter stehen in den Schuldbüchern seiner Gläubiger. Gut! ich wollte ich würde mit einer guten Art meines Diensts entsezt, eh ich gezwungen werde ihn zu verlassen. Glüklicher ist wer gar keine Freunde zu füttern hat, als solche, die noch schlimmer sind als seine erklärten Feinde selbst. Mein Herz blutet mir vor meinen Herren.

(Er geht ab.)

Timon. Ihr thut euch selbst unrecht, ihr verringert eure Verdienste zu sehr. Hier, Milord, ein kleines Merkmal unsrer Freundschaft.

1. Lord. Ich nehm' es mit höchstem Dank an.

2. Lord. Er hat das großmüthigste Herz von der Welt.

Timon.
Ah, ich erinnere mich erst izt, Milord, daß euch neulich das
Castanien-braune Pferd, worauf ich ritt, wohl zu gefallen schien:
Es ist euer, weil es euch gefällt.

3. Lord. O ich bitte euch um Verzeihung, Milord, was das betrift.