Bedienter.
Gnädiger Herr, hier ist der Wein.
Lucullus.
Flaminius, ich habe dich allezeit für einen verständigen jungen
Menschen gehalten;—Auf deine Gesundheit!
Flaminius.
Ich danke Euer Gnaden.
Lucullus. Ich hab immer bemerkt, daß du einen muntern fertigen Kopf hast, und daß du gescheidt genug bist, dich selbst nicht zu vergessen, und dich der Zeit zu bedienen, wenn sie dir Gelegenheit dazu giebt. Du hast hübsche Gaben—
(Zu seinem Bedienten)
Geh deines Weges, Schurke—Komm näher, ehrlicher Flaminius; dein Herr ist ein gütiger Edelmann, aber du bist verständig, und begreifst wol, (ob du gleich zu mir gekommen bist,) daß es izt keine Zeit ist Geld auszuleihen, zumal auf blosse Freundschaft, ohne Sicherheit. Hier hast du drey Goldgulden, mein guter Junge; verstehe mich wol, und sage deinem Herrn, du habest mich nicht gesehen. Lebe wohl.
Flaminius. Ist's möglich, daß die Welt sich in so kurzer Zeit so verändert hat? Weg, verdammte Niederträchtigkeit,
(er schmeißt das Geld weg)
geh' zu dem, dessen Abgott du bist.
Lucullus. Ha! Nun seh' ich daß du auch ein Narr bist, und wol zu deinem Herrn taugst.