Herzog. Wähle dir also eine Liebste die jünger als du bist, oder deine Liebe wird von keiner Dauer seyn: Denn Weiber sind wie Rosen; in der nemlichen Stunde, da ihre schöne Blume sich völlig entfaltet, fällt sie ab.
Viola.
Und so sind sie; wie schade, daß sie so sind! daß sie in dem
Augenblik sterben, worinn sie den Punkt ihrer Vollkommenheit
erreicht haben. (Curio und der Narr zu den Vorigen.)
Herzog. O, komm du, guter Freund—Das Lied von gestern Nachts—Gieb Acht darauf, Cäsario, es ist alt und einfältig; die Spinnerinnen und Strikerinnen, wenn sie an der Sonne bey ihrer Arbeit sizen, und die muntern Webers-Mädchen, wenn sie zetteln, pflegen es zu singen; es ist ein läppisches, kindisches Ding, aber es sympathisiert mit der Unschuld der Liebe, wie man vor Alters liebte.
Narr.
Seyd ihr fertig, Herr?
Herzog.
Ja; sing, ich bitte dich. (Ein Lied.*)
Herzog.
Hier ist was für deine Mühe.
Narr.
Keine Mühe, Herr; singen ist ein Vergnügen für mich, Herr.
Herzog.
So will ich dir dein Vergnügen bezahlen.
Narr. Das ist ein anders, Herr; Vergnügen will über kurz oder lange bezahlt seyn.
Herzog.
Du kanst nun wieder gehen, so schnell du willst.