Herzog Friedrich.
Ja, Celia, dir zulieb ließ ich sie bleiben,
Sonst irrte sie umher mit ihrem Vater.
Celia.
Ich bat nicht damals, daß sie bleiben möchte,
Ihr wolltet es, Ihr waret selbst erweicht.
Ich war zu jung um (die) Zeit, sie zu schätzen:
Jetzt kenn ich sie; wenn sie verrätrisch ist,
So bin ich's auch; wir schliefen stets beisammen,
Erwachten, lernten, spielten miteinander,
Und wo wir gingen, wie der Juno Schwäne,
Da gingen wir gepaart und unzertrennlich.
Herzog Friedrich.
Sie ist zu fein für dich, und ihre Sanftmut,
Ihr Schweigen selbst und ihre Duldsamkeit
Spricht zu dem Volk, und es bedauert sie.
Du Törin, du! Sie stiehlt dir deinen Namen,
Und du scheinst glänzender und tugendreicher,
Ist sie erst fort. Drum öffne nicht den Mund;
Fest und unwiderruflich ist mein Spruch,
Der über sie erging: sie ist verbannt.
Celia.
Sprecht denn dies Urteil über mich, mein Fürst!
Ich kann nicht leben außer ihrer Nähe.
Herzog Friedrich.
Du bist 'ne Törin.—Nichte, seht Euch vor!
Wenn Ihr die Zeit versäumt—auf meine Ehre
Und kraft der Würde meines Worts: Ihr sterbt.
(Herzog und Gefolge ab.)
Celia.
O arme Rosalinde, wohin willst du?
Willst du die Väter tauschen? So nimm meinen.
Ich bitt dich, sei nicht trauriger als ich!
Rosalinde.
Ich habe ja mehr Ursach.
Celia.
Nicht doch, Muhme.
Sei nur getrost! Weißt du nicht, daß der Herzog
Mich, seine Tochter, hat verbannt?
Rosalinde.
Das nicht.