Der Wald

(Rosalinde als Knabe, Celia, wie eine Schäferin gekleidet, und
Probstein treten auf)

Rosalinde.
O Jupiter! wie matt sind meine Lebensgeister!

Probstein. Ich frage nicht nach meinen Lebensgeistern, wenn nur meine Beine nicht matt wären.

Rosalinde. Ich wäre imstande, meinen Mannskleidern eine Schande anzutun und wie ein Weib zu weinen. Aber ich muß das schwächere Gefäß unterstützen, denn Wams und Hosen müssen sich gegen den Unterrock herzhaft beweisen. Also Herz gefaßt, liebe Aliena!

Celia.
Ich bitte dich, ertrage mich, ich kann nicht weiter.

Probstein.
Ich für mein Teil wollte Euch lieber ertragen als tragen. Und doch
trüge ich kein Kreuz, wenn ich Euch trüge; denn ich bilde mir ein,
Ihr habt keinen Kreuzer in Eurem Beutel.

Rosalinde.
Gut, dies ist der Ardenner Wald.

Probstein. Ja, nun bin ich in den Ardennen, ich Narr; da ich zu Hause war, war ich an einem bessern Ort, aber Reisende müssen sich schon begnügen.

Rosalinde. Ja, tut das, guter Probstein.—Seht, wer kommt da? Ein junger Mann und ein alter in tiefem Gespräch.