Silvius.
Geliebte Phöbe—

Phöbe.
Ha, was sagst du, Silvius?

Silvius.
Beklagt mich, liebe Phöbe.

Phöbe.
Ich bin um dich bekümmert, guter Silvius.

Silvius.
Wo die Bekümmernis, wird Hilfe sein.
Seid Ihr um meinen Liebesgram bekümmert,
Gebt Liebe mir; mein Gram und Euer Kummer
Sind beide dann vertilgt.

Phöbe.
Du hast ja meine Lieb, ist das nicht nachbarlich?

Silvius.
Dich möcht ich haben.

Phöbe.
Ei, das wäre Habsucht.
Die Zeit war, Silvius, da ich dich gehaßt:
Es ist auch jetzt nicht so, daß ich dich liebte;
Doch weil du kannst so gut von Liebe sprechen,
So duld ich deinen Umgang, der mir sonst
Verdrießlich war, und bitt um Dienste dich.
Allein, erwarte keinen andern Lohn
Als deine eigne Freude, mir zu dienen.

Silvius.
So heilig und so groß ist meine Liebe,
Und ich in solcher Dürftigkeit an Gunst,
Daß ich es für ein reiches Teil muß halten,
Die Ähren nur dem Manne nachzulesen,
Dem volle Ernte wird. Verliert nur dann und wann
Ein flüchtig Lächeln: davon will ich leben.

Phöbe.
Kennst du den jungen Mann, der mit mir sprach?