Probstein. So lerne dieses von mir: haben ist haben, denn es ist eine Figur in der Redekunst, daß Getränk, wenn es aus einem Becher in ein Glas geschüttet wird, eines leer macht, indem es das andere anfüllt; denn alle unsre Schriftsteller stimmen darin überein: (ipse) ist er; Ihr seid aber nicht (ipse,)denn ich bin "er".
Wilhelm.
Was für ein "er", Herr?
Probstein. Der "er", Herr, der dies Mädchen heiraten muß. Also, Ihr Tölpel, meidet—was in der Pöbelsprache heißt, verlaßt—den Umgang—was auf bäurisch heißt, die Gesellschaft—dieser Frauensperson—was im gemeinen Leben heißt, Mädchen; welches alles zusammen heißt: meidet den Umgang dieser Frauensperson, oder, Tölpel, du kommst um; oder, damit du es besser verstehst, du stirbst; nämlich ich töte dich, schaffe dich aus der Welt, bringe dich vom Leben zum Tode, von der Freiheit zur Knechtschaft. Ich will dich mit Gift bedienen, oder mit Bastonaden, oder mit dem Stahl; ich will eine Partei gegen dich zusammenrotten, dich mit Politik überwältigen; ich will dich auf hundertundfünfzig Arten umbringen: darum zittre und zieh ab.
Käthchen.
Tu es, guter Wilhelm.
Wilhelm.
Gott erhalt Euch guter Dinge, Herr.
(Ab.)
(Corinnus kommt.)
Corinnus.
Unsre Herrschaft sucht Euch. Kommt! geschwind! geschwind!
Probstein.
Lauf, Käthchen! Lauf, Käthchen! Ich komme nach, ich komme nach.
(Alle ab.)