Rosalinde. In der Tat, da ist das Glück der Natur zu mächtig, wenn es durch einen natürlichen Einfaltspinsel dem natürlichen Witz ein Ende macht.
Celia.
Wer weiß, auch dies ist nicht das Werk des Glückes, sondern der
Natur, die unsern natürlichen Witz zu albern findet, um über solche
Göttinnen zu klügeln, und uns diesen Einfältigen zum Schleifstein
geschickt hat; denn immer ist die Albernheit des Narren der
Schleifstein der Witzigen.—Nun Witz, wohin wanderst du?
Probstein.
Fräulein, Ihr müßt zu Eurem Vater kommen.
Celia.
Seid Ihr als Bote abgeschickt?
Probstein.
Nein, auf meine Ehre, man hieß mich nur nach Euch gehn.
Rosalinde.
Wo hast du den Schwur gelernt, Narr?
Probstein. Von einem gewissen Ritter, der bei seiner Ehre schwur, die Pfannkuchen wären gut, und bei seiner Ehre schwur, der Senf wäre nichts nutz. Nun behaupte ich: die Pfannkuchen waren nichts nutz und der Senf gut, und doch hatte der Ritter nicht falsch geschworen.
Celia.
Wie beweiset Ihr das in der Hülle und Fülle Eurer Gelahrtheit ?
Rosalinde.
Ei ja, nun nehmt Eurer Weisheit den Maulkorb ab.
Probstein. Tretet beide vor, streicht euer Kinn und schwört bei euren Bärten, daß ich ein Schelm bin.