Die größte zulässige Stromdichte hängt von der wirksamen Oberfläche, von der Dicke der aktiven Schicht und von der Porosität der Platten ab. Gewöhnlich beträgt der maximale Ladestrom (wie er von den Fabriken angegeben wird) so viel Amper, wie der dritte Teil der Kapazität bei dreistündiger Entladung angibt. Ist z. B. die Kapazität bei dreistündiger Entladung 120 Amperstunden, so ist die maximale Ladestromstärke gleich 40 Amp.

Kennt man die maximale Ladestromstärke nicht, so bestimme man die projizierte Oberfläche der Positiven; ist die Länge einer Platte a cm, die Breite b cm, so ist die Oberfläche einer Platte 2 a b cm2; pro Quadratdezimeter darf man 0,6 bis 0,7 Amp. rechnen.

Eine untere Grenze für die Ladestromstärke gibt es nicht; im Gegenteil, je kleiner die Stromstärke, um so günstiger die Ökonomie, um so gründlicher erfolgt der chemische Umsatz. Besonders wenn Zellen zu sehr in Anspruch genommen wurden, oder einige Zeit in entladenem Zustande gestanden haben, ist ihnen eine Ladung mit schwachem Strome von Nutzen.

Über die Ladung von Akkumulatoren bei konstanter Spannung hat Heim[70] eingehende Versuche ausgeführt.

Einer Reihe von Ladungen mit (angenähert) konstanter Stromstärke, wie sie für drei- bis vierstündige Ladung vorgeschrieben ist, d. h. von normalen Ladungen, folgten Ladungen mit konstanter Spannung von 2,4 Volt, später von 2,5 Volt pro Zelle. Hierbei ist die anfängliche Stromstärke eine verhältnismäßig sehr große, sie sinkt aber schnell. Die Zellen nehmen in jedem Augenblicke diejenige Elektrizitätsmenge auf, die ihrem momentanen Ladezustande angemessen ist; bei Beginn der Ladung ist die Aufnahmefähigkeit der Zelle eine sehr große. Es ergab sich, daß „der Nutzeffekt beim Laden mit konstanter Spannung von 2,4 bis 2,5 Volt und einer Ladezeit von etwa 12 Stunde nicht sehr wesentlich ungünstiger ausfällt, als man ihn bei 312- bis 4stündigen Ladungen und 3stündigen Entladungen mit konstantem Strome erzielt‟. Ferner fand Heim, daß durch eine 112stündige Ladung bei konstanter Spannung von 2,4 Volt die Zellen nicht ganz, bei 2,5 Volt dagegen fast so weit geladen werden, wie durch 312stündige Ladungen mit konstanter Stromstärke. Durch 12stündige Ladung bei 2,4 Volt erreicht man die Hälfte, durch 12stündiges Laden mit 2,5 Volt zwei Drittel der beim Laden mit konstanter Stromstärke erzielten Kapazität. Der Wirkungsgrad in Amperstunden war fast so günstig wie bei der Ladung mit konstanter Stromstärke.

Von der Ladung mit konstanter Spannung wird man aber nur in Ausnahmefällen Gebrauch machen, wohl nur dann, wenn die Zeit, die für die Ladung zur Verfügung steht, knapp bemessen ist, da ihrer Anwendung die schnellere Abnutzung der Platten und vielfach auch der hohe Betrag der anfänglichen Stromstärke im Wege steht. War doch die Stromstärke bei Beginn der Ladung mit 2,5 Volt 6-7 Mal größer als der höchste zulässige Ladestrom[71] und zwar bei einer Type „für starke Entladung‟.

2. Wir wollen uns jetzt mit den verschiedenen Stromquellen beschäftigen, die für die Ladung von Akkumulatoren in Betracht kommen.

Am einfachsten gestaltet sich die Ladung, wenn vorhanden ist ein a) Anschluß an ein Gleichstromnetz. Da die positive Leitung an den positiven Pol der Batterie anzuschließen ist, so muß man in zweifelhaften Fällen zunächst die Polarität der Leitungen bestimmen. Am einfachsten benutzt man die elektrochemische Methode: Man kann z. B. einen Wasserzersetzungsapparat mit den Drähten des Netzes verbinden, wobei eventuell durch einen Vorschaltwiderstand der Strom abzuschwächen ist; diejenige Elektrode, an der die Gasentwickelung am stürmischsten erfolgt, ist mit der negativen Leitung verbunden. Vielfach benutzt man für die Bestimmung der Polarität Polreagenzpapier[72]. Dieses wird vor dem Gebrauche mit Wasser angefeuchtet und auf eine isolierende Unterlage (die Tischplatte) gelegt. Die Enden der Drähte, deren Polarität man bestimmen will, drückt man gegen das Papier; dieses färbt sich, wenn es mit der Lösung eines Alkalisalzes (+ Phenolphtaleïn) imprägniert ist, an derjenigen Stelle, wo es von dem negativen Leitungsdrahte berührt wird, rot.

Ob man bei der Ladung alle Zellen hintereinanderschaltet oder gruppenweise (z. B. die Hälfte) hintereinander und die Gruppen parallel schaltet, hängt von der zur Verfügung stehenden Netzspannung ab. Beträgt z. B. die Netzspannung 110 Volt, und rechnen wir als Endspannung jeder Zelle 2,7 Volt, so kann man 1102,7 = 41 Zellen in Hintereinanderschaltung laden. Soll eine größere Anzahl von Zellen geladen werden, handelt es sich beispielsweise um 80 Zellen, so werden je 40 Zellen in Reihe geschaltet; wir erhalten dann vier freie Pole, zwei positive und zwei negative. Man verbindet nun die beiden positiven Pole durch einen Draht miteinander und ebenso die beiden negativen; an die beiden Verbindungsdrähte wird die Netzleitung angeschlossen (siehe auch [S. 97]).

In den Ladestromkreis schaltet man ein Ampermeter und einen veränderlichen Widerstand ein. Je größer die Spannung des Netzes und je kleiner die Anzahl der zu ladenden Zellen ist, um so größer muß der Rheostat sein.