Man hört mit der Entladung auf, wenn die Klemmenspannung bei Stromentnahme 1,83 bis 1,8 Volt beträgt, weil eine zu weit getriebene Entladung dem Akkumulator schädlich ist und durch sie die folgende Ladung erschwert wird; auch gibt ein Akkumulator, wenn er bis zu dem angegebenen Punkte entladen ist, keine beachtenswerte Elektrizitätsmenge mehr ab. (S. auch „Erholung‟ [S. 105] und „Behandlung‟ [Kap. 7].)

Bei Zentralen kommt noch hinzu, daß, wenn man mit der Entladespannung noch unter 1,8 Volt heruntergehen wollte, das Konstanthalten der Spannung in der Zentrale umständlich wäre und die Zahl der Zellen vergrößert werden müßte. Diese nämlich ist abhängig von der Netzspannung und der Endspannung der Zellen. Bei 110 Volt Netzspannung sind 1101,8 Zellen erforderlich.

Fig. 13[87].

Wie bei der Ladung, so darf auch bei der Entladung eine gewisse Stromdichte nicht überschritten werden — wenigstens für längere Zeit nicht, weil sich die Platten bei zu starker Stromentnahme (infolge der plötzlichen und starken Volumänderungen) krümmen („werfen‟) und die aktive Masse abbröckeln kann. Durch eine stärkere Krümmung der Platten kann ein innerer Kurzschluß herbeigeführt werden, der, falls er nicht bald beseitigt wird, zu einem vollständigen Ruine des Akkumulators führt. Die maximale Stromstärke wird von den Fabriken für die einzelnen Typen angegeben und ist meistens gleich der maximalen Ladestromstärke (s. auch [Kap. 7]).

Nur dann, wenn man mit sehr geringer Stromdichte entlädt, wird fast alles Bleisuperoxyd in Bleisulfat umgewandelt. Wie durch Ayrton, Lamb und Smith nachgewiesen wurde, bleiben selbst bei 15stündiger Entladung noch 40% des bei Beginn der Entladung vorrätigen Bleisuperoxydes zurück. Entsprechendes wird für den Bleischwamm gelten (s. [Kapazität]). Es erklärt sich so die Tatsache, daß positive „entladene‟ Platten noch eine braunrote Farbe haben.


[67] Die Spannung in den verschiedenen Stadien der Ladung ist von der Säuredichte, der Plattenkonstruktion usw., vor allem aber von der Stromdichte abhängig.

[68] Die Akkumulatoren für stationäre elektrische Anlagen. 4. Aufl. 1906.

[69] In der Formel für die elektromotorische Kraft des Akkumulators kommt das Produkt dieser beiden Konzentrationen im Nenner vor.