11 Rom und der Papst. Zu Rom ist manche falsche List, Daran der Papst unschuldig ist. 12 Weisheit und Reichtum. Ich nähme Eines Weisen Mut Für zweier reicher Toren Gut. 13 Scheinheiligkeit. Von manchem hört’ ich schon mit Neid, Er pflege grosser Heiligkeit; Und sah ich ihn, da dünkt’ es mich, Er wäre nur ein Mensch wie ich. 14 Der freie Gedanke. Deshalb sind Gedanken frei, Dass die Welt unmüssig sei. 15 Lebensregel. Man soll nach Gut und Ehre jagen Und Gott dennoch im Herzen tragen. 16 Minneglück. Wer minnet, was er minnen soll, Dem ist mit Einem Weibe wohl; Ist sie gut, so ist ihm gewährt, Was man von allen Weibern gehrt.

[ XXXIII. PLAY OF THE TEN VIRGINS]

One of the earliest attempts at dramatic composition in German. There is a tradition that it was played in 1322 before the Landgrave of Thüringen and that he was so overwhelmed by its picture of Christ as stern judge that he fell into a moody despair which endured five days and ended with an apoplectic stroke from which he died three years later.

Die erste Törichte spricht also:

Herr Vater, himmelischer Gott,

Tu’ es bei deinem bittern Tod,

Den du am Kreuze hast erduldet:

Verzeih’ uns armen Jungfraun, was wir verschuldet.

Verleitet hat uns leider unsre Torheit;

Lass uns geniessen deiner grossen Barmherzigkeit,