Frommel’s personal appearance was the harmonious representation of his inner life. His kind and youthful face, brightened by benevolent blue eyes, was encircled by long and full silver-white hair and made such a deep impression, that once seen it could not easily be forgotten.


As a writer, Frommel is best known as the author of a long series of stories for the masses, which on account of their unaffected piety, vigorous language and healthy humor have become exceedingly popular with all classes. They are published by Wiegandt & Grieben (Berlin), in eleven volumes under the general title, „Gesammelte Schriften—Erzählungen, Aufsätze und Vorträge.“ Our story „Eingeschneit“ taken from the sixth volume („Aus der Sommerfrische“) relates a humorous travelling adventure from the author’s own merry college-life, when a student of divinity at the university of Erlangen. It will not be a difficult task for the reader to discover which of the three jovial young fellows, who, one fine summer-day, started to see for themselves whether the world really is as round as their professor had claimed, was the one who in after-life became so widely known as “Emil Frommel.”

WILHELM BERNHARDT.
Washington, D.C.,
February, 1899.

[Eingeschneit]

Es war in den Jahren, da einen[1-1] weder die Wissenschaft noch der Geldbeutel durch ihre Schwere drücken, als sich etliche Studenten von Erlangen[1-2] aufmachten, um die Welt zu besehen, ob sie auch wirklich so rund sei,[1-3] wie der Herr[1-4] Professor sagte. Es[1-5] waren ihrer[1-6] drei, die dies Experiment machen wollten. So[1-7] verschieden sie auch sonst waren, in einem[1-8] waren sie eins: sie waren drei wackere Musikanten. Der eine sang einen hohen Tenor und brauchte keine Feuerleiter, um zum hohen C hinaufzuklettern; der zweite hatte eine schöne melodische Mittelstimme, und des Basses Grundgewalt[1-9] war dem dritten verliehen. In hübschem „wassergeprüften“[1-10] Sacke verpackt war das Notenbuch eines jeden umgehängt, um gleich losschießen zu können. Zwei hatten einen ehrlichen Ranzen, der dritte aber hatte von einer „Nichte“[1-11] eine Reisetasche, mit Blumenbouquetten verziert, erhalten und trug sie derselben zu Ehren. Die Finanzmittel waren sehr mäßig und auf kein „Hotel du Lac“[1-12] oder desgleichen, wohl aber auf die niedere Tierwelt berechnet, auf „Bär“ und „Ochsen,“ „Hirsch“ und „Schwan“ und im Notfall auch auf Heuschober und Tannenbäume. Aber die klingenden Stimmen und die klingende und singende Brust waren mehr wert als die klingenden Münzen. „Hat[2-1] man nichts[2-2] mehr, dann sieht man auch nichts mehr, so[2-3] wird rechts abgeschwenkt und umgekehrt,“ das war die Reiseparole. So die drei.


Derweilen sie ausziehen und mit feinem Instinkt die Gassen vermeiden, in welchen es noch etwas zu zahlen[2-4] gab, ging zu London in Regentstreet Nr.[2-5] 86 ein großer hagerer Herr, dem man den Engländer auf tausend Schritt ansah, in seiner Stube auf und ab. Auf dem Tische lagen der rote Bädeker,[2-6] der auf englisch „Murray“ heißt, und Landkarten. Er hatte offenbar Reisegedanken. Und niemand hinderte ihn daran,[2-7] weder sein Weib noch sein Geld. Denn das erste besaß er nicht, desto mehr aber vom zweiten. Ob ihn am Fuß das Zipperlein plagte oder im oberen Stockwerke der Spleen, oder ob er um diese Zeit überhaupt gewohnt war, sich in London unsichtbar zu machen, das weiß der Verfasser nicht zu sagen.—Er öffnete das Fenster und schaute hinaus auf die wogende Straße, auf der sich in der lauen Sommernacht die Leute herumtrieben, klopfte an sein Barometer[2-8] und sah nach, wie viel Uhr[2-9] es darauf geschlagen,[2-10] und klingelte zuletzt. Ein alter rotköpfiger Bedienter in herrschaftlichem Kleide kam herein. „James, wir reisen[2-11] morgen um 10 Uhr. Du wirst[2-12] die Koffer packen und nichts vergessen. Den Thee habe ich hier, die Maschine ist dort. Sorge für alles, alter Junge, und für Dich selbst. Du weckst mich früh um 6,“ so befahl in weichem Tone der Herr dem Rotkopf.—

„Gehen wir weit?“ fragte dieser den Herrn, „und auf[3-1] wie lange ungefähr?“

„Nun, James, ein paar Wochen werden uns gut thun. Wohin, das weiß ich selbst noch nicht, wir gehen zuerst nach dem Kontinent, und das andere findet[3-2] sich.“