Alis griseo-nigris, anterioribus margine posteriore ocellis sex pallidis.

Länge des Vorderflügels wahrscheinlich 15 Lin; er ist erhalten bis zu 14¼ Lin; grösste Breite 8¾ Lin.

Radoboj. Ein ausgezeichnet schönes Exemplar in dem k. k. Hofkabinet zu Wien; leider fehlt aber der Kopf, der Hinterleib, der grösste Theil der Hinterflügel und die Spitze der Vorderflügel [[Pl. II], fig. 2].

Der Brustkasten ist länglich oval, in der Mitte zwei Linien dick, an der Oberseite von ein paar Streifen durchzogen. Der Oberflügel ist am Grunde schmal, nach dem Hinterrande hin aber stark verbreitert und erreicht daselbst seine grösste Breite. Die Aussenrandlinie (v. marginalis) ist sehr stark gebogen, und zwar bildet sie vom Grunde zur Spitze eine regelmässige, starke Bogenlinie. Die Schulterader ist am Grunde stark ¾ Lin. vom Rande abstehend und läuft ausserhalb der Flügelmitte in denselben; die vena externo-media ist ihr sehr genähert und nur mit Mühe zu unterscheiden, sie mündet noch näher flügelspitzwärts in die Randader. Sie sendet zunächst einen einfachen Ast ab, der mit dem Hauptstamm parallel läuft, ihm sehr genähert ist und noch näher der Flügelspitze in die Randader mündet; der zweite Ast spaltet sich bald wieder in zwei Aeste, von denen der äussere vor der Flügelspitze in die Randader auslauft, der innere theilt sich nochmals in zwei Gabeläste, welche ohne Zweifel innerhalb der Flügelspitze ausmünden; ganz nahe, wo der zweite Hauptast der vena externo-media entspringt, läuft der dritte aus, der einfach und nach dem Hinterrande geht; auf diesen folgt ein vierter Ast, dessen Insertion aber nicht zu sehen; es scheint, dass er auf der Flügelfläche entspringe.—Die vena interno-media ist ebenfalls stark ausgesprochen; sie sendet nach Innen zwei starke, aber einfach bleibende Aeste aus, so dass sie im Ganzen in drei parallelen Adern in den Hinterrand einmündet. Das Mittelfeld ist verhältnissmässig ziemlich klein und nicht geschlossen, indem kein Querast die beiden Mitteladern verbindet. Die vena analis ist einfach und läuft nahe dem Nahtrande herunter. In den Feldern zwischen je zwei Längsrippen sieht man eine schwache Längslinie, welche vom Flügelrande bis zum Augenpunkt läuft; sie stellt eine schwache Furche oder Falte dar, die dort im Flügel sich befunden hat. Der Hinterrand ist leider nicht ganz erhalten, namentlich fehlt die Flügelspitze, de-[180] ren Form zur Bestimmung der Gattung so wichtig wäre; es ist daher nicht zu ermitteln, ob diese ganzrandig oder gezackt war. Der Hinterrand verläuft in einer schwachen Wellenlinie, in der ganz schwache, stumpfe Kerbzähne an der Ausmündung der Längsadern liegen.

Die Farbe des Flügels ist ein dunkles Graubraun; am Grunde und im Randfelde ist er dunkler, welche dunklere Parthie aber allmählig in die hellere verläuft; gegen die Augenflecken zu wird die Farbe wieder dunkler; längs des Randes bemerken wir eine Reihe (nemlich 6) von runden, hellen Flecken und zwar liegt je zwischen zwei Längsadern ein solcher Fleck, welcher das ganze Feld zwischen den Adern ausfüllt. Es reicht dieser helle Fleck nicht bis zum Flügelrande, welcher wieder dunkler graubraun gefärbt ist. In der Mitte jedes Fleckens legt ein schwarzer, runder Punkt; ob dieser noch einen weissen Augenpunkt besessen habe oder nicht, ist nicht mit Sicherheit zu ermitteln, doch ist es wahrscheinlich, indem wenigstens bei zwei dieser Punkte in der Mitte eine kleine, hellere Stelle wahrzunehmen ist. Diese hellen Augenflecken scheinen von keinem schwarzen Ring eingefasst zu sein.

Von den Unterflügeln ist nur der Grund erhalten. Wir sehen da die, bald in zwei Gabeläste sich spaltende, vena analis und die beiden am Grunde ganz genäherten Mitteladern. Die Färbung dieses Flügeltheils ist gleich wie am Oberflügel, und zwar nach dem Grunde zu auch dunkler werdend.…

Die Bestimmung der Gattung, zu welchem unser Thier gehört, wird sehr dadurch erschwert, dass der Hinterrand nicht ganz erhalten ist. Nach [181] der allgemeinen Form und dem Geäder der Flügel muss er wohl zu den Nymphaliden gehören. Bei den Papilionen, Pieriden, Danaiden und Satyriden ist die Mittelzelle der Flügel durch einen starken Verbindungsast der vena externo-und interno-media geschlossen, wogegen beim fossilen Thiere die Mittelzelle des Oberflügels, und vielleicht auch die des Unterflügels, geöffnet ist, wie diess bei vielen Nymphaliden vorkommt. Von den Pieriden unterscheidet er sich überdiess durch die Art der Verästelung der v. externo-media, indem (um mich der Terminologie von Herrich Schäffer zu bedienen) die 7te und 9te Rippe, vom Nahtrande an gerechnet, aus der sechsten entspringen, und die achte aus der siebenten, während beim fossilen Thiere die 8te und 9te Rippe, wie bei den Nymphaliden, aus der 7ten entspringen. So weist also das Geäder auf einen Nymphaliden. Unter diesen kommen ein paar Gattungen vor (nemlich Apatura und Melitæa) mit offener Mittelzelle der Hinterflügel; allein bei diesen finden sich keine Arten mit Augenflecken, wogegen unter den Vanessen eine Art vorkommt, welche in der Fleckenbildung eine auffallende Aehnlichkeit mit dem fossilen Thiere hat. Zwar ist bei Vanessa die Mittelzelle der Hinterflügel geschlossen, aber durch einen so zarten, feinen Querast, dass dieser sich leicht verwischen konnte. Jene dem fossilen Thiere nahe verwandte Art der Lebenwelt ist die Vanessa Hedonia L. F. Cramer de Uetlandsche Kapellen T. II, Taf. 69, C. D. und T. VIII, Taf. 374, E. F. Es hat diese genau die Grösse des fossilen Thieres, der Aussenrand bildet ebenfalls eine starke Bogenlinie; die Oberflügel sind grauschwarz und haben am Hinterrande eine Reihe von 6 Augenflecken; es sind diese roth und mit einem schwarzen Punkt in der Mitte versehen; dieser schwarze Punkt umfasst einen kleinen weissen Punkt. In der Vertheilung und Stellung dieser Flecken stimmt Pluto ganz mit Hedonia überein, nur sind bei letzterer die Flecken kleiner und von einem schwarzen Ring umfasst; ferner sind sie etwas weiter vom Rande abstehend. Die Vanessa Hedonia kommt auf Ceylon, Amboina, Java und den Phillippinen vor, hat also im tropischen Asien eine weite Verbreitung.

Von Schmetterlingen mit ähnlicher Färbung können noch in Betracht kommen: die Argynnis Diana Cramer II, p. 4, t. 98, D. E. Say. Americ. En-[182] tom. 17, welche im südlichen Theile der vereinigten Staaten (Neu-Georgien, Westflorida, Arkansas and Missouri) lebt. Es hat dieser Schmetterling eine ähnliche Tracht, ist schwarz und am Hinterrande mit einer Reihe gelber Flecken versehen, welche je zwischen die Längsadern vertheilt sind. Diese gelben Flecken reichen aber bis zum Rande, und ferner hat jeder zwei schwarze Punkte. Auch ist die A. Diana bedeutend grösser. In Grösse und Färbung stimmt daher das fossile Thier mehr mit der Hedonia überein, als mit der Diana, doch kann mit voller Sicherheit erst darüber entschieden werden, wenn einmal ein Exemplar mit vollständig erhaltenem Hinterrand gefunden wird; was von diesem erhalten ist, spricht aber auch mehr für die Hedonia als die Diana.

Edwards, in his beautiful work on American Butterflies, refers to this insect in his description of Argynnis Diana[X] and reproduces, from Lyell’s Elements of Geology, Heer’s figure of the insect. He remarks: “It is called Vanessa Pluto in the text, but is plainly an Argynnis.”

Butler, when cataloguing the same insect, remarks:[Y]