Des Knaben Wunderhorn
Wenn ich ein Vöglein wär
Und auch zwei Flüglein hätt',
Flög' ich zu dir;
Weil's aber nicht kann sein,
Weil's aber nicht kann sein, 5
Bleib' ich allhier.
Bin ich gleich weit von dir,
Bin ich doch im Schlaf bei dir
Und red' mit dir;
Wenn ich erwachen thu', 10
Wenn ich erwachen thu',
Bin ich allein.
Es vergeht keine Stund' in der Nacht
Da mein Herz nicht erwacht
Und an dich gedenkt. 15
Wie du mir viel tausendmal,
Wie du mir viel tausendmal,
Dein Herz geschenkt.
I
STOLBERG
Lied eines deutschen Knaben.—Gesammelte Werke, Hamburg, 1827, i. 42.
Mein Arm wird stark und gross mein Muth,
Gieb, Vater, mir ein Schwert!
Verachte nicht mein junges Blut;
Ich bin der Väter werth!
Ich finde fürder keine Ruh 5
Im weichen Knabenstand!
Ich stürb', O Vater, stolz, wie du,
Den Tod für's Vaterland!