Die Reiter reiten dicht gesellt,
Und einer sich am andern hält. 10
Sie sehn sich traurig ins Gesicht,
Und einer um den andern spricht:
"Mir blüht daheim die schönste Maid,
Drum tut mein früher Tod mir leid."
"Hab' Haus und Hof und grünen Wald, 15
Und sterben muß ich hier so bald!"
"Den Blick hab' ich in Gottes Welt,
Sonst nichts, doch schwer mir's Sterben fällt."
Und lauernd auf den Todesritt
Ziehn durch die Luft drei Geier mit. 20
Sie teilen kreischend unter sich:
"Den speisest du, den du, den ich".
* * * * *
75. DER OFFENE SCHRANK
Mein liebes Mütterlein war verreist,
Und kehrte nicht heim, und lag in der Grube;
Da war ich allein und recht verwaist.
Und traurig trat ich in ihre Stube.