Schlummernd, oder träge sinnend,
Ruht der Hirt bei seinen Schafen,
Die Natur, Herbstnebel spinnend, 15
Scheint am Rocken eingeschlafen.
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77. STIMME DES REGENS
Die Lüfte rasten auf der weiten Heide,
Die Disteln sind so regungslos zu schauen,
So starr, als wären sie aus Stein gehauen,
Bis sie der Wandrer streift mit seinem Kleide.
Und Erd' und Himmel haben keine Scheide, 5
In eins gefallen sind die nebelgrauen,
Zwei Freunden gleich, die sich ihr Leid vertrauen,
Und mein und dein vergessen traurig beide.
Nun plötzlich wankt die Distel hin und wieder,
Und heftig rauschend bricht der Regen nieder, 10
Wie laute Antwort auf ein stummes Fragen.
Der Wandrer hört den Regen niederbrausen,
Er hört die windgepeitschte Distel sausen,
Und eine Wehmut fühlt er, nicht zu sagen.
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78. HERBST
Rings ein Verstummen, ein Entfärben:
Wie sanft den Wald die Lüfte streicheln,
Sein welkes Laub ihm abzuschmeicheln;
Ich liebe dieses milde Sterben.