Ein allerliebstes köstliches Kind, dessen ewiges Studium9 ist, keinen Vater zu haben — O daß ihrs begreifen lerntet! daß euch die Schuppen fielen vom Auge! aber eure Nachsicht muß ihn in seinen Liederlichkeiten befestigen; euer Vorschub ihnen Rechtmäßigkeit geben. Ihr werdet freilich den Fluch von seinem Haupte laden, auf euch, Vater, auf euch wird der Fluch der Verdammnis fallen.

D. A. MOOR

Gerecht! sehr gerecht! — Mein mein ist alle Schuld!

FRANZ

Wie viele Tausende, die voll gesoffen haben vom Becher der Wollust, sind durch Leiden gebessert worden. Und ist nicht der körperliche Schmerz, den jedes Übermaß begleitet, ein Fingerzeig des göttlichen Willens. Sollte ihn der Mensch durch seine grausame Zärtlichkeit10 verkehren11? Soll der Vater das ihm anvertraute Pfand auf ewig zu Grund richten? — Bedenkt Vater, wenn ihr ihn seinem Elend auf einige Zeit preis geben werdet, wird er nicht entweder umkehren müssen und sich bessern? oder er wird auch in der großen Schule des Elends ein Schurke bleiben, und dann — wehe dem Vater der die Ratschlüsse einer höheren Weisheit durch Verzärtlung zernichtet! — Nun Vater?

D. A. MOOR

Ich will ihm schreiben, daß ich meine Hand von ihm wende.

FRANZ

Da tut ihr recht und klug daran.

D. A. MOOR