aufgebracht.
Ha! wie das zehnfach, um wieder zehnfach geahndet werden soll! — Nicht meine Gemahlin — die Ehre sollst du nicht haben — meine Maitresse sollst du werden, daß die ehrlichen206 Bauernweiber mit Fingern auf dich deuten, wenn du es wagst und über die Gasse gehst. Knirsche nur mit den Zähnen — speie Feuer und Mord aus den Augen — mich ergötzt der Grimm eines Weibes, macht dich nur schöner, begehrenswerter. Komm — dieses Sträuben wird meinen Triumph zieren und mir die Wollust in erzwungnen Umarmungen würzen — Komm mit in meine Kammer — ich glühe vor Sehnsucht — itzt gleich sollst du mit mir gehn
will sie fortreißen.
AMALIA
fällt ihm um den Hals.
Verzeih mir Franz! wie er sie umarmen will, reißt sie ihm den Degen von der Seite und tritt hastig zurück. Siehst du Bösewicht was ich jetzt aus dir machen kann! — Ich bin ein Weib aber ein rasendes Weib — wag es einmal mit unzüchtigem Griff meinen Leib zu betasten — dieser Stahl soll deine geile Brust mitten durchrennen, und der Geist meines Oheims wird mir die Hand dazu führen. Fleuch207 auf der Stelle!
Sie jagt ihn davon.
AMALIA
Ah! wie mir wohl ist — Itzt kann ich frei atmen — ich fühlte mich stark wie das Funkensprühende Roß, grimmig wie die Tygerin dem siegbrüllenden Räuber ihrer Jungen nach — In ein Kloster sagt er — dank dir für diese glückliche Entdeckung208! — Itzt hat die betrogene Liebe ihre Freistatt gefunden — das Kloster — das Kreuz des Erlösers ist die Freistatt209 der betrognen Liebe.
Sie will gehn.