Ja gelt, gelt? Das war noch eine Zeit? Wie manches Zuckerbrot, oder Bisquit oder Makrone ich euch hab zugeschoben, hab euch immer am gernsten gehabt, und wißt ihr noch, was ihr mir drunten sagtet im Stall, wie ich euch auf des alten Herrn seinen Schweißfuchsen setzte, und euch auf der großen Wiese ließ herumjagen? Daniel! sagtet ihr, laß mich nur einen großen Mann werden, Daniel, so sollst du mein Verwalter sein, und mit mir in der Kutsche fahren, — ja sagt ich und lachte, wenn Gott Leben und Gesundheit schenkt, und ihr euch eines alten Mannes nicht schämen werdet, sagt ich, so will ich euch bitten, mir das Häusgen drunten im Dorf zu räumen, das schon eine gute Weil leer steht, und da wollt ich mir ein Eimer242 zwanzig Wein einlegen, und wirtschaften in meinen alten Tagen. — Ja lacht nur, lacht nur! Gelt junger Herr, das habt ihr rein ausgeschwitzt243? — den alten Mann will man nicht kennen, da tut man so fremd, so fürnehm — o ihr seid doch mein goldiger Junker — freilich halt ein bißgen lucker244 gewesen — nimmt mirs nicht übel! — Wie’s eben das junge Fleisch meistens ist — am Ende kann noch alles gut werden.

MOOR

fällt ihm um den Hals.

Ja! Daniel ich wills nicht mehr verhehlen! Ich bin dein Karl, dein verlorner Karl! Was macht meine Amalia?

DANIEL

fangt an zu weinen.

Daß ich alter Sünder noch die Freude haben soll, — und der Herr selig weinete umsonst! — Abe245, abe, weiser Schedel! mürbe Knochen, fahret in die Grube mit Freuden! Mein Herr und Meister lebt, ihn haben meine Augen gesehen!

MOOR

Und will halten, was er versprochen hat, — nimm das, ehrlicher Graukopf, für den Schweißfuchsen im Stall dringt ihm einen schweren Beutel auf nicht vergessen hab ich den alten Mann.

DANIEL