MOOR
Warum ist dieser Geist nicht in einem Tyger gefahren, der sein wütendes Gebiß in Menschenfleisch haut? Ist das Vatertreue? Ist das Liebe für Liebe? Ich möchte ein Bär sein, und die Bären des Nordlands wider dies mörderische Geschlecht anhetzen — Reue, und keine Gnade! — Oh ich möchte den Ozean vergiften, daß sie den Tod aus allen Quellen saufen! vertrauen, unüberwindliche Zuversicht, und kein Erbarmen!
ROLLER
So höre doch, Moor, was ich dir sage!
MOOR
Es ist unglaublich, es ist ein Traum eine Täuschung — So eine rührende Bitte, so eine lebendige Schilderung des Elends und der zerfließenden Reue — die wilde Bestie wär in Mitleid zerschmolzen! Steine hätten Tränen vergossen, und doch — man würde es für ein boshaftes Pasquill aufs Menschengeschlecht halten, wenn ichs aussagen wollte — und doch, doch — oh daß ich durch die ganze Natur das Horn des Aufruhrs blasen könnte. Luft, Erde und Meer wider das Hyänen-Gezücht ins Treffen zu führen!
GRIMM
Höre doch, höre! vor Rasen hörst du ja nicht.
MOOR
Weg, weg von mir! Ist dein Name nicht Mensch? Hat dich das Weib nicht geboren? — Aus meinen Augen du mit dem Menschengesicht! — Ich hab ihn so unaussprechlich geliebt! so liebte kein Sohn, ich hätte tausend Leben für ihn — schäumend auf die Erde stampfend. ha! — wer mir itzt ein Schwert in die Hand gäb, dieser Otterbrut eine brennende Wunde zu versetzen! wer mir sagte: wo ich das Herz ihres Lebens erzielen, zermalmen, zernichten — Er sei mein Freund, mein Engel, mein Gott — ich will ihn anbeten!