D. A. MOOR
So sah er, als er ins sechszehende Jahr ging. Itzt ist er anders — Oh es wütet in meinem Innern — diese Milde ist Unwillen, dieses Lächeln Verzweiflung — Nicht wahr, Amalia? Es war an seinem Geburtstage in der Jasminlaube, als du ihn maltest? — Oh meine Tochter! Eure Liebe machte mich so glücklich.
AMALIA
immer das Aug auf das Bild geheftet.
Nein, nein! er ists nicht. Bei Gott! das ist Karl nicht — Hier, hier auf Herz und Stirne zeigend. So ganz, so anders. Die träge Farbe reicht nicht den himmlischen Geist nachzuspiegeln, der in seinem feurigen Auge herrschte. Weg damit! dies ist so menschlich! Ich war eine Stümperin.
D. A. MOOR
Dieser huldreiche erwärmende Blick — wär er vor meinem Bette gestanden, ich hätte gelebt mitten im Tode! Nie, nie wär ich gestorben!
AMALIA
Nie, nie wärt ihr gestorben! Es wär ein Sprung gewesen, wie man von einem Gedanken auf einen andern und schönern hüpft — dieser Blick hätt euch übers Grab hinübergeleuchtet. Dieser Blick hätt’ euch über die Sterne getragen!