Sein Gehirn taumelte. Er fing an zu sprechen, leise, flüsternd. Er bebte am ganzen Körper. Seine Hände irrten unstet.

Ihre bettelnde Hand umkrallte die seine, zerwühlte fiebrig seine Finger und kratzte sie wund.

Da weiteten sich ihre Augen und sie sah ihn an mit einem Blick: ihre Seele verblutete in Angst und Verzweiflungsschmerz.

Er schwieg.

Beide kamen zum Bewusstsein.

Das Gespräch stockte. Sie sprachen gleichgültig über gleichgültige Sachen, von Zeit zu Zeit schwiegen sie lange, und dann kam es wieder von Neuem, ohne dass sie wussten, wer zuerst angefangen hatte.

— Und erinnerst Du Dich, Agaj, einmal als wir badeten? Ich habe Dir beim Auskleiden geholfen. Du hast Dich plötzlich gesträubt, und wurdest so furchtbar rot... He, he: wir waren eigentlich keine Kinder mehr. Und mit einem Ruck empfand ich eine so grenzenlose Liebe zu Dir... erinnerst Du Dich? Wir warfen uns in den Sand und pressten uns so wild aneinander, dass wir beide vor Schmerz aufschrien. Dann nahm ich Dich auf meine Arme und trug Dich ins Wasser. Du warst so übermütig, wie es nur ein Weib sein kann, das plötzlich fühlt, dass es geliebt wird. Ich sollte Dich schwimmen lehren, aber Du sankst immer unter... O Gott, jetzt, jetzt seh ich Dich wieder als die herrliche Agaj von zwölf Jahren, die mich so sinnlos geliebt hat. Jetzt siehst Du mich wieder so gut, so innig an, wie Du mich früher immer angesehen hast. Du höhnst nicht mehr, Du bist nicht mehr boshaft, und jetzt bin ich wieder Dein Hund, ich bin wieder Deine Sache, Du kannst mit mir machen, was Du willst, Du kannst mir die Seele aus dem Leibe reißen, und ich werde Dir noch dankbar sein dafür, weil Du, Du es bist...

— Quäl’ mich doch nicht, quäl’ mich nicht so unerhört! flehte sie plötzlich.

Er lehnte sich zurück. Sein Kopf brannte. Seine Zunge war trocken und ein dicker, schleimiger Speichel sammelte sich in seinem Mund.

— Das ist furchtbar! hörte er sie leise sagen.