Ich zerteilte mich; wie der Kapitän eines untergehenden Schiffes stand ich auf der Höhe der Kontrollstation meines Bewusstseins und sah dem Kampfe zu.
Jetzt musste ich aber eingreifen, und instinktiv fing ich an zu sprechen, laut, schreiend, zusammenhanglos, um mich zu betäuben.
Und aus der inhaltlosen Wüste meiner Sprache vernahm ich nur ein wütend höhnendes:
Huh, huh! Ich bin das Luder von Nana, ich setze mich auf den Muffat und reite auf ihm und schreie:
Huh, huh! Wioh, mein Pferdchen, wioh!
Und immer deutlicher und deutlicher fühlte ich die Totenhände; wie lange Stangen streckten sie sich mir aus irgendeiner Höhle entgegen. Mein Gehirn produzierte mit einer übermenschlichen Halluzinationskraft diese Hände. Immer deutlicher fühlte ich ihren Druck; wie eiserne Spangen umklammerten sie meine Hände, sie bohrten sich in sie hinein, sie zogen und rissen an mir, ruckweis, und ich fühlte, wie mein Körper abwechselnd widerstrebte und nachgab und nach hinten fallen wollte, Ruck für Ruck. Ich wurde gerissen, gezogen, geschleppt, gezerrt, Schritt für Schritt, in ohnmächtigem Widerstand, bis ich in das Nebenzimmer hineinfiel.
Im Scheine einer Totenkerze lag ein totes Weib.
Der Docht war ausgebrannt; das Licht flackerte und warf spielende Schatten auf ihr Gesicht.
Ich hockte mich hin, und in den Haarwurzeln empfand ich deutliche Prickelgefühle, wie Nadelstiche auf der ganzen Haut.
Es war etwas in ihren Zügen, das mich zog zugleich und bannte. Auf dem mit Lichtern und Schatten wie ein Tigerfell gesprenkelten Gesichte sah ich eine schauerliche Vision: weit aufgerissen ein Klapperschlangenmaul mit eigentümlich hin und her züngelnder Zunge. Ich hörte deutlich ein Zischen, vielleicht war es mein eigenes.