BIBLIOTHEK
DES
LITERARISCHEN VEREINS
IN STUTTGART.
XXIII.
STUTTGART.
GEDRUCKT AUF KOSTEN DES LITERARISCHEN VEREINS.
1851.
LITERARISCHER VEREIN
IN
STUTTGART
GEGRÜNDET 1839.
PROTECTOR:
SEINE MAJESTÄT WILHELM KÖNIG VON WÜRTTEMBERG.
* *
*
Präsident:
Dr Keller, professor in Tübingen.
Secretär:
Dr Holland, privatdocent in Tübingen.
Kassier:
Huzel, reallehrer in Tübingen.
Ausschuß für das jahr 1851:
G freiherr Cotta v. Cottendorf, k. b. kämmerer in Stuttgart.
Dr Fallati, professor in Tübingen.
Hofrath dr Grimm, akademiker in Berlin.
Dr E. v. Kausler, archivrath in Stuttgart.
Dr Klüpfel, bibliothekar in Tübingen.
F. v. Lehr, director der k. privatbibliothek in Stuttgart.
Dr Menzel in Stuttgart.
Dr Michelant, professor in Rennes.
Dr Schmeller professor in München.
Oberstudienrath dr C. v. Stälin, oberbibliothekar in Stuttgart.
Dr Wackernagel, professor in Basel.
Dr G. v. Wächter, kanzler in Tübingen.
Agent:
Fues, sortimentsbuchhändler in Tübingen.
DER RING
VON
HEINRICH WITTENWEILER
HERAUSGEGEBEN
VON
LUDWIG BECHSTEIN.
EINGELEITET DURCH ADELBERT KELLER.
STUTTGART.
GEDRUCKT AUF KOSTEN DES LITERARISCHEN VEREINS.
1851.
DRUCK VON H. LAUPP D. J. IN TÜBINGEN.
BIBLIOTHEK
DES
LITERARISCHEN VEREINS
IN STUTTGART.
XXIII.
STUTTGART.
GEDRUCKT AUF KOSTEN DES LITERARISCHEN VEREINS.
1851.
DER RING
VON
HEINRICH WITTENWEILER
HERAUSGEGEBEN
VON
LUDWIG BECHSTEIN.
EINGELEITET DURCH ADELBERT KELLER.
VORREDE.
Das gedicht der Ring, von welchem, wie es scheint, noch kein litterarhistoriker berichtet hat, erscheint hier zum ersten mal im drucke.
Als abfaßungszeit ist ihm das fünfzehnte jahrhundert anzusetzen. Gegen eine spätere spräche die beschaffenheit des einzigen bekannten originalmanuscripts und der schriftzüge, gegen eine frühere die erwähnung des schießpulvers und seines gebrauches im kriege, [57b] und wenn man will [56a]. Auf eine nähere spur leitet vielleicht die erwähnung des markgrafen von Ferrara [21c].
Der dichter nennt sich [1d] Häinreich Wittenweilär. Über seine heimat ist nichts sicheres bekannt. Ein Wittenweiler (nicht Wittenweil) ligt in der nähe des zum württembergischen oberamtssitz bestimmten marktfleckens Blaufelden. In diese gegend weist auch der name des früheren besitzers der handschrift, obwohl man von einer Blauburg nichts mehr weiß; in jener gegend findet sich aber ein flüßchen Blau, der genannte marktflecken Blaufelden und ein weiler Blaubach. Auch die dortige volkssprache gibt manche erinnerungen an eigenthümlichkeiten unseres gedichtes. Jedenfalls gehört der verfaßer dem südlichen Deutschland an, ohne zweifel Bayern. Preußen ist ihm seiner eigenen aussage nach [46c] nicht so gut bekannt, daß er seine städte benennen könnte, während er sonst sich als einen mit deutschen landen, städten und flüßen wohl bekannten mann zeigt und auch von dem auslande mancherlei kunde auskramt [46b]. Die scene des gedichtes hat offenbar erdichtete und leicht deutbare namen, wie die personen: Lappenhausen, Mätzendorf, Nissingen, Seurensdorf, Rützingen, Fützenswille [42b]. Vielleicht werden sie im bayerischen oberlande gedacht. Die münze ist der Berner [34b]. Schmeller 1, 200. In nicht weiter ferne ligt die Schweiz und Österreich [33]: Appenzell, Glarus, Aurach im Schweizerthal [42c]. [48b]. [49b], Lauenthal, Marchfeld, Prettengau, die Alpen, die Scherr werden erwähnt; ferner Schwaben [30b], der Neckar [33a], der Rhein [42b]. [52b], Stockach [51d] und als entlegen der Schwarzwald [57d].
Heinrich Wittenweiler ist ein vielseitig unterrichteter mann des bürgerstandes, der auf den rohen sich überhebenden bauernstand mit unerschöpflicher satire und ironie herabfährt, ganz in der weise wie die gleichzeitigen fastnachtspiele vielfach thun.
Seine manchfachen kenntnisse sucht er am faden der erzählung in sein buch einzureihen: insbesondere über religiöse, philosophische und politische dinge [44], länderkunde [46b], hofsitte, kriegskunst, reitkunst [50a], haushaltung. Der damit verbundene didaktische zweck ist in der einleitung bestimmt ausgesprochen.
Mit der vaterländischen litteratur zeigt sich der dichter manchfach vertraut. Die deutsche heldensage kennt er und läßt ihre figuren in abenteuerlich phantastischer weise in seiner erzählung hervortreten. So begegnen wir Dietrich von Bern [36d]. [48d]. [49b]. [51b]. [53c]. [54], dem meister Hildebrant [48d]. [53b]. [54a] [c], Sigenot [48b], Egge [48b]. [54], Wolfdietrich [48d]. [54b], Laurin [49b]. [51]. [52a] [b] [d]. [53d], Dietleib [48d]. [54a] [b], Eckart [55b] [c]. Von artusischen rittern wird [48c] Lanzelot und Tristan, aus der antiken sage Troja und Alexander [45b], aus dem kreiße der thiersage und der fabel der fuchs Reinhart [32c], die ameiße [31b], die mäuse und der löwe [43d] erwähnt. Auch Freidank ist dem dichter bekannt [45b].
Das gedicht ist eine erzählung, in welche aber absichtlich und nicht ohne geschick der lehrhafte stoff eingereiht ist. Einmal, in dem briefe des mädchens an Bertschi, tritt auch die in jener zeit so beliebte figur der allegorie, nicht ohne einen anflug von ironie, auf. Häufig sind kernhafte sentenzen eingestreut, welche manchmal ([31c]) an die form der priamel streifen und welche in der handschrift am rande meist durch ein notabene ausgezeichnet sind.
Die metrische form des gedichtes sind die gewöhnlichen kurzen verspaare der mittelhochdeutschen kunstepik, oft durch ziemlich unvollkommene reime gebunden. Mitunter kommen lyrische metren, einige male selbst prosa in liturgischen stellen.
Die sprache hat bayerische eigenthümlichkeiten. Dahin gehört z. b. die pronominalform es statt mhd. ir. [1c]. [3d]. [5b]. [19c]. [20b]. [22b]. [23b] [c] [d]. [24c]. [31b]. [32d]. [33a] [b]. [35c]. [36b]. [40d] und oft. Schmellers mundarten s. 187; die dualform enk [8b]. Schmell. 187; die silben der- statt er- in dergangen [8b], dersach [8d], derhaben [9], dertrinken [9c], derlechen [9d], derwachen [9d]. w = mhd. b zumal im anlaut z. b. wehalten [21d], wesitzent [21d], weleiben [22b], wehag [22d], wereit [25a]. Schmell. 83. Spil von einem keiser und eim apt s. [9]. Des von Wirtemberc pueh s. [10]. Siben meister, Erlanger hs. 79. Zu beachten ist die ein paar mal (z. b. [7c]. [13c] [d]. [22d]. [48]) vorkommende instrumentalform we. Schmell. 211. Anlehnungen sind häufig und sehr gewagt, namentlich des artikels und der pronomina: manr = man ir [44b] u. s. f. Die construction des accusativs mit dem infinitiv ist nicht selten, z. b. [25a] wiz sei sein geleich. [41c]. Das wörterbuch wird manche bereicherung aus dem gedichte schöpfen. Auch hier kommen wieder bayerische eigenheiten. So gazlen [8d]. [56d] und sonst. Schmeller 2, 72. gissübel [57b]. Schmeller 2, 75. Schmids schwäb. wörterb. 232. Eritag [45c]. Grimms mythol. b 113. In einem unzweifelhaft aus Nürnberg stammenden Wolfenbütteler manuscript mit fastnachtspielen steht bl. 202b: Finis am Erichtag vor vitj 1486 jar. serten Schmell. 3, 283. [2b]. [5d]. [9d]. [15c]. [18, 39]. [18d]. [22]. [23a] [b] [c]. [24d]. [36a] [d]. [37a] [d]. [38b]. [39d]. [40d]. [46a]. [50c] [d]. [53b]. [55c]. [57b]. Altswert 54, 24 verbeßert J. Grimm versorteniu.
Die handschrift, welche außer unserem gedichte nichts enthält, ist ein in zwei holzdeckel gebundener folioband, auf pergament von einer nicht übeln hand des fünfzehnten jahrhunderts geschrieben, es sind 57 blätter, 2 spalten auf der seite. Die anfangsbuchstaben der zeilen sind durch eine die ganze seite herab reichende verticale linie durchschnitten, welche bald roth, bald grün ist, je nach dem eingangs des gedichtes angedeuteten wechsel des inhaltes. Übrigens trifft der farbenwechsel mit dem des inhaltes häufig nicht überein, so daß es scheint, es sei diese bemalung einem ungeschickten schreiber überlaßen geblieben. Im abdrucke ist der anfang farbloser stellen mit *, der rother mit **, der grüner mit *** bezeichnet worden.
Die handschrift gehörte früher einem Jakob Markwart von Blauburg, der seinen namen mit etwa ins sechszehnte jahrhundert gehörigen schriftzügen auf das erste blatt eingeschrieben hat, nunmehr aber der herzoglichen bibliothek in Meiningen.
Ich füge einige bemerkungen über einzelne stellen bei: die von herrn doctor Holland mitgetheilten bezeichne ich mit H.
[1] Die überschrift ist von späterer hand. Darauf folgen die worte Est Iacobi Marqvardi à Blauburg.
[1c] Der text beginnt mit einer gemalten initiale, worin das brustbild eines klerikers in gelbgrünem rocke und barett dargestellt ist, welcher in der linken einen ring hält und mit der rechten darauf deutet. Unter diesem buchstaben ist ein wappenschild, worin sich der oberleib eines stehenden schwarzen bockes befindet, vielleicht das wappen des besitzers.
[1d, 15] Der rest der spalte ist eingenommen von einer federzeichnung, ein kosendes liebespaar darstellend.
[2, 2] Lappenhäuser kennt auch Rollenhagen. Froschmäusler. Frankf. 1683 s. 396. 496.
[2, 21] Mätzlî = Mehthilt. K. Roths kleine beiträge 1, 4. Über die bedeutung von Rüerenzump s. [14b, 29]. [22, 24]. Über die bildung des wortes s. Grimms deutsche gramm. 2, 961. 1020. Diezs rom. gr. 2, 360. So Bohrdenschink (Rollenhagen 638), Fegenbeutel (fastnachtspiele. Wolfenbütteler hs. bl. 165b), Fegenteufel (fastnachtsp. 166), Fleuchdiekelt (Rollenhagen 625), Füllnbauch (Uhlands volkslieder 1, 612), Füllenmagen ([23b]), Gangdiequer (Uhlands volkslieder 1, 576), Griep-en-kerl, Habedanc, Habenschaden (in München), Haltenhof (in Zainingen), Hauenschild (fastnachtsp. 165b), Hebenstreit (fastnachtsp. 128b. 166), Klingezôr, Kützeldarm ([33b]), Lærdasglas (Uhland 1, 612), Lærenkopf (d. h. leere den becher [22d]), Lærenschrein (fastnachtsp. 165b), Lærenstadel (fastnachtsp. 165b), Leckdenspiez ([2c]), Leckenprei (fastnachtsp. 197b), Leichdenman ([17c]), Merkenstein (Khauz österr. gelehrtengeschichte 185), Nagenfleck ([17c]), Raubengast (fastnachtsp. 165b), Raumslant (fastnachtsp. 165b. mhd. Rûmezlant), Richteinschant ([23]), Rüerenbrei (fastnachtsp. 165b), Rüerenmost ([17b]), Rührendreck (Rollenhagen 639), Saugenfinger, Scheuhentag (fastnachtsp. 165b), Schintdennak ([33b]), Schlagdengast (Uhland 1, 576), Schlickdasbier (Uhland 1, 576), Schreckenfuchs (Khauz 185), Schürenprand ([23]), Siertdazlant ([23]), Slintdenspeck ([17c]), Störenfrid (Immermanns Münchhausen 3, 130; sonst Störefried), Suchensinn, Suchenwirt, War-n-könig (schwerlich Warn-könig), Wegendrüssel (fastnachtsp. 279 neben Wagendrüssel), Wentenschimpf (fastnachtsp. 166ab), Zuckenrigel (fastnachtsp. 165b, jetzt auch Zuckrigl), Zucksschwert (fastnachtsp. 165b).
[2b, 11] ? slehteclîch. Vgl. [14d, 27]. [22b, 35]. [54d]. So [11c, 7] liehten. [14, 7] rehten (?). [15d, 36] flühten. [16b, 4] geflohten. [17, 6] getihtet. [19, 10] niht. [20b, 7] tohter. [20d, 44] seht. [22, 13] mahts. [23c] tohter. [24] allmähtigen. [25b] niht. [27d] gerehtikeit. [30] ahten. [35c] danhten. [53] gefohten. [55] Mohten.
[2b, 35] ? Des.
[3, 12] ? strecken: recken.
[3c, 35] Hs. güter, das er ist aber untertüpfelt.
[3d, 23] ? Denn.
[4b, 20] ? Leckdenspiez herfür dô trat.
[4d, 27] ? nim.
[4d, 38] Vgl. [17b]. Helmbrecht 1781. Gr. 1, 954.
[5, 19] Die entsprechende reimzeile fehlt.
[5c, 38] corrigiert eine wenig spätere hand, die auch sonst auftrit, ze.
[5d, 2] ? Dîn.
[5d, 6] ? Dô.
[6b, 7] ? ernstlîchen.
[7d, 26] ? Ir seit nit wert, her twerc: berc. Oder im folgenden habt tal und berc und erd.
[9, 2] ? schrei. H.
[9, 3] ? Nu wê.
[9c, 8] ? kôt: gebrâht hât.
[10b, 6] ? stette: bette.
[10b, 26] Diese scene erinnert an ähnliche in den fastnachtspielen.
[11d, 21] ? Wan. Ebenso [12, 16].
[12, 40] ? gunnest.
[12c, 1] ? sprechen.
[14, 7] ? reichen. H. So [16, 19].
[14b, 16]. [19d, 35]. [20, 26]. [20c, 28]f. [20d, 26]. [21b, 18]. [23, 12]. [23d]. [28, 15]. [29c]. Haupts zeitschrift 8, 376.
[14c, 8] ? miuslî.
[14c, 29] ? secken.
[14d, 1] ? dritten.
[15b, 12] ? dar zuo.
[15d, 20] ? weiter.
[17b, 33] Zu dem fehlenden D ist raum gelassen für den miniator.
[17d, 38] ? deinem. H.
[18c, 36] ? verret.
[18d, 25] ? mê. Vgl. z. 4.
[20, 30] ? ritt.
[20b, 43] ? den.
[20d, 44] ? Seht.
[21, 11] ? sældenrîch.
[21b, 41] ? ir. H.
[21d, 13] Über Eustachius vgl. Gesta Rom. 110.
[21d, 22] alter part. Altswerts kittel s. [54].
[22, 6] ? krumb. H.
[22, 14] ? milch.
[22, 43] Vgl. Ecke.
[22b, 1] ? liet.
[22d] Vgl. Weinschwelg. W. Wackernagels deutsches leseb. 1b, 575, 18. Sanct Johannis minne. Vgl. J. Grimms deutsche mythol. b, 54. H. Oswald von Wolkenstein s. 114. Uhlands volkslieder 1, 814. Simrocks volkslieder s. 601.
[23b] rainvail Schmeller 3, 95. In dem fastnachtspiele von der verdienten ritterschaft Cgm. 4o. bl. 297 ff. sagt der kaiser zu einem heiseren Sänger: Iz all morgen ein feigen oder zwuo und vierzig air auz eim schmalz dar zuo, das kan dir schmieren deinen kragen, und ein viertail rainfals, so wirst du singen und sagen. In der Wolfenbütteler hs. dieses stückes 241b fehlt dieses wort.
[23c, 27] ätti ist in der hs. nicht sicher; vielleicht äni, noch schwäbisch = großvater.
[24c, 2] Eine alte correctur liest Zehen nocz.? Zehene.
[24c, 14] Eine alte correctur liest niht.
[25b, 22] ? bekleiden.
[27, 39] ? gereineget.
[27d, 33] ? eim. H.
[28, 8] ? Sie.
[29d, 30] ? am lîbe. Die hs. hat hier eine alte correctur, welche die lesung unsicher macht.
[29d, 32] ? schalk. H.
[30, 4] Die zeile ist wohl zu tilgen.
[31d, 31] ? tisch und bet.
[32c, 40] ? pottenbrot. H. 46, 29.
[33, 6] ? Ja. H.
[33b, 2] Hagens gesammtabenteuer 3, lxxxj. H.
[33b, 5] ? frou mær.
[36b, 31] ? sûfer d. i. sûber.
[37, 16] Freidank 125, 11. H.
[38, 8] ? chluog. H.
[38, 16] ? verheiter fastnachtsp. 218. 219b. 220. Altswert 54, 24.
[38b, 3] ? Wem. H.
[38b, 37] ? in. H.
[38d, 1] Diese und die nächsten entsprechenden zeilen sind doppelt zu denken.
[39, 5] Vgl. Massmanns denkmäler 1, 14.
[39c, 27] Holl]? her Oll.
[40c, 36] ? innen. H.
[40d, 23] ? mêrsten.
[41, 15] Der name Kühdaisch kommt noch in Württemberg vor.
[41, 42] ? verchlag. H.
[41c, 33] ? hat. H.
[42, 6] ? chäynem. H. Vgl. [42b, 35].
[42, 40] ? Daz er.
[42d, 44] ? falscher.? solcher.
[43, 32] Athis 69.
[43b, 31] MSHag. 3, 452b.
[44, 33] ? trunken. H.
[45b, 7] ? Der. H.
[45b, 40] Freidank 72, 1. H.
[45d, 16] ? Daz seu der hanher. H.
[46b, 15] Parr ist wohl = Bâre, ital. Bari.
[46c, 10] ? Lintmat, Limmat. H.
[46d, 5] ? prîol.
[47b, 6] ? ungestochen. H
[47b, 11] ? Daz ein.
[47b, 17] ? mithelfen. H.
[47b, 26] ? Ez. H.
[47d, 16] Anklang an den Heuberg?
[48b, 17] ? kâmen.
[48b, 29] ? nant. H.
[48d, 26] ? zellet. H.
[49, 37] ? ziehen auz hin auf daz.
[49b, 9] Grimms deutsche mythol. 434. H.
[49b, 10] ? twerg. H.
[50, 5] ? unverzait. H.
[50c, 17] ? hant. H.
[51, 26] Grimms deutsche rechtsalterth. 320. H.
[51b, 22] ? Ez. H.
[51c, 6] ? zwing in. H.
[52b, 25] ? bolz. H.
[52b, 33] Grimms deutsche mythol. 454. H.
[54b, 18] W. Grimms deutsche heldensage s. 105. Havelok z. 71. F. Wolf in den jahrbüchern für wißenschaftliche kritik 1834. 2, n. 31, s. 256. H.
[54b, 37] Grimms deutsche mythol. 521. H.
[55b, 7] ? einen starken risen.
[55b, 17] ? Dar. H.
[56d, 2] ? hahen. H.
[57c, 11] ? arm man. H.
Tübingen, 5 Dec. 1850.
ADELBERT KELLER.
DIS BUCH IST GENANDT DER RINGK.
* Der obresten trivaltichäyt, 1c
Marien, muoter, räynen mayt,
Dar zuo allem hymelschen her
Ze lob, ze dienst und auch ze er,
Den guoten zlieb, ze fröden schein, 5
Den bösen zläyd, ze hertzen pein
Sült es hörren so zehant
Eyn puoch, daz ist der Ring genant,
Mit äynem edeln stayn bechläyt,
Wan es ze ring umb uns beschäyt 10
Der welte lawff und lert auch wol,
Was man tuon und lâzzen schol.
Chäyn vingerli ward nie so guot,
Sam ditz, gehabt in rechter huot.
In drew schol ez getäylet sein 15
Besunder nach den sinnen mein.
Daz erste lert hofieren
Mit stechen und turnyern
Mit sagen und mit singen
Und auch mit andern dingen. 20
Daz ander kan uns sagen wol,
Wie äyn man sich halten schol
An sel und leyb und gen der welt;
Daz hab dir für daz best gezelt.
Daz dritte täyl dir chündet gar, 25
Wie man allerpest gevar
Ze nöten, chrieges zeyten,
In stürmen, vechten, streyten.
Also leyt dez ringes frucht
An hübschichäyt und mannes zucht, 30
An tugend und an frümchayt.
Nu ist der mensch so chläyner stät,
Daz er nicht allwege hören mag
Ernstleich sach ân schympfes sage
Und fräwet sich vil mangerläy. 35
Dar umb hab ich der gpawren gschräy
Gemischet ünter disew ler,
Daz sey desta senfter uns becker,
Beschäyden doch mit varwen zwäyn: 1d
Die rot die ist dem ernst gemäyn,
Die grün ertzäygt uns frölich leben.
Doch vernempt mich, welt ir, eben!
Er ist äyn gpawr in meinem muot, 5
Der unrecht lept und läppisch tuot,
Nycht eyner, der auz weysem gfert
Sich mit trewer arbäyt nert,
Wan der ist mir in den awgen
Sälich vil, dez schült ir glawben. 10
Secht er aver ichts hie inn,
Das weder nutz noch tagalt pring,
So mügt irs haben für äyn mär,
Sprach Häynreich Wittenweylär.
Derschallend in dem hertzen fro 15
Hebt die täyding an also.
*** In dem tal ze Grausen 2
Was gelegen wunechleich,
An holcz und wasser uberreich,
Dar inn vil esler pauren 5
Sassen ane truren,
Under den ein junger was,
Der hiess Bertschi Triefnas,
Ein degen säuberleich und stoltz,
Sam er gedrait wär aus holtz. 10
An dem feyrtag gieng er umb,
Er wär schlecht oder chrumb,
Er wär nahent oder verr,
Der muost im sprechen junkherr.
Was schol man euch nu mer sagen? 15
Also wol chond er sich betragen,
Daz die alten und die jungen
Frauwen sere nach ym drungen;
Doch was einew sunderbar
In sinem herczen, daz ist war, 20
** Sey was von adel lam und krumpf,
Ir zen, ir händel sam ein brand,
Ir mündel rot sam mersand,
Sam ein mäuszagel waz ir zoph, 25
An ir chelen hieng ein chroph,
Der ir für den bauch gie.
Lieben gesellen, horet, wie
Ir rugg was uberschossen!
Man hiet ein gloggen daruber gossen. 30
Die füzzli warend dick und bräit,