Anmerkungen zur Transkription:

Die Druckermarken "FÖRSTER & BORRIES. ZWICKAU" auf Seiten mit Illustrationen sind nicht übernommen worden.

Einige Abschnitte (Dattelpalme, Banane) waren in einem kleineren Zeichensatz gesetzt, hier ist ein einheitlich großer Zeichensatz verwendet worden.

Folgende Inkonsistenzen wurden belassen, da beide Schreibweisen üblich waren:

Brüche und %-Zeichen sind auf Seite 59 anders dargestellt als auf anderen Seiten, das wurde wie im Originaltext belassen.

Im Text wurden folgende Änderungen vorgenommen:

D. Westermann

Die Nutzpflanzen unserer Kolonien

[Alle statistischen Angaben des Buches werden durch einen alljährlich auszugebenden Nachtrag ergänzt und so stets auf dem Laufenden erhalten bleiben. Dieser Nachtrag ist gegen Einsendung von 20 Pfg. von der Verlagshandlung zu beziehen.]

Die Nutzpflanzen
unserer Kolonien

und ihre wirtschaftliche Bedeutung für das
Mutterland

von

D. Westermann.

Mit 36 farbigen Tafeln, größtenteils nach der Natur
gezeichnet, von K. Bock.

Berlin 1909.
Dietrich Reimer (Ernst Vohsen).

Alle Rechte vorbehalten.

Druck von J. J. Augustin in Glückstadt.

[Inhalts-Verzeichnis.]

Seite
Verzeichnis der Tafeln[6]
Einleitung[7]
I.Getreide[13]
II.Knollenfrüchte[19]
III.Südfrüchte[22]
IV.Genußmittel und Gewürze[25]
V.Ölfrüchte[45]
VI.Faserpflanzen[56]
VII.Kautschuk liefernde Pflanzen[69]
Übersicht über die Erzeugung und den Verbrauch des Kautschuk[77]
VIII.Klebegummi liefernde Pflanzen[79]
IX.Guttapercha[80]
X.Gerbhölzer[81]
XI.Arzneipflanzen[83]
XII.Nutzhölzer[86]
Zusammenfassende Darstellung unserer wichtigsten kolonialen Nutzpflanzen und ihrer Werte[88]
Zusammenstellung der pflanzlichen Nutzproduktwerte nach ihren Erzeugungsländern[88]
Anhang: Die Ausfuhr von Tieren und tierischen Stoffen, Mineralien usw.[89]
Zusammenstellung der Gesamtausfuhr unserer Kolonien[91]
Deutschlands Bedarf an kolonialen Rohstoffen im Jahre 1906[93]
Register der Nutzpflanzen[94]

[Verzeichnis der Tafeln.]

Seite
Tafel1.Mais[14]
2.Reis[16]
3.Sorghum[18]
4.Jams[20]
5.Batate[22]
6.Banane[24]
7.Kakao[26]
8.Kaffee[28]
9.Tee[30]
10.Kolanuß[32]
11.Vanille[34]
12.Zimt[36]
13.Zuckerrohr[38]
14.Pfeffer[40]
15.Ingwer[42]
16.Tabak[44]
17.Ölpalme[46]
18.Kokospalme[48]
19.Schibutter[50]
20.Erdnuß[52]
21.Sesam[54]
22.Telfairia pedata[56]
23.Baumwolle[58]
24.Kapok[60]
25.Sisalagave[62]
26.Sansevierahanf[64]
27.Jute[66]
28.Ramie[68]
29.Kickxia[70]
30.Manihot Glaziovii[72]
31.Gummibaum[74]
32.Hevea[76]
33.Guttapercha[80]
34.Mangroven[82]
35.Cinchonarinde[84]
36.Strophanthus[86]

[Einleitung.]

Die vorliegende Schrift verfolgt das Ziel, in weiteren Kreisen unseres Volkes Verständnis und Interesse für den volkswirtschaftlichen Wert unserer Kolonien zu wecken. Vor allem möchte sie auch der Jugend einen Einblick geben in die weiten Gebiete neuer Arbeit und nationaler Aufgaben, vor die wir durch den Erwerb überseeischer Besitzungen gestellt werden. Zu dem Zweck ist das für unsere Kolonien wichtigste Arbeitsgebiet, der Anbau und die Gewinnung pflanzlicher Erzeugnisse, in den Vordergrund gestellt und ausführlicher behandelt worden. Es war natürlich unmöglich und lag auch gar nicht im Rahmen dieses volkstümlich gehaltenen Buches, alle in unseren Schutzgebieten vorkommenden Nutzpflanzen zu besprechen. Es konnte sich nur darum handeln, die zur Zeit wichtigsten Gewächse zu behandeln, und zwar in erster Linie die für Ausfuhr in Betracht kommenden, dann aber auch solche, denen für die Ernährung der Eingeborenen eine hervorragende Bedeutung zukommt. Da das Buch vor allem die wirtschaftliche Bedeutung unserer Kolonialgewächse darstellen soll, so sind diese nicht nur nach der botanischen Seite hin kurz beschrieben, sondern es wird auch auf die Wachstumsbedingungen, den Anbau, die Kultur und insbesondere auch auf die Verarbeitung und Verwendung der pflanzlichen Erzeugnisse eingegangen. Soweit möglich sind auch die jährliche Gesamterzeugung, die „Welternte” und der Gesamtverbrauch sowie die Werte beider angegeben worden. Besondere Rücksicht ist jedoch, der Absicht des Buches entsprechend, auf den Verbrauch und die Erzeugung Deutschlands und seiner Kolonien genommen.

Im zweiten Teil werden die tierischen, mineralischen und gewerblichen Erzeugnisse zusammenfassend dargestellt, so daß auf diese Weise eine Gesamt-Übersicht über den derzeitigen wirtschaftlichen Wert unserer überseeischen Besitzungen ermöglicht wird.

Als einen besonderen Vorzug wird man die Bilder ansehen dürfen, die den Text erst lebendig machen und eine anschauliche Vorstellung der Pflanze und ihres Wachstums vermitteln.

Die aus dem Buche sich ergebenden Tatsachen bieten dem Kolonialfreund einige allgemeine, gewiß nicht bedeutungslose Lehren, von denen folgende kurz genannt seien:

1. Der Wert unserer Kolonien beruht in erster Linie in ihren Bodengewächsen. Der Anbau und die Pflege der nutzbaren Pflanzen wird deshalb stets die vornehmste Beschäftigung ihrer Bewohner sein. Es gilt in dieser Zeit des Anfanges vor allem, durch immer neue Versuche diejenigen Nutzpflanzen herauszufinden, die dem Produzenten möglichst stete und sichere Erträge versprechen.

2. Der weitaus größte Teil aller Ausfuhrgüter wird durch die Arbeit der Eingeborenen geschafften. Dies ist um so bemerkenswerter, als die Länder im Vergleich mit Europa nur sehr dünn bevölkert sind und die Eingebornen eben erst heraustreten aus ihrer jahrtausendelangen finsteren Abgeschlossenheit, die kein großer Gedanke je erleuchtete. Sie standen bislang unter dem Willkürregiment kleinlich selbstsüchtiger Häuptlinge und skrupelloser Zauberpriester, deren stets argwöhnische Eifersucht jeden Fortschritt im Keime erstickte. Jahrhunderte hindurch waren Sklavenfang und Sklavenausfuhr die einzige für das Ausland in Betracht kommende wirtschaftliche Betätigung dieser Völker. Die deutsche Herrschaft, deren Streben es ist, jedem Eingebornen Schutz und Recht zu gewähren und sein allseitiges Wohl zu fördern, wird sich auch darin als segensreich erweisen, daß sie die Kräfte der Bevölkerung, geistige sowohl wie körperliche, frei macht und steigert für eine Arbeit, die der Gesamtheit wie dem Einzelnen zugute kommt. Tatsächlich haben wir schon jetzt in weiten Gebieten unserer Kolonien eine ackerbautreibende Bevölkerung, die Verständnis und Willigkeit zeigt, ihren Ackerbaubetrieb zu vergrößern und zu verbessern. Aus amtlichen Berichten geht hervor, daß die Eingebornen vielerorts tatsächlich nur darauf warten, neue, ihnen bisher unbekannte Nutzpflanzen anzubauen, und die bisherigen Ergebnisse der Eingebornenkulturen ermutigen vollauf zum Weiterschreiten auf diesem Wege. Unser eignes Interesse fordert, die Eingebornen in ihrem Streben nach wirtschaftlichem Fortschritt zu unterstützen, und da wo es noch nicht vorhanden ist, zu wecken, ihnen durch Anleitung und Unterricht, durch Überlassung von geeignetem Saatgut sowie durch Sicherung eines regelmäßigen und angemessen bezahlten Absatzes ihrer Erzeugnisse zu helfen und Mut zu machen.

Dabei soll durchaus zugegeben werden, daß es stets auch solche Gewächse geben wird, die wenigstens für absehbare Zeit durch den Anbau auf europäisch geleiteten Pflanzungen bessere Erträge liefern.

3. Ein unbedingtes Erfordernis für den Aufschwung des wirtschaftlichen Lebens ist der Bau von Eisenbahnen. Ohne sie ist es einfach unmöglich, die Erzeugnisse der Arbeit an die Küste und damit in den Handel zu bringen. Die Eingebornen haben bisher in den seltensten Fällen über ihren eigenen Bedarf hinaus Anbau getrieben aus dem einfachen Grunde, weil sie nichts absetzen konnten. Bei dem Transport aus dem Innern bis an die Häfen übersteigen bei den meisten Erzeugnissen die Verschickungskosten den ganzen Wert der Ware; das muß natürlich jeden Arbeitseifer hindern. Hierin wird nur durch die Eisenbahn Wandel geschafft. Was die Eisenbahn tatsächlich wirkt, das sehe man aus der Steigerung der Togo-Ausfuhr 1907 in Mais, Erdnüssen und Elfenbein.

4. Unsere Kolonien werden in immer steigendem Maße Bedeutung für das heimatliche Wirtschaftsleben erlangen. Wenn ihre Ausfuhr im Verhältnis zum Bedarf Deutschlands jetzt noch gering ist, so hat das wenig zu sagen. Man bedenke, daß wir in den Anfängen stehen und vielerorts über die Zeit des mühsamen und kostspieligen Versuchens kaum hinaus sind. Die wichtigsten Volkskulturen der Eingebornen: Baumwolle, Mais, Erdnüsse, Reis fangen gerade jetzt erst an, einen früher nicht erhofften Aufschwung zu nehmen. Ebenso sind die Pflanzungen der Europäer zum großen Teil noch nicht alt genug, um ertragsfähig zu sein. Dieser Zeitpunkt wird bei manchen erst in Jahren eintreten.

5. Besonders beachtenswert ist, daß schon jetzt über 630/0 der gesamten Ausfuhr aus unsern Kolonien nach Deutschland gehen, also direkt dem deutschen Wirtschaftsleben zugute kommen. Mit dem Ausbau des Eisenbahnnetzes wird dieser Prozentsatz noch steigen; heute ist den Produzenten oft keine Gelegenheit geboten, ihre Erzeugnisse an einen deutschen Hafen zu bringen, so wird z. B. ein großer Teil der in Deutsch-Ostafrika gewonnenen Güter, besonders die Eingebornenprodukte, mittels der Ugandabahn befördert und gelangt in den englischen Verkehr. Es kann natürlich nicht unser Ziel sein, die Erzeugnisse unserer Kolonien ausschließlich nach Deutschland zu leiten, sondern sie müssen sich ihr Absatzgebiet in freiem Wettbewerbe auf dem Weltmarkt suchen. Aber die statistisch nachgewiesene Tatsache ist doch bedeutsam, daß alle überseeischen Besitzungen europäischer Staaten den größten Teil ihrer Erzeugnisse an ihr Mutterland absetzen, daß also auch in dieser unmittelbaren Weise die Werte der Kolonien dem Mutterlande zu gute kommen.

Deutschland führt jährlich für mehr als zwei Milliarden Mark Tropenprodukte ein. Auf dieser Zufuhr auswärtiger Rohstoffe beruht zum guten Teil das Blühen unseres Handels und unserer Industrie, sie geben vielen Tausenden von Arbeitern, Kaufleuten und Industriellen Beschäftigung und spielen überhaupt in unserm wirtschaftlichen Leben eine so wichtige Rolle, daß wir ohne sie gar nicht weiter bestehen könnten. Es kann uns deshalb nicht gleichgültig sein, ob wir für den Bezug dieser Produkte auf andere Länder und deren Willigkeit angewiesen sind, oder ob wir uns in den Stand setzen, wenn auch nicht alle, so doch einen bedeutenden Teil dieses Bedarfes aus unsern eigenen Besitzungen zu ziehen und so auch in diesem Stück unabhängig und selbstbestimmend dazustehen. Dies ist kein unerreichbares Ziel, sondern es wird ein natürliches Ergebnis der sich schon jetzt anbahnenden Entwicklung sein. Wir brauchen an die Entwicklungsmöglichkeit unserer Kolonien nicht mehr zu glauben, sondern wir sehen sie vor Augen.

Haben unsere kolonialen Besitzungen diese große nationale Bedeutung, so dürfen sie auch das Interesse aller Volkskreise beanspruchen. Und die Beschäftigung mit kolonialen Dingen ist auch für den nicht unmittelbar Beteiligten in mancher Weise gewinnbringend. Sie lenkt den Blick aus der eigenen Enge hinaus in einen weiten Kreis neuer Aufgaben, sie gibt Verständnis für die Arbeit der ganzen Welt und zeigt, wie die Interessen der Völker es verlangen, füreinander und miteinander zu arbeiten, weil keines das andere entbehren kann, sie lehrt bisher Unverstandenes verstehen und gewährt das beglückende Bewußtsein, daß auch das deutsche Volk in allen seinen Teilen mithelfen soll, die Länder und Völker jenseits der Meere zu entwickeln, sie einzuführen in den Weltverkehr und so ihre Kräfte nutzbar zu machen zum Besten unseres Vaterlandes und der Menschheit.


Herr Professor Dr. Volkens, Direktor der Botanischen Zentralstelle für die Kolonien am Königlichen Botanischen Garten und Museum zu Dahlem bei Berlin, hatte die Freundlichkeit, alle botanischen Angaben des Textes durchzusehen, wodurch dieser manche wertvolle Berichtigung und Ergänzung erhielt. Auch wurde für die Anfertigung der Illustrationen das gesamte in Betracht kommende Material des Botanischen Gartens und Museums bereitwillig zur Verfügung gestellt. Für diese Hilfe und das freundliche Entgegenkommen sei Herrn Professor Volkens auch an dieser Stelle aufrichtig gedankt.

Als Hilfsmittel haben mir folgende Veröffentlichungen gedient:

Semler, H. Die tropische Agrikultur. Zweite Auflage. Wismar 1900.

Fesca, M. Der Pflanzenbau in den Tropen und Subtropen. Berlin 1904.

Engler, A. Die Pflanzenwelt Ostafrikas. Berlin 1895.

Der Tropenpflanzer. Jahrgang 1907 und 1908.

Jahresbericht über die Entwicklung der Schutzgebiete in Afrika und der Südsee im Jahre 1906/7. Berlin 1908.

Statistisches Jahrbuch. Berlin 1908.


[I. Getreide.]

Mais

(Tafel 1).

Der Mais ist eine der am weitesten verbreiteten Getreidearten. Seine Heimat ist das tropische Amerika, er wird aber gegenwärtig in allen Erdteilen angebaut. Der Mais, auch Welschkorn oder türkischer Weizen genannt, gehört zur Familie der Gräser; sein Halm wird bis zu 6 m lang. Aus den Blattwinkeln wachsen je 2-3 kolbenartige weibliche Ähren hervor; die männlichen Ähren, große, pyramidenförmige Rispen, bilden sich an der Spitze des Halmes.

Obwohl ursprünglich eine tropische Pflanze, hat sich der Mais doch auch dem gemäßigten Klima angepaßt. Die großkörnigen Arten kommen allerdings nur in warmen Gegenden vor. — Die Maiskörner dienen in erster Linie als Viehfutter, aber in vielen Ländern bilden sie auch eine wichtige Menschennahrung. Die halbreifen Kolben werden gekocht oder geröstet, und so die Körner gegessen, oder der Mais wird zermahlen und gebacken.

Der weitaus größte Teil des Weltbedarfes an Mais wird in den Vereinigten Staaten von Nordamerika geerntet. Sie erzeugen jährlich etwa 2400 Millionen bushels (ein bushel = 25,4 kg), das sind fast 800/0 der gesamten Welternte.

Bei der hervorragenden Bedeutung, die der Mais für unsere Viehzucht hat, ist es natürlich eine außerordentlich wichtige Frage, ob unsere Kolonien uns wenigstens einen bedeutenden Bruchteil unseres Maisbedarfes liefern können. — In Togo und Ostafrika wird dies Getreide seit langem angebaut und bildet in manchen Gegenden eines der Hauptnahrungsmittel der Eingeborenen. Nach Kamerun, Südwestafrika und den Südseeinseln ist er erst in neurer Zeit gelangt, doch bürgert er sich auch hier schon ein. Die Regierung sucht möglichst solche Spielarten einzuführen, die sich dem Klima und Boden anpassen und sichere Ernten liefern. In der Regel wird Mais jährlich zweimal geerntet. Der Anbau des Maises geschieht nur durch die Eingeborenen, nicht in europäischen Pflanzungsbetrieben. Einen großen Aufschwung hat die Maiskultur in Togo seit Eröffnung des Eisenbahnbetriebes genommen. Als die Eingeborenen sahen, daß sie ihr Korn im Lande zu einem annehmbaren Preise verkaufen konnten, gingen sie mit Eifer daran, größere Mengen für den Absatz an die Europäer anzubauen. Je weiter der Eisenbahnbau vorschreitet, desto erfreulicher wird sich die Ausfuhr heben, und zwar nicht nur in Togo, sondern ebenso in Ostafrika und Kamerun.

Togo führte im Jahre 1905 an Mais aus: 9366000 kg im Werte von 566000 Mk.

1907 war die Ausfuhr auf fast 20 Millionen kg im Werte von 1199000 Mk. gestiegen, also ein großartiger Aufschwung, der fast allein der Eröffnung der Eisenbahn Lome-Palime zu danken ist. Auch Ostafrika führte 1907 für fast 21000 Mk. Mais aus.

Seinen Hauptbedarf an Mais bezieht Deutschland heute aus Nordamerika, nämlich für 50397000 Mk. und aus Argentinien für 22951000 Mk.

Die gesamte Maiseinfuhr Deutschlands im Jahre 1906 hat einen Wert von 112700000 Mk.

Tafel 1.

a) Ganze Pflanze: oben Rispe der Staubblüten, unten Kolben mit Stempelblüten, 1/15 nat. Gr.

b) Reifer Fruchtkolben, 1/4 nat. Gr.

Reis

(Tafel 2).

Der Reis gehört ebenfalls zu den Gräsern. Sein Halm wird etwa einen Meter hoch, die Blätter erreichen eine Länge von 30 cm. Die einzelnen Ähren des Blütenstandes bilden zusammen eine Rispe. Die Heimat des Reises ist wahrscheinlich das tropische Australien und Afrika. Angebaut wurde er dagegen zuerst im südlichen Asien: Indien oder China. In diesen beiden Ländern bildet ja bis heute der Reis eines der wichtigsten Nahrungsmittel.

Für die Kultur unterscheidet man zwei Hauptarten: den Sumpfreis und den Bergreis. Ersterer verlangt stark wasserhaltigen Boden, dagegen trockne, warme Luft; letzterer gedeiht umgekehrt in wasserarmem Erdreich, bedarf aber großer Luftfeuchtigkeit. — In der Reiserzeugung steht Asien obenan, und hier wiederum ist es Indien, das die erste Stelle einnimmt, Dreiviertel der gesamten Welternte an Reis kommen aus Indien. Auch von Java, Hinterindien und Ägypten wird viel Reis ausgeführt.

In Deutsch-Ostafrika, Togo und wahrscheinlich auch im Hinterland von Kamerun ist die Reiskultur den Eingeborenen von altersher bekannt. In Togo gedeiht nur der Bergreis, Ostafrika bietet besonders in seinen Flußniederungen auch dem Sumpfreis günstige Wachstumsbedingungen; so wird hier ein ganz vorzüglicher Reis angebaut, der in seiner Qualität entschieden über dem aus Indien eingeführten steht. Die Eingebornen verstehen sich gut auf die Kultur des Reises, und es ist ganz zweifellos, daß sie den Anbau bedeutend ausdehnen werden, sobald ihnen eine Absatzmöglichkeit geboten wird. Die bisherige kleine Ausfuhr (1907: 141000 Mk.) geht über die englische Uganda-Bahn. Nicht einmal das Küstengebiet kann mit einheimischem Reis versorgt werden, sondern erhält seinen Bedarf aus Indien, das dadurch jährlich riesige Summen aus unserer Kolonie zieht, die mit Vorteil im Lande bleiben könnten. — Durch die jetzt geplanten Bahnbauten werden große Reisgebiete erschlossen, in denen eine fleißige, ackerbautreibende Bevölkerung wohnt; und wir dürfen mit Sicherheit hoffen, daß nach Eröffnung des Bahnbetriebes die Reisproduktion in Deutsch-Ostafrika sich schnell heben wird, so daß sie nicht nur den inländischen Bedarf deckt, sondern auch auf den Weltmarkt gelangen kann.

Auch Togo wird Reis ausführen können, sobald die jetzt im Bau begriffene Bahn nach Atakpame fertig ist.

In Kamerun hat die Regierung an die Eingebornen Reissaat verteilen lassen, um die Kultur dieses Getreides einzuführen. Die Versuche sind durchaus gelungen, und die Eingebornen fangen an, dem Reisbau größere Beachtung zuzuwenden.

Deutschlands gesamte Reiseinfuhr betrug im Jahre 1906: 53300000 Mk.

Deutsch-Ostafrika führte aus 1906 für 127000 Mk.
Deutsch-Ostafrika führte aus 1907 „ 141000 „

Tafel 2.

a) Ganze Pflanze, 1/6 nat. Gr.

b) Rispe mit reifen Körnern, 4/5 nat. Gr.

Sorghum

(Tafel 3).

Das Sorghum ist ein sehr hohes Gras mit starkem Halm, der bis zu sieben Meter Länge erreicht. Der Blütenstand bildet, je nach der Spielart, entweder eine Rispe wie beim Hafer oder er ist kolbenartig, also dem Mais ähnlich. Die Körner sind 4-5 mm lang und 3-5 mm breit. Sie besitzen je nach der Sorte verschiedene Färbung von fast weiß bis rot, dunkelgelb und schwarz.

Das Sorghum liefert für einen großen Teil der Menschheit die tägliche Nahrung. Es ist über weite Teile Asiens und Afrikas verbreitet. Die 300 Millionen Bewohner Indiens und die 360 Millionen Chinas nähren sich vorzugsweise von Sorghumkorn, nicht in erster Linie von Reis, wie man früher annahm. Ebenso findet sich das Sorghum durch fast ganz Afrika in vielen Spielarten. Es dient hier sowohl Menschen als Vieh zur Nahrung. Wegen seiner großen Verbreitung und seines massenhaften Verbrauches in Afrika hat es auch die Namen Negerkorn, Mohrenhirse, Kafferkorn, Guineakorn. Die arabische Bezeichnung ist Durra.

Das Sorghum nimmt mit trockenem, mageren Boden vorlieb und eignet sich deshalb vorzüglicher als irgend eine andere Pflanze zum Anbau in solchen tropischen und halbtropischen Gegenden, wo auf eine kürzere Regenzeit eine langanhaltende Trockenzeit folgt.

Eine Spielart des Sorghum, das sogenannte Zuckersorghum, dient ähnlich wie Zuckerrohr zur Zuckergewinnung und wird zu dem Zweck besonders in Nordamerika kultiviert.

In unsern afrikanischen Tropenkolonien wird das Sorghum überall angebaut und spielt als Brot- und Futterkorn im Haushalt der Eingebornen eine wichtige Rolle. Aus den Körnern wird auch ein Bier gebraut. — Auf den europäischen Markt gelangt das Sorghum nicht oder nur in geringen Mengen. Im Jahre 1907 führte allerdings Deutsch-Ostafrika für 28400 Mk. Sorghum aus, wohl meist in Nachbarländer.

Anmerkung. Von manchen wird das Sorghum den Hirsearten zugezählt. Neuerdings versteht man jedoch unter Hirse nur die kleinkörnigen Getreidearten, von denen übrigens auch verschiedene Sorten in unsern Kolonien angebaut werden, z. B. die sog. Negerhirse (Duchn, Pennisetum spicatum), Eleusine, Panicum und andere.

Tafel 3.


[II. Knollenfrüchte.]

Maniok.

Der Maniok, auch Kassada, Kassava genannt, ist ein Knollengewächs aus der Familie der Wolfsmilchpflanzen (Euphorbiaceen). Die Maniokstaude wird 1-2 m hoch, hat meist mehrfach verästelte, spröde, holzige Stengel, fingerförmig geteilte oder 3lappige Blätter und rispig gestellte, unscheinbare Blüten. Die Wurzelknollen sind denen der Georgine ähnlich, sie stehen in Büscheln beisammen, erreichen eine Länge von 30-40 cm und werden bis 5 kg schwer. Roh enthalten die meisten Sorten einen äußerst giftigen Saft, sind also ungenießbar.

Die Heimat des Maniok ist Südamerika. In Brasilien werden sieben verschiedene Arten angebaut. Von ihrem Stammlande aus hat sich die Pflanze über einen großen Teil des tropischen Asien und auch nach Afrika verbreitet, nach letzterem Erdteil wahrscheinlich durch die Kolonisationstätigkeit der Portugiesen im 16. und 17. Jahrhundert.

Der Maniok ist mit geringem Boden zufrieden, verlangt nur wenige, fast gar keine Pflege und wird deshalb überall in den Tropen gern angebaut. Auch in unsern ost- und westafrikanischen Kolonien ist er stark verbreitet und bildet ein wichtiges Nahrungsmittel.

Seine Verwendung ist eine mannigfaltige: durch Kochen, auch schon durch sorgfältiges Auswaschen, wird der Giftsaft entfernt, und so kann die Knolle in der verschiedensten Zubereitung genossen werden. In einem großen Teil Südamerikas ersetzt sie unsere Kartoffeln. Auch backt man aus ihnen Brot oder Kuchen oder genießt das Mehl in Wasser verrührt. Vor allem liefern aber die Wurzeln eine ausgezeichnete Stärke, die von Amerika und besonders von Hinterasien aus als ein wertvolles Produkt unter dem Namen Tapiokamehl, Manioksago, Brasilianisches Arrowroot auf den Weltmarkt kommt.

Unsere Kolonien produzieren Maniok fast nur für den Eigenbedarf, weil von seiten der Europäer bis jetzt keine Nachfrage nach diesem Artikel besteht. Togo hat immerhin im Jahre 1906 schon 250000 kg im Werte von fast 22000 Mk. ausgeführt.

Jams

(Tafel 4).

Die Jamsarten gehören zur Familie der Dioscoreen. Ihre Heimat ist das südliche Asien, das tropische Afrika und Amerika. Es sind Kletterpflanzen mit krautartigem Stengel, spiralständigen, herzförmigen Blättern und großen, fleischigen Wurzelknollen, die bis 50 kg schwer werden können.

Als Saatgut dienen vielfach kleine Knollen, die nicht unterirdisch, sondern in den Blattwinkeln entwickelt werden. Bald nach dem Keimen wird an die junge Pflanze ein Stock, später eine lange Stange gesteckt, woran der dickbuschige Stengel sich emporrankt. Der Jams verlangt einen guten, humusreichen Boden, mehrmaliges Hacken und Jäten sowie tiefgründiges Lockern des Bodens um die sich bildenden Knollen herum.

Aber trotz dieser Mühen schätzen die Eingebornen besonders in Westafrika den Jams hoch als das beste Nahrungsmittel. Die Knollen sind im Geschmack den Kartoffeln ähnlich und haben auch annähernd den gleichen Nährwert. Sie werden geschält, zerschnitten, gekocht und in Pfeffer getunkt gegessen, oder man stampft sie nach dem Kochen in Holzmörsern und formt sie dann zu Kugeln; so bilden sie den in ganz Westafrika bekannten „Fufu”, der mit Pfeffer- oder Palmölsuppe genossen die delikateste Speise der Neger ausmacht und auch von Europäern gern gegessen wird.

Der Jams kommt, wie Maniok, für unsere Kolonien in erster Linie als Volksnahrung in Betracht; Togo führte zwar 1906 für 7500 Mk. aus, aber im Handel über die Binnengrenze. Trotzdem wird er in der wirtschaftlichen Entwicklung eine bedeutende Stellung einnehmen; im Innenhandel von Togo spielt er schon jetzt eine wichtige Rolle; dies wird nach Eröffnung der neuen Eisenbahn noch mehr der Fall sein; es ist nicht ausgeschlossen, daß in absehbarer Zeit große Landschaften sich ausschließlich auf die Kultur hochwertiger Erzeugnisse wie Baumwolle, Mais, Ölpalmprodukte etc. beschränken und dafür ihren Bedarf an Jams aus dem für Ausfuhrprodukte weniger günstigen Norden beziehen werden.

Tafel 4.

a) Oberer Teil einer Pflanze, 1/4 nat. Gr.

b) Wurzelknollen, 1/4 nat. Gr.

Pfeilwurz.

Pfeilwurz oder Arrowroot nennt man ein Stärkemehl, das aus den Wurzelstöcken verschiedener Pflanzen aus der Familie der Marantaceen gewonnen wird. Die beste Pfeilwurz liefert Maranta arundinacea; sie ist eine bis 3 m hohe Staude mit geradem, schlankem Stengel und langen, oval-lanzettlichen Blättern. Der fleischige Wurzelstock verzweigt sich im Boden, seine einzelnen Glieder, „Finger” genannt, werden 25-45 cm lang.

Die Pfeilwurz wird im tropischen Amerika, in Ostindien, Afrika und Australien kultiviert. Besonders in Südafrika hat sich in neuerer Zeit der Anbau sehr gehoben. Auch Westafrika, wie Liberia, Sierra Leone, Lagos produzieren Arrowroot.

In Deutsch-Ost- und Westafrika wie auch auf den Südseeinseln sind Klima und Boden für die Anpflanzung der Pfeilwurz oder für die weitere Ausdehnung der Kultur geeignet. In Togo und Kamerun gibt es verschiedene wildwachsende Cannaarten, die ebenfalls Arrowroot liefern.

Die Erzeugung und der Verbrauch an Pfeilwurz ist ein bedeutender, die Bermudas-Inseln z. B. führen jährlich etwa 25000 kg aus, St. Vincent 22000 Faß, Natal bis zu 300000 kg, Queensland bis 15000 kg, Tahiti mit Nachbarinseln 25000 kg. Die besten Sorten kosten im Großhandel eine Mark das Kilo.

Anmerkung. Der Name Pfeilwurz ist Übersetzung des englischen Arrowroot, und dies ist dem indianischen Wort araruta „Wurzelmehl” nachgebildet. Der Name „Pfeilwurz” ist also ganz irreführend.

Batate

(Tafel 5).

Eine für die Ernährung der Eingebornen in den Tropen wichtige Pflanze ist die Süßkartoffel oder Batate (Ipomoea batatas). Die Pflanze hat lange, auf dem Boden kriechende Stengel, tief eingeschnittene Blätter und lange, spindelförmige, an den Enden spitze Knollen, die ein in den Tropen und Halbtropen sehr geschätztes Nahrungsmittel liefern. Die Heimat der Batate ist das tropische Amerika, sie wird aber heute auch in Afrika, Asien und auf den Südseeinseln vielfach angebaut.

Tafel 5.

Kawa-Wurzel

(Piper methysticum)

Ist eine in Indien und auf den Südseeinseln vorkommende Pfefferart, aus deren Wurzeln die Eingebornen ein berauschendes Getränk bereiten. Die weichen Wurzelstöcke werden zu Brei zerkaut und dieser mit Wasser übergossen. Die Mischung läßt man gären; sie liefert den Bewohnern mancher Südseeinseln ein begehrtes Getränk. Die Kawa-Wurzel kommt wild vor, wird aber auch von den Eingebornen angebaut. Samoa hat im letzten Jahre nicht nur seinen eigenen Bedarf gedeckt, sondern auch noch 16900 kg im Werte von 25400 Mk. nach den Nachbarinseln ausführen können.


[III. Südfrüchte.]

Dattelpalme.

Die Dattelpalme (Phoenix dactylifera) bildet einen schlanken, bis 20 m hohen Stamm; einzelne Exemplare sollen sogar eine Höhe bis zu 40 m erreichen. Die Krone besteht aus 40-80 Wedelblättern, die bis zu 4 m lang werden. Meist bildet sich in jedem Jahr ein neues Blatt, während ein altes abstirbt; dies fällt nicht ab, wird aber, wenn die Bäume sich in Kultur befinden, von Menschenhand entfernt. Die Blüten der Dattelpalme sind eingeschlechtig, es sind also männliche und weibliche Bäume zu unterscheiden. Die Blütenstände beider Bäume bilden Rispen, jede Rispe enthält beim männlichen Baum etwa 12 000 Blüten, beim weiblichen 100-200 Fruchtansätze.

Die Dattelpalme wird von altersher im nördlichen Afrika und im südwestlichen Asien angebaut; hier ist deshalb wohl ihre Heimat zu suchen. Sie gedeiht überall auf trocknen Gebieten der Subtropen, bringt aber nur in besonders bevorzugten Gebieten schmackhafte Früchte. Die Fortpflanzung geschieht selten durch Samen, in der Regel durch Wurzelschößlinge. Im 6.-8. Jahre blüht der Baum zum erstenmal, aber erst im 20. Jahre liefert er volle Erträge; diese können bis zum 70. oder 80. Jahre andauern; von da an wird der Ertrag geringer und im Alter von 100 Jahren stirbt der Baum ab. Als Durchschnittsernte rechnet man auf einen Baum 50 kg jährlich.

Der Nutzen der Dattelpalme ist ein mannigfaltiger. Die Früchte dienen in den Anbauländern den Eingebornen roh, getrocknet oder gekocht als Hauptnahrung; in Körbe gepreßt oder in Sand gegraben können sie zwei Jahre aufbewahrt werden; selbst in der brennenden Sonnenhitze verderben sie nicht. Deshalb bilden Datteln auf den Karawanenreisen ein unentbehrliches Proviantmittel. Auch nach Europa werden jährlich große Mengen ausgeführt. — Aus den Früchten wird durch Pressen der Dattelhonig gewonnen, der gegoren ein weinartiges Getränk darstellt; ein solches erhält man auch aus dem Stamm durch Anzapfen. Die Herzblätter liefern den wohlschmeckenden Palmkohl; aus den Wedeln fertigt man Gewebe und Taue, die widerstandsfähig gegen Salzwasser sind und deshalb in der Schiffahrt Verwendung finden.

Außer in ihrer Heimat wird die Dattelpalme jetzt auch in Mexiko, Kalifornien, Australien und Südafrika kultiviert. Von unsern Kolonien kommen für ihren Anbau in erster Linie Südwestafrika, Togo und Ostafrika in Betracht; in einigen Gegenden Südwestafrikas kommt sie ganz vorzüglich fort und liefert auch befriedigende Ernten, selbst noch in Höhe bis 1000 m.

Banane

(Tafel 6).

Dieser Pflanze begegnet man unter zwei Namen, Banane und Pisang, die als je besondere Art unterschieden werden, und zwar pflegt man unter Banane die kleinfrüchtige, roh genossene und unter Pisang die gröbere, großfrüchtige Sorte zu verstehen. Diese Unterscheidung ist botanisch unrichtig. Beide Pflanzen sind nur Spielarten derselben Gattung Musa sapientum.

Die Banane ist eine bis 6 m hohe Staude mit weichem, aus den Blattscheiden gebildetem Stamm, der auf der Spitze eine palmenartige Blattkrone trägt. Die prächtigen, großen Blätter werden bis 4 m lang und 1/3-1/2 m breit. Die Blüten sitzen an einem langen, meist hängenden Kolben.

Die Bananenstaude bringt nur ein Fruchtbüschel hervor, das aber mit seinen Früchten 30-50 kg schwer wird und 60-100 Einzelfrüchte enthält. Nachdem die Frucht gereift ist, stirbt die Pflanze ab. Die Banane pflanzt sich nur durch Stecklinge fort. Die Samenbildung ist durch die langjährige künstliche Kultur, bei der alles Gewicht nur auf die möglichst reiche Entwicklung des Fruchtfleisches gelegt wird, ganz unterdrückt worden.

Die Heimat der Banane ist die asiatische Inselwelt; sie wird aber wegen ihrer vorzüglichen Früchte jetzt fast im gesamten Tropengebiet angebaut. In manchen Gegenden Afrikas nährt sich die Bevölkerung beinahe ausschließlich von Bananen; auch in Mittel- und Südamerika wie auf den Südseeinseln bilden sie ein wichtiges Nahrungsmittel. Bis in die neueste Zeit war die Banane in Europa wenig bekannt, weil es wegen der geringen Haltbarkeit der reifen Früchte nicht gelingen wollte, sie in ansehnlichem Zustande auf den europäischen Markt zu bringen. Infolge der verbesserten Transportverhältnisse ist dieser Übelstand fast ganz gehoben, und die Bananenausfuhr ist bedeutend gestiegen. Allein die Vereinigten Staaten von Nordamerika führen jährlich für fast 20 Millionen Mark Bananen ein.

Die Früchte werden roh, geröstet oder gekocht genossen. Die unreifen Bananen liefern ein Mehl, aus dem man Bananenbrot backt. Aus einer der Banane verwandten Art, der Musa textilis, gewinnt man eine ausgezeichnete Faser, die als Manilahanf in den Handel kommt; sie wird besonders von den Philippinen in großen Mengen ausgeführt.

Unsere sämtlichen Kolonien mit Ausnahme von Südwestafrika und Kiautschou erzeugen Bananen in bedeutenden Mengen, und die Kultur dieser Pflanze kann noch weiter ausgedehnt werden, zumal sie wenig Arbeit erfordert und den Eingebornen seit langem bekannt ist. Die Ausfuhr nach Europa ist wegen der weiten Entfernung natürlich schwierig, doch dürfte die Gewinnung von Bananenmehl in größerem Maßstabe aussichtsreich sein. Manilahanf wird schon, wenn auch noch in kleineren Mengen, aus unseren Kolonien nach Europa verschifft.

Weitere Südfrüchte, die in unsern Kolonien gedeihen und für die Zukunft vielleicht größere Bedeutung erlangen werden, sind u. a. Ananas, Apfelsinen, Limonen, Zitronen.

Tafel 6.

a) Baum mit Fruchtstand, 1/60 nat. Gr.

b) Einzelne Frucht, 1/4 nat. Gr.

c) Abgeschälte Frucht, 1/4 nat. Gr.


[IV. Genußmittel und Gewürze.]

Kakao

(Tafel 7).

Der Kakaobaum, zur Gattung Theobroma gehörig, ist eine im tropischen Amerika heimische Pflanze. Er wird 6-10, selten bis 15 m hoch. Der Baum treibt das ganze Jahr hindurch Blüten und Früchte, die aus dem Stamm und den älteren Zweigen unmittelbar hervorsprießen. Die Früchte haben die Form einer Gurke, sind aber nicht ganz so groß; jede Frucht enthält etwa 30-60 Samen, die Kakaobohnen.

Der Kakaobaum ist in seinem Gedeihen auf den engeren Tropengürtel beschränkt. Er verlangt starke, gleichmäßige Wärme, fruchtbaren, tiefgründigen Boden und reichliche Feuchtigkeit. Seine Kultur erfordert sorgfältige Pflege: Beschattung des jungen Baumes, Reinhaltung des Bodens, Abschneiden des überflüssigen Holzes, Düngung etc. Etwa vom 3. Jahr an treibt der Baum Blüten, doch soll man diese ausbrechen, weil durch ein zu frühes Fruchttragen der Baum geschwächt würde. Erst vom 6.-8. Jahr an kann man ernten, im 10.-12. Jahr treten die vollen Erträge ein, die bis zum 30.-40. Jahr andauern. — Für die Erzeugung von Kakao kommen hauptsächlich Amerika und Asien mit den Inseln, neuerdings auch Afrika in immer steigendem Maße in Betracht.

Die reifen Früchte werden gepflückt, die Bohnen herausgenommen und in Schuppen oder Gruben zum Gären ausgeschüttet. Die Gärung hat den Zweck, das anhaftende Fruchtfleisch zu zerstören und die in den Bohnen enthaltenen Bitterstoffe zu entfernen. Darauf werden die Bohnen gewaschen und zum Dörren ausgebreitet. Sind sie gehörig getrocknet, so gelangen sie zur Verschiffung. In großen Mühlen werden schließlich die Kakaobohnen gemahlen und dienen dann zur Herstellung des allbekannten Getränkes. Ein Teil wird zur Schokoladenbereitung verwendet. Die Bohnen liefern ferner ein Fett, die Kakaobutter, die in der Medizin vielfache Anwendung findet.

Von unsern Kolonien kommen hauptsächlich Kamerun, die Südseeinseln und Togo für die Kakaokultur in Betracht. Der Anbau geschieht meistens durch europäisch geleitete Pflanzungsbetriebe, doch bauen z. B. in Togo auch die Eingebornen selbständig Kakao an, noch bedeutender ist die Kakaokultur der Neger auf der Goldküste, von wo sie nach Togo gekommen ist; dort erzeugte sie 1906 einen Wert von 6000000 Mk., und nach einer mäßigen Berechnung glaubt man in den nächsten Jahren das 3-5 fache dieser Summe zu erreichen.

Deutschland verbrauchte im Jahre 1906 an Kakaobohnen für 41000000 Mk.

Die Ausfuhr unserer Kolonien betrug

1906:Kamerun1167000Mk.1907:2704000Mk.
Samoa101000116000
Togo2200051000

Zusammen1290000Mk.1907:2871000Mk.

Tafel 7.

a) Teil eines Baumes, 1/8 nat. Gr.

b) Frucht, geöffnet, um die Samen, die „Kakaobohnen” zu zeigen, 1/5 nat. Gr.

c) Geröstete Kakaobohne, 4/5 nat. Gr.

Kaffee

(Tafel 8).

Die Heimat des Kaffeebaumes ist Afrika. Angebaut werden fast ausschließlich zwei Arten, der sogenannte arabische, der aber aus Abessinien stammt und der Liberia-Kaffee aus Westafrika. Der liberianische Kaffeebaum ist derber und größer als der arabische, letzterer liefert dagegen die feineren, besser bezahlten Bohnen. Der erstere wird bis zu 15 m, letzterer höchstens 5-6 m hoch. Der liberianische blüht fast das ganze Jahr hindurch, der arabische hat jährlich nur eine Blütenperiode, die sich allerdings durch drei Monate hinzieht. Der arabische Kaffee ist besser für höhere, der liberianische besser für tiefere Lagen geeignet.

Die Frucht des Kaffeebaumes hat die Form einer Kirsche, unreif ist sie grün gefärbt, später rot. Jede Beere enthält zwei Bohnen. Sind die Früchte reif, so werden sie gepflückt, die Bohnen herausgeschält, getrocknet und dann in den Handel gebracht.

Das Hauptanbaugebiet für Kaffee liegt in den Tropen. Der Baum verlangt guten Boden, eine gleichmäßige Wärme und Feuchtigkeit. Eine direkte Sonnenbestrahlung ist ihm in tieferen Lagen schädlich, deshalb läßt man bei Anlage von Kaffeekulturen in gewissen Abständen die Urwaldbäume stehen, oder wo solche nicht vorhanden sind, pflanzt man eigene Schattenbäume an. Auch weiterhin verlangt der Baum sorgfältige Pflege. Im dritten oder vierten Jahr ihres Alters beginnen die Bäume zu tragen, den Vollertrag liefern sie vom 6.-8. Jahr an. Im Alter von 18-20 Jahren pflegt der Ernteertrag zurückzugehen; dann müssen die Bäume durch Neuanpflanzung ersetzt werden. Der Baum liefert im Durchschnitt jährlich 1 1/2 - 2 kg Kaffee.

Die größten Kaffeepflanzungen haben Süd- und Mittelamerika, Westindien und die Sundainseln, unter denen besonders Java hervorragt. Den großen Hauptanteil an der Welternte liefert Brasilien, dessen Ausfuhr jährlich fast 390 Millionen Mark erreicht, ihm folgen Venezuela mit 48 Mill. und Niederländisch Ostindien mit 45 Mill. Mark.

Unsere Kolonien bringen noch keine großen Ernten auf den Markt, da die Kulturen teilweise noch zu jung sind. Besonders die Landschaft Usambara in Ostafrika und die Südseeinseln bieten Aussicht, in Zukunft einen bedeutenderen Teil unseres Kaffeebedarfes zu decken. In Ostafrika führen auch die Eingebornen des Seengebiets selbst angebauten Kaffee aus, und zwar beträgt diese Ausfuhr ein Drittel der ganzen Kaffeeernte des Landes. Auch in Kamerun (z. B. in Ossidinge) sind neuerdings größere Anpflanzungen von Liberia-Kaffee gemacht worden.

Deutschlands gesamte Einfuhr an Kaffee betrug 1906 170000000 Mk. Die Ausfuhr aus Ostafrika erreichte 1906 einen Wert von 423000 Mk., 1907 540000 Mk.

Tafel 8.

a) Zweig mit Blüten, 2/5 nat. Gr.

b) Zweig mit Früchten, 2/5 nat. Gr.

c) Frucht, halb vom Fruchtfleisch befreit, um die „Bohnen” zu zeigen, 4/5 nat. Gr.

Tee

(Tafel 9).

Es gibt zwei verschiedene Arten der Teepflanze, von denen die eine stattliche Bäume bildet, die andere strauchartig ist. Der Assam-Tee ist ein Baum, der eine Höhe bis zu 15 m erreicht. Die Blätter der Teepflanzen sind meist lederartig glänzend und dunkelgrün, die Blüte ist weiß. Die Früchte bilden eine Kapsel mit drei Fächern, deren jedes einen runden Samen enthält.

Die Heimat des Tees ist das südöstliche Asien, hier, in China und Japan, wird er auch seit den ältesten Zeiten angebaut. Er gedeiht in subtropischem und tropischem Klima. Die Tropenhitze bringt allerdings die Blätter zu größerer Entwicklung, läßt sie aber nicht die gleiche Güte erreichen wie im subtropischen Gebiet. Ausgezeichnet kommt dagegen die Teepflanze fort in tropischen Bergländern, die genügende Luft- und Bodenfeuchtigkeit gewähren.

Die Fortpflanzung geschieht durch Samen. Im Alter von 3-5 Jahren fangen die Sträucher an, Erträge zu liefern. Vollernten erhält man etwa vom 10. Jahr ab. Bei manchen Arten nimmt der Vollertrag schon vom 15. Jahr an wieder ab, andere liefern aber bis zum Alter von 30-40 Jahren und noch länger gute Erträge. In Japan soll es Teesträucher geben, die über 300 Jahre alt sind.

Zur Teebereitung dienen nur die Blätter. Diese können mit Ausnahme des Winters oder der Trockenzeit fast das ganze Jahr hindurch gepflückt werden. Je jünger und zarter die geernteten Blätter sind, desto besseren Tee liefern sie. Auf einen Hektar Teepflanzung rechnet man durchschnittlich eine Ernte von 3000 kg Teeblättern jährlich, auf den besten Pflanzungen erntet man sogar bis 10000 kg. — Die gepflückten Blätter läßt man zunächst in Schuppen welken; darauf werden sie, früher allgemein mit der Hand, neuerdings auch in Maschinen, gerollt. Von den gerollten Blättern formt man Bälle, die man in Kasten legt und durch die Sonnenhitze gären läßt. Dadurch erhalten sie den bekannten aromatischen Geruch. Nach dem Gären müssen alle Blätter noch einmal gerollt werden, und dann läßt man sie in der Sonne oder auch in Öfen trocknen. Nach dem Trocknen ist der Tee zur Verpackung und zum Versand fertig.

Die größten Teepflanzungen finden sich in Ceylon, China, Japan, Hinter- und Vorderindien und den Sundainseln. Auch in Deutsch-Ostafrika und in Kamerun sind kleine Anbauversuche gemacht worden.

Deutschlands jährlicher Bedarf an Tee beträgt etwa 4000 Tonnen im Werte von fast 8 Millionen Mark.

Tafel 9.

Kolanuß

(Tafel 10).

Die Kolanuß stammt von dem zur Familie der Sterculiaceen gehörenden Kolabaume, dessen Heimat das tropische Westafrika ist. Der Baum wird 10-18 m hoch. Die rispenförmig stehenden Blüten entspringen wie beim Kakao oft unmittelbar aus dem Stamm oder aus älteren Zweigen. Aus den weiblichen Blüten bilden sich die aus 4-6 Kapseln bestehenden Früchte, die um den Fruchtstiel sternförmig angeordnet sind. Jede Kapsel enthält bis zu sechs Samen oder Nüsse. Diese erreichen fast die Größe einer Kastanie; ihre Farbe ist gelbbraun oder rötlich.

Der Kolabaum kommt in Westafrika wild vor, wird aber auch seit langem von den Eingebornen angebaut und hochgeschätzt wegen seiner Früchte, die als bestes Mittel gegen Hunger, Durst und Müdigkeit gekaut werden. Auf ihren langen, oft Monate dauernden Handelsreisen durch unbewohnte Gebiete würden die Eingebornen ohne die Kolanuß, deren Genuß für lange Zeit das Gefühl von Hunger und Durst unterdrückt und vor Ermüdung schützt, nicht auskommen.

Diese ihre erfrischenden Eigenschaften verdankt die Kolanuß vor allem ihrem hohen Gehalt an Coffeïn und Theobromin, der sogar stärker ist als beim Kaffee; aber auch wirkliche Nährstoffe wie Stärke, Zucker, Eiweiß besitzt die Kolanuß in beträchtlichem Maße.

Als Kaffee-Ersatz eignet sich Kola trotz seines hohen Coffeïn-Gehaltes nicht, da beim Rösten die Hälfte des Coffeïn verloren geht. Hauptsächlich findet es Verwendung in der Heilkunde zur Herstellung von Kola-Pillen, Pastillen, Tinkturen, Extrakten, Kola-Wein und Kola-Likören. Als Zusatz zum Kakao wird es in der Schokoladefabrikation benutzt. Auch wird seine Einführung in die Armee versucht als Stärkungsmittel bei anstrengenden Märschen und Gefechten.

Den größten Kolahandel betreibt das Hinterland der Goldküste, vor allem die Landschaft Gondja. Von hier aus geht die Kolanuß in alle Länder des Sudan, kommt jedoch selten oder gar nicht nach Europa. — Durch Negersklaven ist der Kolabaum auch nach Amerika verpflanzt worden. Dort wird er jetzt, besonders auf den Antillen, vielfach und mit gutem Erfolge angebaut. Der Baum liefert vom 8.-10. Jahre an volle Erträge, das ist etwa 4000 Nüsse jährlich; auf dieser Höhe hält er sich bis zum 50. Jahre. Westindische Pflanzer sind der Ansicht, daß, wenn der Preis der Kolanuß nur die Hälfte des Kaffeepreises erreiche, die Kolapflanzung die einträglichere sei.

In Deutsch-Togo und Kamerun wird der Kolabaum von den Eingebornen kultiviert, der größere Teil der Ernte bleibt aber im Lande oder geht über die Binnengrenze. Seit einigen Jahren haben auch Europäer in unsern Kolonien Kola-Pflanzungen angelegt, und es ist wahrscheinlich, daß die Ausfuhr der Kolanuß, die im Jahre 1907 in Kamerun schon einen Wert von 21000 Mk. darstellte, in der Zukunft bedeutend steigen wird.

Tafel 10.

a) Zweig mit Blüten, 1/3 nat. Gr.

b) Zweig mit jungen Früchten, 1/4 nat. Gr.

c) Reife Frucht, 1/4 nat. Gr.

d) Same, 1/3 nat. Gr.

Vanille

(Tafel 11).

Die Vanille ist eine Kletterpflanze aus der Familie der Orchideen; ihre Heimat ist das tropische Amerika. Die Pflanze rankt an Bäumen empor und bildet an diesen Wurzeln, die sie der Rinde des Baumes anlegt. Der Stamm ist 2-3 cm dick, die Blätter sind lang, dunkelgrün und fleischig. Die großen, traubenförmig gestellten Blüten sind gelblichrot und wohlriechend. Die Befruchtung der Vanilleblüten geschieht in Amerika durch ein Insekt, in anderen Erdgebieten, wo dieses Insekt fehlt, muß sie künstlich herbeigeführt werden: Man überträgt den Blütenstaub auf die weibliche Blüte mit Hilfe eines spitzen Hölzchens. Aus den weiblichen Blüten entstehen 20-30 cm lange, zylindrische Schotenfrüchte, die mit einer großen Zahl überaus kleiner, schwarzer Samenkörner gefüllt sind. Die Fruchtschoten werden gepflückt und getrocknet und bilden dann das bekannte Gewürz Vanille.

Der Vanillestrauch gedeiht fast nur in tropischen Gebieten mit möglichst gleichmäßiger Wärme. Sein Anbau erfordert große Sorgfalt und viele Arbeit. — Als Ertrag rechnet man gewöhnlich 100-200 kg marktfähiger Ware auf den Hektar. Am ältesten und auch heute noch bedeutend ist die Vanillekultur in Mexiko; doch ist die Hauptbezugsquelle jetzt die Insel Réunion, auf der die Pflanze erst in neuerer Zeit eingeführt ist und ausgezeichnete Erträge bringt. Die Ausfuhr beträgt hier jährlich 100000 kg, in Mexiko etwa 60000 kg. Das Kilogramm hat im Großhandel einen Wert von 8-10 Mk.

In Deutsch-Ostafrika, Kamerun, Togo und Samoa sind ebenfalls Anbauversuche gemacht, die besonders für Ostafrika aussichtsreich erscheinen. Obgleich hier die Kulturen noch ganz in den Anfängen sind, lieferte das Jahr 1906 doch schon eine Ernte von 196 kg im Werte von 4500 Mk.

Tafel 11.

a) Zweig mit Blüten, 1/4 nat. Gr.

b) Schotenförmige Frucht, 1/3 nat. Gr.

Zimt

(Tafel 12).

Die Heimat des Zimtbaumes ist Ceylon (Cinnamomum ceylanicum). Der Baum wird bis 10 m hoch; die Äste sind knotig und stehen fast wagerecht, die Rinde graubraun, innen gelblichrot. Fast alle Teile des Baumes sind dem Menschen nützlich: Aus den Wurzeln kann Kampfer gewonnen werden, das Holz wird in der Tischlerei verwendet, die Blätter und Blüten liefern ein Parfüm, die Wurzelschößlinge Spazierstöcke; das wichtigste ist aber die Rinde: sie gibt uns das bekannte Gewürz. Zur Gewinnung der Rinde werden die Bäume im Alter von 3-4 Jahren etwa 10-15 cm über dem Boden abgeschnitten; die Rinde wird dann vom Stamm geschält, getrocknet, zubereitet und in alle Welt verschickt. Die abgeschnittenen Baumstümpfe treiben neue Schößlinge, die in 1 1/2 bis 2 Jahren wieder geschnitten werden können. So bleibt der Baum eine Reihe von Jahren hindurch tragfähig.

Die größten Zimtkulturen hat Ceylon. Von hier wird fast der gesamte Zimtbedarf der Erde gedeckt. Die Ausfuhr Ceylons betrug 1896 über drei Millionen Pfund.

In Deutsch-Ostafrika und Kamerun hat man Anbauversuche mit Zimtbäumen gemacht. Diese gedeihen gut, haben aber bis jetzt keine nennenswerten Erträge gebracht.

Tafel 12.

a) Zweig, 1/5 nat. Gr.

b) Zweigstück mit abgeschälter Rinde, 4/5 nat. Gr.

c) „Zimtstange”, d. i. getrocknete Rinde, 4/5 nat. Gr.

Zuckerrohr

(Tafel 13).

Das Zuckerrohr ist ein 3-6 m hohes Gras mit starken, knotigen Halmen, die 3-5 cm Durchmesser haben. Die Blüte bildet eine Rispe; in kultiviertem Zustande kommt die Pflanze selten zur Blüte; das Bemühen des Pflanzers geht dahin, das Blühen und Samentragen überhaupt zu unterdrücken, damit die übrigen Teile der Pflanze sich um so kräftiger entwickeln können. Die Fortpflanzung geschieht durch Stecklinge, die aus dem Halm geschnitten werden.

Das Zuckerrohr gedeiht am besten in feuchtwarmem Klima; sehr geeignet sind für den Anbau Inseln und Küstenstrecken. Es kommt in tropischem und subtropischem, zum Teil sogar noch in gemäßigtem Klima fort.

Zur Zuckerbereitung dienen nur die Halme; diese schneidet man, wenn das Rohr reif ist, am Grunde ab; die Blätter werden ebenfalls entfernt und darauf die Stengel in Bündel gebunden und in die Fabrik gefahren, wo sie auf großen Mühlen zermahlen und der Saft ausgepreßt wird. Dieser Saft wird nun auf das sorgfältigste gereinigt, gekocht und zuletzt kristallisiert.

Die größten Zuckerrohr-Pflanzungen sind in Amerika (Nord, Mittel und Süd) und Westindien, ferner im südlichen Asien, den Sundainseln, Australien, Ägypten und Mauritius. — In unsern afrikanischen Kolonien wird Zuckerrohr ganz allgemein von den Eingebornen zum eignen Gebrauch angebaut. In Ostafrika, besonders am unteren Pangani, hat diese Kultur schon früher unter dem Einfluß der Araber eine größere Ausdehnung angenommen; es gab dort eine ganze Anzahl kleinerer Zuckerfabriken. In den letzten Jahren ist die Fabrikation und damit auch der Anbau zurückgegangen, weil die Araber den Verlust der unbezahlten Sklavenarbeit nicht verschmerzen können und sie zur Anstellung freier Arbeiter weder Energie noch Kapital besitzen. Es ist aber denkbar, daß die Zuckerindustrie hier einen neuen Aufschwung nimmt, wenn sie in europäische Hände gelangt. Im Jahre 1906 führte Ostafrika Rohrzucker aus im Werte von 70000 Mk., 1907 38000 Mk., 1903 dagegen noch für 200000 Mk.

Die Gesamteinfuhr Deutschlands an Rohrzucker ist schwer festzustellen, da in den Statistiken Rohr- und Rübenzucker nicht getrennt werden. Die Weltproduktion an Rohrzucker beträgt jährl. an 3400000 Tonnen (à 1000 kg), davon erzeugt Amerika 2100000, Asien 762000, Afrika 334000 Tonnen.

Tafel 13.

a) Blütenlose Kulturform, 1/25 nat. Gr.

b) Blühende Pflanze, 1/35 nat. Gr.

Pfeffer

(Tafel 14).

Es gibt 10-12 verschiedene Gewürzpflanzen, die alle den gemeinsamen Namen Pfeffer tragen. Die meisten derselben sind Sträucher, teils freistehend, teils kletternd. Die in Europa am meisten zur Verwendung kommenden Arten sind der weiße und der schwarze Pfeffer, beide das Produkt derselben Pflanze (Piper nigrum), ersterer geschält, letzterer ungeschält; diese beiden werden auch „gewöhnlicher Pfeffer” genannt — und der rote Pfeffer (spanischer Pfeffer, Cayennepfeffer, Capsicum). Der gewöhnliche Pfeffer wird hauptsächlich in Indien und auf den Sundainseln angebaut. Diese Länder bringen jährlich über 30 Millionen Kilo Pfeffer auf den Weltmarkt.

Der rote Pfeffer ist auch in den deutsch-afrikanischen Kolonien überall anzutreffen und wird von den Eingebornen, die gern stark gepfefferte Speisen essen, fleißig gebaut. Man ist von seiten der Europäer der planmäßigen Kultur in größerem Umfange noch nicht näher getreten; diese dürfte aber lohnend sein, da der Pfefferstrauch leicht fortkommt und fast keine Pflege verlangt. In Sansibar hat sich seit länger als 30 Jahren eine Ausfuhr in diesem Artikel entwickelt. Auch von Sierra Leone in Westafrika werden jährlich gegen 10000 Pfund Pfeffer verschifft.

Neben dem roten Pfeffer kommen in unsern afrikanischen Kolonien noch der Malagettapfeffer (Paradieskörner, Guineakörner), der Aschantipfeffer und Xylopia aethiopica, ein Baumpfeffer, vor, die alle für den auswärtigen Handel noch Bedeutung erlangen können. — In neuerer Zeit versucht man auch den indischen Pfeffer auf den Karolineninseln anzubauen.

Deutschland verbraucht jährlich für fast 7 Millionen Mark Pfeffer.

Tafel 14.

Ingwer

(Tafel 15).

Ingwer wird gewonnen aus den Wurzelstöcken einer Pflanze der Gattung Zingiber, deren Heimat Ostindien ist. Von den Indiern wird die Pflanze auch seit unvordenklichen Zeiten kultiviert.

Der knotige Wurzelstock wird etwa daumendick und ist in frischem Zustande fleischig. Die Stengel erreichen eine Höhe von 1-2 m; sie sind schilfartig und mit zwei Reihen langer, gerader Blätter besetzt. Die Blüten sind klein, weiß mit roten Streifen.

Der Ingwer gedeiht in den Tropen; hohe Sonnenwärme, starke Luftfeuchtigkeit und ein lockerer Boden sagen ihm am besten zu. Die Fortpflanzung geschieht wie bei der Kartoffel durch den Wurzelstock, der zu diesem Zweck in kleine Stücke zerschnitten wird; jedes Stück, das mit Augen versehen sein muß, liefert eine neue Pflanze. Diese braucht 9-10 Monate, bis sie ausgewachsen ist. Dann werden die Wurzelknollen ausgegraben oder -gepflügt, gereinigt und auf mannigfache Art verwendet. Die Wurzeln sämtlicher Ingwerarten dienen als Arznei und Gewürz und bilden in steigendem Maße einen Ausfuhrartikel nach Europa. Der gezuckerte Ingwer, eine bekannte Delikatesse, wird aus den noch weichen, halbreifen Knollen gewonnen. Diese werden, nachdem sie gereinigt sind, ganz weich gekocht, 2-3 Tage in kaltes, frisches Wasser gelegt und darauf mit kochendem Sirup zweimal nacheinander übergossen. Sind die Stücke gehörig getrocknet, so werden sie verpackt und gelangen in den Handel.

Noch viel größer ist aber der Verbrauch an Ingwer in den Erzeugungsländern; er steht dort als Gewürz im Range meist dem Pfeffer gleich. In Südasien gilt der Ingwer für so unentbehrlich wie das tägliche Brot, da man dort glaubt, die inneren Organe des menschlichen Körpers könnten ihre Tätigkeit nicht ausüben, ohne täglich durch den Genuß von Ingwer gestärkt zu werden.

Das Hauptproduktionsland für Ingwer ist Britisch-Indien, das jährlich über 10 Millionen Pfund ausführt (Wert etwa 2500000 Rupien). Von Indien hat sich aber die Kultur fast auf alle Tropengebiete ausgedehnt. So brachte Jamaica 1897 1234000 Pfd. im Wert von 660000 Mk. hervor. Auch im tropischen Afrika wird Ingwer vielfach von den Eingebornen angebaut und gedeiht vorzüglich. Nicht selten trifft man ihn verwildert an. Sierra Leone führte in den achtziger Jahren noch 1500000 Pfund aus; in den letzten Jahren ist die Ausfuhr hier gesunken. England, das den Ingwer in erster Linie zur Herstellung des Ingwerbieres verwendet, führt jährlich mehr als 100000 Zentner Ingwer ein im Werte von etwa 3500000 Mk., Hamburg etwa 633000 kg.

Man darf hofften, daß auch in unsern deutschen afrikanischen Kolonien die Ingwerkultur bald in größerem Maßstabe aufgenommen wird, da sie gute Aussichten bietet. In Ostafrika ist durch Versuche festgestellt worden, daß sie durchaus befriedigende Qualitäten liefert.

Tafel 15.

a) Ganze Pflanze, 1/4 nat. Gr.

b) Wurzelstock, 4/5 nat. Gr.

Tabak

(Tafel 16).

Es gibt etwa fünfzig verschiedene Arten der zur Familie der Solanaceen gehörigen Tabakpflanze. Die meisten von ihnen sind in Amerika heimisch. Für den Anbau des Tabaks kommen aber eigentlich nur zwei Arten in Betracht: der rötlich blühende echte oder gemeine Tabak (Nicotiana tabacum), auch amerikanischer Tabak genannt, und der gelblich blühende Bauerntabak (Nicotiana rustica), auch syrischer Tabak geheißen, weil er in diesem Lande am besten gedeiht und sehr viel angebaut wird. Aus diesen beiden Arten haben sich aber wieder durch Verschiedenheit von Klima und Boden eine ganze Reihe von Spielarten herausgebildet.

In Amerika und Europa wird fast nur der gemeine oder echte Tabak angebaut. Dies ist eine einjährige Pflanze mit geradem Stengel, der bis 2 m lang wird. Die lanzettlichen Blätter sind oben dunkel-, unten hellgrün; am Fuße des Stengels werden sie bis 50 cm lang und 10-15 cm breit, nach oben hin verkleinern sie sich. Jede Pflanze hat etwa 10-20 Blätter. Die Blüten sind trichterförmig und stehen in Rispen.

Der Tabak gedeiht in der tropischen und auch in den wärmeren Teilen der gemäßigten Zone. Er bedarf einer möglichst gleichmäßigen Luftfeuchtigkeit; starke Regenfälle schaden der Entwicklung der Blätter; ebenso ist ihm stehendes Wasser sehr nachteilig. Der Boden muß deshalb leicht durchlässig sein. Die Fortpflanzung geschieht durch Samen, die in Beete gesät und deren Pflänzlinge später aufs Feld verpflanzt werden. Der Anbau des Tabaks erfordert große Sorgfalt und Pflege. Das Wertvolle der Tabakpflanze sind ihre Blätter; auf deren günstige Entwicklung muß deshalb alle Mühe verwendet werden. Die reifen Blätter oder die ganzen Pflanzen werden abgeschnitten, in Bündel gebunden und getrocknet, entweder an der freien Luft oder durch Feuerwärme in Trockenhäusern. Dann werden die Blätter vom Stengel abgebrochen und dabei zugleich nach ihrer Qualität sortiert. Die sortierten Blätter werden wieder je zu kleinen Bündeln vereinigt und so zum Gären in geschlossenen Räumen zu größeren Haufen aufeinander geschichtet. Nachdem darauf die Bündel wieder gelüftet und abgetrocknet sind, sind sie fertig zum Verpacken in Fässer und zum Versand. Für Deutschland ist Bremen ein Haupthandelsort für Tabak. In Bremen und Umgegend gibt es die größten Tabak- und Zigarrenfabriken Europas.

Der Verbrauch von Tabak und dementsprechend auch sein Anbau ist ein ganz bedeutender. Mitte der achtziger Jahre betrug die Gesamterzeugung an Tabak auf der ganzen Erde 542000000 kg, davon entfallen auf die Vereinigten Staaten von Nordamerika 222 Millionen, auf Britisch-Ostindien 170 Millionen kg (Deutschland 40 Millionen kg). Deutschland führte 1906 für 102 Millionen Mk. unbearbeiteter Tabakblätter ein. Auf den Kopf der Bevölkerung kommen bei uns jährlich fast 2 kg Tabak.

In den deutschen Kolonien wird Tabak vielfach von den Eingebornen angebaut, allerdings nicht einmal soviel, daß er ihren eigenen Bedarf deckt. Aber auch die Europäer haben seine Kultur in größerem Maßstabe in die Hand zu nehmen versucht. Aus Ostafrika wurden 1906 28800 kg im Werte von 27500 Mk. (1907 für 60000 Mk.) nach Sansibar ausgeführt, die aber zumeist von Eingebornen für Eingeborne erzeugt wurden. In Kamerun werden gegenwärtig Kulturversuche mit Havana-Tabak gemacht. Auf Neu-Guinea gab es Tabakpflanzungen größeren Umfangs; da aber die Arbeiterverhältnisse ungünstige waren, sind sie zum größten Teil wieder eingegangen. Die Ausfuhr ist bis jetzt gering. So verschiffte Samoa 1906 683 kg im Werte von 2049 Mk. (1907 für 3000 Mk.), die Westkarolinen 90 kg (290 Mk.), 1907 1500 kg (3000 Mk.), die Marianen 616 kg (903 Mk.); zusammen aus den deutschen Kolonien 30189 kg im Werte von 30742 Mk. (1907: 67000 Mk.).

Tafel 16.


[V. Ölfrüchte.]

Ölpalme

(Tafel 17).

Die Ölpalme (Elaeis guineensis) ist ein für weite Strecken Westafrikas charakteristischer Baum. Sie wird 10-20 m hoch und hat eine schöne, breite Krone aus Fiederblättern. Die Blätter oder Wedel, deren 20-25 an einem Baum sitzen, erreichen eine Länge von 4-6 m, die einzelnen Fieder sind bis 1 m lang. Die absterbenden Wedel fallen vom Baum ab, lassen aber eine Narbe zurück. Jeder Baum trägt männliche und weibliche Blütenkolben. Der Fruchtstand sieht einer riesigen Traube nicht unähnlich, er wird bis 50 kg schwer und enthält 1500-2000 rote oder rotbraune Früchte, die in ihrem Innern einen harten Kern in Gestalt einer Haselnuß bergen. Die Palmfrucht besteht aus dem äußeren faserigen Fruchtfleisch, der Kern entspricht dem unserer Pflaumen. — Im 6. bis 8. Jahre seines Alters beginnt der Baum zu tragen, etwa mit dem 10. Jahre erreicht er seine volle Tragkraft, die bis zum 40.-50. Jahre anhält.

Sind die Palmnüsse reif, so wird der ganze Fruchtstand abgehauen, die einzelnen Früchte werden ausgebrochen und deren äußeres Fleisch wird getrennt. Dies geschieht, indem sie in Wasser gekocht oder durch Liegen in der Sonne erweicht und darauf in Mörsern gestampft werden. Hierbei löst sich das Fleisch von dem Kern und zugleich tritt das Öl, das in dem Fruchtfleisch enthalten ist, heraus. Dies Öl (Palmöl) wird teils von den Eingebornen im Haushalt verwendet, teils an die europäischen Faktoreien verkauft. Aber auch die übrig bleibenden Kerne enthalten ein Öl (Palmkernöl), das sogar noch wertvoller ist als das des Fleisches. Dies wird von den Eingebornen auf sehr primitive Weise durch Aufklopfen der Kerne und Auspressen des Samens gewonnen; der weitaus größte Teil der Kerne gelangt aber in den europäischen Handel. Die Ölgewinnung aus diesen geschieht dann in Europa mittels eigens dazu konstruierter Maschinen. Neuerdings bewirkt man mancherorts auch das Abschälen des Fruchtfleisches durch Maschinen, die in Afrika an den Produktionsmittelpunkten aufgestellt werden.

Der Verbrauch an Palmöl in der heimischen Industrie ist ein ganz bedeutender. Es wird hauptsächlich verwendet zur Seifen- und Kerzenbereitung und zur Herstellung von Kunstbutter.

Die Abfälle bei der Ölbereitung, Palmkuchen genannt, geben ein ausgezeichnetes Viehfutter. In ihren Heimatländern bildet die Ölpalme für die Eingebornen eine der wichtigsten Pflanzen. Das Öl dient ihnen als Speise (Palmölsuppe), zur Beleuchtung, zum Einreiben des Körpers, als Arznei, aus dem Stamm gewinnen sie Palmwein, die Blattrippen liefern Material für den Hausbau, zur Bedachung, zur Herstellung von Türen und Fenstern, aus den Blättern werden Körbe geflochten.

Die Heimat der Ölpalme ist das tropische Westafrika. Ihre Verbreitung erstreckt sich von Senegambien bis an die Nordgrenze Deutsch-Südwestafrikas. Man findet sie außerdem, wenn auch nicht in so großen Beständen, im inneren Sudan und in Ostafrika. In Westafrika bildet sie mancherorts weit sich erstreckende Wälder. Eigentlich angebaut wird sie selten; in der Regel beschränken sich die Eingebornen darauf, vor Beginn der Regenzeit die überflüssigen Wedel mit dem Buschmesser zu entfernen und die ganze Krone durch Ausbrennen von Ungeziefer etc. zu reinigen. Doch werden in Gegenden, wo die Palme nicht so häufig ist oder wo sie sich stark zu verringern droht, von den Eingebornen Saatbeete angelegt und die jungen Pflänzlinge im beschatteten Buschwalde ausgepflanzt.

Tafel 17.

a) Jüngere Palme, 1/50 nat. Gr.

b) Fruchtstand mit reifen Früchten, 1/13 nat. Gr.

c) Reife Frucht, 4/5 nat. Gr.

d) Der noch von der Steinschicht, die oben zwei Keimlöcher zeigt, umgebene Kern, 4/5 nat. Gr.

Unsere Kolonien Togo und Kamerun besitzen in ihren ausgedehnten Ölpalmwaldungen einen großen Reichtum. Die ganze Ölgewinnung ist bis jetzt ausschließlich ein Produkt der Eingebornenarbeit; die Tätigkeit des Europäers beschränkt sich darauf, das Öl und die Kerne den Negern abzukaufen. Da aber, wie schon erwähnt, zur Gewinnung des Palmweines wenigstens in großen Teilen Westafrikas die Palmen gefällt werden, droht in absehbarer Zeit eine erhebliche Verringerung der Bestände. Um dem zu begegnen, will die Regierung den Baum jetzt an geeigneten Stellen anpflanzen. Zur Hebung der Ausfuhr dieses wertvollen Artikels ist noch wichtiger der Bau von Eisenbahnen, da aus Mangel an Beförderungsmitteln große Mengen Kerne im Innern der Kolonien zugrunde gehen. Deutschland führte an Produkten der Ölpalme ein im Jahre 1906:

Palmölfür3765000 Mk.
Palmkernöl 103000
Palmkerne34301000

Zusammen 38169000 Mk.

(Davon wurden wieder ausgeführt nach anderen europäischen Ländern und Nordamerika an Palmkernöl für 11 Millionen Mk.).

Die Ausfuhr unserer Kolonien betrug 1906 aus