1. Kultur der Arzneipflanzen.

Die Pharmakoërgasie (von φάρμακον und ἐργασία = Kultur) oder Arzneipflanzenkultur ist kein neuer Zweig der Pharmakognosie, sondern sehr alt. Wir müssen hier zunächst die zum Zwecke wissenschaftlichen Studiums unternommene, also gewissermaßen theoretisch-wissenschaftliche Kultur von Arzneipflanzen ausscheiden. Diese wird weiter unten besprochen (im Kapitel Pharmakobotanik). Hier interessiert uns nur der Anbau zwecks Gewinnung von Drogen, also der gewissermaßen praktisch-geschäftliche Drogenanbau. Ganz scharf läßt sich beides allerdings nicht auseinanderhalten, wenigstens nicht in alter Zeit, wo es z. B. vielfach vorkam, daß ein Arzt für seinen Privatbedarf Arzneipflanzen zog und sie dabei natürlich auch studierte.

Der griechischen Sage nach war Iberien und Colchis die Heimat der Heilpflanzen und es hatte bereits HEKATE (φαρμακίς, s. S. 3) in Phasis einen von hohen Mauern umschlossenen, von Artemis bewachten Heilpflanzengarten, in dem Asphodelos, Adiantos, Mandragora, Dictamnos, Megon, Smilax, Panakes, Stoechas, Eurycimon, Aconiton und andere Heilkräuter gezogen wurden.

Der Versuch, Pflanzen außerhalb ihrer Heimat zu kultivieren, ist uralt. Jahrtausende vor unserer Zeitrechnung schon legte die Königin HATSCHEPSUT ein Treibhaus für Heilpflanzen an und ließ lebende Weihrauchpflanzen mit den Wurzelballen nach Ägypten bringen, um sie dort zu kultivieren.

Uralt ist die Kultur des Lein. Linum usitatissimum ist eins der allerältesten Kulturgewächse des Orients, z. B. Ägyptens (IV. Jahrtausend v. Chr.), wie Linum angustifolium (die Urform des Lein) des Nordens. Letzteres wurde z. B., wie Pfahlbaufunde zeigen, in der jüngeren Steinzeit in der Schweiz gebaut. Ricinus wurde im alten Ägypten angebaut, wie Gräberfunde von Samen schon aus der Zeit der XII. Dynastie zeigen. Uralt ist die Kultur der Indigopflanze in Indien und Ägypten. Indigo läßt sich bereits an Mumien aus dem Jahre 1580 v. Chr. nachweisen. Sehr alt sind auch die Mohnkulturen, denn schon in den Pfahlbauten (c. 2000 v. Chr.) finden sich Mohnsamen. Auch eine Mohnkultur zwecks Opiumgewinnung scheint in den Ländern südlich vom Schwarzen Meer ziemlich frühzeitig geblüht zu haben. Die griechische Stadt Sicyon heißt bei HESIOD Mekone, «Mohnstadt». Daß Pfefferminze oder wenigstens eine nahe verwandte Menthaart im alten Ägypten kultiviert wurde, ist durch einen Grabfund aus der Zeit zwischen 1200 bis 600 v. Chr. und durch Inschriften bezeugt. Noch älter sind die Zeugnisse für das Vorhandensein einer Corianderkultur daselbst, sowie der Kultur der Feige (XII. Dynastie).

Die Kultur der Dattel schildert bereits THEOPHRAST. Vielleicht bestand auch bei den Israeliten so etwas wie eine Heilpflanzenkultur oder doch -pflege, da wiederholt in der Bibel von Würzbergen, Weihrauchhügeln, Myrrhenbergen die Rede ist S(CHELENZ). Daß bei Jericho zur Zeit des Herodes «Balsamgärten» bestanden, ist erwiesen.

PLINIUS gibt zahlreiche Kulturvorschriften. Das ganze 17. Kap. z. B. handelt von angepflanzten Bäumen und das 19. Kap. von der Kultur der Gartengewächse. Er gibt auch an, wann einige derselben zuerst nach Italien gebracht wurden.

Bei Beginn unserer Zeitrechnung muß in Ägypten eine ziemlich umfangreiche Arzneipflanzenkultur bestanden haben, denn oft wird bei Drogen (z. B. Anis) eine ägyptische Sorte erwähnt.

Auch Kulturen der Mastix-Pistacie bestanden schon im frühen Altertum.

Die Mandel (nuces oder avellanae graecae) wurde im Altertum besonders in Griechenland kultiviert. Der Weinstock wurde durch die Phönizier zuerst nach den Inseln des Archipelagus und von dort durch eine Kolonie von Phokiern nach Marseille gebracht. Nach den ersten griechischen Feldzügen dehnte sich der Weinbau über ganz Süditalien aus und schon im V. Jahrh. v. Chr. war Italien das Hauptweinland. Citrus medica, die schon THEOPHRAST beschreibt, wurde im I. Jahrh. n. Chr. in Italien akklimatisiert, Pomeranze und Zitrone kamen aber erst zur Zeit der Kreuzzüge nach Italien. (Der Apfel des Paris, die Äpfel der Hesperiden waren Quitten.) Die Kultur der Orangen (Hesperides), der ersten und lange Zeit einzigen Gewächshauspflanze, besang JOVIANUS PONTANUS in dem Werke Hesperidum libri II, Flor. 1514. Dieser Kultur gedenkt auch MONARDES (1565).

Der Anbau der Feige in Italien scheint in die Zeiten der griechischen Kolonisation zurückzureichen. Der erste Anbau der Feige in Griechenland fällt in die späthomerische Zeit (HEHN). Die Mandel ist wohl zur Zeit CATOS eingeführt worden. Den Anbau des Ölbaums lernten die Römer von den Griechen zur Zeit der TARQUINIER kennen. Der Granatbaum war in Italien seit CATOS Zeiten allgemein verbreitet. Aber erst die Araber brachten das Zuckerrohr, die Mannaesche (?) und die Baumwollstaude nach Sizilien (WENRICH).

Im Altertum war Kreta ein bekanntes und zeitweise berühmtes Zentrum der Arzneipflanzenkultur, gegen dessen Arzneipflanzenmonopol in späterer Zeit vielfach angekämpft wurde mit der Begründung, daß auch außerhalb Kretas sicher ebensogute Arzneipflanzen gezogen werden können (s. [Geschichte]).

Von den Rhizotomen und wohl auch den Pharmakopolen der Griechen dürfen wir annehmen, daß sie einige der Pflanzen, die sie den Ärzten lieferten, anbauten. Daß dies bei den Römern geschah, ist sicher. Das ersehen wir schon aus den Werken der römischen Schriftsteller über Landwirtschaft, CATO, VARRO, VERGIL, COLUMELLA, PALLADIUS u. a., von denen im historischen Teile die Rede sein wird. Bei PALLADIUS z. B. wird bereits die Kultur von Anis, Coriander, Cydonia, Malve, Serpyllum, Inula, Foeniculum direkt erwähnt. Während sich zur Zeit des TARQUINIUS (571 v. Chr.) noch kein Ölbaum in Italien befand, scheint Marseille schon um 600 v. Chr. solche besessen zu haben, die wohl von den Phöniziern dahin gebracht wurden. Unter APPIUS CLAUDIUS waren aber die Ölbaumkulturen in Italien schon so zahlreich, daß 249 v. Chr. 12 Pfund Öl nur 8 Pfennige kosteten und unter POMPEJUS schon Öl exportiert werden konnte. Die Gewinnung des Olivenöls schildert PLINIUS ausführlich.

Und auch im Orient stoßen wir schon in sehr früher Zeit auf Anfänge einer Heilpflanzenkultur. Die Crocuskultur z. B. läßt sich in Persien bis ins X. Jahrh. verfolgen (EDRISI und ISTACHRI). Der Kalender des HARIB berichtet von Arzneipflanzenkulturen in Spanien im X. Jahrh. Es wurde dort Melisse, Majoran, Reis, Crocus, Zuckerrohr, Mohn, Senf gebaut, und HARIB gibt an, wann diese zu pflanzen oder zu säen und wann sie zu ernten sind.

Sehr alt ist jedenfalls auch die Tabakkultur in Südamerika, die sich schon vor der Entdeckung Amerikas auch nach Nordamerika bis nach Canada hin verbreitet hatte. Das alte Mexiko besaß nicht nur die berühmten königlichen Gärten von Hoaxtepec (bei Mexiko), über die schon CORTÉS 1522 an Kaiser Karl V. berichtete und in denen z. B. der Perubalsambaum (Huitziloxitl) gezogen wurde, sondern auch zahlreiche andere, vorwiegend der Arzneipflanzenkultur dienende botanische Gärten. FERNANDEZ berichtet (1514–1523) von Cacaogärten in Mexiko.

Den Garten der Königin ULTROGOTHO in Paris (um 560) kennen wir aus FORTUNATUS Gedichten.

Die Teekultur in China — die Teepflanze stammt aus Assam — ist alt. Sie scheint bis ins IV. Jahrh. zurückzureichen (?), doch erst im IX. Jahrh. größeren Umfang angenommen zu haben. In Japan begann umfangreichere Teekultur erst im XV. Jahrh.

Jedenfalls uralt ist die Kultur der Hennah (Lawsonia alba), die schon in sehr früher Zeit sich von Persien über Indien und Nordafrika verbreitete. Sehr alt sind wohl auch die Kulturen der als Zuspeise benutzten Angelica in Island und Norwegen.

Der Anbau des Krapp, der ebenfalls schon im Altertum kultiviert wurde, wurde von KARL DEM GROSSEN empfohlen, verbreitete sich aber in Frankreich erst einige Jahrhunderte später, erlosch dann und war im XVI. Jahrh. fast nur auf Holland beschränkt. Im XVIII. Jahrh. blühte der Krappbau in Frankreich und wurde von dort aus auch nach dem Elsaß übertragen. In Böhmen und Schlesien blühte er seit dem XIV. Jahrh. Den größten Aufschwung nahm der Krappbau im XIX. Jahrh. durch die Einführung der roten Hosen beim französischen Militär. Jetzt ist er durch die Entdeckung der künstlichen Darstellung des Alizarins bis auf kleine Reste vernichtet.

«Der große Wohlstand, der in den letzten Jahrhunderten des Mittelalters in Deutschland herrschte, wurde nicht zum geringsten durch den Anbau von Farbpflanzen bedingt» (LAUTERBACH). Es wurden in erster Linie Waid (Isatis tinctoria), dann Krapp (Rubia tinctorum), seltener Wau (Reseda luteola), Scharte (Serratula tinctoria) und Färbe-Ginster (Genista tinctoria), aber auch Safran und Saflor für Färbezwecke gebaut, und Deutschland versorgte besonders mit den zuerst genannten auch das Ausland.

Waid, die wichtigste Färbepflanze des Mittelalters, muß aber schon von den Briten und Galliern um Christi Geburt gebaut worden sein, von den Slaven wohl schon vor ihrer Unterwerfung unter die Deutschen. Doch datiert die älteste deutsche Urkunde über größere Waidkulturen erst aus dem Jahre 1236. Am Ende des XIII. Jahrh. bestand ein umfangreicher Waidbau besonders in Thüringen, dann bei Magdeburg, in Sachsen, Braunschweig, Schlesien, am Niederrhein, bei Nürnberg und in Österreich. Die Dörfer, die Waid bauten, mußten ein bestimmtes Waidgeld entrichten. Die Erfurter «Waidaristokratie» war so reich, daß sie 1392 die Mittel für Gründung und später auch für Erhaltung der ehedem berühmten Universität Erfurt aufbringen konnte, die also gewissermaßen aus den Erträgnissen der Waidkultur errichtet wurde. Die Einführung des Indigo, die selbst durch die strengsten Gegenverordnungen aus dem XVI. und XVII. Jahrh. nicht aufgehalten werden konnte, führte zum Untergange der einst so ertragreichen Waidanpflanzungen.

Außer Waid wurde Krapp in Deutschland seit den ältesten Zeiten gebaut und seine Kultur, die besonders im XIV. Jahrh. blühte, hielt sich am längsten. Die Kultur des Wau scheint dagegen keinen größeren Umfang erlangt zu haben.

Der Hanf ist sehr wahrscheinlich noch vor der Auswanderung der Angelsachsen nach Nord-Europa gelangt. Die Hopfenkultur wurde aber erst im Laufe des Mittelalters in Nord-Europa eingeführt (HOOPS).

Berühmt und eine der größten Sehenswürdigkeiten des Orients war im Mittelalter der künstlich angelegte, durch den heiligen Quell aufs beste bewässerte und sorgfältig bewachte Balsamgarten von Matarea, eine Stunde von Kairo, am Rande der Wüste, in dem die besten Balsamsträucher der Erde (eine Varietät von Balsamodendron gileadense Kunth) gezogen wurden, die den Sultanen von Ägypten den kostbaren «Balsam» (Meccabalsam) lieferten ([Fig. 8]).

Fig. 8.
Der Balsamgarten von Matarea mit der Bethalle und (links) dem Bewässerungswerk. Rechts die Gewinnung des Balsams. Aus Pomet, Hist. gen. des drogues 1694. Verkleinert.

Im Mittelalter, währenddessen sich ja fast das ganze geistige Leben in die Klöster zurückgezogen hatte, waren in Europa die Klostergärten (auf die ich im historischen Teile noch zu sprechen komme) Hort und Hüter, und da die Klöster untereinander in Verbindung standen, auch Verbreiter der Arzneipflanzenkultur. Daß diese auch außerhalb derselben blühte, ist wohl das Verdienst des Capitulare de villis et cortis imperialibus KARLS DES GROSSEN, dessen Pflanzen noch heute in den Bauerngärten Frankreichs, Deutschlands, Österreichs und der Schweiz den Stamm der dort kultivierten Gewächse bilden. Im Mittelalter waren auch sog. (schon in Pompeji bekannte) Viridarien, die den Bedarf einer Stadt oder einer Apotheke an Drogen zu decken hatten, häufig und noch im XV. Jahrh. gehörten sie zu einer wohleingerichteten Apotheke in Italien und Deutschland. Zweifellos ist der zur Westgotenzeit auf dem Monte Casino gestiftete Benediktinerorden als gemeinsame Quelle der altdeutschen Gartenkultur und damit auch der der volkstümlichen Heilkräuter anzusehen. Er war es, der die Heilpflanzenkultur im Mittelalter über die Alpen brachte und in den Klostergärten heimisch machte. Sie ist also ein Erbteil der Römer, die man als die eigentlichen Schöpfer des Gartenbaues überhaupt betrachten muß (s. d. historischen Teil). In dem um 1240 geschriebenen Werke De vegetabilibus libri VII gedenkt der Benediktiner ALBERTUS MAGNUS in dem Kapitel de plantatione viridariorum auch der Arzneipflanzenkultur.

Daß Crocus und Melisse im X. Jahrh. in Spanien, Isatis tinctoria schon 1290 um Erfurt, und Süßholz (ursprünglich auf Befehl der Kaiserin Kunigunde, «culturam liquiritiae saeculi primum XI initio in agro Bambergensi instituit S. Cuningundis imperatrix» sagt WALAFRIDUS STRABO) im XV. Jahrh. bei Bamberg gebaut wurde, ist sicher. Aber noch früher, wohl schon im XIV. Jahrh., wurde Süßholz in Italien kultiviert (CRESCENTI) und auch die spanischen Kulturen sind sicher sehr alt. Im XV. Jahrh. brachten es die Benediktiner nach Bamberg, und schon zu CORDUS Zeiten hatte die Kultur dort großen Umfang angenommen. Auch in WALTER RYFF Reformierte deutsche Apotheke, Straßburg 1573, finden sich einige Angaben über Arzneipflanzenkulturen, z. B. von Süßholz bei Bamberg. Arzneipflanzenkulturen bestanden im XVI. Jahrh. in Deutschland vielfach. So berichtet BOCK über solche des Coriander (er nennt ihn fälschlich Anis) bei Metz und Trier, solche des Anis bei Straßburg und Speier, solche der Mandel in der Pfalz. Auch Melisse wurde damals viel kultiviert. SEBITZ scheint 1591 den Kalmus bei Straßburg verbreitet zu haben. (SEBITZIUS, de alimentorum facultatibus lib. V. Argent. 1650). JOHANN BAUHIN (Histor. plant. II 1650) verpflanzte den Kalmus aus süddeutschen Gärten nach Montbéliard. Eingeführt und durch Mitteleuropa verbreitet wurde der Kalmus um 1564 durch CLUSIUS, dem um die Arzneipflanzenkultur viel verdienten pater pharmacognosiae. Amygdalus wurde in Straßburg, Breslau und Torgau angebaut, Angelica bei Stettin, im Harz, in Sachsen und in Steiermark. Auch Cardobenedicten wurde vielfach gebaut. Kümmel, der sicher aus Kulturen stammte, traf ANGUILLARA als Großhandelsartikel auf der Rialtobrücke. Römische Kamille ward bei Stolberg, Torgau, Basel, Straßburg gebaut. R. CYSAT kultivierte in seinem Garten in Luzern Kirschlorbeer.

Auch über Kulturen von Angelica bei Freiburg besitzen wir Nachrichten aus der ersten Hälfte des XVI. Jahrh. Sie sind längst eingegangen. Anis und Fenchel wurde schon im XII. Jahrh. in Castilien und Icon gebaut, Iris im XIII. Jahrh. in der Umgegend von Florenz. Letzteres berichtet CRESCENTI, in dessen landwirtschaftlichem Werke Opus ruralium commodorum aus dem Jahre 1305 wir überhaupt viele Angaben über Arznei- und Nutzpflanzenkulturen finden. In Meddygon Myddfai (XIII. Jahrh., s. [Geschichte]) findet sich die Angabe, daß jeder Arzt für seinen Gebrauch Aconit anbauen solle.

Ein Zentrum der Arzneipflanzenkultur in Italien war in früherer Zeit Aquila in der Provinz Abruzzo ulteriore secondo, dem Vestinerland, wo man z. B. Crocus («Safran vom Adler») viel kultivierte, der auch in England (zwischen Saffron Walden und Cambridge), in der Schweiz (Wallis, Basel), in Deutschland (Altenburg, Landau, Worms), in Niederösterreich (Meissau, Ravelsbach, Krems, Melk, Hürm, Loosdorf, Tullnerfelde), in Ungarn (Neutra und Premsin), in Frankreich (Agen, Narbonne) ehedem gebaut wurde. Die Aufführung zahlreicher Sorten Safran in PAXIS Tariffa (1540) deutet auf eine ausgebreitete Crocuskultur in Italien im XVI. Jahrh. In Italien wurde Cassia obovata im XVI. Jahrh. bei Florenz gebaut. Sie hieß «toskanische Senna» und wurde auch in Südfrankreich und Spanien kultiviert. Cassia acutifolia hatte ANGUILLARA 1561 in seinem Garten. Indigopflanzungen befanden sich gar schon 1239 bei Palermo in Sizilien. Alle diese Kulturen sind jetzt eingegangen.

Im XV. Jahrh. scheint Indigo auch in Spanien gewonnen worden zu sein (HÄBLER). Das Zuckerrohr kam im XII. Jahrh. aus Indien zuerst in das Mittelmeergebiet (Malta oder Melite — Saccharum meliteum —, Candia — S. candum —, Sizilien), dann (Anfang des XV. Jahrh.) auf die Azoren und Canaren — Canarizucker — und bereits im XVI. oder Ende des XV. Jahrh. nach Südamerika und Westindien, wo es sich rasch akklimatisierte. Über die Einführung der Kultur des Zuckerrohres nach Frankreich im XVI. Jahrh. berichtet FOURNIER (Bull. de Géogr. histor. 1903).

Fig. 9.
Kräutergarten und Destillierherd. Holzschnitt (um 1530) vom Meister des Trostspiegels.

CONRAD GESNER berichtet in seinen Horti germanici über Arzneipflanzenkulturen Mitte des XVI. Jahrh. bei sich selbst in Zürich, durch den Arzt OCCO, in Straßburg durch den Arzt MASSARIUS, in Freiburg im Garten der Mönche, in Rom von SCIPIO im Garten von St. Apostoli, dann in Florenz in den Gärten der Herzöge, in San Gervasio (Venedig) durch den Venezianer PETRUS MICHAELIS und durch den Kaufmann JOAN. SCHMIDLAPPIUS in Schorndorf (Württemberg), und teilt die Liste der von diesen dreien kultivierten Pflanzen mit. PETRUS MICHAELIS in Vico S. Gervasio in Venedig kultivierte über 70 Arzneipflanzen, darunter: Sementina ex Oriente, Canella seu Cinnamomum, Eugenia caryophyllata, Aristolochia, Asphodelus, Carus, Daucus creticus, «Ficus Aegyptica», Faenum graecum, «Hyoscyamus aegypticus», Hyssopus, Nardus montana vera, Mandragora, Smilax lenis ex Creta, Rhaponticum, «Panaces Chironium», Spina cervina, Verbascum viscosum ex Creta u. a. In den Gärten der Herzöge von Florenz fanden sich: Myrtus laurea, Laurocerasus, Solanum somniferum verum, Thapsia, Ferula, Smilax laevis vera und einige andere. In SCHMIDLAPPS Garten waren 114 Arzneipflanzen, darunter: Absinthium rom., Alcea hortens., Calendula, Caryophyllus turcicus, Centaurium majus, Coriandrum venetum, Digitalis Fuchsii major, Elleborus alb. und nig., Gentiana, Hyoscyamus alb., Iris sylvatica, Malva crispa, Melilotus italicus, Melissa major, Papaver crispum, Piper indicum, Pyrethrum odoratum, Solanum indicum u. a. Wie wir durch BOCK und FUCHS wissen, wurde zur selben Zeit der nordafrikanische Anacyclus Pyrethrum in deutschen und (nach DODONAEUS) auch in holländischen Gärten gezogen. RAUWOLF erwähnt (1583) einen Garten von Simplicien des Apothekers SEBASTIAN VOLMAR, Hortulanus des Herzogs von Württemberg in Eßlingen.

Sehr frühzeitig sind amerikanische Drogen, Nahrungs- und Genußmittel nach Europa und Asien übergeführt worden, so früh, daß man für einige, wie z. B. den Mais, die Ananas, Capsicum und Guajac früher sogar asiatischen Ursprung annahm oder sie als an beiden Orten heimisch betrachtete.

Ananas muß schon 1599 in Java kultiviert worden sein, und um die gleiche Zeit Mais in China. Und auch in Europa wurden frühzeitig amerikanische Pflanzen angebaut, so z. B. im Hortus Eystettensis schon Mitte des XVI. Jahrh. Capsicum, Helianthus, Nicotiana, Lycopersicum, Canna, Aloe.

Den Tolubalsambaum zog der Direktor des Chelseagartens bei London, PH. MILLER, aus Samen, die er 1736 aus Cartagena erhalten.

Die ersten Samen der Nicotiana Tabacum brachte der Franziskaner ANDRÉ THEVET 1558 nach Europa. JAQUES GOHORY kultivierte Nicotiana Tabacum bereits 1572 in Paris.

Wie aus den Küchenausgaben des Piaristen-Konvents in Szeged vom Jahre 1750 hervorgeht, wurde aber erst zu dieser Zeit Paprika in Ungarn in Klostergärten gebaut (nicht schon 1585!). In ungarischen Wörterbüchern findet er sich schon 1604. Die Ungarn erhielten den Paprika von den Südslaven (Bulgaren), wo er «Piperka» genannt wird, diese von den Griechen (AUGUSTIN).

Sassafrasbäume wurden schon 1597 und 1633 (JOHNSON) in England kultiviert.

Berühmt war seinerzeit der Garten von JOHN GERARDE (1545–1607). Er war Wundarzt in London und besaß einen botanischen Garten, über dessen reiche Schätze er einen Catalogus arborum, fruticum ac plantarum tam indigenarum quam exoticarum in horto Gerardi nascentium (London 1596, II. Edit. 1599) herausgab. Aus diesem und seinem reich illustrierten Werke: The herball or generall historie of plantes (London 1597) erfahren wir viel über damals neu eingeführte oder bekannte, in England kultivierte Pflanzen und Drogen. So z. B. über Sarsaparille (Ende des XVI. Jahrh. reichlich eingeführt), über Cocculus indicus (schon 1597 in England bekannt), Arnica (Calendula alpina), Cochlearia Armoracia, Herb. Scopariae, in Italien kultivierte Senna, Rosa canina, Capsicum longum (Ginnie Pepper, vor 1597 gut bekannt), Mentha viridis (Mentha romana vel sarracenica, Common Garden Mint), M. Pulegium, Ricinus commun., Aschantipfeffer, Orchisknollen, Veratrum album, Tub. colchici (Mede Saffron). Vor 1597 wurden in England kultiviert: Kirschlorbeer, Datura Stramonium, Thymus vulgar., Sassafras officin., Hopfen, Iris germ. und florentin.

PETER COUDENBERG, ein belgischer Apotheker, «le père de la Pharmacie belge», wie ihn BROECKX nennt, kultivierte um die Mitte des XVI. Jahrh. Guajacum in seinem Garten. Am besten werden wir über das, was um Amsterdam im XVII. Jahrh. kultiviert wurde, orientiert durch das von FREDERIC. RUYSCHIUS und FRANCISC. KIGGELARIUS herausgegebene posthume Werk des JOH. COMMELINUS, Horti medici Amstelodamensis Rariorum tam orientalis quam occidentalis, aliarumque peregrinarum plantarum descript. et. icones., Amsterd. 1697.

Aus dem XVI. Jahrh. sei noch erwähnt: GIAMBATTISTA PORTAS Villae libr. XII, domus, sylva caedua, sylva glandaria, cultus et insitio, pomarium, olivetum, vinea, arbustum, hortus coronarius, hortus olitorius, seges, pratum. Frankf. 1592, ein wichtiges Werk über Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau und Verwandtes, in dem alle erdenklichen Nutz- und Heilpflanzen und deren Kultur erwähnt werden, z. B. die Korkeiche, die Stockrose (Alcea rosea) u. a. m.

Fig. 10.
Afjun Karahissar. Eines der Zentren der kleinasiatischen Opiumgewinnung. [Aus Tchihatcheff, Asie mineure.]


GRÖSSERES BILD

Campherbäume wurden 1724 in Leipzig, 1757 in Dresden kultiviert. Berühmt ist der riesige alte Campherbaum auf der Isola bella. Auch sonst trifft man Campherbäume allenthalben in Italien, meist in sehr alten Exemplaren.

Im XVII. Jahrh. erhielt PROSPER ALPIN in Baden von Bulgarien durch den Arzt F. GRASSUS in Ragusa Rheum Rhaponticum und kultivierte es. Auf diese Kulturen ist wahrscheinlich der Rhaponticbau in Westeuropa zurückzuführen (HARTWICH).

Im XVII. Jahrh. gab es in Rußland zahlreiche «Apothekengärten», in denen Heilpflanzen für die Apotheke kultiviert wurden (LACHTIN).

Im XVII. und XVIII. Jahrh. bestanden durch die Jesuiten angelegte, jetzt eingegangene Kulturen der Matepflanze in Südamerika.

In neuerer Zeit sind durch den 1907 gestorbenen Deutschen FR. NEUMANN in Paraguay Yerba-Matekulturen angelegt worden, ebenso in Argentinien durch MARTIN & CO. Bei dem Raubbau, dem die Ilexwälder unterworfen sind und ihrer weiten Entfernung von bewohnten Gegenden, dürften diese eine große Zukunft haben.

Vanille wird in Mexiko seit der Mitte des XVIII. Jahrh. kultiviert.

Fig. 11.
Ansicht von Grasse, dem Zentrum der französischen Industrie ätherischer Öle, links ein alter Olivenbaum.
[Roure Bertrand fils phot.]

Anleitungen zur Kultur einzelner Arzneipflanzen finden sich in beschränkter Zahl schon bei den Alten. Die erste ausführliche Anleitung gab aber erst PIERRE BELON in seinen Remonstrances sur le défaut du labour et culture des plantes, et de la connoissance d’icelles, contenant la manière d’affranchir les arbres sauvages, Paris 1558 (von CLUSIUS ins Lateinische übersetzt und den Exotica angehängt, s. [Geschichte]). BELON, der den Orient kannte, kultivierte selbst einige Heilpflanzen.

Für die Akklimatisation außereuropäischer Heilpflanzen und ihre weitere Verbreitung wirkten natürlich die botanischen Gärten außerordentlich nützlich. Gar oft gelangten Samen oder junge Pflanzen aus der ursprünglichen Heimat zunächst in einen botanischen Garten Europas und wurden von diesem dann weiter verbreitet. Eignete sich die Pflanze zur Kultur in Europa, so wurde sie hier angebaut, war es ein tropisches Gewächs, so wurde sie in eine der Kolonien des Landes gesandt, dem der Garten gehörte. So bildeten lange Zeit die holländischen botanischen Gärten die Vermittelung zwischen Amerika und Niederländisch-Indien. Für die portugiesischen Besitzungen war der botanische Garten in Coimbra wichtig. Und jetzt versorgt der Pariser und Marseiller Garten die französischen, der Garten in Kew die englischen, der Garten in Berlin die deutschen Kolonien.

Fig. 12.
Kina-Etablissement und Chinaplantage in Riung-Gunung (Java) am Rande des Urwaldes.
[Aus Verslag der Gouvernements Kina-Onderneming Java.]

Die Kataloge der botanischen Gärten (Verzeichnis in PRITZEL, Thesaurus) enthalten daher manche Angaben über Akklimatisationsversuche. So erfahren wir, um nur ein Beispiel anzuführen, aus einem solchen, daß Kirschlorbeer schon 1654 in Königsberg kultiviert wurde.

Berühmt ist ja die Rolle, die die botanischen Gärten Hollands, besonders die von Lüttich und Leiden, in der Geschichte der Akklimatisation der Cinchonen und der Vanille in Java gespielt haben. In dem Garten in Lüttich hat MORREN 1836 die künstliche Befruchtung der Vanille erfolgreich ausgeführt. Durch diese Versuche wurde die Überführung der Vanille in ein Land, dem die die Befruchtung vermittelnden Insekten fehlen, erst möglich. (Vgl. auch das Kap. [Pharmakosystematik].)

Tausende von WARDschen Kisten mit lebenden Pflanzen (— WARD publizierte sein Verfahren 1842 —) gehen jetzt alljährlich von den botanischen Gärten Europas in die Kolonien, und Tausende von Samensendungen der tropischen botanischen Gärten, besonders des Buitenzorger Gartens bewirken die Verteilung tropischer Gewächse innerhalb der Tropenzone. Die botanischen Gärten sind die wichtigsten Vermittler der Kultur von Heil- und Nutzpflanzen geworden. In zahlreichen tropischen Gärten, wie im Kultur-Tuin in Buitenzorg, in Peradenija (Ceylon), in Trinidad, in Amani (Ostafrika) u. a. werden fortdauernd Kulturversuche mit den verschiedensten Arzneipflanzen (Coca, Kola, Calumba, Ipecacuanha, Cardamomen, Jalape, Cinnamomum, Myroxylon u. a.) gemacht. Die «Reports» berichten regelmäßig über die Erfolge. Denn die größte Aufgabe, vor die die Pharmakoërgasie gestellt wurde und fortdauernd noch wird, ist ja die Akklimatisation wertvoller Heil- und Nutzpflanzen außerhalb ihrer Heimat.

Fig. 13.
Blick auf den Tankubanprahu (Mitteljava) und die ihn bedeckenden Chinakulturen von Lembang aus. Rechts Reisfelder.
[Tschirch phot.]

Das klassische Beispiel bilden die Cinchonen, die durch MARKHAM und SPRUCE in den sechziger Jahren des XIX. Jahrh. aus Amerika nach Vorderindien, und schon 1854 durch HASSKARL nach Java gebracht worden waren und an beiden Orten sich vortrefflich akklimatisierten — dank der Einsicht und Energie der leitenden Beamten und der eigenartigen Verbindung botanischer Kenntnisse, gärtnerischer Geschicklichkeit und der Sorgfalt chemischer Kontrolle.

«Überblicken wir das ganze Bild der Einführung der Kultur der Chinabäume, so sehen wir, daß sie nicht das Werk eines Mannes, ja auch nicht einmal eines Landes ist, sondern daß gar viele anregend, fordernd, selbst mit angreifend, dabei beteiligt waren. Schon CONDAMINE hatte 1744 junge Cinchonenpflänzchen nach Europa bringen wollen. Sie gingen zugrunde wie die Pflanzen von JUSSIEU. Dann regten ROYLE (1839), FALCONER (1850), FÉE (1842) und in Holland KORTHALS (1829), BLUME (1830), MULDER (1838), VROLIK (1839), MIQUEL (1846), FROMBERG (1848) immer von neuem zur Kultur der China an. Dann brachte — der erste Erfolg — WEDDELL 1848 Calisayasamen in Paris zum Keimen und erzielte in den Gärten von THIBAUT und KETELEER exportfähige Pflanzen. Einige derselben wurden im April 1852 in Java gelandet. Dann kamen zuerst (1854) HASSKARLS, dann (1865) LEDGERS Samen nach Indien. Es folgte (1860) MARKHAMS und SPRUCES erfolgreiche Expedition, die unter Mithilfe von CROSS und TAYLOR Samen und Pflänzchen, besonders von Succirubra, die neben Ledgeriana heute wichtigste aller Arten, sammelten und nach Britisch Indien sandten. Dabei half auch WILLIAM HOOKER mit durch Rat und Tat. MARKHAMS Feuereifer hat dann die indischen Kultivateure entzündet und die Fabrikation billiger Febrifuge durchgesetzt, bei deren Darstellung wieder DE VRIJ half.» (TSCHIRCH, Die Chinologen des XIX. Jahrh. Schweiz. Wochenschr. f. Chem. u. Pharm. 1900).

Jetzt stehen in Java c. 9 Millionen Cinchonen allein in den Regierungsplantagen und wohl zehnmal mehr in den Privatpflanzungen.

Die ersten Versuche, Cinchonen in Afrika anzupflanzen, erfolgten in Algier (1849). Dorthin gelangten Samen direkt von Bogotá. Die Versuche scheiterten — natürlich — ebenso wie ihre Wiederholung (1866). Auch die 1814 begonnene Cinchonenkultur hatte zunächst keinen Erfolg, größer war derselbe 1868. Jetzt ist die Kultur zurückgegangen, wie auch auf Teneriffa. In Réunion, wohin Cinchonen 1865 gebracht wurden, gelang die Kultur. 1894 zählte man dort schon 80000 Bäume. Mißlungen ist die Kultur auf Mauritius, Madagaskar, den Kapverden, in Angola und Abyssinien.

Gut geglückt ist sie besonders auf S. Thomé, wo schon 1891 250000 Chinabäume standen. Nach Kamerun kamen Cinchonen 1900 und 1902 aus Java.

Schon 1685 sah übrigens TEMPLE im Botanischen Garten in Chelsea bei London lebende Cinchonen, die WATTS «Keeper of the Apothecaries garden of simples at Chelsea» aus Samen gezogen hatte.

Den ersten — allerdings gescheiterten — Versuch, lebende Cinchonen nach Europa zu bringen, machte DE LA CONDAMINE, den ersten Versuch, Cinchonen in ihrer Heimat zu kultivieren, MUTIS in Bogotá — doch sei daran erinnert, daß noch früher die Jesuitenpatres den Cascarilleros das Versprechen abnahmen, für jeden gefällten Chinabaum 5 Stecklinge in Kreuzesform ⸭ zu pflanzen.

Die Vanille wurde besonders auf MORRENS Betreiben 1841 nach Java überführt. Schon 1820 war sie durch PERROTTET nach Réunion gebracht worden. 1839 wurde dort mit der künstlichen Befruchtung begonnen. Die erste Vanille von Réunion erschien 1862 im Großhandel. «Vanilleries» finden sich aber dort schon seit 1841. Vanilla gelangte im ersten Drittel des XVIII. Jahrh. nach England und wurde zuerst in den Warmhäusern von PH. MILLER kultiviert, zur Blüte gelangte sie 1800 in den Gärten GREVILLES in Paddington. Von hier kam sie (1812) nach Amsterdam, Paris, Brüssel, Löwen, Gent, Lüttich und (1819) nach Buitenzorg. Es waren von GREVILLE erhaltene Pflanzen, an denen MORREN sein berühmtes Befruchtungsexperiment (1836) in Lüttich vornahm.

Jetzt gibt es keine wertvolle amerikanische Heil- und Nutzpflanze, die nicht z. B. im Kultur-Tuin des botanischen Gartens in Buitenzorg kultiviert würde, Coca und Myroxylon, Hevea und Manihot, Cacao, Bixa Orellana, Ipecacuanha und viele andere werden dort gezogen und auch für die in Indien heimischen Pflanzen ist der Garten eine Pflegstätte geworden. Daß wir der allmählichen Ausrottung der wilden Guttaperchabäume ohne große Besorgnis entgegensehen können, verdanken wir besonders den daselbst und in Tjipetir schon vor vielen Jahren in weitsichtiger Weise angelegten Palaquium- und Payena-Kulturen.

Aber nicht nur die Verbreitung der amerikanischen Heilpflanzen über andere tropische Gebiete, zunächst Asiens, dann Afrikas ist versucht und erfolgreich durchgeführt worden, auch unter sich tauschten die Länder Asiens ihre Produkte aus. So gelangte der Teestrauch von Assam nach China und in neuerer Zeit auch nach Vorderindien und Java. Die Verbreitung der Gewürznelken und der Muskatnuß füllt ein ganzes Kapitel, das in seinem ersten Teile, wo von der Verhinderung der Verbreitung seitens der holländisch-ostindischen Kompagnie die Rede ist, nicht in die Ehrentafeln der Kulturgeschichte der Menschheit gehört. Das Muskatmonopol der genannten Kompagnie, das durch die berüchtigten Hongitogten geschützt wurde, bestand von 1621–1796. Aber schon 1750 (bezw. 1754) brachte trotz aller Wachsamkeit der Holländer der französische Gouverneur von Isle de France und Bourbon, POIVRE, die ersten Muskatnüsse und Nelken nach Isle de France. Eine zweite Expedition brachte 1769 450 Muskat- und 70 Nelkenpflänzchen, 10000 Muskatnüsse und eine Kiste Nelkensamen dorthin und die Kultur hatte Erfolg. Nach Penang wurde die Muskatnuß durch CHR. SMITH (c. 1797) überführt, nach Sumatra brachte sie HUGH MOORE 1798. Die ersten Nelken gelangten schon 1793 nach Cayenne und bald darauf (1800) von Mauritius nach Sansibar. Zur Zeit, da England die Gewürzinseln besetzt hielt (1796–1802), brachte ROXBURGH den Muskatbaum nach Bengkulen und Penang.

Fig. 14.
Rubber-Plantage von Hevea brasiliensis (Para rubber tree) in Heneratgoda (Ceylon).
[Kew Museum.]

Die heutigen Ceylonzimt-Plantagen (Cinnamom gardens) wurden 1770 von DE KOKE gegründet und von dem Gouverneur J. W. FALCK 1785 konsolidiert. Die Kultur des Zimtes in Ceylon reicht übrigens bis in das XIV. Jahrh. zurück; sie nahm zuerst unter den Portugiesen (1505–1656), dann unter den Holländern (1656–1797), die beide die Insel besaßen, einen großen Aufschwung. Die englisch-ostindische Kompagnie monopolisierte dann den Zimt (bis 1833).

Mitte der siebziger Jahre des XIX. Jahrh. wurde die wichtigste Kautschukpflanze, die im Amazonasgebiet heimische Hevea brasiliensis, nach Indien, speziell Ceylon, gebracht. Die Anpflanzung von Kautschukpflanzen in Ceylon hat in kurzer Zeit enorm zugenommen. Während 1890 nur 300, 1900 1750 acres damit bepflanzt waren, waren 1905 schon 40000, 1907 bereits 120000 acres (1 acre = 4000 qm) mit Hevea brasiliensis bepflanzt ([Fig. 14]). Auf der malayischen Halbinsel gab es 1906 schon 6 Millionen Heveabäume.

Ein solches rasches Ansteigen nennt man in Englisch-Indien einen «rush». Es gab seinerzeit auch einen «rush into coffee» und einen «rush into tea». Solche rushes sind in Niederländisch-Indien unbekannt. Der bedächtige Holländer meidet solche Sprünge.

Die Teepflanze kam 1826 durch SIEBOLD nach Java. Schon 1827 besaß Buitenzorg eine Pflanzung von 800 Bäumchen und 1839 waren schon 8 Millionen Teesträucher auf Java. Die ersten Versuche, Tee in Vorderindien zu pflanzen, wurden schon Ende des XVIII. Jahrh. von KYD in Kalkutta gemacht, im größeren Stil aber erst 1834 bezw. 1839. 1852 brachte FORTUNE 20000 lebende Teepflanzen aus China in die Himalayagegenden. 1842 kam die Teepflanze nach Ceylon. Lebende Teepflanzen erhielt LINNÉ 1763 für den Garten in Upsala.

Die Kaffeepflanze gelangte im VI. Jahrh. nach Arabien, im IX. Jahrh. nach Persien, 1696 nach Java, aber erst im Anfang des XVIII. Jahrh. nach Amerika. Theobroma Cacao kam schon in der Mitte des XVI. Jahrh. nach Celebes, aber erst im XVIII. Jahrh. von dort nach Java. Die Holländer brachten dann die Pflanze auch nach Ceylon. Nicotiana Tabacum gelangte 1558 nach Frankreich und Italien, 1605 nach Japan. Der Ölbaum kam um 1560 nach Peru, wenig später nach Chile und Kalifornien, auch die Tamarinde wurde um diese Zeit nach Amerika gebracht; der Ingwer gelangte zu Beginn des XVI. Jahrh. oder schon Ende des XV. Jahrh. durch die Spanier (FRANCISCO MENDOCA) nach Westindien. Die Tapiokapflanze (Manihot utilissima) wurde von den Portugiesen aus Brasilien nach Indien gebracht. 1786 kam sie von Mauritius nach Ceylon, 1794 aus Südamerika nach Kalkutta und Serampur. Aloe vera (A. vulg.) ist im XVI. Jahrh. nach den Antillen (Barbados) gekommen. 1650 war sie in Barbados schon ganz heimisch.

Fig. 15.
Ein Wald von Pinus Laricio in Niederösterreich mit geharzten Stämmen.
[Mitlacher phot.]

Bemerkenswert ist die Tatsache, daß auch vielfach, und zwar natürlich erfolgreich, der Versuch gemacht worden ist, tropische Heil- und Nutzpflanzen in ihrer Heimat selbst zu kultivieren. Dies geschieht z. B. mit der Cinchona Calisaya in Bolivien, mit Castilloa in Nicaragua und Mexico, mit Vanille in Mexico, mit Ipecacuanha in Brasilien, mit den Balsambäumen in San Salvador, mit Mate in Südamerika (s. [oben]).

Von Kulturen europäischer Heilpflanzen seien nur einige erwähnt. (Im übrigen verweise ich auf die [Tabellen] weiter hinten.)

Die Kultur der Lactuca virosa zur Lactucariumgewinnung im Moselgebiet wurde besonders durch den Apotheker ALOIS GOERIS in Zell an der Mosel 1847 in Gang gebracht.

Fig. 16.
Junge Plantage von Myroxylon Pereirae im Kultur-Tuin in Tjikeumeu bei Buitenzorg (Java).
[Tschirch phot.]

Mohnkulturen zwecks Opiumgewinnung fanden sich 1828–1830 bei Erfurt, 1860 bei Bern, 1870 in Süddeutschland und Schlesien; noch in der zweiten Hälfte des XIX. Jahrh. bei Clermont Ferrand (Frankreich). Mohn, zum Teil zur Opiumgewinnung, wird übrigens auch seit 1788 in den Vereinigten Staaten östlich vom Mississippi gebaut.

Fig. 17.
Mannaeschen-Hain bei Castelbuono (Sizilien).
[Benedicenti phot.]

Fig. 18.
Kinatuin (Chinaplantage) von Cinchona Succirubra in Lembang (Java).
[Aus Verslag der Gouvernements Kina-Onderneming Java.]

Fig. 19.
Cocospalmen-Hain, Java.
[Tschirch phot.]

Im allgemeinen besteht ein Vorurteil gegen kultivierte Arzneipflanzen. Dasselbe gründet sich darauf, daß in einer Anzahl von Fällen kultivierte Digitalis purpurea, Aconitum Napellus, Artemisia Absinthium, Atropa Belladonna, Hyoscyamus niger und Datura Stramonium bisweilen eine geringe Verminderung ihres Alkaloid- bezw. Glukosidgehaltes gegenüber den wildwachsenden Pflanzen zeigten. (Trotzdem verlangt übrigens Pharm. nederl. ausdrücklich kultivierte Atropa, Digitalis, Conium, Hyoscyamus.)

Das kommt nun aber nicht daher, daß die Kultur überhaupt den Alkaloidgehalt vermindert. Die Cinchonen sind ja ein flagrantes Beispiel dafür, daß man durch Kultur sogar den Alkaloidgehalt erhöhen kann — sondern daher, daß die obengenannten Arzneipflanzen in ungeeigneter Weise kultiviert wurden. Wenn man eine Schattenpflanze in der Sonne, eine Sonnenpflanze im Schatten, eine an Sandboden akkomodierte Pflanze in fetten Böden mit starker Düngung, eine an nährstoffreiche Böden angepaßte in armen Böden kultiviert, so wird die natürliche Folge die sein, daß sich ihre Bestandteile ändern. Es kommt also nur darauf an, die Arzneipflanzen in geeigneten Böden und unter dem natürlichen Standorte nahekommenden Beschattungsverhältnissen anzubauen und man wird nicht nur gleichwertige, sondern unter Umständen sogar höherwertige Produkte erzielen. Nicht die Kultur an sich beeinflußt also den Gehalt der Arzneipflanzen an wirksamen Bestandteilen ungünstig, sondern die ungeeignete Kultur. Alle Erfahrungen sprechen dafür, daß dies richtig ist. Die Cinchonen sind schon oben erwähnt. Auch alle unsere Nutzpflanzen, die Obstsorten, der Wein, das Getreide, die Feige sind gegenüber den wilden Mutterpflanzen wertvoller geworden und haben erst durch die Kultur ihre Bedeutung für uns erlangt. Die Dattelpalme ist zum Fruchtbaum erst durch die Veredelung geworden, die ihr in ihrer Heimat, den Ebenen des Euphrat und Tigris zuteil geworden ist; von hier aus hat sich der Baum dann nach Palästina, Phönizien und Afrika, besonders Ägypten und Kyrene weiter verbreitet. Fortdauernd vollziehen noch heute die Gärtner die «Veredelung» durch Auslese und geeignete Kultur. Warum in aller Welt sollen allein die Arzneipflanzen von dem Gesetze, daß Kultur veredeln kann, eine Ausnahme bilden? Es kommt also nur darauf an, die Verhältnisse bei jeder Pflanze genau zu studieren und die Kulturen richtig zu leiten. Das kann aber nur geschehen, wenn wir, von physiologischen Gesichtspunkten ausgehend und mit physiologischen Methoden arbeitend, nicht nur die Ernährungsbedingungen der Arzneipflanzen, die zu einem kräftigen Wachstum führen, sondern auch den Stoffwechsel innerhalb der Pflanze und die Bedingungen, unter denen Alkaloide, Glukoside und andere für die Arzneiwirkung wertvolle Substanzen in vermehrter Menge entstehen, kennen lernen. Gerade in diesen physiologischen Studien liegt eine der Hauptaufgaben der künftigen Arzneipflanzenkunde (vgl. [S. 7]). Einige Anfänge sind schon gemacht (vgl. meinen Artikel «Arzneipflanzen» in der Realenzyklopädie der gesamten Pharmazie und das Kapitel [Pharmakophysiologie]).

Fig. 20.
Am Rande einer Muskatnussplantage (Perk). Rechts zwei Muskatnussbäume (Java).
[Tschirch phot.]

Wenn wir die Bedeutung der einzelnen Stoffe für die Pflanze selbst erkannt haben, so werden wir auch Mittel und Wege finden, hier hemmend, dort fördernd einzutreten und durch geeignete Kultur die Stoffe, auf die wir namentlich Wert legen, in größerer Menge zu erzielen. Auf rein empirischem Wege ist man hier schon zu einigen Resultaten gelangt. Man hat durch Schälen bei den Cinchonen eine alkaloidreichere Rinde (renewed bark), bei der Korkeiche einen besseren Kork erzielt. Auch das Studium der einzelnen Bestandteile zueinander führte schon zu einigen Resultaten. Wir wissen beispielsweise, daß zwischen dem Stärkegehalte und dem Gehalte an mydriatischen Alkaloiden bei der Belladonnawurzel, zwischen dem Gehalte an Stärke und dem an Harz bei dem Galgantrhizom Beziehungen bestehen.

Wir wissen, daß der Boden von großem Einfluß für die Bildung gewisser Stoffe ist, daß z. B. trockener Boden die Bildung ätherischer Öle und Schleimstoffe begünstigt. Auf trockenem Boden erzogene Althaea ist schleimreicher als auf feuchtem gewachsene, auf trockenem Boden gebauter Baldrian ist ölreicher und kein Boden erzeugt so aromatischen Ceylonzimt wie der trockene weiße Quarzsand der Cinnamon Gardens an der Küste Ceylons. «Bei Taraxacum zeigt die Wurzel in chemischer Hinsicht große Unterschiede, je nach ihrem Standorte und der Jahreszeit» (Grundlagen).

Fig. 21.
Plantage von Cinchona Ledgeriana, davor eine Pepinière von Cinchona Succirubra in Lembang (Java).
[Tschirch phot.]

Fig. 22.
Tabakpflanzung in Sumatra.
[Abbild. im Kew Museum]

Das sind Verhältnisse, die in das Kapitel Pharmakophysiologie gehören und die von physiologischen Gesichtspunkten betrachtet werden müssen.

Der Fall, daß Arzneipflanzen in der Kultur — aber einer Kultur jedenfalls am unrechten Orte — degenerieren, kommt allerdings vor. Die Rhizome der in Europa kultivierten Rheum officinale und palmatum z. B. gleichen nicht mehr dem echten Rhabarber und sind chemisch minderwertig geworden. Daß aber ein Rhabarber, der bei uns in der Ebene gebaut wird, degeneriert, ist leicht begreiflich, da er in den Gebirgen von Szetchuan am besten zwischen 8000 und 12000´ gedeiht und bis auf 14000´ steigt.

Fig. 23.
Balsamal in San Salvador. Kultivierte (und wilde) Pflanzen von Myroxylon Pereirae.
[Nach Preuss.]

Der günstige Einfluß einer richtigen und der ungünstige einer falschen Kultur wird vortrefflich durch das Beispiel der Chinarinden illustriert. Während die von wildwachsenden Pflanzen gesammelten Chinarinden Südamerikas c. 2% Alkaloid enthalten, bringen es die einer geregelten Kultur entstammenden Rinden Javas auf 10–16% Alkaloid; die in europäischen Gewächshäusern — also unter ungünstigen Bedingungen erzeugten — Rinden enthalten dagegen gar kein Chinin (A. VOGEL, 1886).

Daß Klima und Standort von Einfluß sind, zeigt auch die Beobachtung ROCHLEDERS, daß der in Schottland wachsende Schierling nicht giftig ist (war der untersuchte aber auch wirklich echter Schierling oder nicht vielmehr eine physiologische Varietät?) — zeigten die ersten verunglückten Kulturversuche der Cinchonen in Java. Jetzt wissen wir, daß man Cocos und Cacao nicht in den Bergen, Tee, Kaffee und Cinchonen nicht im tropischen Tiefland kultivieren darf. Bevor man heutzutage eine Kultur in Angriff nimmt, werden nicht nur die klimatischen Bedingungen (Meereshöhe, Regenmenge, mittlere Jahrestemperatur) der alten Heimat der Arzneipflanze, sondern auch die der neuen aufs sorgfältigste studiert. Bisweilen ist der Erfolg, d. h. die Erzielung vollwertiger Droge, von scheinbar ganz nebensächlichen Dingen bedingt, wie Anpflanzung an Südhängen, Schutz gegen Wind u. a. m.

Daß vernünftige Kultur den Gehalt der Indigopflanze an Indican bedeutend zu steigern vermag, zeigten neuere Versuche in Indien und die in Shenandoah Valley (Virginia) unter vernünftigen Bedingungen kultivierte Belladonna lieferte Blätter mit 0,32–0,68% Alkaloid (REPPETOE), also vollwertige Droge.

Auch für das «Harzen» der Coniferen gilt das gleiche: Nur unvernünftiges und irrationelles Harzen schädigt den Baum.

Fig. 24.
Terassiertes Reisfeld (Savah) in Mitteljava.
[Tschirch phot.]

Natürlich sind die chemischen und physikalischen Eigenschaften des Bodens, Drainage oder Wasserzufuhr von größter Wichtigkeit für das Gelingen der Kultur der Arzneipflanzen. Für jede Pflanze müssen die Bedingungen ihrer Kultur besonders ermittelt werden. Hier können die Großkulturen in den Tropen als mustergültige Vorbilder betrachtet werden, bei denen diese Bedingungen oft bis ins kleinste ermittelt wurden.

Der erste, der den Einfluß verschiedener Bodenarten auf die Entwicklung der Arzneipflanzen studierte, war der erste Direktor des botanischen Gartens in Montpellier, P. R. DE BELLEVAL (1593).

GORDON machte Kulturversuche mit Belladonna, Hyoscyamus und Carthamus auf verschiedenen Böden (Am. Journ. pharm. 1900). Den Einfluß der Kalidüngung studierten FELBER und WALTA (Die Kalidüngung in den Tropen und Subtropen, Halle 1907); die Elektrokultur LEMSTRÖM (Elektrokultur, Erhöhung der Ernteerträge aller Kulturpflanzen durch elektrische Behandlung, übers. v. O. PRINGSHEIM, Berlin 1902).

Fig. 25.
Musa paradisiaca (Pisang, Banane) in Plantagenkultur auf Java.
[Tschirch phot.]

Fig. 26.
Links: Indigofera-, rechts: Lemongras-Kultur. Im Hintergrunde ein Dorfwäldchen mit Mango, Areca Catechu, Musa u. a.
[Tschirch phot.]

Neuerdings (1905) wurde von A. POEHL mitgeteilt, daß ein Radiumgehalt des Bodens die Arzneipflanzenkultur günstig beeinflußt (?).

Besonders wichtig ist für die Kultivateure die ertragreichste und das beste Produkt liefernde Art zu finden. So hat man Coffea arabica vielfach durch die fruchtreiche, großfrüchtige und kräftigere Coffea liberica, die kleinblätterige Thea sinensis durch die großblätterige Thea assamica ersetzt und statt Theobroma Cacao wird jetzt vielfach (z. B. in Ecuador) Theobroma bicolor, die fettreichere Samen liefert, kultiviert. (Über physiologische Varietäten vgl. das Kapitel [Pharmakophysiologie].)

Fig. 27.
Citrus-Kulturen am Gardasee.
Liefern jährlich c. 15 Millionen Citronen.

Daß die Besitzer einträglicher Kulturen den Wunsch hegen, sich ein Monopol für dieselben zu sichern, ist natürlich. Heutzutage ist dies aber kaum mehr möglich, da Samen aller Gewächse jetzt erhältlich sind. Früher ist der Versuch aber öfter gemacht worden und die 1602 gestiftete holländisch-ostindische Kompagnie hat bekanntlich durch künstliche Einschränkung der Muskatnuß- und Nelkenkultur auf wenige Inseln, Einführung einer Zwangskultur und strenge Überwachung der Kulturen durch die Hongitogten (Hongifahrten) viele Jahre sich das Monopol gesichert. Das Monopol erlosch ganz erst 1873.

Die Nelke wurde auf Amboina beschränkt und auf Ternate, Loho und Cambello ausgerottet, die Muskatnuß wurde auf Banda und Amboina beschränkt und auf Kelang und Nila (südlich von Ceram) ausgerottet.

Die holländisch-ostindische Kompagnie handhabte auch das Zimtmonopol mit großer Strenge und eine künstliche Einschränkung der Kulturen ordnete auch zur Zeit der Herrschaft der englisch-ostindischen Kompagnie der englische Gouverneur NORTH 1802 bei den Cinnamon Gardens auf Ceylon an.

Die in Rußland noch heute bisweilen an einzelne Unternehmer erteilten Handelskonzessionen für gewisse Drogen machen die Konzessionäre zu Monopolisten. So besitzt z. B. eine Kapitalistengruppe das alleinige Ausbeutungsrecht für Flor. Cinae in Turkestan.

Die Phönizier hatten lange Zeit den Handel mit Farbdrogen (Purpur, Safran, Granatblüten) monopolisiert und ebenso Kreta zur Zeit der Römer die Kultur und den Handel mit Arzneikräutern.

Die Kulturen der Mastix-Pistacie, die schon im Altertum bestanden und vom XIII.–XVII. Jahrh. von genuesischen Kaufleuten ausgebeutet wurden, waren später türkisches Staatsmonopol.

Die Krappkulturen bei Braunschweig und Speyer waren im XIV. Jahrh. durch strenge Gesetze eingeschränkt, um sie ertragreich zu erhalten.

In Java bestand ehedem (seit 1850) Zwangskultur für Kaffee, Zucker, Indigo, Pfeffer, Tee, Tabak, Zimt und Cochenille. Dieselbe war aber für die meisten schon 1865 eingegangen, für Zucker erlosch sie 1890 (GRESHOFF).

Fig. 28.
Citronen-Kultur am Gardasee in Limone.
[Nach O. Zieher.]

Tafel I

Kaffeeplantage (ohne Schattenbäume) in Ceylon mit Pulping Mill und (rechts oben) Assistentenwohnung.


GRÖSSERES BILD

Tafel II

Teeplantagen im Hochlande von Ceylon (ohne Schattenbäume).


GRÖSSERES BILD

Tafel III

Die großen Kulturen von Rosa, Mentha usw. bei Miltitz (Leipzig). Inmitten der Felder die Fabrik ätherischer Öle von Schimmel & Co.


GRÖSSERES BILD

Fig. 29.
Tee-Plantage in Ceylon. Eine Singhalesin beim Pflücken.
[Tschirch phot.]

Fig. 30.
Junge Ceylonzimt-Plantage in Cinnamon gardens bei Colombo auf Ceylon.
[Tschirch phot.]

Fig. 31.
Die großen Citruskulturen im Redlands-Tal in Kalifornien am Fuße des San Bernardino-Gebirges.
[Aus d. Prometheus.]

Fig. 32.
Typische Dorfwäldchen, d. h. Baum- und Strauchvegetation aus allen möglichen Nutzpflanzen gemischt. Rechts Cocoshain. (Buitenzorg Java.)
[Tschirch phot.]

Tafel IV

Saccharum, Eriodendron, Cocos, Musa, Coffea. Dorfwäldchen in Ceylon.
Der Singhalese hält Bananen (Pisangs) feil.


GRÖSSERES BILD

Fig. 33.
Jenalöbnitz b. Jena, der Typus der Kleinkultur.
Im Hintergrunde der Gleissberg (Mönchsberg), an dessen Hängen sich vornehmlich die Arzneipflanzenkulturen befinden — meist nur wenige qm für jede Art. Auf dem Gipfel wird Seifenwurzel gebaut.
[Tunmannphot.]

Fig. 34.
Tamarinde in Alleekultur in Batavia.
[Tschirch phot.]

Tafel V

Korkeichen in Alleekultur bei Bayonne (Frankreich).
[Oesterle phot.]


GRÖSSERES BILD

Tafel VI

Cinchona Succirubra in Alleekultur.
Die Arbeiter sind im Begriff die Rinde in langen Streifen vom Baume zu lösen — behufs Erzeugung von Renewed bark. Rechts Bäume mit den stehengebliebenen Rindenstreifen.


GRÖSSERES BILD

Fig. 35.
Dammara alba in Alleekultur bei Batu-Tulis auf Java.
[Tschirch phot.]

Fig. 36.
Plantage von Liberia-Kaffee mit Albizia moluccana als Schattenpflanze.
[Tschirch phot.]

Fig. 37.
Kaffeepflanzung mit Urwaldbäumen und Bananen als Schattenpflanzen in Nicaragua.
[Aus Preuß, Zentral- und Südamerika.]


GRÖSSERES BILD

Fig. 38.
Junge Guttaperchaplantage (Payena Leerii) auf Java mit Albizzia moluccana als Schattenpflanze.
[Tschirch phot.]

Fig. 39.
Die erste Guttaperchaplantage auf Java von Palaquium Gutta ohne Schattenbäume, Kulturtuin in Tjikeumeu.
[Tschirch phot.]

Tafel VII

Tabakkultur in Portorico
unter über mehrere Hektare große Flächen straffgespannten leichten Stoffen. Dies neue Verfahren gibt Schatten, schützt gegen Insektenfraß und erzeugt eine gleichmäßig hohe Temperatur und hohe Feuchtigkeit.


GRÖSSERES BILD

Ich habe auf Grund der Erfahrungen, die ich 1888–1891 sowohl in Indien wie bei Reisen in die Gebiete der Arzneipflanzenkultur in Europa sammelte, vier Typen von Arzneipflanzenkulturen aufgestellt:

1. die Plantagen- oder Feldkultur, Kultur im Großen,
2. die Kampong- oder Gartenkultur, Kultur im Kleinen,
3. die Alleekultur,
4. die Mischkultur.

1. Die Plantagen- oder Feldkultur ist die Kultur im Großen. Bei ihr werden größere Areale mit der betreffenden Pflanze bestellt. In Plantagenkultur befinden sich auf Java und Ceylon z. B.: China ([Fig. 12], [13], [18], [21]), Kaffee ([Taf. I]), Cacao, Tee ([Taf. II]), Banane (Pisang, [Fig. 25]), Reis ([Fig. 24]) und die Kautschuk- und Guttapercha-Pflanzen ([Fig. 14]), auf Sumatra: Tabak ([Fig. 22]), auf Ceylon: der Ceylonzimt ([Fig. 30]), bei Mitcham: die Pfefferminze, in Deutschland, bei Cölleda z. B.: Angelica, Mentha, Alant, in Miltitz bei Leipzig: Rosa (s. [Taf. III]), bei Nürnberg und Schweinfurt: Althaea und andere Malvaceen, in Rußland: Anis, in Holland: Kümmel, in England: Rhabarber, in Grasse ([Fig. 11]): die Pflanzen mit ätherischem Öl, in Frankreich: die Seestrandfichte (zur Terpentingewinnung), in Österreich: Pinus Laricio ([Fig. 15]), in der Schweiz: Absinth.

In großem Stil werden in Frankreich die «Absinthkräuter», d. h. die Kräuter gebaut, die zur Herstellung des Absinthlikörs gebraucht werden. Es sind dies in erster Linie der große Absinth (Artemisia Absynth.), dann die aromagebenden Beisätze: der kleine Absinth (A. pontica), der Ysop (Hyssopus offic.) und die Melisse. Die Absinthkulturen der Schweiz gehen ihrem Ende entgegen, da der Absinthlikör jetzt verboten wird.

Lichte Haine bildet die Mannaesche in Sizilien ([Fig. 17]) und die Cocospalme in Südasien ([Fig. 19]), Wälder die Cinchonen ([Fig. 18]), große Waldbestände die Seestrandfichte in dem Departement des Landes in Frankreich.

Fig. 40.
Teefelder in Südchina.
[Aus Illustr. Welt.]


GRÖSSERES BILD

Ganz eigenartig ist die Kultur des Reis auf den Sawahs ([Fig. 24]). Hier wird in terrassierten, gestreckt viereckigen, durch niedrige Wälle rings umschlossenen Abteilungen, die periodisch unter Wasser gesetzt werden, die junge Reispflanze in den Schlammboden gesetzt und bis zur Reife im Wasser erhalten. Erst dann wird das Wasser abgelassen.

Höchst eigenartig sind auch die großen Citruskulturen am Gardasee ([Fig. 27] u. [28]), wo besonders die Citrone im großen Stil kultiviert wird. Es sind terrassenartig übereinanderliegende «Orangerien», die so eingerichtet sind, daß sie oben und an der Vorderseite nötigenfalls gedeckt, resp. verschlossen werden können. Mit ihren weißen Pfeilern bieten sie ein sehr eigenartiges Bild.

Ganz anders sind die großen Citruskulturen in Kalifornien angelegt ([Fig. 31]), wo das außerordentlich günstige Klima offene ungeschützte Anpflanzungen erlaubt. Hier wird der Boden entweder terrassiert oder man wählt sanft abgedachte Hänge, in beiden Fällen um eine möglichst ausgiebige Bewässerung zu ermöglichen, die bei dem ziemlich trockenen und heißen Klima unbedingt erforderlich ist.

In Plantagenkultur findet sich auch der Mohn in Kleinasien, Persien, Indien und China.

2. Die Kampong- oder Gartenkultur ist die Kultur im Kleinen. Kampong ist der malaiische Name für das Dorfwäldchen. In Indien wird Cocos, etwas Kaffee, vielfach auch Myristica und Vanille sowie Betel in Dorfwäldchen kultiviert ([Taf. IV], [Fig. 22] u. [32]), in China steht der Tee bei den Bauern vielfach in Kleinkultur, in Abyssinien Kusso.

Fig. 41.
Canarium commune in Alleekultur. Die berühmte «Kanarie Laan» des ’s lands plantentuin in Buitenzorg (Java).
[Tschirch phot.]

In Deutschland ist Jenalöbnitz ([Fig. 33]) der Typus für die Kultur im Kleinen. Hier werden die Arzneipflanzen in kleinen Parzellen gebaut. Dann sind hier auch die Bauerngärten, die ihren Überschuß an die Apotheken abgeben, und die allerdings immer seltener werdenden Apothekengärten zu nennen, in denen Königskerze und Malven, Calendula und Kamille, Estragon, Absinth und Melisse blühen, und von der Frau Apothekerin geerntet werden. Besonders die Bauerngärten liefern, wie mich Erkundigungen in etwa 100 Drogerien und Apotheken lehrten, mehr als man glauben sollte. In den deutschen und schweizerischen Bauerngärten werden jetzt noch folgende Arzneipflanzen regelmäßig kultiviert: Calendula, Chamomilla, Paeonia, Monarda, Rosa, Tanacetum, Verbascum, Malva arborea, Althaea, Absinthium, Majorana, Petroselinum, Cerefolium, Levisticum, Armoracia, Carum Carvi, Melisse, Salvia, Rosmarin, Thymus, Mentha crispa, Anethum, Sambucus. Viele davon stehen schon in CARLS Capitulare. Die Bauern bringen ihre kleine Ernte dem Apotheker.

3. Die Alleekultur, die bei unseren Obstbäumen so viel benutzt wird, fand ich in Indien bei Dammara ([Fig. 35]) und in beschränktem Maße — jetzt verlassen — auch bei Cinchona ([Taf. VI]) und Vanilla. In Alleekultur findet man auch in Südfrankreich die Korkeiche ([Taf. V]), in Indien die Tamarinde ([Fig. 34]). Die Lindenalleen liefern den großen Bedarf an Lindenblüten. Als Heckenpflanze wurde in Java Ananas und Bixa orellana gepflanzt.

Fig. 42.
Piper Cubeba an dem Stützbaum kletternd (Java).
[Tschirch phot.]

4. Mischkultur. Sie hat viel Ähnlichkeit mit der Kampongkultur im «Dorfwäldchen». Während aber bei dieser alle möglichen Pflanzen durcheinander gepflanzt werden, besteht die Mischkultur meist nur aus zwei Arten, die durcheinander gepflanzt werden. In Mischkultur befindet sich z. B. Cacao und Kaffee auf Ceylon und in Südamerika, Uncaria Gambier und Pfeffer auf dem Rioux-Lingga-Archipel (besonders Rioux und Bintang), Süßholz und Weizen in Calabrien, Süßholz und Erbsen bezw. Mais in Teramo usw.

Die Holländer nennen die Chinapflanzung Kina tuin (d. h. Chinagarten), die Muskatnußpflanzung Noten tuin (d. h. Nußgarten). Die großen Muskatplantagen auf den Bandainseln werden Perk (d. h. Park) genannt, die sie besorgenden Männer Perkeniere. Die Engländer sprechen von China plantation, Tea plantation, Coffee estate. Die Vanillepflanzungen heißen bei den Spaniern Vainillales, bei den Franzosen Vanilleries. Ein Garten von Balsambäumen in San Salvador wird Balsamal genannt ([Fig. 23]). Die Matewälder in Südamerika heißen Yerbales, die Cacaogärten Huertas.

In Cölleda a. d. Unstrut nennt man die Arzneipflanzen-Kultivateure Botaníker (mit dem Ton auf dem i) und die Arzneipflanzenkultur Botanisie.

Nicht alle tropischen Pflanzen können in freier Sonne kultiviert werden. Einige verlangen Schattenpflanzen, d. h. Schatten spendende. Die erste Pflanze, welche als Schattenpflanze angewendet wurde, war Erythrina Corallodendron, die «madre del Cacao» oder «Arbol madre» in den Cacaopflanzungen Südamerikas. In Java wird beim Kaffee und den Guttaperchapflanzen jetzt meist die rasch wachsende Albizzia moluccana ([Fig. 36] u. [38]) oder — seltener — Hypophorus subumbrans, Cassia florida oder Sponia velutina, in Südamerika beim Kaffee wohl auch Castilloa benutzt. In Ceylon wird der Kaffee ohne Schattenpflanze kultiviert ([Taf. I]), wie auch der Tee ([Taf. II]), ebenso der Tabak in Sumatra ([Fig. 22]).

Schattendächer verwendet man auch bei den Nurseries der Cinchonen in Java, des Kaffee, der Hevea u. a. ([Fig. 21], [53][55], [57], [58]). In den sumatranischen Tabakspflanzungen werden die jungen Pflänzchen durch breite «Schattenhölzchen», die man neben die Pflanze in den Boden steckt und später entfernt, gegen die Strahlen der Sonne geschützt ([Fig. 59]). Bei den jungen Sämlingen der Korkeiche dient in Portugal der Wein als Schattenpflanze.

In Indien werden junge Cacaopflanzen mit Musa (besonders M. textilis) beschattet, ältere mit Albizzia moluccana oder Erythrina lithosperma (Dadap). In Ceylon sah ich Erythrinaarten dem Zwecke dienen (E. indica und lithosperma), sowie Artocarpus integrifolia (Djaktree). Auch in Venezuela werden Erythrinen dazu benutzt (E. Corallodendron, velutica, umbrosa), für junge Anlagen an Stelle der Bananen auch Yuccas.

Fig. 43.
Pfefferplantage in Java. Stützbaum: Eriodendron anfractuos. (Kapok).
[Tschirch phot.]

Fig. 44.
Vanilleplantage von Combani (Mayotte) auf Réunion. Stützbäume.
[Lecomte phot. durch Roure-Bertrand.]

Fig. 45.
Vanilla planifolia in Spalierkultur in Java, links im Laub ein Fruchtbündel.
[Tschirch phot.]

In Venezuela wird der Kaffee stets mit Schattenbäumen gepflanzt — der Schattenbaum heißt «Koffiemama» — und zwar werden in der Tierra caliente und templada Erythrina glauca und micropteryx (Bucares), Pithecolobium Saman und Ingaarten (Guamos), in der Tierra fria mehrere Ingaarten (Inga longituba, Hartii, marginata, edulis usw.) dazu benutzt. Beim Cacao werden in Trinidat Erythrinaarten (E. amasisa, micropteryx, glauca) oder Pithecolobium Saman, in Surinam Erythrina glauca oder umbrosa — «Kakaomama» — als Schattenbäume gepflanzt. Hura crepitans und Artocarpus incisa haben sich nicht bewährt. In Grenada pflanzt man Cacao ohne Schattenbaum. In Guatemala dienen als Schattenpflanzen entweder stehengebliebene Urwaldbäume (besonders Leguminosen, [Fig. 37]) oder gepflanzte Ingaarten, Gliricidia sepium — hier die «Madre del Cacao» —, Trema micrantha und Erythrinaarten (z. B. E. amasisa). In San Andres-Osuna dient Cinchona Succirubra, in San Isidro Castilla elastica, bei Guatemala sogar eine Cypresse als Schattenbaum des Kaffee (PREUSS). Manihot wird auf Sansibar als Schattenbaum der Vanille gepflanzt. In Portorico werden neuerdings die Tabakfelder auf weite Strecken mit leichten Stoffen überspannt ([Taf. VII]).

Auch das Zurückschneiden (topping, pruning) ist eine bei vielen in Plantagenkultur befindlichen Arzneipflanzen wichtige Operation. So werden die Tee- und Ceylonzimtbäumchen stets so stark zurückgeschnitten, daß sie Strauchform annehmen ([Fig. 29], [30], [40] u. [Taf. II]). Bei dem Cacaobaum kappt man den Gipfeltrieb und läßt, um den Baum breiter und niedriger zu halten, nur zwei oder drei gleichwertige Basaltriebe sich entwickeln, so daß man in der Plantage meist zwei- oder dreigabelige Stämmchen findet.

Eine besondere Rolle spielen die dem Rande der Plantage entlang gepflanzten Windbrecher (windbrekers), die dem Windschutz dienen. Bei Cacaopflanzungen fand ich in Java oft Bixa Orellana als Windbrecher gepflanzt ([Fig. 56]), bei Kaffeepflanzungen auch Morus indica und Hibiscus elatus.

In Südamerika wird Cedrela odorata zu gleichem Zwecke benutzt.

Fig. 46.
Dioscorea alata an dem Stützbaum kletternd (Java).
[Tschirch phot.]

Eine besondere Gruppe bilden die Pflanzen, die nur mit einer Stütze wachsen können, also zur Klasse der Klimmpflanzen (climbing plants) gehören. Sie werden entweder an Spalieren gezogen ([Fig. 45]) oder an in einiger Entfernung voneinander gepflanzten Stützbäumen ([Fig. 42][44]) oder an beiden, d. h. an zwischen Stützbäumen angebrachten Spalieren. Alle drei Methoden werden bei der Vanille benutzt. Nur an Stützbäumen werden der Pfeffer ([Fig. 43]) und die Cubebe ([Fig. 42]) gezogen.

Als Stützbäume des Pfeffers sind folgende Arten benutzt worden: Erythrina indica (Dadap), Eriodendron anfractuosum (Kapok), Areca Catechu (Pinang), Artocarpus integrifol., Hyperanthera Moringa, Morinda citrifolia, Mangifera indica. Sie dienen gleichzeitig als Schattenbäume. An Bäumen gerankt wird die Vanille auf den Seychellen, was sich dort mehr bewährt als die Spalierkultur.

Der eigentlichen Kultur im engeren Sinne steht die forstwirtschaftliche Pflege gegenüber, die darin beruht, daß man vorhandene Bestände möglichst schonend ausbeutet und eventuell wieder aufforstet, wo Lücken eintreten. In solcher forstwirtschaftlicher Pflege steht bei uns z. B. die Eiche, in China der Zimtbaum und neuerdings, seit die japanische Forstverwaltung eingegriffen hat, in Formosa der Campherbaum, ferner in Amerika und in Frankreich (Departement des Landes) die Harz liefernden Coniferen. In forstlicher Pflege befinden sich auch die Korkeichenwälder in Algerien, Tunis und Marokko.

Übrigens hatte schon MUTIS und dann auch die Jesuiten vorgeschlagen, die Cinchonen in Bolivien und Peru in forstliche Pflege zu nehmen, um der drohenden Ausrottung zu begegnen.

Bei den «Yerbales», den Matebaumwäldern in Südamerika kann von «forstlicher Pflege» wohl kaum die Rede sein, ebensowenig bei den Quebrachowäldern Argentiniens.

Bisweilen werden die Ernteprodukte sogleich am Orte der Kultur weiter verarbeitet. So destilliert man z. B. in Cölleda das Pfefferminzöl, in den Rosendistrikten Bulgariens und in den Öldistrikten Südfrankreichs wandert man mit den Destillierblasen durch die Kulturen und destilliert die ätherischen Öle an Ort und Stelle und mitten in den Rosenfeldern von Miltitz haben SCHIMMEL & CO. ihre Fabrik errichtet ([Taf. III]).

Bei der Anpflanzung spielt die richtige Pflanzweite eine große Rolle. Sie wird durch Versuche festgestellt. Die Teepflanzen z. B. werden in Java 2–4 Fuß voneinander gesetzt in 3–4 Fuß voneinander entfernten Reihen, die Cacaopflanzen 10–20 (meist 15) Fuß voneinander, die Cinchonen sehr verschieden, jetzt meist 4 Fuß voneinander.

Fig. 47.
Vanilla planifolia an einem Stützbaum kultiviert (Ceylon).
[Tschirch phot.]

Tafel VIII

Typischer Urwald an den Abhängen des Gedé (Java).
Gemischter Regenwald der tropischen Zone. Lianen, im Unterholz Musa und Baumfarn.
[Aus Tschirch, Der javanische Urwald, 1891.]


GRÖSSERES BILD

Tafel IX

Beginn der Anlage einer Plantage in Sumatra. Fällen des Urwaldes. Im Vordergrunde einige Keimbeete.


GRÖSSERES BILD

Fig. 48.
Cacaofarm der westafrikanischen Pflanzungsgesellschaft Bibundi in Kamerun.

Fig. 49.
Anlage einer Tabakplantage auf Sumatra. Der Wald ist gefällt, die Wege angelegt.
[Kolon. Mus. Haarlem.]

Fig. 50.
Der niedergelegte Urwald. Beginn der Anlage einer Chinaplantage in Mitteljava.
[Aus Verslag der Gouvernements Kina-Onderneming Java.]

Fig. 51.
Anlage einer Teeplantage auf einer niedergelegten Urwaldspartie in Ceylon.
[Aus Tschirch, Indische Heil- und Nutzpflanzen.]

Auch beim Safran wird eine ganz bestimmte Pflanzweite innegehalten. Die Knollen werden hier in Abständen von 8–10 cm in Reihen gesetzt, die 20 cm voneinander entfernt sind. Daher kommt es, daß für den Anbau ziemlich große Flächen gebraucht werden.

Bei tropischen Kulturen (Cacao, Tee) werden auch oft zwischen den Pflanzreihen Gräben zur Drainage gezogen. Die Einzelheiten sind in meinem Buche: «Indische Heil- und Nutzpflanzen und deren Kultur» (Berlin 1892) nachzusehen.

Schon PLINIUS empfiehlt alternierende Reihen als beste Anpflanzungsart, d. h. eine Anordnung:

■ ■ ■ ■
■ ■ ■
■ ■ ■ ■

Die sog. Quincunx, weil drei Bäume jedesmal eine römische V bilden.

Fig. 52.
Ausheben der Pflanzlöcher in einer neuangelegten Kautschukplantage in Indien.
[F. O. Koch phot.]

Nur bei einigen der Kulturen im großen Stil (Plantagenkulturen) — Tee, Cacao, Kaffee, China, Riechstoffpflanzen — sind auch Versuche mit Kreuzungen (Hybridenbildung), Pfropfungen u. dergl. gemacht worden und nur bei ihnen hat man auch den Einfluß der Düngung, der Bodenbeschaffenheit, der Beschattung, der Drainage, der Meereshöhe und Regenmenge systematisch studiert. Hier bleibt noch ein großes Feld für weitere wissenschaftliche Arbeit im Dienste der Praxis. Denn nur bei den Cinchonen sind die Versuche bisher nach allen Richtungen hin durchgeführt worden, haben aber hier zu sehr bemerkenswerten Resultaten geführt. So liefert z. B. gerade die Hybride zwischen Cinchona Succirubra und C. officinalis eine sehr wertvolle Rinde.

Besondere in den Kulturen geübte Verfahren sind das «Erneuern der Rinde» bei den Cinchonen, das zur Entstehung der hochwertigen «Renewed barks» führt und das ähnliche Verfahren bei der Korkeiche, wo der sog. «männliche» Kork abgeschält wird und sich aus dem Korkcambium der viel wertvollere «weibliche» Kork entwickelt (s. Einsammlung).

Fig. 53.
Neue Saatbeete einer Kautschukpflanzung in Indien. Im Hintergrunde der Urwald.
[F. O. Koch phot.]

In den alten berühmten Arzneikulturorten Clermont Ferrand (Frankreich), Puglia und Acquila (Italien) und den vielen Orten, die uns aus den Namen der Safransorten des Mittelalters bekannt sind (vgl. [Pharmakodiakosmie]) — noch erinnern einige Ortsnamen (Capo Zaffarano bei Palermo, Zaffarana bei Marsala) daran — sind jetzt die Kulturen von Arzneipflanzen ganz zurückgegangen. Auch die Crocuskultur Frankreichs ist jetzt ganz auf Gâtinais, wo im XVII. Jahrh. mit der Kultur begonnen wurde, beschränkt und von 1143 Hektar (1869) auf 477 (1902) zurückgegangen. Vorwärts gehen die Kulturen eigentlich nur in Amerika, wo das zielbewußte Vorgehen des Agriculture Department einen Fortschritt anbahnt, in Spanien bezüglich des Safran und besonders in Rußland, dessen riesige unbebaute Landflächen billiges Land und dessen arme Bevölkerung billige Arbeitskräfte darbietet, das also für die Arzneipflanzenkultur prädestiniert ist. Schon 1886 habe ich der damals entsandten russischen Studienkommission die Arzneipflanzenkultur warm empfohlen. Auch Ungarn produziert steigende Mengen.

In Deutschland gehen allenthalben die Arzneipflanzenkulturen zurück. Ich wiederhole, was ich schon in meinem Aufsatze: «Der Anbau der Arzneigewächse in Deutschland» 1890 sagte: «Es wird Sache der großen Drogenfirmen sein, die dabei zunächst interessiert sind und allein eine genaue Übersicht über den wirklichen Bedarf, über die Nachfrage haben, auf Erhaltung und Hebung der heimischen Arzneipflanzenkultur durch sachgemäßen, den Kultivateuren erteilten Rat hinzuwirken.»

Gut rentabel wird die Arzneipflanzenkultur in Mitteleuropa nur bei billigen Bodenpreisen und niedrigen Löhnen. Die Mohnkultur (zwecks Opiumgewinnung) und die Safrankultur wurden in Deutschland verlassen, da sie zu viel teure Arbeitskräfte verlangten. Doch ist überall dort, wo Böden frei werden, z. B. in von der Phylloxera verwüsteten Weinbergen (vgl. die Lit.) oder wo der Boden eine Fruchtfolge verlangt durch Anbau von Arzneipflanzen eine Rendite zu erzielen und der Apothekergarten lohnt auch heute noch die darauf verwendete Mühe. Der Anbau von Mohn zur Opiumgewinnung ist meines Erachtens auch in Europa noch heute lohnend, da die Samen als Nebenprodukt gewonnen werden können.

Fig. 54.
Cinchona-Nursery unter Schutzdächern auf Java.
[Schröter phot.]

Einjährige Pflanzen werden aus Samen erzogen, mehrjährige (Mentha) am besten aus Setzlingen (Stecklingen). Der Boden, die Bewässerung, die Beschattung sind für jede Art auszuprobieren. Alle die, welche sich mit Arzneipflanzenkultur beschäftigen wollen, verweise ich auf die unten angegebene Spezialliteratur (besonders auf LÖBE und SCHÖLLER). Die Hauptsache tut aber die eigene Erfahrung.

In starker Progression wachsen die tropischen Arzneipflanzenkulturen, die durch Einführung der landwirtschaftlichen Maschinen neue Impulse empfingen. Von Boden und Klima begünstigt, werfen sie, rationell betrieben, guten Nutzen ab. So haben besonders die Cinchonapflanzungen auf Java und in Vorderindien, die Tee- und Kaffeepflanzungen in Java, die Kulturen der Kautschukbäume (besonders Hevea) in Sumatra, Malacca, Ceylon, Mysore, Travancore, Assam, Birma, Neu-Guinea, Samoa, der Guttaperchabäume auf Java, die Kaffeepflanzungen in Brasilien, die Vanillekulturen auf Bourbon, den Seychellen, Comoren und Madagaskar und auf Tahiti, die Pfefferkulturen im Malaiischen Archipel bedeutende Dimensionen angenommen und auch in den deutschen Kolonien schreitet man kräftig vorwärts und versucht es mit allen möglichen Heil- und Nutzpflanzen (Cacao, Tabak, Kautschuk, Kaffee, Cinchonen), wirksam unterstützt von der heimischen Versuchsstation in Berlin und der Station in Amani (D. O. A.). Diese tropischen Kulturen, bei deren Anlage alle Faktoren (Meereshöhe, Regenmenge, Temperatur) berücksichtigt werden, werden jetzt mit allen modernen Hilfsmitteln betrieben. In der Estate ([Fig. 48]) wohnt der europäische Direktor oder Assistentdirektor und seine Assistenten, in einiger Entfernung liegen die Hütten der unter besonderen Chefs (Mantri besar in Java) stehenden Eingeborenen ([Fig. 12]). Zunächst wird der tropische Urwald ([Taf. VIII]) niedergelegt ([Taf. IX], [Fig. 49][51]), die Bäume entweder verbrannt oder verrotten gelassen oder nutzbar gemacht. Dann stellt man mit eisernen Stöcken Pflanzlöcher her ([Fig. 51] u. [52]). In Keimbeeten (Saatbeeten, [Fig. 55] u. [57]) werden die Samen zum Keimen gebracht, in Nurseries (Pepinièren, [Fig. 59][61]) die jungen Pflänzchen bis zur Höhe einiger Dezimeter gezogen, dann in die sorgfältig drainierte und reingehaltene, wohl auch rationell gedüngte Plantage überpflanzt und auch hier noch dauernd überwacht, wie ich dies in meinen Indischen Heil- und Nutzpflanzen ausführlich geschildert habe. Auch dem Trocknen und (event.) Fermentieren wird die größte Sorgfalt gewidmet. Nicht selten wird dann sogar das Endprodukt einer chemischen Kontrolle unterworfen. So gleicht eine solche Pflanzung einem in jeder Hinsicht wohlorganisierten Staate.

Fig. 55.
Saatbeete für keimende Cinchonasamen auf Java.
[Schröter phot.]

Fig. 56.
Bixa Orellana (in Blüte) als «Windbrecher» am Rande einer Cacaoplantage in Java gepflanzt.
[Tschirch phot.]

Fig. 57.
Gedeckte Keimbeete (Kweekereij) in der Regierungschinaplantage in Tjibouroum (Java).
[Aus Verslag der Gouvernements Kina-Onderneming Java.]

Fig. 58.
Kaffee-Saatbeet in Surinam mit Schattendach.
[Aus Preuß, Zentral- und Südamerika.]

Fig. 59.
Pepinièren einer sumatranischen Tabakpflanzung, die jungen Pflänzchen durch Schattenhölzer geschützt.
[Nach Haarsma, Tabakbau in Deli.]

In Java bestehen sowohl Gouvernements Kina Ondernemingen (seit 1854) wie Particuliere Kina Ondernemingen (ungefähr seit 1870), d. h. sowohl Regierungs- wie Privatchinaplantagen. Letztere sind viel umfangreicher als erstere. So kamen 1906 aus den Gouvernementskulturen 777660 kg, aus den Particulierekulturen 8016820 kg Chinarinde nach Amsterdam. Auch in Ostindien bestehen beide nebeneinander.

Sehr umfangreich sind in extratropischen Gegenden die Oliven- und Agrumenkulturen in Italien und Südfrankreich, die immer noch in aufsteigender Richtung sich bewegenden Rosenkulturen in Bulgarien, die Pfefferminzkulturen in den Vereinigten Staaten von Nordamerika und Japan, die Aniskulturen in Rußland (1906: 5000 Desjätinen), die Kümmelkulturen in Holland, die Süßholzkulturen in Südrußland.

Einen besonderen Zweig der Kulturen bilden die Kulturen von Pflanzen mit Riechstoffen (Miltitz b. Leipzig, Grasse, Rumelien). Hier gelangen die kultivierten Pflanzen nicht in den Handel, sondern direkt in die Fabriken der ätherischen Öle, Riechstoffe und Parfüms, wo sie sofort verarbeitet werden.

Über die Verbreitung der Arzneipflanzenkultur orientieren folgende Tabellen ([S. 61 u. flgd.]).

Bisweilen hat der Versuch, eine außereuropäische Arzneipflanze in Europa zu kultivieren, zwar nicht zu einem gleichwertigen Produkte geführt, aber eine Kultur hervorgerufen, die sich doch als ganz lukrativ erwies. Der Versuch, Rheum palmatum und Rheum officinale in Frankreich und England so zu akklimatisieren, daß ein dem chinesischen Rhabarber gleichwertiges Produkt erhalten wird, darf als vorläufig gescheitert betrachtet werden. Es scheint, daß diese Gebirgspflanzen in der Ebene degenerieren (s. [oben]). Aber die Rhizome sind doch als «europäischer Rhabarber» (neben der Rhapontic) verkäuflich, allerdings minderwertig.

1889 wurden auf Anregung des Vereins zur Beförderung des Gartenbaues in den königl. preußischen Staaten auf den Rieselfeldern bei Blankenburg (bei Berlin) systematische Versuche mit dem Anbau von Mentha, Datura, Hyoscyamus, Salvia, Hyssopus, Aconitum und Pyrethrum gemacht und zum Trocknen eine MAYFARTHsche Darre benutzt. Über diese Versuche habe ich (Arch. d. Pharm. 1896) berichtet.

Fig. 60.
Etwas ältere (einjährige) Cinchonapflänzchen vor der Überführung in die Tuins auf Java.
[Schröter phot.]

Bisweilen mischt sich der Aberglaube — wie überall hinein — auch in die Arzneipflanzenkulturen. So berichtet USTERI (Beobacht. über tropische Märkte und ihre vegetabil. Prod. Atti soc. elvet. sc. natur. 1903), daß auf Negros die Eingeborenen die Kulturen von Piper Betle aufs Sorgfältigste gegen Eindringlinge schützen, da sie glauben, daß die Pflanzen zum Absterben gebracht werden, wenn drei Personen gleichzeitig den Garten betreten, wenn ein Weib zu den Pflanzen tritt oder jemand Salz an eine seiner Pflanzen wirft.

Die deutschen Arzneipflanzenkulturen, die ich in der folgenden Tabelle spezialisiert zusammengestellt habe, sind an bestimmte Zentren gebunden. Seit alter Zeit bauen Sachsen, Thüringen und Franken Arzneipflanzen. Die Kulturen des Thüringer Hügellandes betreffen besonders: Coriander, Alant, Liebstock, Angelica, Baldrian, Verbascum, die Cölledas (an der Unstrut): Angelica und Mentha piperita, und so heißt denn die Bahn, welche von Cölleda nach Großheeringen führt, die «Pfefferminzbahn». Dann finden sich bei Jena (Jenalöbnitz) Kulturen zahlreicher Arzneipflanzen, und zwischen Leipzig und Halle, Borna, Altenburg, Lützen, Weißenfels Kulturen z. B. der römischen Kamille, von Kümmel, Fenchel, Mentha, Malven, Angelica, Majoran, Anis, Calendula. In Franken blühen die Malvaceenkulturen (Schweinfurt).

Fig. 61.
Tee-Nursery auf Ceylon.
[Aus Tschirch, Indische Heil- und Nutzpflanzen.]

Auch außerhalb Deutschlands gibt es besonders bevorzugte Zentren der Arzneipflanzenkultur, so in England: Bedfordshire, Suffolk, Surrey, in Frankreich: Languedoc, in Rußland: die Gouvernements Moskau, Poltawa, Jaroslaw. Holland diktiert jetzt den Marktpreis für Kümmel und Senf, Rußland den für Anis. Der Spezialmarkt für Anis ist Krasnoje, das inmitten des größten Anisbaubezirkes liegt, der für Canthariden Poltawa. Auf die Märkte von Nischnij Nowgorod und Irbit werden auch Drogen gebracht. Zentren der Citruskulturen für die sog. «Messinaer und Calabreser Essenzen», d. h. die Citrusöle, sind Sizilien und Calabrien mit den Exporthäfen Messina, Palermo und Reggio, Zentren der Veilchenwurzelkultur sind: Florenz und Verona, der Rosenkultur für türkisches Rosenöl: Kezanlik, für Crocus: Spanien, für amerikanische Mentha: Michigan und Indiana, für amerikanische Colophonium-Nadelhölzer: Alleghany, für Mohnkultur zur Opiumgewinnung: das nördliche und das südwestliche Kleinasien, für Chinarinde: Java u. a. m.

Die Angaben in den folgenden Tabellen beruhen auf Erkundigungen im Lande selbst, bezw. auf eigenen Erfahrungen. In Deutschland und der Schweiz erhielt ich Auskünfte bei den Drogenfirmen, dann in Nürnberg, Cölleda, Jena (Jenalöbnitz) bei mit der Sache Vertrauten, für Rußland erhielt ich Angaben von W. FERREIN und GAUCHMANN, für Frankreich von L. PLANCHON und COLLIN, für Belgien von RANVEZ, für Holland von VAN ITALLIE, für England von GREENISH und HOLMES, für Österreich von FRITZ & CO., für Ungarn von AUGUSTIN und WEBER. Für Nordamerika benutzte ich die Berichte des Department of Agriculture und KRAEMERS Angaben.

Verzeichnis der in Deutschland kultivierten Arzneipflanzen.

Name der Pflanze

Benutzter Teil

Ort der Kultur

Lilium candidum L.

Blüten

Jenalöbnitz.

Acorus Calamus L.

Rhizom

Danzig, Neustäderwald und Praust bei Danzig, Stettin, Liebenwerda (Thüring.).

Cannabis sativa L.

Frucht

Schwarzwald, Württemberg, Baden, im Donau- und Illergebiet.

Saponaria officinalis L.

Wurzel

Jenalöbnitz, Heldrungen.

Adonis vernalis L.

Kraut und Blüte

Jenalöbnitz, Greußen i. Thür.

Nigella sativa L.

Samen

Bei Erfurt, Söflingen b. Ulm.

Aconitum Napellus L.

Kraut und Knollen

Mittenwald a. Isar (Ober-Bayern), Jenalöbnitz, Ebingen (Württemberg), Blankenburg b. Berlin.

Paeonia officinalis L.

Blüten (Korolle) und Samen

Jenalöbnitz (bes. auf dem Mönchsberg).

Papaver somniferum L.

Samen (und Frucht)

Angermünde, Magdeburg, Gotha.

Papaver Rhoeas L.

Blüten (Korolle)

Jenalöbnitz, Schweinfurt, Nürnberg.

Cheiranthus Cheiri L.

Blüten

Jenalöbnitz.

Sinapis alba L.

Samen

Aken a. Elbe, Klosterzimmern (östl. Ries.).

Brassica nigra Koch

Samen

Elsaß.

Cochlearia officinalis L.

Kraut

Jenalöbnitz, Eisfeld b. Hildburghausen, Saarunion.

Malvaceen

Umgegend von Nürnberg (Großreuth, Kleinreuth, Lohe, Almoshof, Kraftshof, Thon, Buch, Wetzendorf, Rohnhof, Poppenreuth, Sack, einiges auch in Ziegelstein, Maiach, Erlenstegen, Leih, Bislohe, Schnepfenreuth), Umgegend von Schweinfurt (Sennfeld, Gochsheim, Schwebheim, Räthlein, Prichsenstädt), Jenalöbnitz, ferner Groß- u. Klein-Langheim, Gerolzhofen, Castell, Rüdenhausen (Bez.-Amt Kitzingen), Schlauraf. Eingegangen sind die Kulturen in Aken, Ringleben, Haßleben und Klosterzimmern (östl. Ries.), Bauerngärten.

Malva vulgaris Fries
Malva silvestris L.

Kraut

Dorndorf i. Thür.

Althaea officinalis L.

Wurzel und Blätter

Bei Nürnberg, Schweinfurt (Gochsheim, Sennfeld, Schwebheim), Jenalöbnitz, Söflingen b. Ulm.

Althaea rosea Cav.

Blüten

Bei Nürnberg, Jena und Jenalöbnitz, Schweinfurt (Prichsenstädt), Cölleda, Schlauraf, Heldrungen (Hemleben, Gorsleben), Donndorf, Ebingen, Gotha, Bamberg, Blaubeuren, Hegnach (Württemberg) und in Bauern- und Apothekengärten.

Ruta graveolens L.

Kraut

Aken a. Elbe, Gernrode a. Harz, Jenalöbnitz, Ringleben, Haßleben, Nürnberg, Söflingen b. Ulm und in Bauerngärten.

Rhus toxicodendr. Mich.

Blätter

Jenalöbnitz.

Pimpinella Anisum L.

Frucht

Bei Weißenfels, Halle und Erfurt, ferner in Franken und Württemberg.

Carum Carvi L.

Frucht

Erfurt, bei Weißenfels, Halle, Merseburg, Cölleda, Bitburg, Ostseeprovinzen, Hegnach (Württemberg), Söflingen b. Ulm.

Archangelica officinalis Hoffm.

Wurzel

Cölleda, Frohndorf, Neuhausen, Orlishausen, Stödten, Ober-Heldrungen, Schneeberg (Bockau, Lauter, Zschorlau, Sachsenfeld), Schweinfurt (Gochsheim, Schwebheim), Miltitz b. Leipzig.

Levisticum officinale Koch

Wurzel

Cölleda (Frohndorf, Orlishausen, Stödten, Neuhausen), Miltitz b. Leipzig und in Bauerngärten.

Foeniculum capillaceum Gilib.

Frucht

Weißenfels, Leipzig, Halle, Erfurt, Markranstädt-Lützen (b. Merseburg), Cölleda, Aken, Blankenburg b. Berlin, Söflingen b. Ulm, ferner in Franken und Württemberg.

Anethum graveolens L.

Frucht

Magdeburg, Quedlinburg, Kahla (Thüringen), Jena.

Petroselinum sativum Hoffm.

Kraut und Wurzel

Jenalöbnitz, Miltitz b. Leipzig, bei Nürnberg und in vielen Bauern- und Apothekengärten.

Frucht

Quedlinburg, Jenalöbnitz.

Meum athamanticum Jacq.

Rhizom

Schneeberg (Bockau, Lauter, Zschorlau, Sachsenfeld).

Coriandrum sativum L.

Frucht

Bei Erfurt, Walschleben, Elxleben, Gr. Dachwig, Großrudestedt, Udestedt, Söflingen b. Ulm.

Conium maculatum L.

Kraut

Aken, Eisfeld b. Hildburghausen.

Punica Granatum L.

Blüten

Leipzig u. and.

Rosa gallica L.

Blüten (Korolle)

Vierlanden (b. Hamburg), Jenalöbnitz (Nürnberg).

Rosa centifolia L.

Blüten (Korolle)

Jena, Jenalöbnitz, Greußen i. Thür., Gotha.

Rosa damascena Miller (bulgar. Rose)

Blüten (Korolle)

Miltitz bis Markranstädt (Sachsen).

Trigonella Faenum graecum L.

Samen

Bei Erfurt, Großengottern, Mühlhausen i. Thür., Cölleda, Söflingen b. Ulm, im Vogtland.

Melilotus officinal.Desr. und M. altissimus Thull.

Kraut

Jenalöbnitz, Schweinfurt.

Glycyrrhiza glabra L.

Wurzel

Schweinfurt (Schwebheim).

Menyanthes trifoliata L.

Blätter

Cremmen (Brandenburg), Zehdenick, Leichholz b. Frankfurt a. O., Alt-Ruppin, Ebnath (Bayern), Nürnberg.

Borago officinalis L.

Blüten und Kraut

Jenalöbnitz (Löberschütz, Beutnitz, Golmsdorf, Frauenprießnitz).

Cynoglossum officinal. L.

Kraut

Jenalöbnitz.

Hyoscyamus niger L.

Blätter und Samen

Blankenburg b. Berlin, Gernrode, Schweinfurt (Schwebheim), Jenalöbnitz, Hegnach (Württemberg), Aken, Eisfeld b. Hildburghausen, Oberhausen und in einigen Apothekengärten.

Atropa Belladonna L.

Blätter

Blankenburg b. Berlin, Blankenburg am Harz, im Rhein- und Ruhrgebiet und in einigen Apothekengärten.

Datura Stramonium L.

Blätter, Samen

Blankenburg b. Berlin, Aken, Gernrode.

Verbascum Thapsus L., V. thapsiforme, V. phlomoid. L.

Blüten (Korolle)

Neudorf (Bruchsal), Schweinfurt (Schwebheim, Räthlein), Aken, Ballenstedt a. Harz, Blaubeuren, Schwarzenfeld (Nabburg), Sonderburg (Alsen) und in vielen Bauern- und Apothekengärten.

Veronica officinalis L.

Kraut

Leichholz b. Frankfurt a. O., Kemnath (Bayern), Jenalöbnitz.

Mentha piperita L.

Kraut

Cölleda, Aken a. Elbe, Neudorf (Bruchsal), Lustaedt, Weingarten (Rheinpfalz), Ringleben (Thüring.), Gebesee a. Gera, Heldrungen, Jenalöbnitz, Schweinfurt (Gochsheim), Blankenburg b. Berlin, Saarunion, Söflingen b. Ulm, Nürnberg, Hegnach (Württemberg), Sonderburg (Alsen), Gnadenfrei (Schlesien), Wallmerod, Miltitz b. Leipzig und in vielen Apothekengärten.

Mentha crispa L.

Kraut

Aken a. Elbe, Cölleda, Ringleben, Gebesee, Jenalöbnitz, bei Nürnberg, Söflingen b. Ulm, Hegnach, Blankenburg b. Berlin, Neudorf (Bruchsal) und in Bauerngärten.

Pulegium vulgare Mill.

Kraut

Jenalöbnitz.

Salvia officinalis L.

Blätter

Gernrode, Jenalöbnitz, Aken, Greussen, bei Leipzig, Blankenburg b. Berlin, Heldrungen, Cölleda, Saarunion (Els.), Söflingen b. Ulm, Zanow, Hegnach (Württemberg), Miltitz b. Leipzig und in vielen Bauern- und Apothekengärten.

Salvia Sclarea L.

Blüten und Kraut

Jenalöbnitz.

Rosmarinus officinal. L.

Kraut

Söflingen b. Ulm und in Bauerngärten.

Glechoma hederacea L.

Kraut

Nürnberg, Jenalöbnitz.

Melissa officinalis L.

Blätter

Aken a. Elbe, Heiligenstadt (Thür.), Gotha, Jenalöbnitz, Saarunion (Els.), Heldrungen (Hemleben, Gorsleben), Cölleda, Ringleben, Haßleben, Wernigerode, Sonderburg (Alsen), Söflingen b. Ulm, Hegnach (Württemb.), ferner in Baden und im Schwarzwald und in zahlreichen Bauern- und Apothekengärten.

Hyssopus officinalis L.

Kraut

Aken, Quedlinburg, Nürnberg, Jenalöbnitz, Blankenburg b. Berlin, Söflingen b. Ulm, Miltitz b. Leipzig und in Bauerngärten.

Thymus vulgaris L.

Kraut

Quedlinburg, Greußen, Schweinfurt, Jenalöbnitz, Zanow, Miltitz b. Leipzig und in Bauern- und Apothekengärten.

Lavandula vera DC.

Blüten

Blankenburg b. Berlin, Söflingen b. Ulm, Miltitz b. Leipzig.

Lamium album L.

Blüten (Korolle)

Elbing, Memel, Jenalöbnitz.

Origanum Majorana L.

Kraut

Döbris i. Thüringen, Heldrungen, Wuschlaub b. Leipzig, Schweinfurt, Blankenburg b. Berlin, Zanow und in der sächsischen Lausitz, sowie in zahlreichen Bauern- und Apothekengärten.

Ocimum Basilicum L.

Kraut

Jenalöbnitz, Quedlinburg, ferner in Württemberg, Baden und dem Schwarzwald.

Satureja hortensis L.

Kraut

Jenalöbnitz, Gernrode.

Teucrium Scordium L.

Kraut

Praust b. Danzig, Greußen.

Bryonia vulgaris L. u. B. dioica Jacqu.

Wurzel

Jenalöbnitz.

Asperula odorata L.

Kraut

Rodigast i. Thür.

Sambucus nigra L.

Blütenstand

Franken und allenthalben.

Valeriana officinalis L.

Rhizom

Gebesee, Cölleda, Neuhausen, Frohndorf, Orlishausen, Stödten, Büchel, Schneeberg (Bockau, Lauter, Zschorlau, Sachsenfeld), Ringleben, Aschersleben, Pansfelde (Harz), Ballenstedt, Jenalöbnitz, Schweinfurt (Schwebheim).

Artemisia Absynthium L.

Kraut

Aken a. Elbe, Steinkirchen (Spreewald), Cölleda, Heldrungen (Hemleben, Gorsleben), Leichholz (Neumark), Gernrode (Harz), Salzwedel (Thüringen), Krausnick (Brandenb.), Neudorf (Bruchsal), Jenalöbnitz, Miltitz b. Leipzig, ferner in Württemberg, Baden und im Schwarzwald und in Bauerngärten.

Artemisia Abrotanum L.

Kraut

Jenalöbnitz, Jena, Söflingen b. Ulm.

Artemisia Dracunculus L.

Kraut

Bei Erfurt, Blankenburg b. Berlin, Ringleben, Haßleben, Jenalöbnitz, Miltitz b. Leipzig und in Bauerngärten.

Pyrethrum cinerariaefol. Trev., P. carneum Bieb., P. roseum Bieb.

Blütenstand

Blankenburg b. Berlin.

Anacyclus officinarum Hayne

Wurzel

Magdeburg, Gernrode a. Harz.

Calendula officinalis L.

Blüten

Erlangen, bei Nürnberg, Jenalöbnitz, Bamberg, Gotha, Ebingen, Donndorf.

Spilanthes oleracea Jacq.

Kraut

Erlangen, bei Jenalöbnitz.

Anthemis nobilis L.

Blütenstand

Zwischen Leipzig und Altenburg (Borna, Kieritzsch-Leuka).

Silybum marian. Gärtn.

Samen

Jenalöbnitz, Jena, Dorndorf.

Lappa major Gärtn. u. andere Lappaarten

Wurzel

Jenalöbnitz.

Lactuca virosa L.

Kraut u. Lactuarium

Jenalöbnitz, Zell (Mosel).

Tanacetum vulgare L.

Blütenstand

Neudorf (Bruchsal).

Inula Helenium L.

Wurzel

Cölleda (Frohndorf, Orlishausen, Stödten), Groß-Neuhausen (Weimar), Schweinfurt (Schwebheim), Nürnberg, Heldrungen, Jenalöbnitz, Söflingen b. Ulm und in Bauerngärten.

Scorzonera hispanica L.

Wurzel

Nürnberg, Jenalöbnitz.

Cnicus benedictus Gärtn.

Kraut

Gernrode a. Harz, Jenalöbnitz, Erfurt, Heldrungen, bei Nürnberg, Eisfeld b. Hildburghausen, Aken a. Elbe, Söflingen b. Ulm, Cölleda, Ringleben, Haßleben u. in einigen Apothekengärten.

Reseda

Blüten

Miltitz b. Leipzig.

Heracleum

Miltitz b. Leipzig.

Pastinak

Miltitz b. Leipzig.

Sellerie

Miltitz b. Leipzig.

Rubia tinctorum

Wurzel

Elsaß.

Cichorium Intybus

Wurzel

Große Anpflanzungen in der Gegend von Mainz, Worms, Mörisheim.

Die Bezirke Deutschlands und die wichtigsten von ihnen gelieferten wilden und kultivierten Arzneipflanzen.

Ostpreußen.

Flores Chamomillae, Herba Millefolii, Radix Artemisiae, R. Consolidae, R. Cynoglossi, R. Taraxaci, Rhiz. Calami.

Schlesien.

Baccae Juniperi, Cortex Frangulae, Flores Chamomillae, Herba Equiseti, Lichen islandicus, Zuckerrübe.

Sächsische Lausitz.

Cortex Frangulae, Herba Majoranae, Rhiz. Calami.

Erzgebirge.

Radix Angelicae, Rad. Levistici, Rad. Pimpinellae.

Hessen.

Herba Pulmonariae arbor., H. Salviae Sclareae, Rad. cichorei, Flor. Verbasci, Baccae Myrtilli.

Franken.

Lupulin, Baccae Myrtilli, Boletus cervinus, Flores Acaciae, Fl. Arnicae, Fl. Chamomillae, Fl. Calendulae, Flor. Cyani, Flor. Lamii alb., Fl. Primulae veris, Fl. Paeoniae, Fl. Anthyllidis, Fl. Tiliae, Fl. Rhoeados, Fl. Sambuci, Herba Absynthii, H. Althaeae, H. Arnicae, H. Centaurii, H. Polygalae, H. Rorellae, H. Violae tricoloris, H. Menyanth., H. Majoranae, H. Millefol., H. Agrimoniae, Radix Althaeae, R. Arnicae, R. Bryoniae, R. Asari, R. Caryophyllatae, R. Tormentillae, R. Carlinae, R. Ononidis, Rhiz. filicis, R. Valerianae, Semen Colchici, S. Phellandrii, Fructas Anisi, Fr. Cynosbati.

Pfalz.

Baccae Myrtilli, Flores Arnicae, Herba Arnicae, H. Farfarae, H. Rorellae, H. Menth. pip., H. Nicotian., H. Melissae, H. Trifolii fibrini, Lichen islandicus, Rhiz. Arnicae, Rad. Cichorei, Rhiz. Calami, R. Tormentillae.

Thüringen.

Boletus cervinus, Cortex Nucum Jugland., C. Quercus, Flores Arnicae, Fl. Verbasci, Fl. Hyperici, Fl. Boraginis, Fl. Tiliae, Folia Juglandis, Herba Absynthii, H. Arnicae, H. Belladonnae, H. Centaurii, H. Cochleariae, H. Digitalis, H. Farfarae, H. Hyssopi, H. Melissae, H. Menthae piperitae, H. Petroselini, H. Polygalae, H. Pulsatillae, H. Rutae, H. Salviae Germ., H. Salviae Sclareae, H. Taraxaci, H. Thymi, H. Saniculae, H. Agrimon., Rhiz. Filicis, Radix Angelicae, R. Bardanae, R. Helenii, R. Levistici, R. Ononidis, R. Pimpinellae, R. Taraxaci, R. Valerianae, Fruct. Anethi, Fr. Coriandri, Fr. Anisi, Sem. Cardui Mariae, S. Faenugraeci.

Schwarzwald, Württemberg und Baden.

Boletus chirurgorum, Herba Absynthii, H. Basilici, H. Belladonnae, H. Cannabis sativae, H. Melissae, H. Pulsatillae, H. Aron., H. Viol. tricolor., H. Stramon., H. Hyoscyam., Flor. Arnicae, Fl. Chamom. vulg., Fl. Acaciae, Fl. Malvae Arboreae, Fl. Verbasci, Rhiz. Meu., R. Iperator., R. Asari, Rhiz. Filicis, Rh. graminis, Rad. Taraxac., R. Caryophyllat., Sem. Urticae Fruct. Junip., Fr. Papav., Hopfen.

Harz.

Fruct. Petroselini, Flor. Arnicae, Fol. Belladonnae, Digitalis, Hyoscyami, Herb. Petroselini, Fol. Salviae, Herb. Thymi, Majoranae, Radix Valerianae, Fruct. Anisi, Coriandri.

Rheinpreußen.

Herba Galeopsidis, H. Salviae Sclareae, Rhiz. Polypodii, Lactuca virosa.

Provinz Sachsen.

Fruct. Papaveris, Herba Cardui benedicti, H. Majoranae, H. Menthae crispae, H. Menthae piperitae, Rhiz. Calami, Rad. Pyrethri Germ., R. Saponariae rubr., R. Valerianae, Semen Erucae, Fruct. Foeniculi, S. Nigellae, S. Papaveris, S. Faenugraeci, Inula Helenium, Zuckerrübe.

Sachsen.

Bei Miltitz b. Leipzig: Rosen (zu Rosenöl, Rosenpomade, Rosengeraniol und Rosenwasser), Pfefferminze, Angelica, Reseda, Ysop, Basilicum, Levisticum, Heracleum, Pastinak, Muskateller Salbei, Thymian, Estragon, Petersilie, Sellerie, Wermut.

Anthemis nobilis (zwischen Leipzig und Altenburg).

Vogtland.

Trigonella faenum graecum.

Elsaß.

Flor. Chamom. vulg., Fl. Malv. arbor., Trigonella faenum graecum, schwarzer u. weißer Senf, Fol. Digitalis, Fol. Nicotian.

Bayern.

Malvaceen, Hopfen.

Kulturen von Arzneipflanzen ausserhalb Deutschlands.

Holland.

Noordwyk (Prov. Zuid-Holland): Quercusarten, Salixarten, Sambucus niger, Althaea officinalis, Calendula, Lavendula vera, Humulus Lupulus, Matricaria Chamomilla, Melilotus officinalis, Tanacetum vulg., Verbascumarten, Aconitum Napellus, Atropa Belladonna, Conium maculatum, Digitalis purpurea, Hyoscyamus niger, Lactuca virosa, Melissa officinalis, Mentha crispa, Mentha piperita, Rosmarinus officinalis, Salvia officinalis, Datura Stramon., Anethum vulg., Archangelica officinalis, Cnicus benedictus, Levisticum officinale, Papaver somniferum, Petroselinum sativum, Artemisia Abrotanum, vulgaris und Absynthium, Asperula odorata, Cochlearia officinalis, Armoracia rustic., Gratiola officinalis, Origanum Majorana, Ruta graveolens, Sabina officinalis, Saponaria officinalis, Viola odorata, Foeniculum capillaceum, Inula Helenium, Helleborusarten, Rosa centifolia und andere Rosa-Arten.

Wassenaar (Prov. Zuid-Holland): Althaea officinalis, Salvia, Artemisiaarten, Menthaarten, Foeniculum capillac., Origanum Majorana.

Zuid-Holland: Prunus Laurocerasus, Brassica campestris, Senfsamen, Carum carvi, Beta vulgaris, Rubia tinctorum, Linum usitatissimum, Cannabis sativ.

Meppel (Prov. Drenthe): Hyoscyamus niger, Atropa Belladonna, Digitalis purpurea, Aconitum Napellus, Cochlearia offic., Armoracia rustic., Cnicus benedictus, Datura Stramonium.

Prov. Noord-Holland: Prunus Laurocerasus, Inula Helenium (Alkmar), Brassica campestris, Papaver somniferum, Senfsamen, Carum carvi, Beta vulgaris, Linum usitatissimum.

Utrecht: Senfsamen, Carum carvi, Beta vulgaris, Tabak.

Zeeland: Papaver somniferum, Senfsamen, Carum carvi, Beta vulgaris, Cichoriumwurzel, Rubia tinctorum, Linum usitatissimum.

Groningen: Camelina sativa, Senfsamen, Carum Carvi, Beta vulgaris, Cichoriumwurzel, Linum usitatissimum.

Overysel: Camelina sativa, Linum.

Gelderland: Camelina sativa, Beta vulgaris, Humulus Lupulus, Tabak.

Friesland: Papaver somniferum, Senfsamen, Carum carvi, Beta vulgaris, Cichoriumwurzel, Linum.

Noord-Brabant: Senfsamen, Carum carvi, Beta vulgaris, Cichoriumwurzel, Rubia tinctorum, Linum, Cannabis sativ., Humulus Lupulus.

Limburg: Cichoriumwurzel, Humulus Lupulus.

Niederösterreich.

Faenum graecum (Retz), Sinapis nigra und alba, Mentha piperita, Melissa officinalis und Chenopodium ambrosioides (Waidhofen a. d. Th.), Pinus Laricio (für Harz). Die Kulturen von Lactuca und Safran sind eingegangen.

Mähren.

Glycyrrhiza glabra und Rheum Rhaponticum (Auspitz, Austerlitz, Poppitz), Salbei, Anis, Fenchel, Kümmel, Coriander, Faenum graecum (Znain), Tilia.

Böhmen.

Schwarzer Senf, Hopfen (Saaz, Auscha, Pilsen).

Galizien.

Anis, Fenchel, Kümmel, Coriander.

Dalmatien, Montenegro, Herzegowina.

Pyrethrum cinerariaefolium (dalmatische Insektenblüte), Rosmarin (süddalmatische Inseln).

Ungarn.

Juniperus, Capsicum (Paprika aus Szegedin), Verbascum, Flor. Malv. arbor.

AGNELLI in Csári bei Sassin (Komit. Neutra) kultivierte: Abrotanum, Absynthium, Aconitum Napellus, A. viros., Adiantum aureum, A. pedatum, Adonis auctumnalis, A. vernalis, Agrimonia, Althaea officinalis, A. rosea nigra, Alkekengi (Baccae), Anchusa officinal., A. tinctor., Anethum, Angelica (Radix), A. silvestris, Anisum, Anthemis nobilis (Flor.), A. Cotula (Flor.), Arachis Hypog., Aristolochia Clemat. (Radix), A. pallida (Radix), A. rotund. (Radix), A. sempervirens (Radix), A. Serpentaria (Radix), Arnica, Artemisia glacialis, A. pontica, A. vulgaris, Asarum canadens., A. europaeum, Asclepias syriaca, Asparagus officinalis, Asperula odorata, A. tinctoria, Asphodelus albus, Asphodelus luteus, Asphodelus ramos., Astragalus bacticus (Fruct.), Ballota nigra, Bardanna (Radix), Basilicum, Belladonna, Betonica, Borago, Bryonia alb. (Radix), Calamus, Calendula, Cannabis sativ., Capsicum annuum (Fruct.), Carduus benedict., C. marian. (Sem.), Caram carvi, Carthamus tinct. (Flor.), Centaurium min., Cerasus acid. und dulc., Cerefolium, Chelidonium majus., Chenopodium ambr., C. atripl., C. Botryos, C. Quinoa (Fruct.), C. rubr., Cichoreum Intyb. (Rad.), C. sativ. (Rad.), Cochlearia, Colchicum (Sem. et Bulb.), Conium maculat., Convallaria maj. (Flor.), Corchor. tect., Coriandr. sat., Corylus avellan. (Fruct.), C. Lambert (Fruct.), Crocus sativus, Cucumis Melo (Sem. et Fruct.), Cucurbita Pepo (Sem.), Cyanus (Flor.), Cynanch. vincetoxic., Cynoglossum, Daphne Mezereum (Rad. et Cort.), Digitalis purp., Dipsacus full., Dracuncul., Eryngium (Rad. et Herb.), Euphorbia., Foeniculum, Glycyrrhiza, Gratiola, Hedera terrestris, Helianthus annuus (Flor. et Fruct.), H. pip. (Flor. et. Fruct.), Hepatica triloba, Herniaria glabra, Hyoscyamus, Hyssopus, Indigofera tinctoria, Inula bifront., I. Helenium (Rad.), Iris florentina, I. germanica, Isatis tinctoria, Iva moschata, Jalapa mirabilis, Lactuca virosa, Lavendula (Flor.), Levisticum, Lilium alb. (Flor.), Linum (Sem.), Lobelia inflata, Majorana gal. (annua), M. germ. (peren.), Malva silvestris, M. vulgaris, Marrubium alb., Matricaira, Melilotus, Melissa, Mentha aquatica, M. crispa, M. piperita, M. Pulegium, Millefolium, Morus nigra, Orchis fusca, O. Morio, Origanum vulgare, Paeonia, Papaver alb. (Sem. et Capita), P. coer. (Sem. et Capita), Parietaria, Patchouli, Petroselinum, Plantago major, Psyllium, Pulmonaria mac., Pulsatilla, Pyrethrum carneum (Flor.), P. parthenium (Flor. et Herb.), P. roseum (Flor.), Reseda luteola, Rheum Emodi, R. palmat., R. offic., Rhus Toxicodendron, Ribes rubr. (Fol.), Rosa centifolia (Flor.), Rosmarinus offic., Rubia tinct. (Rad.), Ruta hortensis, Salicaria, Salvia horminum, S. officinalis, S. Sclarea, Sambucus Ebulus (Fruct.), S. niger (Flor.), Sang. urb., Saponaria offic., Sarracenia purpurea, Satureja gallica, S. hortens. germ, Scolopendrium off., Scordium, Serpyllum, Sideritis, Sinapis alb. (Sem.), S. nig. (Sem.), Solanum nigrum, Spilanthes acmella, S. oleraceus, Stramonium, Symphitum, Tanacetum (Flor.), Thymus gallicus (annuus), T. hortensis (germ.), Urtica dioïca, U. urens, Verbascum phlomoides (Flor.), V. thaps. (Flor.), Verbena, Veronica, Viola tricolor, Xanthium spinos., X. strumar.

Nach STRÖCKER und AUGUSTIN werden jetzt (1907) kultiviert: Althaea rosea, Cnicus benedictus, Inula Helenium (in Gärten), Linum usitatissimum (im Kleinen überall, an manchen Stellen [Bölcske, Komitat Tohna] im Großen), Melissa officinalis, Mentha piperita (im Großen in Böös, Kom. Pozsony, neben der äth. Öl-Fabrik Rezió-Laib) und in Csári (Kom. Nyitra bei Pfarrer AGNELLI), Mentha crispa (Kom. Tolna), Origanum majorana (Bauerngärten), Salvia officinalis (in Gärten, Kom. Tolna), Sinapis nigra u. Humulus Lupulus (Kom. Báes-Bodrog).

Besonders kultivieren die Apotheker LAIB und VÁRADY in Böös (Komit. Preßburg) und SZKITSÁK in Privigye (Komit. Neutra). LAIB und VÁRADY cultivierten (1907): Absynth. gallic., Car. Carvi (hollandic.), Cnic. benedict., Calend. off., Chamom. vulg. u. rom., Foenicul. graec. u. roman., Hyssop., Iris Florent., Liquirit., Majoran., Malva arbor., Menth. crisp., Levistic., Ruta, Salvia, Thymus, Satureja, Valeriana. In Mezökövesd, Békéscsaba und Kolozsoár (Klausenburg) bestehen auf Anregung des ungarischen Ackerbauministers errichtete, staatlich subventionierte Anlagen für Arzneipflanzenkultur.

England.

Schwarzer Senf, Sumbul.

Essex: Coriander.

Chesterfield: Kümmel, Baldrian.

Bedfordshire, in Steppingley: Belladonna, Lavendel, Bilsenkraut, Mentha, Fingerhut, Pennyroyal, in Ampthill: Loamy, Moister, Belladonna, Aconit, Mohn, Gurken, Lavendel, Conium, Lactuca virosa, Rosa gallica, Rosmarin, Sadebaum, Pennyroyal, Rhabarber: Rheum rhaponticum und Rh. officinale (Rh. undulat.).

Suffolk, in Long Melford: Pfefferminz, Mangelwurz, Bilsenkraut, Mohn. Zur Öldestillation: Kümmel, Dill, Lavendel, Pfefferminz.

Surrey (bei Carshalton): Pfefferminz, Yssop, Schafgarbe, Beifuß, Wermut, Wurmkraut (Rainfarn), Pennyroyal, Feverfew, Marshmallow (Samtpappel), Gamander (Teucr. chamaedrys), Raute, Lavendel, Melisse, Santolina chamycyp., Solidago, Comfrey (Wallwurz), Chelidon. maj., Artemisia Abrotanum, Chenopod. olidum, Belladonna, Bilsenkraut, Sadebaum, Datura Tatula, Kamille und Lavendula.

Surrey (bei Mitcham): Anthemis nobilis, Rosa gallica, Mentha, Süßholz.

Yorkshire: Süßholz (Pontefract).

Cambridgeshire: Belladonna, Aconitum Napellus (Foxton).

Hertfordshire: Mentha,

Oxfordshire: Rosa gallica.

Lincolnshire: Mentha.

Derbyshire: Rosa gallica.

Schottland: Lactuca, Lavendula vera.

Italien.

Süßholz (Teramo und in Sizilien b. Caltanisetta), Mannaesche (Calabrien und Sizilien), Iris (b. Florenz und Verona), Pomeranze (Sizilien) [Fol. aurant., Fr. aurant. immatur., Cort. fruct. aurantii], schwarzer Senf (Puglia), Citrone (Gardasee, z. B. bei Gardone), Ricinus, Mandeln (Sizilien und Apulien), Agrumen, Faenum graecum, Fenchel, Oliven, Feigen, Orangen, Anis (Apulien), Johannisbrot (Puglia), Crocus (Acquila).

Ferner liefert Italien nach dem Norden (nach SIEGFRIED-Zofingen): Rad. Saponariae, Rhiz. Graminis, Rad. Althaeae, Fol. Malvae, Flor. Chamomill., Sem. Psylli, Stip. Dulcamar., Fol. Jugland., Fol. Adianti, Fol. Lauri, Fruct. Lauri, Bacc. Juniperi, Rad. gentian., Bulb. Scillae.

Frankreich.

Mentha piperita, Coriander, Anis, Rheum rhaponticum (Dep. d. l. Drôme, eingeg. in der Bretagne), Lavendula (zur Ölgewinnung in Montpellier, Grasse, Ventoux), andere Pflanzen, die ätherische Öle enthalten (Grasse), Althaea off., Malva u. Verbascum Thapsus (Nordfrankreich), Belladonna (bei Paris), Fenchel (Nimes), Wacholder (Jura u. Südfrankreich), Rosmarin (Südfrankreich), Glycyrrhiza glabra (Südfrankreich), Faenum graecum (Südfrankreich), Safran (Pithiviers en Gâtinois, weniger bei Orleans, Avignon u. Vinaisson), Mandeln, Oliven, Citronen u. Orangen (Südfrankreich), Rosa gallica (Lyon, Champagne, Nizza, Cannes u. Grasse), Eucalyptus u. Pomeranze (Nizza), Jasmin, Tuberose, Cassia, Veilchen u. Orangenblüten (Südfrankreich); Artemisia Absynthium, Artemisia pontica, Hyssopus officinalis u. Melissa officinalis (zur Absinthfabrikation), Krapp (Avignon), Tournesol-Crozophora tinctoria (Grand Gallargues, Dep. Gard), Pinus maritima (im Dep. des Landes für Harz).

Clermont Ferrand (Kulturen früher groß, jetzt unbedeutend): Lactucarium, Angelica (Wurzel), Kirschstiele, Erdbeer- u. Nußblätter.

Languedoc (Meynes, Montfrin, Jonquières): Alant, Mentha, Ysop (der wildwachsende in La Drôme u. La Crau besser), Melisse, Fenchel, Carotte, Salbei, Toute-bonne, Rainfarn.

Houdan (zwischen Chartres u. Versailles, Kulturen von FOUCHÉ und OUDIN): Hundsgras (Quecke), Kresse, weiße Nessel, Hyoscyamus, Belladonna, Borago offic., Angelica, Artemisia, Absinth, Cochlearia, Rosmarin, Ysop, Melisse, Angelica, Lavendel, Baldrian, Saponaria, Pranus Laurocerasus, Althaea, Anthemis, Gentiana purp., Erythraea Centaurium, Rheum Rhapont., Spartium Scoparium, wilde Stiefmütterchen, Mauerkraut, Mentha, Carduus benedictus, Chamomilla, Erdrauch, Schafgarbe, Raute, Beifuß, Datura Stramonium, Salbei, Rainfarn, Hirtentäschelkraut, Petersilie, Samtpappel, Fenchel, Melilotus, Rhus Toxicodendron.

Belgien.

Hopfen (Alost), Baldrian, Anthemis nobilis. In der Provinz Hainaut (Hennegau) in Lessines, Deux Acren, Flobeeg: Römische Kamille, Mohn (sehr große Mohnfrüchte), Baldrian, Angelica, Bardanna, Malve, Althaea offic. (Blüten), Verbascum Thapsus. Kleine Kultur von Belladonna, Bilsenkraut, Stramonium, Cigue, Inula Helenium, Aconit. Kulturen im Aussterben.

Schweiz.

Levisticum, Faenum graecum, Absynth, Inula Helenium, Hyssop., Juglans, Tilia, Sambucus, Matricaria, Melissa, Mentha, Rosa gallica, Thymus, Salvia, Cochlearia, Datura (Zofingen), Morus, Linum, Crocus (Mundt bei Brig, Sitten, Faido).

Spanien.

Glycyrrhiza glabra (Alicante, Tortosa, Cordova, Barcelona, Elche), Mandeln (Malaga, Valencia, Alicante u. Majorca), Anis (Alicante), Crocus (La Mancha, Albacete, Murcia, Alicante, Mallorca), Kümmel, Capsicum annuum (Alicante), Punica Granatum, Coloquinte (Südspanien), Johannisbrot (im Süden Spaniens), Feigen, Citronen, Pomeranze (Malaga), Kork.

Portugal.

Mandeln (bei Lissabon u. Oporto), Scilla, Quitten, Citronen, Johannisbrot, Kork.

Griechenland.

Mandeln, Feigen, Anis, Coloquinte (Cypern), Johannisbrot (Cypern u. Candia), Scilla (Malta u. Cypern), Pistacia lentiscus (Chios), Korinthen (Jonische Inseln, Golf von Corinth).

Macedonien.

Papaver (für Opium), Capsicum annuum (Salonichi).

Bulgarien.

Rosa (für Rosenöl), Papaver (für Opium).

Schweden.

Im Versuchsgarten in Landskrona: Conium maculatum, Atropa Belladonna, Cnicus benedictus, Hyoscyamus niger, Achillea Millefolium, Trifolium repens, Pimpinella Anisum, Coriandrum sativum, Petroselinum sativum, Foeniculum officinale, Carum Carvi, Matricaria Chamomilla, Datura Stramonium, Salvia officinalis, Nicotiana Tabacum, Melilotus officinalis, Mentha crispa, Melissa officinalis, Allium sativum, Mentha piperita, Viola tricolor, Sinapis nigra, Sinapis alba, Taraxacum officinale, Cynoglossum officinale, Arctostaphylos Uva Ursi, Digitalis purpurea, Vaccinium Myrtillus, Verbascum Thapsus, Juniperus communis, Lycopodium clavatum, Ledum palustre, Hypericum perforatum, Arnica montana, Lavendula officinalis, Rosa centifolia, Papaver somniferum, Rosa gallica, Carthamus tinctorius, Convallaria majalis, Tanacetum vulgare, Cochlearia officinalis, Solanum Dulcamara, Pontentilla Tormentilla, Iris speciosa, Aconitum Napellus, Pimpinella Saxifraga, Levisticum officinale, Humulus Lupulus, Colchicum autumnale, Linum usitatissimum, Artemisia vulgaris, Althaea officinalis, Inula Helenium, Hyssopus officinalis, Thymus vulgaris, Artemisia Absinthium.

Finland.

Kümmel (nicht bester Qualität).

Ostseeprovinzen.

Lein, Kümmel, Kalmus.

Rußland.

Tee (Kaukasus, Tiflis), Lein (Mittelrußland), Coriander, Anis (Krasnoje ist Anismarkt), Kümmel, Süßholz (auf den Inseln des Wolgadeltas und weiter südlich), Brassica Besseriana (Südrußland, Gouv. Astrachan, Sarepta), Quitten (Südrußland), Pyrethrum coronopifolium Willd. (Kaukasus), Hanf (südl. von Moskau), Krapp (Derbent am Caspimeer), Fruct. Capsici (Gouv. Samara, Saratow, nied. Wolga), Sem. Cinae (Gouv. Orenburg u. Turkestan), Oliven (Krim, Kaukasus), Mentha piperita (Gouv. Tula u. Bezirk Rostow).

Gouv. Jaroslaw: Herba Basilici, Fol. Melissae, Herb. Majoranae, Fruct. anisi vulg., Herb. Hyssopi, Origani vulg., Petroselinum (Rad. Fol. u. Fruct.), Herb. Estragon., Rad. Dauci, Fol. Ribis Nigri, Herb. Rutae graveolens, Cardui benedicti, Herb. u. Flor. Millefolii. Im Njest Rostewski: Menth. pip., Salvia, Majoran.

Gouv. Poltawa: Petroselinum (Flor., Fol. u. Fruct.), Flor. Malvae Arboreae, Flor. Rosae centifoliae (auch Krim), Flor. Acaciae alb. (auch in Loubny), Herb. u. Flor. Millefolii, Flor. Verbasci Rossic. In Lubnij: Althaea, Chamomilla.

Gouv. Moskau: Herb. Estragon, Capita Papaveris, Stroboli Lupuli, Fol. u. Flor. Helianthi annui (auch in Prilouky), Flor. Chamomill. vulg., Fol. Belladonnae, Fol. Cardui benedic., Fol. Cardui Mariae, Fol. Digitalis, Fol. Petroselini, Herb. Tanaceti balsamit., Herb. basilici, Herb. Centaurii minor., Herb. u. Flor. Millefolii.

Gouv. Tambow: Menth. pip.

Gouv. Woronesch: Anis.

Nordkaukasien (Baku, Jelisawetopol, Derbent): Ricinus. Crocus sativus var. α autumnalis und var. B. Pallassii (C. Pallassii Marsch. Bieb.) werden in Rußland bei Elisabethpol, Tiflis, Derbent und Baku, am Kaspischen Meer und in Nordpersien gebaut.

Kleinasien.

Anis (Smyrna), Feigen (Smyrna, bes. Aïdin), Pyrethrum (Armenien), Glycyrrhiza (Smyrna u. Sohia), Papaver für Opium (im Nordwesten bei Karahissar Sahip, Balarhissar, Geiwa u. Bogaditsch, im Süden bei Uschak, Afjunkarahissar u. Hamid), Colocynthis (Palästina), Liquidambar orientalis (kleinasiatische Küste, gegenüber von Kos u. Rhodus), Krapp (Smyrna), Rosinen (Smyrna), Crocus (Zafiran Boli), Rad. Scammonii.

Persien.

Papaver, Feigen, Pyrethrum, Rosa gallica (Schiras), Crocus (Chorassan).

Vorderindien, Ceylon und Straits Settlements.

Senf (Brassica juncea u. and.) (Bengalen), Tee, Baumwolle, Zucker, Kaffee, Myristica (Penang), Lein (Bengalen), Pfeffer (Pulopinang, Malakka u. Penang), Hevea brasiliensis für Kautschuk (Malakka u. Ceylon), Areca Catechu (Ceylon), Coca und Ipecacuanha (Ceylon), Chinarinde (Ceylon, British Sikkim u. in den Nilagiris), Tamarinden, Ricinus, Cannabis indica, Rosa (Bengalen u. Ghazipur), Elettaria Cardamomum (Malabar u. Ceylon), Indigo, Fenchel, Zimt, Zingiber (Bengalen u. Cochin), Cocos, Cassia, Coriander, Curcuma (Bengalen), Papaver für Opium (Indien, Bengalen, Malva, in den Holkarländern), Senna (Tinnevelly), Faenum graecum, Citronella (Ceylon), Pfeffer (Malabar in Tilicheri u. Aleppi, Assam), Jalappe (Ipomoea purga in British Ind., Nilagiris), Andropogonarten (Ceylon), Jute (Bengalen).

Java und andere südasiatische Inseln.

Reis, China, Tee, Kaffee, Curcuma, Cubebe, Indigo, Coca, Palaquium u. Payena, Zuckerrohr (Java), Tabak (Sumatra), Hevea für Kautschuk (Java u. Sumatra), Gambier, Pfeffer (Sumatra, Rioux Lingga, Lampong auf Java), Andropogon Schoenanthus (Java), Vanille (Tahiti), Areca Catechu (Java), Myristica (Bandainseln), Melaleuca minor (auf den Burruinseln zwischen Celebes u. Ceram), Gewürznelken (Amboina und auf den Ulyasserinseln: Nusalaut, Saparua u. Haraku), Ylang-Ylang (Manila), Cassia Fistula (Java), Cacao (Samoa).

Japan.

Mentha piperita (Prov. Uzen), Laurus Camphora (Formosa), Aralia Ginseng, Papaver für Opium (Osaka), Sikimi.

China.

Papaver für Opium, Ingwer, Galgant (auf Heinan und in China), Elettaria Cardamomum, Tee, Aralia Ginseng, Rheum (Hupeh), Baumwolle, Sternanis, Laurus Camphora, Cinnamom, Cassia.

Afrika.

Faenum graecum (Ägypten u. Marokko, Mazagan), Brassica, Mandeln (Marokko), Lein (Algerien u. Ägypten), Quitten (Cap), Coriander (Marokko), Kümmel (Marokko), Papaver (Ägypten, Algerien), Feige (Nordafrika), Tamarinden (Ägypten), Gewürznelken (Sansibar u. Pemba, Réunion), Rosa (Tunis u. Ägypten), Hagenia abyssinica (Abyssinien in Dörfern), Scilla (Algerien), Ingwer (Sierra Leone), Baumwolle (Ägypten), Vanille (Bourbon, Mauritius, Madagaskar, D. O.-Afrika u. Seychellen), Anacyclus Pyrethrum (Tunis u. Algerien), China (Sao Thomé, in Deutsch-West- u. Deutsch-Ostafrika, Réunion), Kola (Westafrika), Tee (Mauritius), Zuckerrohr (Mauritius), Henna, Yohimbéhé.

Australien.

Baumwolle (Hawaï), Eukalypten.

Centralamerika nebst Inseln.

Cacao, Brassica juncea, Citrusarten, Anis (Mexiko), Vanille (Vera-Cruz, Guadeloupe, Martinique), Feigen, Tabak (Cuba), Tamarinden (westind. Inseln), Croton (New Providence), Guajac (San Domingo), China (Jamaica: Blue mountains), Aloë (Barbados, Curaçao), Maranta (Bermuden, auf St. Vincent), Myroxylon Pereirae (San Salvador), Citrus vulg. (Curaçao), Piment (Jamaica), Ingwer (Jamaica u. Barbados), Baumwolle u. Ricinus (westind. Inseln), Kola (Jamaica, Trinidat), Indigo (Mexico).

Südamerika.

Paullinia Cupana (Mané, Villa bella und Imperatrix), Kaffee, schwarzer Senf, Anis (Chile), Vanille (Westabhang der Cordilleren), Ipecacuanha, Mate (Uruguay u. Parana), Capsicum baccatum (Cayenne), Coca (Bolivien u. Peru, Cuzko u. Trujillo), Guajac, Cacao, Jaborandi (Ceará, Paraguay), Indigo (Columbien, Venezuela), Tonco (Venezuela), Nelken (Cayenne), Baumwolle (Brasilien), China (Bolivien). Die Cinchonenkulturen Boliviens liegen in den Seitentälern des Beni und am Mapiri.

Vereinigte Staaten von Nordamerika.

Kultivierte Arzneipflanzen: Mentha piperita (Wayne County in New York, St. Joseph County in Michigan, Wisconsin, Indiana, Ohio), Crocus sativ. (Pensylvanien — aufgegeben), Digitalis purpurea (Washington u. Süd-Carolina), Absynth, Salvia und Atropa Belladonna (New Jersey), Cassia acutifolia (Corpus Christi Texas, Washington), Conium maculatum, Matricaria Chamomilla, Calendula officinalis, Inula Helenium, Ricinus communis, Panax quinquefolium, Urtica urens, Baumwolle, Tabak und Zucker (Südstaaten), Cinnamom, Camphora (Florida).

Gartenkräuter für Hausgebrauch: Anis, balm, sweet basil, bene, boneset, borage, caraway, catnip, coltsfoot, coriander, cumin-dill, sweet fenne, hoarhound, lavender, pennyroyal, Rosmarin, Raute, Salbei, summer and winter savory, Majoran, Symphytum, tansy, tarragon, thymian und wormwood.

Erfolgreiche Versuche (Versuchstationen: Bei Washington (D. C.), bei Timmonsville (Süd-Carolina), bei Huntington (Florida), Pierce (Texas); (die Station der Quäker in Massachusetts (Ohio) ohne Bedeutung): Papaver somniferum (ohne großen Erfolg), Cinnamomum Camphora (bis Süd-Carolina u. Oakland), Glycyrrhiza glabra, Hyoscyamus niger, Citrullus Colocynthis, Capsicum fastigiatum, Datura Tatula, Scopolia Carniolica, Cassia angustifolia, Convallaria majalis, Anacyclus Pyrethrum, Chrysanthemum cinerariaefolium, Aristolochia Serpentaria, Althaea officinalis, Hydrastis canadensis (ohne großen Erfolg), Artemisia anthelmintica (wormseed; Florence County in Nord-Carolina), Ginseng (östl. Ver. Staat.; Hauptzentrum New York), Licorice (Versuche in Süd-Carolina), Capsicum (Versuche in Ebenezer, Süd-Carolina, in Potomac Flats bei Washington und Pierce, Texas).

Kultivierte Nutzpflanzen, auch von medizinischem Wert (nach KRAEMER): Aesculus glabra, Aesculus Hippocastanum, Ailanthus glandulosa, Betula lenta, Castanea dentata, Cercis canadensis, Citrus species, Cornus florida, Diospyros virginiana, Eucalyptus Globulus, Eucalyptus rostrata, Fraxinus americana, Juglans cinerea, Juglans nigra, Juniperus communis, Juniperus Sabina, Larix americana, Lindera Benzoin, Liquidambar styraciflua, Liriodendron tulipifera, Magnolia glauca, Melia Azedarach, Ostrya virginiana, Pinus Strobus, Populus candicans, Populus tremuloides, Prunus serotina, Ptelea trifoliata, Sorbus americana, Pyrus malus, Quercus alba, Quercus rubra, Quercus velutina, Salix alba, Salix nigra, Sassafras off., Tsuga canadensis, Ulmus fulva, Xanthoxylum americanum, Alnus serrulata, Berberis vulgaris, Buxus sempervirens, Ceanothus americanus, Chionanthus virginica, Comptonia peregrina, Cornus stolonifera, Crataegus oxyacantha, Daphne Mezereum, Evonymus atropurpureus, Cytisus Scoparius, Hamamelis virginiana, Hydrangea arborescens, Ilex verticillata, Kalmia latifolia, Laurus nobilis, Myrica cerifera, Amygdalus persica, Rhamnus cathartica, Rh. Frangula, Rh. Purshiana, Rhus glabra, Rosa gallica u. centifolia, Rosmarinus off., Sambucus canadensis, S. nigra, Spiraea tomentosa, Thuja occidentalis, Viburnum Opulus, V. prunifolium, Parthenocissus quinquefolia, Celastrus scandens, Gelsemium sempervirens, Humulus Lupulus, Menispermum canadense, Passiflora incarnata, Solanum Dulcamara, Achillea Millefolium, Aconitum Napellus, Acorus Calamus, Aletris farinosa, Allium sativum, Althaea rosea, Anemonearten, Anthemis nobilis, Asclepias tuberosa, Baptista tinctoria, Betonica officinalis, Cassia marylandica, Chamaelirium luteum, Cimicifuga racemosa, Echinacea angustifolia, Eryngium aquaticum, Foeniculum vulgare, Geranium maculatum, Gillenia trifoliata, Lacinaria spicata, Glechoma hederacea, Hepatica triloba, Paeonia off., Panax quinquefolium u. Aralia quinquefolia (Ginseng in New York, Illinois, Wisconsin, Ohio u. Tennessee, westl. vom Mississippi), Polygonatum biflorum, Polemonium reptans, Rudbeckia laciniata, Ruellia ciliosa, Salvia off., Silphium laciniatum, Sanguinaria canadensis, Symphytum off., Trillium erectum, Urginea maritima, Cereus grandiflorus, Lophophora Lewinii, Andropogon arundinac. vulg., Cannabis sativa, Capsicum fastigiatum, Petroselinum sativum, Carum carvi, Citrullus vulgaris, Cucurbita Pepo, Dephinium Consolida, Gossypiumarten, Hyoscyamus niger, Lactuca virosa, Calendula off., Nicotiana Tabacum, Ocimum Basilicum, Origanum Majorana, Papaver somniferum, Roripa Armoracia, Satureja hortensis, Trifolium pratense u. repens, Zea Mais, Sinapis nigra, Linum, Sassafras, Lobelia inflata, Cypripedium parviflorum u. hirsutum, Polypodium vulgare, Adiantum hirsutum, Polianthus tuberosa (für Parfümerie in Florida und Nord-Carolina).

Californien.

Citrusarten (auch in Florida), Viola odorata, Brassica juncea.

Über die Rentabilität von Arzneipflanzenkulturen ist viel gestritten worden. Sie ist abhängig von den Bodenpreisen und der Höhe der Arbeitslöhne. Rußland und Ungarn, die noch große Strecken unkultivierten Landes und niedrige Lohne besitzen, haben die günstigsten Bedingungen für eine rentable Kultur der europäischen Arzneipflanzen.

Pfarrer JOS. AGNELLI in Csári bei Saßin in Ungarn, der gegen 200 Arzneipflanzen anbaute, bemerkt (1893): «Im allgemeinen rentieren sich die medizinischen und technischen Pflanzen entschieden viel besser als alle anderen Ökonomiepflanzen.»

Ich füge hinzu: Sie verlangen aber auch ein liebevolleres Eingehen auf die Individualität und dürfen nicht schematisch betrieben werden.

Lit. Flückiger, Pharmakognosie, Flückiger und Tschirch, Grundlagen. Fristedt, Das Alter unserer vegetabilischen Heilmittel in der Medizin. Schw. Wochenschr. 1885. H. Correvon, Le jardin de l’herboriste. Propriétés et culture des plantes médicinales et des simples (112 Fig.) Genève 1896. Tschirch, Der Anbau der Arzneigewächse in Deutschland. Arch. f. Ph. 1890, 663. Diffloth, La culture des plantes médicinales dans le nord de la France. Journ. Pharm. 1901. Holmes, Cultivation of herbs in Surrey. Ph. J. 1900, Cultivat. of medicinal plants in Bedfordshire and Suffolk. Ph. J. 1900, auch ebenda 1905. Göppert, Die offizinellen und technisch wichtigsten Pflanzen der Gärten. Görlitz 1852. Schmidt, Handbuch der medizinischen und Färbekräuter. Gotha 1832. Salomon, Handbuch der höheren Pflanzenkultur. Stuttgart 1880. Schöller, Der Anbau der Arzneigewächse. Nordhausen 1843. Löbe, Die neueren u. neuesten Kulturpflanzen. Nach Arten, Abarten u. Anbau systemat. beschrieben. 1863. Löbe, Anleitung zum rationellen Anbau der Handelsgewächse. Stuttgart 1868 und 1879. Jäger, Der Apothekergarten. Anleitung zur Kultur und Behandlung der in Deutschland zu ziehenden Medizinalpflanzen. Hannover 1890. Schwabe, Der Medizinalkräuterbau in Thüringen. Korrespondenzbl. d. allg. ärztl. Vereins. Thüringen 1876. Trenka, Über den Anbau von Arzneipflanzen. Pharm. Post 1892. P. Agnelli, Über die Kultur der Arzneipflanzen. Ebenda 1893. Petzold und Süß, Zur Frage des Anbaus von Arzneipflanzen in den durch die Phylloxera devastierten Weingärten. Ebenda 1897. Zapfe, Über die Kultur der Arzneipfl., spez. der Pfefferminze. Ebenda 1897. Breitfeld, Der deutsche Drogenhandel. Leipzig 1906. Schweißinger, Alkaloidgeh. narkot. Pfl. bei der Kultivier. Ph. Z. 1891. Oppenau, Der Hanfbau im Elsaß. Seine Geschichte, Bedeutung usw. 2. Aufl. 1897. Bavay, De l’influence de la culture sur l’activité des plantes médicinales. Congr. int. Paris 1900. Paschkiewicz, Kultur von Arzneipflanzen (russisch) 1903. Camus, Die (in Frankreich) einheimischen Medizinalpflanzen. Bull. sc. pharmacol. 1903. Ward, On the growth of plants in glazed cases. London 1842. W. K. Voltz, Der Einfl. d. Menschen auf die Verbreitung d. Haustiere und Kulturpflanzen. Leipzig 1852. Andersson, Plantes cultivées de la Suède. Ann. sc. nat. 1867. Risso et Poiteau, Hist. et cult. des Orangers. Paris 1872 (m. 110 Taf.). Arcuri, Coltivazione de Frassino da Manna. Agricoltura meridionale 1879. Arzneipflanzen-Anbau bei Berlin. Deutsche Gartenzeitung 1886, S. 118 u. 599. Kraemer, Conservation and cultivation of medicinal plants. Am. Journ. pharm. 1903 und Textbook of botany and Pharmacognosie 1907. Post und Lindström, Om odling och insaml. af medicinalväxter 1905 (m. kol. Taf.). Safran-Kultur in Pennsylvanien. Am. Journ. pharm. 1905. A. Poehl, Die Kultur von Medizinalpflanzen auf radiumhaltigen Böden. Pharmatsevtischesky Journal 1905. Stich, Zum Anbau von Medizinalpflanzen. Apotheker-Zeit. 1907, Nr. 89. Waldmann, Einiges über Medizinalkräuter in Ungarn und Frankreich. Pharm. Post. 1908. Béla Páter, Gyógynövények termelése (Heilkräuteranbau). Verl. d. Siebenbürg. Landwirtsch. Ver. u. Ders., Vadontermö Gyógynövények (Wildwachs. Medizinalpfl.). Verl. d. Ungar. Landwirtsch. Ver. Groot, Einfl. d. Düngung auf d. Gehalt d. Arzneipfl. an wirks. Bestandt. Ph. Weekbl. 34 (1898). Louis Planchon, Commerce actuel de l’herboristerie dans une région du Languedoc. Journ. d. pharm. 1896. Louis Planchon, Plantes médicinales et toxiques de Départ. de l’Hérault. Mém. Acad. de Montpellier 1899 (mit ausführl. Tabellen). La Wall, The drug and herb Vendors of the Sidewalks of Philadelphia. Am. Journ. pharm. 1900. Albert Schneider, The native and introduced poisonous and medicinal plants of California with suggestions on drug culture. The Pacific pharmacist 1907. Blomeyer, Kultur der landwirtschaftlichen Nutzpflanzen, 2 B. (herausgeb. v. H. Settegast).

Für tropische Kulturen: Tschirch, Indische Heil- und Nutzpflanzen und deren Kultur. Berlin 1892. Afbeeldingen vom Kolonial-Museum Haarlem herausgegeben. Greshoff, Schetsen van nuttige indische Planten. H. Semler, Die tropische Agrikultur. Ein Handbuch für Pflanzer und Kaufleute. 3. B. Wismar 1886. 2. Aufl. 4. B. von R. Hindorf (mit Warburg und Busemann). Wismar 1897. van Gorkom, De Oostindische Cultures. 2 Vol. Amsterdam 1884. van Someren Brand, De groote cultures der wereld. Geschiedenis, teelt, voeding, nuttige toepassing. Amsterdam 1906. Simmonds, Tropical Agriculture. London 1877. E. Mead Wilcox, Glimpses of tropical agriculture. Ohio 1900. Brockmeier, Über den Einfluß der englischen Weltherrschaft auf die Verbreitung wichtiger Kulturgewächse, namentlich in Indien. Diss. Marburg 1884. J. Wohltmann, Handbuch der tropischen Agrikultur für die deutschen Kolonien in Afrika. Leipzig 1892. R. Sadebeck, Die Kulturgewächse der deutschen Kolonien und ihre Erzeugnisse. Jena 1899. Jumelle, Les cultures coloniales. 2 vol. (m. 205 Fig.). Paris 1901. I. Plantes alimentaires, II. Pl. industrielles et médicinales. D’Almada Negreiros, L’agriculture dans les colonies portugaises. Paris 1905. P. Sagot u. E. Raoul, Manuel pratique des cultures tropicales et des plantations des pays chauds. Paris 1893. Rep. of the spice and other cultivation of Zanzibar and Pemba Islands. For. office 1892, Miscell. Ser. Nr. 26. Louis Planchon, La récolte et la conservation des drogues exotiques. Bull. Soc. Languedoc. d. Geogr. 1898. Preuß, Cult. v. Medizinalpfl. im Bot. Gart. Viktoria (Kamerum). Notizbl. Bot. Gart., Berlin 1902. H. Rackow, Tropische Agrikultur. Berlin 1900. R. Sadebeck, Die tropischen Nutzpflanzen Ostafrikas, ihre Anzucht und ihr ev. Plantagenbetrieb. Hamburg 1891. Max Fresca, Der Pflanzenbau in den Tropen und Subtropen. Berlin 1904. A. Stutzer, Die Düngung der wichtigsten tropischen Kulturpflanzen. Bonn 1891. E. Zietlow, Subtropische Agrikultur. Ein Handbuch für Kolonisten und Pflanzer. Leipzig 1904.

Zeitschriften: Der Tropenpflanzer, Zeitschr. für tropische Landwirtschaft. Herausgegeben von O. Warburg und F. Wohltmann, seit 1897. Organ des Kolonialwirtschaftlichen Komitees. — Der Pflanzer, herausgegeben durch die Usambara-Post (Deutsch-Ostafrika), gegr. 1905. — Deutsches Kolonialblatt.Deutsche Kolonialzeitung. — Koloniale Zeitschrift. — Deutsch-Südwestafrikanische Zeitung. — Ostasiatische Lloyd. — Quinzaine coloniale. — Mitteil. von Forschungsreisenden u. Gelehrten a. d. deutsch. Schutzgebieten. — Dietrich Reimers Mitteilungen für Ansiedler, Farmer, Tropenpflanzer usw. Zwanglose Hefte mit Ankündigungen von einschlägiger Literatur. — Annuaire agricole, commercial et industriel des colonies de la rep. franc.Journal d’Agriculture tropicale (Paris), gegr. 1901. Red.: Vilbouchevitsch. — l’Agriculture pratique des pays chauds. Paris. — Revue des cultures coloniales, Paris. — Bulletin offic. de l’Etat indépend. de Congo. — The Shamba, Journal of agriculture for Zanzibar. — Tropical agriculturist, Colombo. — Indian forester, Allahabad. — Queensland Agricult. Journ.De Indische Mercuur, Amsterdam. — Teysmannia, Batavia. — Tijdschrift voor Nyverheid and Landbow, Batavia. — Natuurkundig Tijdschrift voor Ned. Indie., Batavia. — Geneeskundig Tijdschrift voor Ned. Indie., Batavia. — Verslag omtrent den staat van’s lands Plantentuin te Buitenzorg (Jahresber.). — Mededeelingen uit’s lands plantentuin. — Bulletin van het Koloniaal Museum te Haarlem. — Bulletin of the Botan. Departm. Jamaica. — Relatione annual do Instituto Agronomico do Estado de S. Paulo (Brazil) em Campinas, Sa. Paulo.

Die reich illustrierten Veröffentlichungen des United States Departement of Agriculture (Bulletins und Yearbook), die den Kulturen der Heil- und Nutzpflanzen große Aufmerksamkeit widmen und sehr liberal verteilt werden, sind wertvoll. Darin: Alice Henkel, wild medicinal plants of the united states 1906. Henkel, Peppermint 1905. Stockberger, the drug known as pinkroot. 1907. Henkel, golden seal, 1904. Henkel, weeds used in medicine 1904. Chesnut, plants poisonous to stock 1898 und Principal poisonous plants of the united states 1898. Steele, can perfumery farming succeed in the united states 1898. Chesnut, thirty poisonous plants of U. St. 1898. True, Cultivation of drug plants in the U. St. und Progress in drug-plant cultivation 1905 u. a. Die Publikationen der Institute sind im Abschnitt Zeitschriften und Institutspublikationen weiter hinten aufgeführt. Vgl. auch: G. Watt, Selection from the Records of the Government of India Revenue and Agric. Dep. by the Reporter on economic products 1888–1890. W. Richter, Kulturpflanzen und ihre Bedeutung für das wirtschaftliche Leben der Völker. Geschichtlich-geograph. Bilder, Hartleben 1890.

Historisch interessant: Joh. Commelin, Horti medici Amstelodamensis rariorum tam orientalis quam occidentalis aliarumque peregrinarum plantarum descriptio et icones ad vivum aeri incisae. Opus posthumum latinitate donatum notisque et observationibus illustr. a Fred. Ruyschio et Franc. Kiggelario. 2 Bde. 224 Kupfertafeln. Amstelod. 1697–1701. Basil. Besler, Hortus Eystettensis sive diligens et accurata omnium plantarum, florum, stirpium, et variis orbis terrae partibus singulari studio collectarum quae in celeberrimis viridariis arcem episcopalem ibidem cingentibus olim conspiciebantur delineatio et at vivum repraesentatio. 3 part. in 2 vol. Mit Kupfertitel von Wolfg. Kilian u. 367 Kupfertafeln. 1713. Dionysius Uticensis, De agricultara libri XX. Jano Cornario medico interprete. Lugd. 1553. Belon, De neglecta cultura stirpium ed. Clusius 1605. J. C. Volckamer, Hesperidum Norimbergensium sive de malorum citreorum, limonum, aurantiorumque cultura et usu libr. IV. 1713. J. C. Volckamer, Nürnbergische Hesperides od. gründl. Beschreibung d. edlen Citronat, Citronen, u. Pomerantzen-Früchte, wie solche in selbiger u. benachbarten Gegend recht mögen eingesetzt, gewartet u. fortgebracht werden. 2 Bde. Mit 249 Kupfertafeln. Nürnb. 1708. P. J. Marperger, Nutz- und Lustreicher Plantagen-Tractat oder gründl. Beweiss, was die Cultur fremder u. auch einheimischer Plantagen an Bäumen, Kräutern und andern Gewächsen unserm Teutschland in seinen Hausshaltungen und Commerciis wie auch dem Aerario selbst für Nutzen bringen könne, wie die Populosität, samt den Manufakturen dadurch könte gemehret, nahrlose Städte wieder in Aufnehmen gebracht, unsere teutsche Exportanda gar merklich dadurch erweitert u. viel Millionen Gelds im Lande erhalten werden. Dresden 1722. G. C. Eimmart, Lust vnd Arzeneygarten des Königlichen Propheten Davids. 150 Blatt mit 300 Kupfern, Nürnb. ca. 1740. Ludwig, Radicum officinalium bonitas ex vegetationis historia dijudicanda. Lips. 1743. Ludwig, De plantarum viribus cultura mutatis. Lips. 1772. J. Ellis, Anweisung wie man Saamen u. Pflanzen aus Ostindien u. andern entlegenen Ländern frisch u. grünend üb. See bringen kann. Nebst einem Verzeichnis von ausländ. Pflanzen, deren Bau in amerikan. Colonien befördert zu werden verdient. 1775. Dietrich, Der Apothekergarten. Berlin 1802. Desfontaines Hist. d. arbres et arbrisseaux qui peuvent être cultivées en plaine terre sur le sol de la france. 2 vol. 1809. Lauterbach, Geschichte der in Deutschl. bei der Färberei angew. Farbst. mit bes. Berücks. d. mittelalterlichen Waidbaues. Leipzig 1905. G. Buschan, Vorgeschichtl. Botanik der Kultur- und Nutzpfl. d. alten Welt auf Grund prähistor. Funde. Breslau 1895 (dort d. Literat.). Joh. Hoops, Waldbäume und Kulturpflanz. im german. Altertum. Straßb. 1905. Graf zu Solms-Laubach, Herkunft, Domestikation und Verbreitung des gewöhnlichen Feigenbaums. Abh. d. K. Ges. d. Wiss., Göttingen 1882. V. Hehn, Kulturpflanzen und Haustiere in ihrem Übergang aus Asien nach Griechenland und Italien, sowie in das übrige Europa. 7. Aufl. (v. Schrader und Engler). Berlin 1902. A. de Candolle, Origine des plantes cultivées. Paris 1896 (4. edit.). Joret, Les plantes dans l’antiquité et au moyen age. Paris 1897. A. Dozy, Le Calendrier de Cardoue de l’année 961 texte arabe et ancienne traduct. latine. Leiden 1873. Thär, Altägyptische Landwirtschaft 1881. F. Woenig, Die Pflanzen im alten Ägypten. Ihre Heimat, Geschichte, Kultur und ihre mannigfaltige Verwendung im sozialen Leben, in Kultus, Sitten, Gebräuchen, Medizin, Kunst. Mit zahlr. Abbildungen. 1886. Linné, Vorlesungen über die Kultur der Pflanzen (Neu: Ups. 1907). Hartwich, Historisches über die Kultur der Arzneipflanzen, Schw. Wochenschr. Kerner, Die Flora der Bauerngärten in Deutschland. Verh. d. Zool. Botan. Ver. Wien 1855. Fischer-Benzon, Altdeutsche Gartenflora 1894. Göppert, Geschichte der Gärten. Schles. Ges. vaterl. Kult. 1865. Steinvorth, Die fränk. Kaisergärten, die Bauerngärten der Niedersachsen u. die Fensterflora. Jahresh. naturw. Ver. Lüneburg 1890. Glaab, Die Pflanzen der salzburgischen Bauerngärten und Bauerngärten im allgemeinen. Deutsch. bot. Monatsschr. 1892 u. 1893. J. W. Weinmann, Phytanthozaiconographie. 4 B. mit 1025 kol. Kupfertaf. Regensburg 1737–45. Scriptores rei rusticae veteres latini (Columella, Cato, Varro, Palladius) ed. Geßner 1735 und Ernesti 1773. H. O. Lenz, Botanik d. alten Griechen und Römer. Gotha 1859. Weitere Literatur im Text.

Sammle Chrysanthemon itzo, das heilige, feucht noch vom Erdtau
Eh’ den unendlichen Kreis der erhabene Helios antritt.

Anonymi carmen graecum de herbis.