18. Sciurus mindanensis Steere

Sciurus cagsi A. B. Meyer P. Z. S. 1890, 599

[Tafel XI] Figur 1 (c. ⅔ n. Gr.)

Steere beschrieb 1890 (List p. 29) diese Art von Mindanao zugleich mit Sc. samarensis von Samar und Leyte. Von letzterer sagt er: „General color above and below as in S. mindanensis. Differs from that species in being of larger size and in having the thighs and nose and space about the eye, uniform in color with the back, and the upper surface of feet dark gray“. Da nun das Dresdner Museum seitdem von Dr. Schadenberg ein altes und ein junges Exemplar von Sc. samarensis von Samar erhielt, die sich von dem 1890 (P. Z. S. p. 599) von mir beschriebenen Sc. cagsi von Mindanao gerade nur durch obige Merkmale unterscheiden, so ergab sich daraus die Identität von Sc. mindanensis und cagsi. Mir war allerdings, als ich Sc. cagsi als neue Art aufstellte, Steeres Beschreibung von mindanensis bekannt, allein da sie absolut nicht auf meine 4 Exemplare passte, so konnte ich die Identität gar nicht ernsthaft in Überlegung ziehen. Steere sagt z. B., abgesehen von sonstigen Differenzen in den zwei Beschreibungen: „darker along the middle of the back“, was die Dresdner Exemplare durchaus nicht sind, es sei denn, dass die Körperseiten etwas heller erscheinen als der ganze Rücken; er sagt ferner: „thighs and upper surface of fore and hind feet rufous gray“, sie sind jedoch von derselben Farbe wie der Rücken und die Körperseiten, während man nach Steeres Beschreibung glauben muss, dass sie differiren; er sagt endlich: „tail nearly uniform with the back“; man lese dagegen meine Beschreibung des Schwanzes: „tail bushy, variegated with reddish brown, black and white above; beneath brown, edged, laterally on each side by a longitudinal black stripe, bordered externally with white; end of tail white“. Wenn man das „nearly uniform with the back“ nennt, dann ist eine Beschreibung überhaupt unnöthig, eine, wie Steere sie giebt, leitet nur irre. Gerade der Schwanz dieser Art ist charakteristisch, und auch die rostrothe Färbung an der Schwanzbasis, die übrigens bei dem erwachsenen Exemplare von samarensis fehlt, darf nicht übersehen werden. Ich müsste also sicherlich zweifeln, dass meine Identificirung richtig sei, wenn nicht, wie gesagt, die Differentialdiagnose, die Steere zwischen Sc. mindanensis und samarensis stellt, durchaus auf meine Exemplare von Mindanao und Samar passte, wobei aber noch hervorgehoben werden muss, dass es ein Irrthum von Steere ist, Sc. samarensis für grösser als mindanensis zu halten.[1] Um jedoch ganz sicher zu gehen, sandte ich von meinen Exemplaren an das Britische Museum, und Herr de Winton hatte die Güte, das dort befindliche von samarensis mit einem Dresdner zu vergleichen. Er schrieb: „I find your Sciurus from Samar, as you expected, agrees in every particular with the Co-type of S. samarensis.“ Dieses hebt die Sache über jeden Zweifel und beweist die Unzulänglichkeit der Steereschen [[29]]Beschreibung von mindanensis. Bournes & Worcester (Notes Exp. Phil. Js. 1894, 62) haben die Identität von mindanensis und cagsi schon vermuthet.

Eine andere Frage ist es, ob Sc. mindanensis identisch sei mit Sc. philippensis Wtrh. von Mindanao (P. Z. S. 1839, 117). Der Beschreibung nach kann man dies kaum annehmen, denn er wird (p. 118) als „deep brown“ bezeichnet, allein Anderson sagt (Anat. Zool. Res. 1878, 256), dass der Typus von philippensis „is in such a bad state of preservation that its characters cannot now be well determined“; auch hatte Herr de Winton die Güte ein Dresdner Exemplar von cagsi (mindanensis) mit dem Typus von philippensis zu vergleichen und sagt, dass dieses „is more rufous in general color, not greenish in tinge like your specimen from Mindanao“. Überdies hatte Steere philippensis von Mindanao und Basilan in Händen, konnte diese daher mit mindanensis und samarensis vergleichen. Allerdings muss man misstrauisch gegen die Steereschen Angaben werden, wenn man sieht, dass er Macroxus philippensis von Mindanao getrennt von Sciurus philippensis von Basilan aufzählt, und zwar ersteren als Viverriden! Er hat dies wohl nur von Günther (P. Z. S. 1879, 75) abgeschrieben, wo Macroxus philippensis Wtrh. von Mindanao hinter Paradoxurus philippinensis Temm. von Mindanao aufgeführt wird, und nicht gedacht, dass Macroxus philippensis dasselbe sein könnte wie Sciurus philippensis!


[1] Ich gab (P. Z. S. 1890, 600) die Länge eines Exemplars von Sc. cagsi auf 220 mm für Kopf und Körper und 270 für den Schwanz an, das erwachsene Exemplar von samarensis misst 200 und 204, es wird wohl aber auch etwas grössere geben mit längeren Schwanzhaaren, und ich glaube daher nicht, dass sie in der Grösse überhaupt differiren, zumal die Schädellänge von samarensis 48.5 mm ist, die Jochbogenbreite 29, gegen 48–51.5 und 28.5–31.5 bei cagsi, was also auf dasselbe herauskommt. [↑]

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