Der Tatar
Ich stieg einen Turm auf einer steilen, ungewöhnlich schmalen Treppe hinauf. Man hatte mir gesagt, daß ich nur die obere Plattform zu erreichen brauchte; oben würde ich leicht den Eingang in den Himmel finden: dort würde eine Wolke in Form einer Barke zu meinen Diensten bereitstehen, ich brauchte nur einzusteigen und könnte dann fahren, wohin ich wollte.
Der Aufstieg dauerte unendlich lange, die Beine konnten mich kaum tragen, und auch meine Geduld ging zu Ende; der Schädel schmerzte mir; ich nahm mich aber doch zusammen und erreichte schließlich die Plattform. Und was denken Sie? Es gab oben gar keine Wolke in Form einer Barke, dafür stand dort ein Tatar, einer von denen, die mit alten Kleidern handeln; seine Arme reichten aber bis zur Erde hinab. Ich wollte schon wieder hinuntersteigen — was sollte ich denn oben? —, er packte mich aber am Kragen und hob mich mit seinen langen Armen in die Höhe.
»Du ganz gemeiner Schmarotzer! Ebensowenig wie deine Ohren wirst du die Wolke, die du wohl nur aus deinen Büchern kennst, zu Gesicht bekommen, noch die Dinge, die jenseits der Wolke sind. Putz dir erst die Augen, die in allen Dingen nur das Häßliche schauen, und dann bist du uns willkommen!«
Ehe ich ihm etwas entgegnen oder mich rechtfertigen
konnte, begann der Tatar mich langsam auf die Erde hinabzulassen. Und als bis zur Erde nichts mehr übriggeblieben war, schlug ich mit der Nase hart am Boden auf und fiel in warmen Kuhmist.