Die Dohle

Ich versteckte mich in der Kajüte eines Dampfers, aber die Verfolger, vor denen ich mich versteckte, kamen mir immer wie Jagdhunde auf die Spur. Sie hatten alle menschliche Gesichter, doch Froschleiber und Handschuhe an den Händen. Da sie wohlerzogen und freundlich waren, mordeten sie mich nicht wie einfache Räuber, sondern erdrückten mich, wie liebkosend, mit ihren weichen Bäuchen, glitten mir leise unter das Hemd und preßten mir, gleichsam streichelnd, das Herz zusammen. Vorm Fenster aber sitzt eine Dohle und schreit. Ich weiß ganz gut, warum sie schreit; sie wird gleich ins Zimmer fliegen, sich auf meine Schulter setzen und mir die Augen auspicken.

»Dohle«, bitte ich meinen schwarzen Gast, »verschone meine Augen, ich will dir ein Perlenhalsband um den Hals legen, ich will dir meine Hände preisgeben, verschone nur meine Augen!«

Ich verkroch mich in den Winkel der Kajüte, aber die Menschen mit den Froschleibern stehen bereits vor der Tür, scharren an der Schwelle und kommen gleich herein.