4. Auftritt.

Frau Hasselstein [auf sie blickend]. Berta! [Dann das Bündelchen bemerkend und alles darüber vergessend mit zitternder Stimme.] Ist das – ist das?? –

Berta [in Tränen ausbrechend.] Das ist alles, was mir auf Erden geblieben.

Hasselstein [schlägt langsam den Schleier zurück.] Ach Tochter, wie unsäglich reicher bist du doch als ich! [sie neigt sich über das Kind.] Wie heißt er?

Berta [leise.] Wie sein Vater.

Hasselstein [zögernd.] Ich war ungerecht – selbstsüchtig einst, Berta, – ich wollte, was ich besaß, nicht mit dir teilen und heute – oh heute könnte ich dich auf meinen Knien mit gefalteten Händen anflehen großmütig zu sein und – [leidenschaftlich] Berta, laß zu, daß sich meine Augen an deinem Schatze weiden. Führ ihn nicht wieder fort! Bleibe bei mir – bei der Mutter deines toten Gatten.

Berta [zögernd.] Meine Vergangenheit –

Hasselstein [stolz.] Du warst die Gattin meines Sohnes.

Berta [leise.] Und – und – die Kringhäusler?

Hasselstein [sich voll aufrichtend.] Die Kringhäusler? Was kümmert mich die Meinung der Kringhäusler? Das ist Fleisch von meinem Fleische, Blut von meinem Blute – [weich, als Berta schweigend das Kind in ihre Arme legt] – mein Enkelkind!

[Beide Frauen neigen sich über den Kleinen und man hört Ausrufe wie »hat er nicht ganz die Nase seines Vaters« und »schau auf den Mund, ganz wie bei Hans Georg« usw. während sich beide Frauen halb umschlungen halten um besser auf das Kind sehen zu können.]

Roden [indem er Norry winkt sich leise mit ihm zu entfernen]. Jetzt wären endlich die Kringhäusler überwunden!

[Der Vorhang fällt.]

Ende!

Druck von Reinhold Berger in Lucka S.-A.