III. Das Köhlerhaus am Fürstenberge.

Schon im Jahre 1822 bei Errichtung des Monuments am Fürstenbrunn wurde von vielen Geschichts- und Vaterlandsfreunden der Wunsch ausgesprochen, daß unweit des Denkmals eine bewohnbare Köhlerhütte erbaut werden möge, dessen Bewohner, einer armen Köhler- oder sonst rechtschaffnen Familie, die Aufsicht über das Monument und der nahe gelegenen Waldpflanzungen obliegen sollte, denn schon damals sah man es voraus, daß ein so unbewachtes Denkmal vielen Verunstaltungen ausgesetzt sein würde.

Allein ohngeachtet der mancherlei Gaben, die damals zur Errichtung des Denkmals von Vaterlandsfreunden gespendet wurden, reichten sie doch nicht hin, um die Erbauung einer Köhlerhütte möglich zu machen. So vergingen denn volle 16 Jahre, ohne daß jemand sich der Sache unterzog, um durch abermalige milde Beiträge es möglich zu machen; als im Anfange des Jahres 1838 der Herr Finanzprocurator Lindner zu Schwarzenberg, der sich schon bei Errichtung des Denkmals der Sammlungen milder Beiträge unterzogen und sehr thätig sich gezeigt hatte, eine unterthänige Bitte an ein hohes königl. Finanzministerium, zu Gewährung des nöthigen Platzes und Holzes der Köhlerhütte wagte. Diese hohe Behörde, patriotischen Unternehmungen nicht hinderlich, genehmigte es auch, und so wurde von dem Herrn Finanzprocurator Lindner und dem Herrn Rentamtmann von Schleinitz zu Grünhain[94] eine Sammlung milder Beiträge von Nah und Fern unternommen.

Lith. Anst. v. Rudolph & Dieterici in Annaberg R. Böhme. lith. W. Bischert gedr.
Ansicht vom Denkmale u. Köhlerhause am Fürstenberge bei Grünhain

Trotz der größten Bemühungen der beiden vorgenannten Herren ging die Einsammlung sehr spärlich von statten, so daß an der völligen Erbauung einer Köhlerhütte so leicht nicht gedacht werden konnte, als unser allverehrtes Fürstenhaus, welches nie seine milde Hand sinken läßt, zu dem Unternehmen wahrhaft königl. beisteuerte[95], wodurch erst das begonnene Werk lebhaft von Statten gehen konnte, und schon sollte nun die Hütte gehoben werden, als den hiesigen Gebirgsbewohnern, so wie allen treuen Sachsen die große Freude zu Theil wurde, ihren allgeliebten König[96], nebst dessen hochverehrter Frau Gemahlin der Königin[97] in ihrer Mitte sehen zu dürfen.

Nachdem beide Majestäten den 10. Septbr. 1838 in Annaberg übernachtet hatten, kam Se. Majestät der König am 11. Septbr. über Schlettau, Scheibenberg, Elterlein, Zwönitz nach Grünhain mit Gefolge geritten, geruhte daselbst den dasigen Klostergarten in Augenschein zu nehmen, wo noch das Gefängniß, Fuchsthurm genannt, zu sehen ist, in welchem Kunz v. Kauffungen vom Abt Liborius festgehalten wurde, und ritt sodann nach Gottesgeschick[98], um daselbst höchstdero Frau Gemahlin, welche von Scheibenberg kommend, hier das daselbst befindliche Bergwerk in Augenschein zu nehmen, geruht hatte, abzuholen, um gemeinschaftlich von da auf den Fürstenbrunnen zu fahren.

Hier hatte sich schon unter Leitung des Herrn Pastor M. Richter und der beiden Lehrer der Bürgerschule zu Grünhain, Herr Rektor Hecker und Herr Cantor Günther die Grünhainer Schuljugend versammelt, als auch der dasige Frauenverein, unter Leitung der damaligen Vorsteherin desselben, der Frau Rentamtmann von Schleinitz so wie viele tausend Menschen, um das edele Regentenpaar zu empfangen. Sobald die hohen Herrschaften, geleitet von dem Amtshauptmann des Bezirks, den Domherrn Freiherrn von Biedermann auf Niederforchheim, angekommen waren und geruht hatten aus dem Wagen zu steigen, gingen 12 Grünhainer Mädchen weiß gekleidet dem hohen Herrscherpaare voran, indem sie demselben Blumen auf den Weg streuten und zugleich brachten die Bergleute von den Werken Gottesgeschick und Graul[99], welche eine Haie bis in die Nähe des Brunnens bildeten, ein freudiges: »Glück auf!« aus. Hierauf nahte sich Einer[100] von den sieben Köhlern, die sich dort versammelt hatten, um dem hohen Regentenpaare folgendes Gedicht[101] vorzutragen:

Muß ich, mein König, mich nicht heute freuen,
Daß dieser Tag mir aufgegangen ist?
Ich, Einer von den Tausenden Getreuen,
Der Dich als Wächter ehrerbietig grüßt. –
Sah' an der Quelle Jahre geh'n und kommen;
Doch meinen König hieß ich nicht willkommen.

Laß es gescheh'n, daß ich Dir hier verkünde,
Was vor Jahrhunderten mein Auge sah' –
Wenn ich vor Dir das rechte Wort nicht finde,
So ist wohl Deine Gnad' und Huld mir nah –
Drum hell Dich auf, Du Dunkel grauer Zeiten,
Zu Dir will mich Erinn'rung jetzt geleiten.

Hier an der Quell mußt ich mit seinen Händen
Prinz Albert durstig Labung suchen seh'n,
Es mußte mich, ich glaub's, in seine Nähe senden
Der fernen Mutter still vernommnes Flehn.
O, rette mich! – sprach er – und voll Vertrauen
Sah ich den Prinzen mir ins Auge schauen.

Den Schürbaum hier, das war nur meine Waffe,
Vor welcher Kunz, der Räuber, furchtsam floh.
Bleib weilend hier mein Prinz, daß ich Dir Hilfe schaffe!
Sprach ich – bald war er seiner Rettung froh;
Denn sieh'! geschlagen schon in festen Banden
Die Meinen bald den Prinzenräuber fanden.

Seit dieser Zeit bewach' ich diese Quelle,
Die Deinen Ahnherrn Rettungshafen ward,
Des Waldes Saum ist meines Hauses Schwelle,
Das Moos, das Lager, welches meiner harrt,
Und drüber hat mein Gott ein Dach gebauet,
In das mit Lust mein Aug' am Abend schauet.

Doch sieh! dort soll dem Greis ein Obdach werden
Und heiter schaut sein Giebel heut mich an,
Noch wärmen soll ich mich am Heerd auf Erden,
Nachdem die Blöcke längst verlangend sahn;
Dein Volk baut mir – mein König – diese Hütte,
Laß' es gescheh'n! – gewähr mir diese Bitte.

Ein guter König mußt Du sein auf Erden,
Denn es bewachet solch' Erinnerung,
Ja, glücklich soll'n wir durch Dich nur werden
Und uns're Freude bleibe immer jung.
Drum, guter König, langes, langes Leben
Mag dieser Trunk, den ich Dir biete, geben.

Ließ jüngst, mein König, mir so reichen Hausrath senden,
Mag Gott dafür Dir reichen Seegen spenden.

Nachdem beide Majestäten geruht hatten, dieses Gedicht anzuhören, überreichten drei kleine Mädchen, ebenfalls grün und weiß gekleidet, zweie[102] Sr. Majestät dem König, einen Teller mit Waldbeeren, die dritte[103] Ihro Majestät der Königin, einen Becher mit Wasser, mit den Worten:

»Dir gute Königin, mög' langes, langes Leben
Der frische Trunk, den ich Dir biete geben!«

Sodann vereinigten sich die Mitglieder des obenerwähnten Frauenvereins, um durch die dermalige Vorsteherin die Frau Rentamtmann von Schleinitz Ihro Majestät der Königin vorgestellt zu werden, indem ein Mädchen aus der vom Frauenverein zu Grünhain errichteten Nähschule, Ihro Majestät ein Gedicht auf einem mit Blumen bekränzten Körbchen zu überreichen die Ehre hatte. Ihro Majestät geruhten huldvollst und herablassend mit mehreren Mitgliedern des Frauenvereins zu sprechen. Nachdem beide Majestäten das mit Blumen bekränzte Monument betrachtet und auf das wohlwollendste über die Ausführung der Sache als die Feier dieses Tages sich ausgesprochen hatten, geruhten sie in der zu dieser Feierlichkeit erbauten mit Blumen umwundenen Bude, ein von dem Stadtrathe von Grünhain veranstaltetes frugales Frühstück einzunehmen, bei welchem die Beamten von Nah und Fern die Ehre hatten hinzugezogen zu werden.

Unter lautem Vivatruf setzte sodann das allgeliebte Regentenpaar die weitere Reise über Schwarzenberg nach Schneeberg fort.

Durch mehrere milde Beiträge[104], kam es bald hierauf soweit, daß die Hütte gehoben werden konnte. Die Feierlichkeit dabei war in den Leipziger Zeitungen No. 236. Dienstags den 2. Octbr. 1838 pag. 3452 auf folgende Weise beschrieben:

»Vom Fürstenbrunn, im königl. sächs. Erzgebirge, d. 27. Septbr. (Privatmittheilung.)

Der heutige Tag war für Viele, welche diesem Brunnen zunächst wohnen, ein heiterer Festtag. Der Bau der Köhlerwohnung daselbst war so weit gediehen, daß sie gehoben werden konnte, und nun ihrer baldigen Vollendung entgegen sieht. Nicht jedes Volk ist so glücklich, Stätten nachweisen zu können, an welche es, wie es hier geschehen darf, der Anfang eines Jahrhunderte hindurch fortdauernden Glückes anknüpfen kann. Sinnbildlich erinnert uns auch die Quelle, welche seit Jahrhunderten ununterbrochen hervorsprudelt, und deren Wächter dieses Haus erbauet wurde, an jene Quelle, die seit dieser Zeit unserm Vaterlande Glück und Segen strömt. Hierdurch empfing der 27. September d. J. eine eigenthümliche Weihe. Das Musikcorps, aus Bergleuten von der benachbarten Grube »Gottesgeschick« bestehend, hatte sich freiwillig zu dieser Festlichkeit eingefunden. Es stimmte zuerst einen feierlichen Chorgesang an, dann sprach der Baumeister zu den zahlreich Versammelten die Empfindungen aus, mit welchen er – auf Geheiß des treuen Sachsenvolkes – dieses Wächterhaus soweit aufgerichtet habe, und nachdem er die heißen Wünsche für das fortdauernde Wohlergehen unsrer allverehrten Königsfamilie ausgesprochen hatte, gedachte er dankend derer, welche ihn durch ihre Beiträge in den Stand gesetzt hatten, diese Wohnung aufführen zu können – er vergaß auch dessen nicht, welcher aus dem königl. preuß. Herzogthum Sachsen, ohne Nennung seines Namens, einen mit herzlichen Worten begleiteten Beitrag eingesendet hatte. – Unwillkührlich stimmten hierauf die Versammelten aus vollem Herzen ihr »den König segne Gott!« an. Erst, als der Sonne letzte Strahlen auf das in alterthümlicher Einfachheit sich erhebende Köhlerhaus fielen, trennten sich die Anwesenden von einander, herzliche Grüße der Liebe und Verehrung von den Bergen der erhabenen königlichen Familie aus der Ferne zusendend. –

Nachschrift. Gelingt es den ehrerbietig ausgesprochenen Bitten der thätigen Leitern dieses Baues, so dürfte das Wohnzimmer des Köhlers mit Copien von Gemälden[105] geschmückt werden, welche einzelne Ereignisse dieser Zeit darstellen, vielleicht mit den Copien von den Portraits des Köhlers Schmidt, des Kunz von Kauffungen und a. welche sich in dem Besitze eines erlauchten Fürstenhauses befinden.« –

Nachstehende Rede (verfaßt von dem Herrn Pastor M. Richter zu Grünhain) wurde am 27. Septbr. 1838 bei der Hebung des Köhlerhauses gesprochen:

»Ein frohes Gefühl ergreift mich, daß ich als Baumeister dieses Wächterhauses, Ihnen allen geehrte Anwesende, die gewiß meine Freude theilen, den aufgerichteten Giebel zeigen, sein fest zusammengefügtes Gebälk, über welches bald das schützende Dach sich breiten wird, beschauen lassen kann. Sehen wir doch jetzt schon im Geiste den treuen Wächter der Quellen, den Köhler, hier, als aus seiner Wohnung aus- und eingehen, eine graue Vergangenheit taucht vor unseren Blicken wieder auf und wir Glücklichen schauen freudig hinein, weil mit dem Ereignisse, dessen heilige Erinnerung hier bewacht werden soll, eine gesegnete Zeit für uns begann, den Wohlstand unsers theuern Vaterlandes unter dem milden Scepter aller derer, welche in Albrecht ihren Ahnherrn verehren, immer herrlicher und herrlicher erblüthe. Ja, gewiß! wie diese Quelle hier, seit Menschen sie sahen, nie versiegt ist, so fließet auch heute noch die reiche Quelle des Segens von dem Throne, da unser hochverehrter König, der Wächter unsers Wohlstandes ist – und trägt Glück und Friede in Hütten und Palläste. Ich muß es Ihnen gestehen, wenn ich so zurichtete das Gebälk, und neben mir im geschäftigen Fleiße die Maurer Stein auf Stein fügen sah, da nahm der Gedanke mein ganzes Herz ein; eine große Familie will eine schöne Erinnerung nicht untergehen lassen, ein sichtbares Zeichen der dankbaren Liebe will sie aufrichten, welches der Nachwelt erzählen soll, daß sie empfangene Liebe zu schätzen wußte, sie sammelt sich, freudig dankend, um diejenigen, welche jetzt Vater und Mutter dieser großen Familie sind und rufen Ihnen von den Bergen zu: lebet hoch! –

Allen den erlauchten Verwandten dieses Vaters und dieser Mutter: sie leben hoch!

Derjenige, welcher jetzt unter fremden Scepter glücklich wohnend auch mit bauen wollte die Hütte, weil sein dankbares Herz es ihm gebot, der aus weiter Ferne seine Gaben sendete, er lebe hoch![106]

Die als die Bauherren den Grundstein legten, sie leben hoch!

Den künftigen Bewohnern dieser Hütte schenke Gott glückliche Tage und nehme sie, wie diese Hütte, in seinen besondern gnädigen Schutz!« –


Sobald nun das Haus gehoben war, schritt der Bau bald vorwärts, durch die Bauunternehmer,[107] so daß es noch vor dem Winter bewohnbar hergestellt werden konnte. Der 1ste November 1838 wurde der Tag des Einzuges einer zwar armen aber ganz rechtlichen Bergmannsfamilie[108] aus Raschau, die also noch vor dem strengen anhaltenden Winter ein sicheres Obdach erhielt. Den 9. November 1838 wurde von der hohen Kreisdirection die Schankconzession, doch mit der Beschränkung nur anständige Gesellschaft dort zu dulden, ertheilt.

So wurde denn diese Stelle ein Ort, wo man nur gerne weilt und dabei sich als ein Punkt auszeichnet, der schon von der Natur durch das grüne Oswaldsthal in dem der Oswaldsbach von Waschleute nach Wildenau fließt, geschmückt ist, was man von dem Köhlerhause herab sehen kann, und dem gegenüber die Säulen des Fichtelgebirges sich majestätisch erheben, der aber auch durch die Ansicht der Berggebäude Gottesgeschick und Graul so wie der Ruinen der Oswaldskirche vieles malerische erhält. Der Fremdling wie der Einheimische wird hiervon angezogen und danket noch immer der Vorsehung für die Erhaltung des sächsischen Regentenhauses! –


Das Haus nimmt einen Flächeninhalt von 5 □ Rth. ein und ist ungefähr 60 Ellen seitwärts vom Monumente entfernt. Auch ist den Bewohnern desselben ein 224 □ Rth. großes Stück Waldboden zugewiesen worden, wovon 189 □ Rth. als Feld und 65 □ Rth. als Wiese benutzt werden kann. Das Feldstück liegt südöstlich von dem Köhlerhause, das Wiesenstück aber unmittelbar unter dem Hause.

Im Frühjahr 1839 wurde das Köhlerhaus vollends aufgebaut, daher erfreute sich solches schon im Laufe des ganzen Sommers 1839 eines ungetheilten Beifalls und zahlreichem Besuche, was das dort befindliche Fremdenbuch hinlänglich bescheiniget.

Der 8. Juli 1839, Jahrestag der Befreiung des Prinzen Albrecht, wurde diesmal als der Tag der Einweihung des Köhlerhauses feierlich begangen, was man aus dem No. 29. des Erzgebirgischen Voigtländischen Kreisblattes vom 16. Juli 1839 pag. 216. befindlichen Aufsatze schließen kann. Dessen Inhalt war folgender:

»Fürstenberg bei Grünhain, am 8. Juli 1839. – Das durch Beschädigungen sonst vielfach verunstaltete aber immer wieder hergestellte hiesige Denkmal zur Erinnerung an die Befreiung des Prinzen Albrechts von Sachsen am 8. Juli 1455 hat endlich nun nebst der dasselbe umgebenden Waldung einen bleibenden Schutz durch das hier neu erbaute Köhlerhaus, in welchem dessen Wächter wohnt, gefunden. –

Recht erfreulich ist es dabei, daß viele noch gegenwärtig das Unternehmen, hier eine bewohnbare an den entschlossenen Befreier, den Köhler Schmidt, nachher Triller genannt, erinnernde Köhlerhütte herzustellen freiwillig unterstützen. So hat Herr Buchbinder Buchner in Schneeberg zum gestrigen Tage ein recht geschmackvoll gefertigtes Fremdenbuch diesem Orte unentgeldlich gewidmet und vorzüglich Herr Kaufmann Gottschald in Scheibenberg den neuen Wächter daselbst, dem seine erste Einrichtung manchen wesentlichen Aufwand verursachte, der zur Zeit noch seine Mittel übersteigen mußte, namhaft dabei unterstützt. Auch gestern, wo ein heiterer Sommertag der ganzen, jedem Sachsen heilige Stätte ein recht freundliches Aeußere verlieh, sind wieder freiwillige Beiträge zu diesem Unternehmen gesteuert worden. Die Aufforderungen, welche hierzu neuerlich in den öffentlichen Blättern besonders durch den für alle gemeinnützige Gegenstände mit vielem und beharrlichem Eifer erfüllten Herrn Pastor M. Richter in Grünhain[109] erfolgt sind, lassen daher wohl noch manche weitere Unterstützung erwarten. Sollte es hierdurch mit der Zeit gelingen, daß die im Innern des Köhlerhauses angebrachten Räume zur geselligen Aufnahme die jetzt noch entbehrenden Oefen[110] erhielten, – eine in der hiesigen ziemlich rauhen Gegend ganz nothwendige Zimmerausschmückung, – so läßt es sich wohl erwarten, daß dieser historisch reich und von der Natur sehr freundlich ausgeschmückte Punkt dereinst zu jeder Jahreszeit von Fremden wie Einheimischen zahlreich besucht werden wird.

Bei dem Festmahle am gestrigen Tage zeichneten sich vorzüglich die in dichterischer Form recht gelungen angebrachten Toaste des Herrn Oberzollinspectors Frege in Annaberg, Herrn Kammerath Reiche-Eisenstuck von dort und des Herrn Pastors Behr zu Schwarzenberg aus. Dem Schlusse des Tages war ein Concert im Freien gewidmet und gegen Abend ein Feuerwerk, wobei zuletzt eine Opferflamme, auf der Spitze des pyramidenförmig gebauten Denkmales angebracht, die allgemeine Liebe der Sachsen an ihr hochverehrtes Regentenhaus verkündete.« –