N
na (selten nage), adv., im Compar. und Superl. auch adj.; C. nager, nâ(e)r, nêger, neiger; S. nagest, nâ(e)st, nêgest, neigest, neist, nêst; (reg. d. Dat.) nahe. 1. räumlich; verstärkt vil, vul na; nabi, nahebei. 2. v. Verwandtschaft, Rang, Rechten; nêger sîn, das Vorzugsrecht haben, vgl. kôp; Sup. Nächste, Mitmensch. 3. vom Preise, m. Comp. u. Sup.: wolfeil. 4. na, bes. to na, zum Nachteil, schädlich, zuwider; (auch compar.) na gân, bekümmern; êneme na wesen, jem. belangen, ansprechen; it êneme so na bringen, leggen dat, jem. dazu drängen, nötigen dass. 5. zeitlich: nachher, später; hinfort; vore unde na, na alse voren; Sup. nächstfolgend oder nächstvorhergehend; nêgermâls, nêgest, das nächste oder d. vorige Mal. 6. beinahe, fast, ungefähr; auch d. Compar. in dieser Bedtg.; verstärkt vil, vul na.
na (seltener nâch), Präp. m. Dativ, nach. 1. räumlich: Richtung und Ziel bezeichnend. 2. von der Richtung der Sinne, des Willens u. Gemüts: stân, wesen na, trachten nach, ausgehen auf; horen na, hören auf. 3. von räumlicher Folge: hinter; na ên ander. 4. von zeitlicher Folge: nach. 5. modal (in späterer Zeit auch dem Casus nachgestellt): gemäss, zufolge; hinsichtlich; auf Grund, nach Massgabe von.
na-beden, nachbeten.
na-benômde, de, der unten genannte, unterzeichnete.
naber (verk. aus na-bûr), m. Nachbar; Fem., nabersche.
naberlik, nachbarlich, nachbar-freundlich.
naberschop, Nachbarschaft.
na-besitter, nachheriger Besitzer.
na-beslagen, geizig, habsüchtig, eigennützig.
na-bliven, 1. ausbleiben. 2. unterbleiben. 3. übrig bleiben.
na-boninge, s. Ndd. Jahrb. V, 116.
na-boren, 1. nahgeboren, verwandt. 2. nach-, später geboren.
na-bringen, erweisen, darthun.
na-bûr, na-buwer, Nachbar. nabûrschop, Nachbarschaft.
nach, s. noch.
nâch, auch nach? (auch in Zusammensetzungen), s. na.
nachgaef, eine geringere Sorte Hering.
nacht, f. und m. Nacht; vêrtein nacht, vierzehn Tage, bes. als Gerichtsfrist; nachtes, by nachtes, nachts; gude nacht! lebewol!
nacht-berner, der bei Nacht Brand stiftet.
nacht-bliven, übernachten.
nachte-gal, -gal(l)e, f. Nachtigal.
nachte(m)mal(e) = nadememale.
nachtes-gewîs, nächtlicherweise, zur Nachtzeit.
nacht-gammel herink, eine geringere Art Hering; dän. natgammel?
nacht-genger, 1. ein Verdächtiger, der sich nachts wobei betreffen lässt. 2. Nachtwächter.
nacht-hûs, -huseken, das Gehäuse, in dem der Compass steht.
nach-tît = nachttît.
nacht-lecht, Licht, das in der Nacht brennt.
nachtlik, nächtlich; adv. nachts.
nacht-loper, Nachtschwärmer.
nacht-mâr, der Alp, der des Nachts die Menschen reitet.
nacht-puchen, nächtlicher Weile plündern. Subst. nachtpucher.
nacht-rave(n), Nachtrabe.
nacht- (nach-, nas-)sank, Nachtgesang, nocticinium; die letzte kanonische Hore des Tages, sonst auch complête genannt. nachtsank-, nachtsangestît.
nachtschade(n), -schede(n), Nachtschatten.
nachtslapende: bi nachtslapender dêt (Volk), tît (Zeit), zur Nachtzeit.
nacht-stên, Nachtlampe.
nacht-stucke = nachtsank.
nacht-tît, Nachtzeit.
nacht-voderinge, Nachtfütterung.
nacht-vink (?), -vunkel, der (in der Nacht leuchtende) Johanniswurm.
nacht-wacht, Nachtwache, excubiae.
nacht-warde, m. Nachtwächter; f. Nachtwache.
nacht-werk, Nachtarbeit.
nacie, f. Nation; Corporation, bes. kaufmännische.
nackal? (ein halve last nackales).
nacke, sw. m. Nacken; Nackenfell.
nacken-stucke, Teil der bischöflichen Tracht? des Messgewandes?
na-dach, 1. der nächste, folgende Tag; des nadages, am f. T.; nadages, in nadagen, in späteren Zeiten. 2. = nalach.
na-dedinge = naklage.
na-dêl, Nachteil; nadêlich, nachteilig.
na-deme, n. dat, na-dem(e)-male, n. dat, nachdem, da, weil, in Anbetracht dass.
na-dens(t) = nades, später, nachher.
nader, f. Natter (gew. adder).
naderen, sik, sw. v. refl. sich nähern.
nader-wort, serpentina; dracontea colubrina.
na-des, hernach, später; n. dat, nachdem, da.
na-dôn, 1. nachthun, nachmachen. 2. nahdon vor schaden, vergüten, Ersatz leisten (l. nôchdôn?)
na-dragen, nachtragen; bildl. (widerfahrenes Unrecht, Beleidigung) im Gedächtnis behalten, um sich gelegentlich zu rächen.
na-draven, nachtraben, -reiten.
na-dreger, Nachträger d. i. Diener.
na-driven, nachtreiben, nachhelfen.
na-erve, Nacherbe, Erbeserbe.
na-gân, nachgehen, folgen; nachstellen; im gerichtl. Sinn: verfolgen; (einem Versprechen, Contracte) nachkommen; êner sêle êne reise nagân laten, für das Seelenheil eines Toten eine Pilgerfahrt veranstalten.
nage, s. na.
na-geboren, s. naboren.
na-gebûr = naber.
na-gedelink, naher Verwandter.
nagel, m., Pl. nagele, negele, Nagel; clavus und unguis.
nagelen, sw. v. nageln, clavare.
nagel-grûs, Grus von negelken (Gewürznelken).
nagel-isern, Nageleisen, Schmiedestock, pistillus.
nagel-lôs, nagellos. Ggs. nagelvast.
nagel-mâch (-mage), 1. Verwandter im siebenten (letzten) Grade. 2. Verwandter von der Mutterseite.
nagel-vast, nagelfest.
nagen, sik, sw. v. sich nähern.
nager, Comp. zu na, nahe; auch Pos.
na-gerad(e), nach der Reihe, nach einander, allmählich. Vgl. narade, overrat.
na-geven, vergeben, erlassen; (der Bitte) nachgeben, erlauben.
na-gift, f. 1. Nachgabe, nachgefügtes Geschenk. 2. Nachtisch.
na-gras, Gras, welches nach der Heuernte wächst.
na-halen, nachholen, nachträglich thun; den erlittenen Schaden sich ersetzen lassen, recuperare.
nahe und naheit, f. Nähe.
na-hen, nachher.
na-jacht, f. Verfolgung des Feindes, Verbrechers etc.
na-jagen, (ver)folgen.
na-jâr, Nachjahr, die zweite Hälfte des Jahres; das folgende Jahr, spec. das, in welchem nach dem Tode jemandes den Erben Pfründen, Gehalt etc. noch fortbezahlt wurden.
na-jeger, Verfolger.
na-jûchen, hinter jem. her jauchzen.
nakare, ein musikal. Instrument, tamburinähnliche Pauke der Türken.
nakebûr = nabûr, naber.
nakedicheit, Nacktheit.
nakedôm, m.? n.? Nacktheit.
naken, neken, sw. v. (mit und ohne sik), nahen, sich nähern.
naket, nakent, nakendich, nackt, ohne Kleidung; unbewaffnet; armselig; naket-schulderich, mit nackten Schultern.
na-klage, Nachklage, entgeg. der vorklage; eine nach abgemachter Sache angestellte neue Klage.
na-klaginge = naklage.
na-klap, Nachklapp, Schlag hinterher, consequentia sinistra; Nachschuss (an Geld).
na-klappen, nachklappen, hinterherfolgen; verleumden.
na-klapper, -kleffer, Nachkläffer, Verleumder.
na-komelink, m. Nachkomme; Rechts- oder Amtsnachfolger, successor.
na-komen, 1. nach-, hinterherkommen, nachfolgen. 2. m. Genet., in (nachweisbare) Erfahrung bringen; sines geldes, schaden n., vollen Ersatz finden, seinem Schaden nachkommen, recuperare.
na-komer, (Rechts-) Nachfolger, successor.
na-kôp, Näherkauf, jus retractus, der gegen Erstattung des Kaufgeldes geschehende Wiederkauf.
na-koste, f. Nachfeier der Hochzeit.
na-kumstich, nachkommend, später.
na-kundinge, Belehrung (durch Nachforschung).
na-lach, n. Nachgelage, Nachfeier.
na-lât, Nachlass, Hinterlassenschaft.
na-laten, 1. hinter-, zurücklassen. 2. unterlassen. 3. verzichten, aufgeben.
na-latich, nachlässig; Subst. nalaticheit.
na-latinge, Nachlass, reliquiae; Unterlassung; Erlassung.
nâlde (umges. für nadele), f. Nadel.
na-leckelse, n. was nachleckt, abträufelt; eine sehr geringe Sorte Bier.
naleken, sw. v. nahen.
nalen, Nelken, s. negelken.
nalen, nêlen, sw. v. intr. u. refl., m. Dat. oder Präpos., nahen, sich nähern, sich zuwenden, appropinquare; trans. in jurist. Sinne: etwas an einen bringen, ihm zuwenden, zu eigen machen, (im Testamente) vermachen; refl. m. Genet., Dat. oder Präpos., sich zu eigen machen, sich in den Besitz einer Sache setzen.
nalinge und nalende, (?) f. Annäherung.
nam-aftich, -achtich, benannt, Namen habend; n. maken, nennen; ausgezeichnet, oft als Titulatur; bestimt festgesetzt.
na-mageschop, nahe Verwandtschaft.
na-mâls, später, nachher.
na-manen, nachher Klage erheben.
na-maninge, Nachforderung, spätere Klage.
na-mât, n. der zweite Schnitt des Grases.
nam(e), sw. m., auch st. im Acc. name, naem, Name; Ansehen. Das W. dient häufig zur Umschreibung, »Person«, z. B. mannes-, wives-, vrouwesname; mit namen, mit Angabe des Namens; bi n., namentlich, besonders; (specialisierend) nemlich.
nâme, sw. u. seltener st. m. Raub, Beute, das was dem Feinde in der Fehde genommen wird, bes. Vieh.
nâme, st. u. sw. f. 1. Einnahme, Einkünfte; Wegnahme, Beraubung. 2. = nâme, m.
namelike(n) = nemeliken.
name-lôs, namenlos; de n. vinger = Goldfinger; de n. sondach d. i. Sontag Judica.
nâmen, sw. v. rauben, wegnehmen.
nâmer, m. der Beute macht, Plünderer.
namesnicke, namestenicke, st. m. Statthalter (a. d. Russ.).
na-middach, Nachmittag; namiddages, am Nachmittag.
na-middernacht, die Nachtzeit nach Mitternacht.
nâminge, das Beutemachen.
nam-kundich, berühmt, namhaft; n. maken, nennen.
na-neve, naher Verwandter; fem., na-nichte.
nanne, m. f. denselben Namen führend, aequivocus, -a; Schmeichelwort für Vater oder Mutter; grote n., Grossvater.
nap, m., pl. neppe, Napf, Schüssel, Becher.
nap-stên, leuchtender Stein, an einem Napfe befestigt.
na-proven, nachprüfen; ersehen.
nâr, 1. Compar. zu na. 2. Posit. = na, nahe, mit Comp. naerre, nairre, nârre, Sup. narest, nârst; 3. = na, nach.
na-rade, successive. Vgl. nagerade, overrat.
na-radich, schlau, entschlossen, subtilis, pervicax.
nar-aftich, narbicht, fleckig, stigmaticus.
na-ramen, mutmassen.
na-rât, Rat nach der That.
nardes, Narde, nardus.
nare, selten narwe, sw. m. (selten f.) das nachgebliebene sichtbare Zeichen einer Verletzung, einer Wunde, eines Schlages, überh. Fleck, stigma.
nare, narn? Schwertangel? vgl. arn.
nare = nâr.
na-rede, Nachrede, spätere Rede; Epilog; böser Leumund.
na-reden, ausplaudern; verleumden.
na-reder, Verleumder.
nargen = nergen.
nar-haftich, närrisch.
na-richtinge, Bekundung; Kunde, Nachricht.
narlik, nahrhaft, nährend.
nâr-na, nachher, später.
narre, sw. m. Narr. fem. narrinne.
narren, sw. v. närrisch sein, Narrenteidinge treiben.
narren, sw. v. = gnarren, knurren (vom Hunde).
narren-de(ge)dinge, Narrenteiding, nugae.
narren-kappe, Narrenkappe.
narren-werk, Narrenpossen.
narrie, Narrheit.
narrisch, närrisch.
na-ruchte, n. Nachrede, böses Gerücht.
na-ruwe, f. Nachreue.
narwe, s. nare.
na-sage, f. Nachrede, (böser) Leumund.
nasch, n. Behältnis, Schachtel, Dose, bes. um Briefe, Kleinodien etc. hineinzulegen.
naschen, sw. v. naschen, ligurire; schmarotzen, betteln, mendicare.
nascher, Näscher; Schmarotzer, Bettler.
na-schuldigen, spätere Klage erheben.
nase = nese.
na-seggen, melden.
na-segger, Bote, der berichtet.
nasel-wort, Nieswurz.
na-sên, nachschauen.
naser, neser, eser, Behältnis, Schachtel für die Speise, escarius; überh. Tasche.
na-settunge, Nachachtung, Folge.
na-slotel, Nachschlüssel.
na-spôl, (Nach)spülicht? Spülwasser?
na-sporen, nachspüren.
na-sporinge, Nachspürung; Beglaubigung.
na-spreken, melden, erzählen.
nast, Darre.
nâst (nêgest, nêst), Superl. zu nâ; als Präpos. nächst, in unmittelbarer Nähe bei.
na-stallich und -stellich, rückständig.
na-stânde, rückständig.
na-standich, -stendich, rückständig; adv. späterhin.
na-stant, m. Rückstand.
na-stap(p)en, hinterhergehen.
na-stigen, steigend folgen.
na-striden, nachschreiten, folgen.
na-swemmen, schwimmend folgen.
nât, f. Naht, sutura; das Nähen.
nat, flect. nates, nattes. Subst. ntr. nass.
nât(e)le, f. Nadel; Obelisk.
nateler, nêteler, Nadelmacher.
nateln-stift, Stachel der Geissel.
natel-oge, Nadelauge oder -öhr.
nate-lôn, Nähelohn.
natel-rême, Riemen mit Schnalle, Hosenriemen, liga.
natel-voder, Nadelfutteral.
na-tît, spätere Zeit; natides, in oder to natiden, später.
na-toch-vrunde, die nachziehenden Gefolgsfreunde.
na-toge, Nachzug, Nachforderung.
na-toger, s. Ndd. Jahrb. 5, 141.
na-treck, nachziehendes Gefolge.
na-trecken, nachlaufen, folgen.
na-treden, nachtreten, verfolgen.
na-trumpen, nachtrumpfen.
natticheit, Nässe.
natûr(e), sw. und st. f. Art, angeborne Beschaffenheit; die sinnlich wahrnehmbare Schöpfung.
natûrlik, natürlich; naturlike wise mans oder meisters, alle, welche (im Ggs. zu den Theologen) sich mit der Erkenntnis der Natur beschäftigen, bes. Physiker, Ärzte, Philosophen etc.; v. Kindern, leiblich (nicht adoptiert); n. leven, dôt (Ggs. geistlich, ewig).
naugank = vlôtrenne. Aus in ouwe gank?
nau, naw, s. nouwe.
nauke, adv. beinahe?
naulix d. i. nouwelikes, mit genauer Not, kaum.
nave, f. (u. m.?) Nabe am Wagenrade.
navel (naffel), m. Nabel; navel-worm, Wurm, der in dem (kranken) Nabel sitzen soll?
navel-holt = nave.
na-vindinge, Untersuchung.
na-volge, f. Nachfolge, Verfolgung.
na-volgen, nachfolgen.
na-volger, Nachfolger, Jünger.
na-volginge, Nachfolge; n. Christi.
na-vrunt, naher Freund, Verwandter.
na-waken, m. Dat. wachend warten auf.
na-weide, Nachweide.
na-wendich, nahe verwandt.
na-winter, Nachwinter.
na-wîs, m.? n.? na-wisinge, f. Nachweis.
na-wisen, Auskunft geben.
na-wite, späterer Vorwurf.
na-wort, Nachwort, das Reden nach einem andern.
na-wrake, Nachrache, spätere Bestrafung.
ne, Negations-Affix, z. B. sone = so en, und selbständige Negation vor consonantisch anlautenden Verben; in Conditionalsätzen mit Conjunctiv, z. B. it ne si, es sei denn.
nê, nie.
nebbe, nibbe, f. Schnabel.
nêber = naber.
necessarium, n. Abtritt.
nechên, kein.
nechten, adv. in vergangener Nacht, gestern Abend.
nechtigen, sw. v. Nachtherberge geben.
necke, sw. m. = nacke.
necker, Wasser-Elf, Nix, neptunius.
neddeken, wiehern.
ned(d)en, präp. m. Dat., unterhalb.
nedden(e), adv. unten, niederwärts.
nedden-holt, Unterholz.
ned(d)er, adv. nieder, unten, niederwärts. Comp. nedderere, Sup. nedderst.
nedder-breken, nieder-, abbrechen.
nedder-dalen, niedersteigen; untergehn (von der Sonne).
nedder-dôn, niedrig machen, erniedrigen.
ned(d)ere, adj. niedrig, unter; niedrig v. Stande; de n. hêre, Unterlehnsherr; dat n., nedderste gerichte. Gericht erster Instanz.
ned(d)eren (neddergen), sw. v. erniedrigen, schwächen; im Range herabsetzen; refl. niedriger werden.
nedder-erve, Descendent.
nedder-gân, untergehen (v. d. Sonne).
nedder-heldich, abschüssig, proclivis. Subst. nedderheldicheit.
nedder-hemde, Unterhemd? Schurz?
nedder-hol, n. = achterhol.
nedderich, niedrig.
nedderinge, Erniedrigung.
nedder-klemmen, niedersteigen.
nedder-komen, hinunter gelangen; landen.
nedder-klêt, Bekleidung der unteren Leibesteile, Hose.
nedder-lage, f. 1. Niederlassung, Wohnsitz, Aufenthalt. 2. Warenniederlage, Stapel; Geld für die Erlaubnis zu einer n. 3. Niederlage im Kampfe.
nedder-lant, Nieder-, Norddeutschland. Adj. nedderlandesch.
nedder-leger = nedderlage 1.
nedder-leggen, niederlegen; Kaufleute etc. mit ihren Waren von Pferd und Wagen heruntersteigen lassen, um sie zu berauben; eine Niederlage bereiten, besiegen; zu Ende bringen; êne ansprake, ên recht n., eine Forderung, ein Recht verhindern, unwirksam machen; ablegen, unterlassen (eine Untugend).
nedder-liggen, unterliegen, eine Niederlage erleiden.
nedder-lôp, Abfluss, Lauf eines Flusses.
nedder-nemen, abbrechen, abtragen.
nedder-nigen, sik, sich vorüberbeugen.
nedder-schepen, von der hohen See landwärts schiffen, einsegeln.
nedder-schêten, niederfallen, -stürzen.
nedder-setten, niedersetzen.
nedder-sigen, st. v. und nedder-sinken, st. v. nieder, zu Boden sinken.
nedder-sitten, st. v. sich niedersetzen.
nedder-slach, das Niederschlagen, zu Boden werfen; Erschlagung; Bussgeld dafür.
nedder-slân, trans. niederschlagen, töten; ein Mandat etc. ausser Kraft setzen, widerrufen; intrans. zusammen-, umfallen; refl. sich niederlassen.
nedder-stigen, herniedersteigen; im Kurse fallen (vom Gelde).
nedder-strecken, zu Boden strecken.
nedder-strump, (Fuss-, Bein-) Strumpf.
nedder-tên, nieder-, herunterziehen, spec. vom Pferde; besiegen.
nedder-toch, das Niederziehen, Besiegung, Unterwerfung.
nedder-trecken, niederziehen.
nedder-val, Niederfall, was herunterfällt; Niederfall, Sturz zu Boden; Verfall, Rückgang; Erschlagung, Mord? Todesfall?
nedder-vallen, niederfallen, -stürzen; niederknien.
nedder-vellen, zu Boden schlagen.
nedder-vellich, 1. niederfällig, zu Boden sinkend, niederliegend. 2. heruntergehend, sinkend im Preise; heruntergekommen im Wohlstande; n. werden, einen Beweis nicht erbringen können, beim Schelten eines Urteils unterliegen; der sake, des rechtes n. w., sachfällig werden, in einer Rechtssache unterliegen; n. dêlen, jem. mit einer Klage abweisen, verurteilen; den eingegangenen Verpflichtungen nicht nachkommend, treulos.
nedder-wart, nieder-, abwärts.
nedder-werpen, st. v. niederwerfen; in den Grund schiessen.
nêde-isern, Werkzeug zum Nieten.
nêden, sw. v. nieten.
nêden, m. Gen. wagen, sich erkühnen, sich unterziehen, audere; unpers. m. Acc. der Pers. u. Gen. der Sache, verdriessen. (mhd. nieten).
neden, neder, s. nedden, nedder.
nede-yunge? (zum Meisterstück eines Messerschmieds gehörig). Lies nêde-tange, Nietkloben, engl. riveting tongs?
neffel, s. nevel; neffen, s. neven; nefnink, s. nevenink.
nege? ein Mass für Holz (eine nege holtes)?
nêge, f. das Neigen, Bücken des Hauptes (= nêginge); die Neige, der Rest.
nêgede (nêchte, nêgete), f. Nähe.
negel = nagel, unguis.
negelen, sw. v. nageln, conclavare.
negelen = negelken.
negelken, Gewürznägelein.
negên, pron. kein.
nêgen, sik, sich nahen.
nêgen, neigen, sw. v. neigen.
nêgen = neien.
negen(e), neun; negende, negede, der neunte; negenich, novenus, nonus; negenteine, neunzehn; negentich, neunzig; negentigeste, neunzigste.
negenich, s. negene.
negênich = negên.
negen-kraft, -kracht, (Neunkraft), eine Pflanze, bardana minor; herba petasitidis; conyza pulicaria; centimorbida.
negen-menneken, kleine Münze, sextans, duo chalci.
negen-oge, Neunauge, nonoculus, murenula.
nêger, s. na.
negger = neveger, Bohrer.
nêginge, das Neigen, Bücken.
nehên, kein.
nei, nie.
neiber = naber; neiberlik = naberlik.
neie dialektisch = nie, neu.
neien (neigen, nêgen, neggen), sw. v. nähen.
neiersche, Näherin.
neigen = nihen, nigen, wiehern, hinnire.
neigen = nêgen; = neien.
neiken = nêken.
nei-knecht, Nähklotz, Nähpluck?
nei-man(t), nei-me(n)t, niemand.
nein, adv. nein; pron. kein.
neinesch (?), kein.
nêinge, Wiehern.
neisen, s. nêsen; neist, s. na.
neisterinne, neistersche, Näherin.
neit, nicht(s).
nêken, neiken, sich nähern; auch refl. Im jurist. Sinne sik n. m. Gen.: etwas in Anspruch nehmen, ein Näherrecht geltend machen.
nêkinge, Näherung, Nähe.
nêleke(s), neulich.
nêlen, s. nalen.
nêlken, nêlkest, s. nîlkest.
nelle, Kebsweib, pellex.
nê-man, -men, -mant, -me(n)t, -mende, niemand.
nê-mandes, -mens, der Gen. v. nêman als Nomin. u. Accus. verwandt, wie nichtes, wes.
nême = annême, angenehm, lieb.
nemede (nemende, nēmpte,) n. ein Eidgericht von zwölf Männern, von dem Kirchspiel, der Bauerschaft, dem Geschlechte, der Kluft etc. (in Ditmarschen) ernannt, zur Eideshülfe und zum Urteil über vorgelegte Beweismittel. Vgl. nempt.
nemelik, namentlich benannt, bestimmt; namhaft, bedeutend.
nem(e)lik(en) (nemelink), adv. namentlich benannt, mit genauer Angabe; besonders, vor allen; nemlich, bei Erklärungen, Aufzählungen etc.
nemen, st. v. 1. nehmen, ergreifen, wählen; nautisch = prisen. 2. wegnehmen, holen, rauben; abs. plündern (n. up ênen). 3. nehmen, bekommen, empfangen, vromen, schaden n.; doden n., (im Kampfe) Tote verlieren. 4. verstehen. – de vlucht n., rât n. (sich beraten; sich entschliessen) u. andere Obj. – abs. zur Ehe nehmen. – nemen bi sinem êde, eidlich versichern; to gude n., es gut aufnehmen, to sik n., 1. wahrnehmen; sich merken; 2. Schuld oder Verpflichtung auf sich nehmen, up sik n., im rechtl. Sinne: belastet werden, einer That oder Schuld verdächtig werden, vor sik n., über-, unternehmen.
nemene (l. nemerne?), rapidus.
nemer-geselle, Räuber, Pirat.
neminge, das Nehmen, Wahl.
nemnen, nemmen, sw. v. nennen.
nempt, f. (anord. nefnd, f.) ein Harden- (Kreis-) Gericht im Schleswigschen, aus 8, 6 oder 12 neveningen oder nömeden (anord. nefndir, nominati) bestehend. Vgl. nemede, nevenink, nevent.
nên, nein, adv. der Verneinung, nein; Subst. ntr.
nên, nein, nîn, kein.
nêne-broder, Neinsager.
nêner-, neiner-, nêrrelei(e), keinerlei; n-wîs = nênewîs.
nêne-wîs, auf keine Weise, durchaus nicht.
nênich, kein.
nennen, sw. v. nennen (selten, fast nur im Prtcp. genant üblich).
nên-seggent, n. Ableugnung.
nên-werle = nuwerle, niemals.
neppelik (zu nip), adv. genau.
nêr(e) = nênere, keiner.
nêre, sw. f. Niere.
neren, sw. v. 1. vom Verderben befreien, retten; nähren, alere. 2. refl. (mit Gen.) seinen Lebensunterhalt gewinnen.
nêren = nêrgene.
(nêrgene?), nergen(e) (nargene, nergens, -gent, -gende), nirgends, an keiner Stelle; nirgendhin; (verstärkte Verneinung) durchaus nicht (nichts), gar nicht (nichts); ner(gen)nein, durchaus keiner. – Vielfach mit nachgestellter Präposition: n. an, n. af, n. to, u. umme u. a.
nergenlich, nergennich, nach keiner Seite hin.
nerich, auf seine Nahrung bedacht.
neringe, nerige, naringe, Nahrung; Ernährung; Verdienst, Erwerb.
nering-lôs, nahrungs-, erwerblos.
nêr-na = nârna?
nêrne, nerne = nergene.
nērnst, nērst, m.; nerenste, f. Ernst, Eifer, Fleiss.
nērnstich, -lik, nērstich, -lik, ernstlich, eifrig, fleissig.
nērnsticheit, nērsticheit, Eifer, Fleiss, Sorgfalt.
nêrre = nênere, keiner.
nes, Gen. nesses, m. (auch n.? ags. näs, m.; anord. nes, n.) Landzunge, Vorgebirge. Nur noch in Ortsnamen, gewöhnlich im Dativ nesse, der dann auch wol als Nomin. gefasst und als Feminin gebraucht wird.
nesch = esch, Feld.
nescher, Näscher; Schmarotzer.
nese (nase, nose), st. u. sw. f. Nase; Vorgebirge (in Ortsnamen).
nese-blôdsel, Nasenbluten.
nese-dôk, Nasen-, Schnupftuch.
nese-drop, m. u. -dropel, m. Nasentropfen.
nese-gat, Nasenloch.
nese-hol, Nasenloch.
nese-kuken, polipus.
nesen, st. v. loskommen von etwas, befreit werden (mit Gen.), von Frauen: niederkommen mit; genesen, gerettet werden.
nêsen (neisen), st. v. niesen.
nesen-krosel, Nasenknorpel.
neser = naser.
neser-werk, gearbeitete neser.
nese-water, Nasenwasser, Spottname für junge Leute.
nese-wîs, naseweis.
nêse-wort, Nieswurz.
neskart, ein Geschmeide (= eschare?)
nessiens? Joh. Veghe 211, 25.
nēst (geschr. neest), nest, n. Nest der Vögel, Lager wilder und zahmer Quadrupeden u. s. w.; Haus, Heimat; Zusammengebundenes, in einander Geschachteltes? (von Fässern, Kisten etc.; im lat. colligatio.)
nêst, s. na.
neste-kuken, das Junge, das im Neste bleibt.
nestel, f. Schnur, schmales Band, oder Riemen, um etwas fest zu binden.
nestelen, sw. v. nisten; sich wo festsetzen.
nesten, sw. v. ein Nest machen; sich wo niederlassen.
net, adv. genau, völlig, gänzlich, bei Angabe von Geldsummen.
nêt, m. Geniess, Vorteil, Nutzen.
nete, nit, Nisse, Lausei, lens.
netel, stössig, vom Vieh.
netele = nettele.
nêtelêre, Nadelmacher.
nêten, st. v. m. Gen., selten m. Acc., geniessen; Genuss, Vorteil von etwas haben, sich bedienen.
nêten, sw. v. bedrängen, schädigen, verderben, mhd. neiƷen.
nêten Redent. Spiel 1508: falsch übers. aus mhd. niessen = niesen, ndd. nêsen?
nete-schiter, Pferde-, Hundsfliege, cinifex.
nêt-hamer, Niethammer.
nêtinge, Genuss.
nêt-iseren, Werkzeug zum Nieten, connectilium; als Meisterstück der Gürtler?
nette, f. Nässe, das Nasse; Urin.
nette, st. n. Netz.
nette-bove, Netzbube, Lotterbube, Landstreicher, Hanswurst, histrio.
nette-knecht, Knecht für die Jagdnetze.
nettele, f. Nessel, nettel-busch; nettelen-krût.
nettelen-blat, Nesselblatt (das holst. Wappen).
nettelen-kamen, Nesselkamm, der reife Fruchtstand? Nettekamm, Ackerspergel, spergula arvensis?
nettel(en)-konink, Zaunkönig, petriscus, regulus.
nettelen-krans, Nesselkranz.
nettelen-sât, ardroma; adiantus.
nettel-kragen, grosser Kragen von Nesseltuch (feiner Leinewand).
netten, sw. v. nässen, nass machen; n., den tûn n., Euphem. für: harnen.
netse (fries.), weibliche Kopfbedeckung, Haube.
neuwer, d. i. newer, weder.
neve, m. 1. Neffe, Bruders- od. Schwestersohn. 2. Enkel, Kindeskind. 3. Verwandter überh., in der Höflichkeitsanrede als Schmeichelwort.
neve, f. = nichte, Nichte.
neveger (eveger, never), m. der grosse Bohrer.
nevel, neffel, m. Nebel; feine Brodart (Waffeln, Oblaten etc.).
nevelen, sw. v. nebeln.
nevelich, nebelig.
neven = meven, aber, indes.
neven, nevens(t) (neffen), adv. u. präp. mit Dat., neben, nebst.
nevener = neveger.
never (?) = ever, flaches Fahrzeug.
never = neveger.
nevenink, neveng (schlesw.), Gerichtsgeschworner.
nevent, n. das Gericht der neveninge. Vgl. nempt.
neviger = neveger.
nê-wan, nie irgend einmal, niemals.
ne-ware, nur (ist eig. nicht mnd., sondern mnld.).
ne-wed(d)er, 1. pron. keiner von beiden. 2. adv. weder.
newedder, ein Kleiderstoff.
ne-werlde (-werlt, -werle, -warlde), adv. niemals.
ne wult, du, du willst nicht, Brnsw. Chron. 2, 517, 15.
ni, verkürzt aus nicht.
nî, nie.
nibbe = nebbe, Schnabel.
nichein, kein.
nicht, subst. ntr., nichts, nicht irgend etwas (daher mit Gen.); mit nichte, m. alle nicht, durchaus nicht, umme n., 1. vergeblich. 2. umsonst (vom Preise). 3. aus keiner andern Ursache. – to nichte geven, vernichten; to nichte werden, komen, vergehen, umkommen. – Aus dem Subst. ist das Adv. nicht entstanden, mit en oder ne, später auch ohne diese; verst. nichtnicht.
nichte, nichteke, gew. nichtele, f. 1. Bruders-, Schwestertochter. 2. Enkelin. 3. Base. 4. überh. weibl. Anverwandte.
nichtes (Gen. von nicht), adv. 1. in keiner Weise; bes. gern nichtes nicht, durchaus nicht(s). 2. dient als Nom. u. Accus. für das allmählich veraltende nicht. nichtesnichtes = nichtesnicht.
nichtes-, nich(t)-to-min, adv. nichts desto weniger.
nichtheit, f. u. nicht-wesen, Nichtsein.
nicht-wille, sw. m. das Nichtwollen.
nicke, sw. f.? das Nicken, Blinzeln der Augen (als Krankheit).
nicken, sw. v. niederbewegen; bes. von den Augen, blinzeln, winken, connivere.
nide-, nîtliken, adv. (voll Hass) grimmig, heftig, sehr.
niden, invidere, neiden; hassen.
niden, nider, s. nedden, nedder.
nidesch u. nidich, voll Hass und Neid, grimmig, heftig; nidige lêve, Eifersucht; nidich spil, s. Nîthart.
nidicheit, Neid und Hass.
nie, nie.
nie (nige, nigge), neu; up dat, ein nie, uppe nie, iterum, aufs neue; van ni(g)es, von neuem.
niecheit, nieheit, Neuheit, neue, unerhörte Sache; Neuerung.
nie-, ni-jâr, Neujahr; nijârsdach; dat nijâr backen, eine Familienfestlichkeit zu Neujahr.
nie-lant, Neuland; als bestimtes Mass.
niel(i)k, adj. neuerungssüchtig; neulich; adv. nielik, nielike(n), vor kurzem; Superl. nielikest.
nie-, nigelinges, neulich, jüngst.
nie-mân, Neumond.
nie-munstersch, nach neuem Muster, neumodisch.
nien (nigen), sw. v. erneuern.
nieren, lüstern, gierig.
nierenheit, Lüsternheit, Neugier.
niergen = nergene.
nieringe, Neuerung; Lüsternheit.
nies, niges, adv. jüngst, neulich.
niet, nichts; nicht.
nifte = nichte.
nige, neu; von n. abgeleitete oder damit zusammengesetzte Wörter s. auch unter nie-.
nigel = nule.
nigen, st. u. sw. v., absol. oder m. Dat., sich neigen; sich verneigen, grüssen.
nigen = nihen, wiehern.
nigens, adv. so eben, neulich, jüngst.
nigicheit = niecheit.
niginge (?), adv. neulich, jüngst.
niheit = niecheit.
nihen, nihahen, nihagen, sw. v. wiehern.
ni-jâr, s. niejâr.
nilicheit, Lüsternheit, Begier.
nilik, s. nielik u. nîlk.
nilinge (-ges, -gest), neulings, vor kurzem.
nîlk, adj. (= ni-lik), neulich, jüngst, vor kurzem vergangen oder nächst kommend.
nîlken, nîlkes(t), nillikes(t), adv. (= niliken), neulich, vor kurzem vergangen oder auch nächstkommend.
ni-man, -mant, -ment, niemand.
nimêr, nimmer (nimber), nimmer, niemals; nimmermê(r).
nîn u. ninech, ninich, kein.
nine = nicht ne, nicht.
ninges, ningest, ningens (î?) = nies.
nip, genau, scharf, acute (bes. vom Gesicht und Gehör).
nipen, kneifen? (lidere, i. e. frangere; vellicare).
niper, ein Handwerker? (welcher?)
nip-herink, Strömling?
ni-plichtich, neugierig.
ni-plichticheit (ni-plicheit), Neugierde, curiositas.
nippe, adv. patenter, evidenter.
nippen, connivere, conquiniscere, oculare.
nîr, contrah. aus ninere, keiner; nîr-hande, -leie, -wegene.
(nîrgen?) nirgen = nergene.
nit = nete.
nît, nit, nicht.
nît, m. Hass, Feindseligkeit; sunder nît, ohne Widerwillen, gern; feindselige That; Neid.
nît-danke, Eifersucht, zelotypia.
nît-denkerne, zur Eifersucht geneigt.
nitel, stössig (bes. mit dem Horne), petulcus.
niten, st. v. stossen.
niten = nêten, mhd. neiƷen? verlesen st. niden?
Nîthart, Nitert, Personification des Neidischen, Übelwollenden, Feindseligen; den Nîthart, her Niterdes spil spelen, nidich spil hebben mit, arg umgehen mit, einem übel mitspielen; Niterdes dans, ein unzüchtiger Tanz?
nîtliken = nideliken.
nîtschen (= nidischen), adv. gehässig.
niwerl(d)e, adv. niemals.
nobele (nabele), sw. m. eine (urspr. engl.) Goldmünze.
nobis-krôch, Krug, Wirtshaus des Teufels; Hölle.
nocel, s. nôtsel.
noch (nocht), adv. 1. (der Zeit), jetzt, noch; wente noch, adhuc. 2. dennoch, trotzdem. 3. ferner (Hinzufügung bez.). 4. vor dem Comparativ zur Verstärkung.
noch (nochen), negat. Conj. neque. 1. bloss im folgenden Gliede eines verneinten Satzes. 2. im ersten Gliede: (ne-)weder. 3. im ersten und folgenden Gliede noch. 4. im ersten Gliede noch, im folgenden efte.
nôch (nûch), adv. genug; nôch dôn, genugthun.
noch dat – nicht, obwol – nicht.
nôch- (noge-, nûg-)haftich, -aftich, -achtich, 1. genügend, im Stande, hinlänglich. 2. pass. befriedigt. 3. genügsam.
nôch(h)afticheit, Genüge.
nôch(h)aftigen, adv. genügend, hinlänglich.
nôchlik = genôchlik, Genüge (genôchte), d. i. Lust bereitend, angenehm.
nôchliken, adv. genügend, hinreichend.
nôch- (nuge-)sam, hinreichend; aushelfend.
nochtan (-ten, -tans, -tens, -tant, -tent), d. i. noch dan, noch denne, 1. Zeitadv. damals noch, zu der Zeit noch. 2. advers. adv. dennoch, gleichwol, trotzdem. 3. ausserdem noch, dazu noch.
nochterne, s. nuchterne.
node, adv. (m. Comparation) mit Zwang, wider Willen, ungern, invitus; es geht nach und nach über in die Bedeutung von: kaum, schwerlich und bezeichnet eine gemilderte Verneinung.
node? nôt? adj. knapp, was ungern und mit Mühe geschieht.
noden, sw. v. 1. nötigen, zwingen. 2. (dringend) einladen, invitare. 3. intr. nötig sein.
noder, Notzüchtiger.
nodich, nötig.
nodigen, sw. v. 1. nötigen, zwingen; notzüchtigen. 2. einladen.
noding, m. = oding.
noge, st. f. Genüge, Befriedigung; to der n., genügend, befriedigend; noge maken, eine Schuld bezahlen.
nogede (nugede), f. = noge.
nogen, sw. v. 1. intr. genügen. 2. trans. befriedigen, Genüge leisten, satisfacere.
noginge, Genüge, hinreichende Kraft oder Menge.
noie, aus node erweicht (in Schriften mit niederl. Färbung).
nok = nuck.
nole, feines Gebäck, Waffel, nebula.
nomachtich (?), namhaft, berühmt.
nome (?) = name, Wegnahme, Beute, Raub.
nomelik, adj.; n. name, verstärk. Ausdruck f. name, Name.
nomel(i)ken, nomet-, nômptlik, adv. mit Namen; nemlich.
nomen (?), st. v. = nemen.
nomen (numen), sw. v. nennen, benennen; bezeichnen; bestimmen; anrufen, bekennen (Gott).
none, f. (die neunte Stunde des Tages) Mittags- (Nachmittags)zeit, bi nôn(e)tît dages; auch eine Versamlung um diese Zeit; gulden none, Himmelfahrtstag (auch nôndach).
nope, f. Anstoss, punctus; nope geven, Stoss, Antrieb geben; Anstoss geben, anfechten.
nopen (napen), sw. v. berühren, antasten; anstossen, anreizen, stimulare, pungere.
nop-iseren, das eiserne Werkzeug zum noppen.
noppe, f. Tuchflocke, Zotte, Wollknötchen am Zeug.
noppen, sw. v. die noppen entfernen; überh. Unreinlichkeit entfernen, gäten.
noppen-pôl, Pfühl, mit Noppen gestopft.
noppen-sack, Flockensack; eine mit noppen gestopfte Bettdecke.
nopper, der die Noppen entfernt, attaminator; fem. noppersche.
noppich, voll Knötchen, zottig, villosus.
nopse = nupse.
norden, nōrden, n. Norden; bi n., auf der Nordseite; nordenwint, Nordwind.
norden, adv. nach Norden; nördlich.
norder, adj. nördlich.
norder-side, Nordseite.
norder-vlus (lies blûs?), Nordlicht.
norde-wert, -wart, nordwärts.
Nore(s)-, Nor(s)-, Nôrt-sunt, m. der Oeresund von Helsingör bis Falsterbo.
nore-var(e), st. m. Kaufmann oder Schiffer, dessen Ziel der Noresunt ist.
Nor-man, Nordländer, bes. Norweger.
nornen, sw. v. antreiben, ermahnen?
norrensch, norrisch, nordisch, norwegisch.
nort, nōrt, n. Norden. nortôst(en), nortwest(en); nortnortôst(en), nortnortwest(en); nortôst(en)nord(en) oder nortôst ton (ten, tegen) norden, nortwest(en)nord(en) oder nortwest ton norden; nortôstenôsten oder nortôst ton ôsten; nortwestenwesten oder nortwest ton westen.
nort-ende, das nördliche Ende, d. n. Teil.
nort-hûk, eine nördlich gelegene Landspitze.
Nort-Juten, die Jüten; Jütland.
nort-lant, ein nördlich gelegenes Land.
nort-leidink, nördlicher Passatwind.
nort-man, eine Pflanze? n. is romaninus (= ros marinus?)
nort-ôster, adj. nordöstlich.
nort-ôsteren, sw. v. sich nach Nordosten wenden; nortôstering, Richtung nach Nordosten.
nort-suden, adv. nach entgegengesetzten Richtungen: n. gân, auf verbotenen Wegen wandeln, ausschweifen?
nort-wert, -wart, -wort = nordewert.
nort-wester, adj. nordwestlich.
norvar(e), st. m. = Norwegenesvare, Bergenvare.
nôs, Bund, Bündel?
noseken, n. Lichtschnuppen, mixus.
nosen, sw. v. hindern, schaden.
nôssel = nôtsel.
nost(e), Viehtränke, Wassertrog.
noster, nosteren, nostrik = nuster.
not (note), f. Nuss; nicht eine n. = gar nichts; note tappen, etwas unnützes thun, das Verlangte nicht erhalten; Teil der Armbrust; Becher in Nuss- (oder Ei-)form.
nôt, f. (selten m.), 1. Not, Bedrängnis; Zwang; Mühe, Anstrengung; Bedürfnis; van node, v. noden(e), von nöten, notwendigerweise; n. hebben (mit Gen.) etwas nötig haben, bedürfen; n. sîn, nötig sein. 2. Gewaltthat (spec. Notzucht); zur Abwehr verübt: Notwehr. – Im rechtl. Sinne ist nôt auch 1. üble, nachteilige Folge, Strafe. 2. Hindernis des Erscheinens vor Gericht. – Vgl. nut u. nût.
nôt, st. m. Genosse.
notaries, Notar.
nôt-bende, gewaltsame Fesselung.
nôt-borge = schadeborge, (sub)praes.
nôt-bow, -buw, notwendiger Bau (zur Erhaltung des baulichen Zustandes).
nôt-bowich, was notwendig gebaut werden muss.
nôt-brukinge, Notgebrauch.
nôt-dach, ein wegen dringender Not anberaumter Gerichtstag; = nôtrecht.
nôt-dink = nôtrecht.
nôt-drengen, sw. v. zwingen, mit Gewalt nötigen.
nôt-droft, -drocht = nôttroft.
nôt-droftich, -druftich, -drustich = nôt-troftich.
note, sw. m. Genosse, bes. Standesgenosse.
not(e)-bôm, Nussbaum; not(e)-holt, Nussholz.
notele, nottele (aus lat. notula), f. Aufzeichnung, Urkunde.
not(e)-melk (Nussmilch), amidum.
noten, sw. v. sik n. m. Dat. oder to, jemandes Genosse werden; sich zugesellen.
nôt-geberen (?), nötig.
nôt-gedrank, Zwang.
nôthaftich, -heftich, der Not, dem (rechtl.) Bedürfnisse entsprechend (dem Sinne nach = nôchhaftich).
nôt-helper, -hulper, der in der Not aushilft, bes. von Heiligen gebraucht; ein Arbeiter, den der Meister tagweise zur Aushülfe mietet; fem. nôt-helpersche.
nôt-hêre, patronus?
nôt-hunger, zwingender Hunger.
nôtinne, (Standes)genossin.
nôt-knecht, jem., dessen Hülfe man nur in der Not braucht.
nôt-kor(e), erzwungene Wahl, Zwangswahl.
nôtlik, 1. nötig, notwendig. 2. lästig, drückend. 3. nothaftich, nôchaftich. adv. nôtliken.
nôtlik, scherzhaft, lustig, sonderbar, jocosus, mirabilis.
nôt-lofte, erzwungenes Gelübde.
nôt-lôs, keine Not leidend, d. h. von Gerichtswegen ohne Anfechtung bleibend, sine impetitione seu lite.
nôt-losene, f. Lösung aus der Not, d. h. Gefangenschaft (durch Lösegeld).
nôt-munde (-mût), Notzucht, violatio feminae.
nôt-munden, sw. v. notzüchtigen.
nôt-munder, Notzüchtiger.
nôt-numft, gewaltsamer Raub, bes. Frauenraub und Notzucht.
nôt-numftige klage, Notzuchtsklage.
nôtorft, nôtorst = nôttroft.
nôt-recht, -(ge)richte, ein ausserordentliches Gericht, Criminalgericht, Blutgericht.
nôtroft, nôtraft = nôttroft.
nôtrust (aus nôt-drust), Gewaltsamkeit.
nôt-sake, Notsache, Notfall, Notwendigkeit, unvermeidliche Sache; dage der nôtsaken, Zeiten der Not.
nôt-sakelik, notwendig.
nôtsamicheit, Notwendigkeit, Nötigung.
nôtschap, Genossenschaft.
nôt-schillink, Gerichtsbusse, welche der Vogt auflegte?
(nôtsel), nocel, Nössel.
nôtsel-krôs (-krûs), Masskrug, ein Nössel fassend.
nôt-slange, eine Art langer Kanonen.
nôtstal, m. 1. ein enges (einengendes) Gebäude oder Gestell: vom Galgen, bes. aber von dem Stalle, in welchem die Schmiede die Pferde beschlagen, angarium. 2. Wurfgeschoss, catapulta.
nôt-stallen, sw. v. einengen, zwängen.
nôt-stên, Merk- oder Grenzstein.
nôt-ster, -sterne, Stern, der Not verkündigt, d. i. Komet.
nôt-strate = nôtwech.
nôt-têken, n. Notzeichen; es ward aufgezogen, wenn ein Mord etc. begangen war.
nôt-toch, Notzucht.
nôt-togen, sw. v. mit Gewalt zwingen; notzüchtigen.
nôt-toger, Notzüchter.
nôt-toginge, Notzüchtigung.
nôt-troft (nôtorft, nôtrocht), f. 1. Notdurft, was man notwendig braucht (Lebensunterhalt) oder thun muss. 2. Not. – Als adj. bedürftig, in Not.
nôt-troftich, -torftich, 1. nötig, notwendig; triftig, genügend. 2. bedürftig, benötigt.
nôt-trofticheit, Bedürfnis.
nôt-troftliken (-troftichliken), adv. notwendiger Weise.
nôt-vrost, harter Frost.
nôt-vrunt, Verwandter von Gesetzes wegen, Blutsverwandter.
nôt-vûr, Notfeuer, durch starke Friction zweier trockenen Holzarten zum abergläubischen Gebrauch, bes. am Johannistag entzündet.
nôt-wech, Notweg (bes. für Leichen).
nôt-were und -weringe, notwendige Verteidigung.
nôt-werf, notwendiges Geschäft.
nôt-weringe, adv. in (gerechter) Notwehr.
nôt-wiven, sw. v. einem Weibe Gewalt anthun.
nouwe (nau), 1. enge, schmal. 2. genau, knapp, geringe. 3. karg, sparsam. 4. genau, fein, subtil, schlau. 5. genau, vertraut. Als Adv. ausserdem u. meist in d. Bedtg.: mit genauer Not, kaum. Dar is mi n. umme, mir liegt daran, kommt darauf an; it was n. dat, es fehlte nicht viel dass.
nouwelik, beengend, bedrängend; adv. nouwelik(en), mit Mühe, kaum.
nouwen, sw. v. beengen, (be)drängen. nötigen.
nouwes, adv. kaum.
nouwicheit, Bedrängung.
nu (nw), 1. adv. jetzt; nu – nu, bald – bald; alse nu unde nu, augenblicklich; de nu, de dar nu, wer, welcher; nu hen, wolan. 2. conj. der Zeit und des Grundes: nun, nachdem, da.
nu (nw), n. Nu, Augenblick.
nû, nu, nue, nuy, adv. nie.
nuchtern(e), nochtern(e), nüchtern; was am frühen Morgen genossen wird, ên nuchtern drunk, der erste Trunk nach der Speise; was am Morgen geschieht; mässig.
nuchternicheit, Nüchternheit; Mässigkeit.
nuck, m.; nucke, f. plötzlicher Stoss, Anfall, böse Laune, Tücke, versteckte Bosheit.
nucken, sw. v. seine Unzufriedenheit äussern durch Kopfschütteln, Murmeln; n. up, aufmucken gegen.
nudich unde nodich = to nuden unde to noden; s. nût.
nugel = nule.
nugen (lies bugen? nigen?), beugen.
nule, adv. vorwärts über, proclivis, pronus.
nulens? = nule? Kantzow 132.
nuliken = niliken, neulich.
nûl-wîs = nule.
numant, -ment = nummant; numer = nummer.
nu-mêr(e), nunmehr, hinfort.
nummant, -ment, niemand.
nummer (number, num-mert, -mers, seltener nimmer), adv. niemals; oft nur verstärkte Negation; n-mêr(e), n-vort, nimmermehr.
nummerliken, niemals.
nummer-misse, to n. = ad graecas kalendas.
nunne, Nonne.
nunneken-fort, eine Art leichtes Gebäck von feinem Weizenteig.
nunnen-krût, eine Pflanze, fumiterra.
nunnen-stoter, obscöne Schelte.
nupse (nopse), nupsen-rotschēr, der isländische grüne Schellfisch; der davon bereitete Stockfisch. Auch adj. 1 tunne nopsches rotscheres.
nûr (ungebr., ein einziges Mal gefunden in e. Quedlinb. Urk. v. 1484), nur.
nuͤrich, gierig, heisshungerig.
nurren, sw. v. knurren.
nuster, nusteren, nusterik (nusterken?), Nasenloch, Nüster.
nut = not, Nuss.
nut, f. (auch m.?) Nutzung, Nutzen, Genuss, Vorteil; van nut edder van nôt, wegen des Nutzens oder aus Not; to nut unde to nôt, to allen nutten unde noden, zur Nutzung und zum Schutz; to nut unde vromen; mit nut unde nête (Nutzniessung); mit allen nutten (Erträgen).
nût, m. Lust, Annehmlichkeit, Genuss, Vorteil; dor n. of dor nôt, van nude edder van nôt, freiwillig oder gezwungen; nudes unde nodes, to nuden unde to noden, im Glück und in der Not, in Freud und Leid; to allen noden unde nuden, zu jedem Gebrauch und Behuf; ähnl. to nut unde to nude.
nutbar(ic)heit, Nutzen, Nutzung.
nutbarlik, adv. zum Nutzen.
nut-brukinge, Nutzung.
nut-haftich, nützlich.
nutheit, Nutzen.
nut-holt, Nutzholz.
nutlik, nützlich; n. sîn, nützen. Adv. nutliken.
nûtlik, angenehm, zart von Geschmack (spise).
nûtliken, adv. in angenehmer, befriedigender Weise, zu Dank.
nutsam, nützlich, nutzbringend.
nutsamicheit, Nutzen, Nutzung.
nutschap, Nutzen.
nutte, f. Nutzen; to nutte; n. unde nôt sîn.
nutte, nützlich; brauchbar, tüchtig.
nut(te)liken, adv. zu Nutz.
nutten, sw. v. 1. geniessen, essen oder trinken. 2. gebrauchen, benutzen.
nutticheit, Nutzen, Nutzung; Ertrag.
nuttigen, sw. v. geniessen.
nuwe, neu; van nuwes, von neuem.
nuwel(i)ken, neulich.
nuwerlde (-werle, -werde, -warlde, -warle, -warde), adv. nie in der Welt, niemals.
nuwet, nichts, nicht.
nuwicheit, 1. Neuheit, ungewohnte Sache. 2. als Übersetzung des lat. novale (Brache).