Dritte Szene
Der Schmied. St. Peter. Sbirre
Sbirre
Hinaus!
Der Schmied
Dich nennen sie Gesindel, Petrus!
Sbirre
Hinaus!
Schön! Schön! Ihr wißt nicht, Sbirre, wen Ihr hier die Ehre habt hinauszujagen!
Sbirre
Hinaus! Gesindel!
St. Peter
Was sagst du, was sie alles über mich zusammengelogen haben! Da gehen sie hin und lesen Briefe von mir, die ich nie geschrieben. Aber seien wir demütig, Schmied!
Der Schmied
O, du brauchst nicht demütig zu sein, du, dessen Standbild in der Kirche steht —
St. Peter
Ja, doch! Ich schäme mich! Ich schäme mich!
Der Schmied
Das magst du wohl, und glaube nur ja nicht, daß ich im Schoße einer Kirche bleibe, in der es von Sbirren spukt.
St. Peter
Ich glaub’, ich habe mich mein Lebelang dem Himmel nicht so fern gefühlt als eben jetzt.
Sbirre
Hinaus!
So geht es einem, wenn man blöde ist und die Wahrheit reden will. (Zum Sbirren.) Hinaus? — Jawohl, Schmied, wieder hinaus, zu irren und zu wallen, sonder Rast noch Ruh! Weißt du, woran es uns gebricht, warum wir nicht ans Ziel gelangen?
Der Schmied
Nein.
St. Peter
Am Glauben. Denn nun kommt mir’s auf einmal in den Sinn: Der Weg zum Himmel ist der Weg des Kreuzes! Laßt uns das Kreuz aufsuchen!
Der Schmied
Du meinst das Leiden?
St. Peter
Ich meine das Leiden!
Der Schmied
Wohl. Nur dünkt mich, der leide am schwersten, der an nichts glaubt, und doch steht er dem Kreuze am fernsten.
St. Peter
Krieche zu Kreuz, Schmied, und wir werden uns überzeugen! (Gehen ab.)
(Ein Kreuzweg und ein Kalvarium, steinerner Sockel, darüber Christus zwischen den zwei Schächern am Kreuze, letzteres mit der Rückseite gegen das Publikum.)