Dublin wird von den französischen und irischen Truppen geräumt.

Nach seiner Abreise nahm die Verwirrung in Dublin mit jeder Stunde zu. Während des ganzen Tages nach der Schlacht kamen beständig fliehende Fußsoldaten, ermüdet und mit Staub bedeckt, in die Stadt, und katholische Bürger verließen dieselbe mit ihren Frauen, ihren Kindern und ihrem Hausgeräth. In einigen Theilen der Hauptstadt herrschte noch ein Ueberrest von militärischer Ordnung und Kriegsbereitschaft. Die Thore waren bewacht, das Schloß von einem starken Truppencorps besetzt, und man glaubte allgemein, daß der Feind nicht ohne Kampf hereingelassen werden würde. Einige Großsprecher, die wenige Stunden zuvor von dem Brustwerke bei Oldbridge weggelaufen waren, ohne einen Hahn zu spannen, schworen in der That jetzt, daß sie die Stadt eher in Asche legen als sie dem Prinzen von Oranien überliefern würden. Aber gegen Abend sammelten Tyrconnel und Lauzun alle ihre Truppen und verließen die Stadt auf der Straße, welche nach der großen Weidestrecke führte, die die ganze Hochebene am Kildare umfaßt. Die Gestalt der Dinge in Dublin gewann augenblicklich ein andres Aussehen. Allenthalben kamen die Protestanten aus ihren Verstecken hervor. Einige von ihnen gingen in die Häuser ihrer Verfolger und verlangten Waffen. Die Thore der Gefängnisse wurden geöffnet. Die Bischöfe von Meath und von Limerick, Doctor King und Andere, welche lange an der Doctrin des passiven Gehorsams festgehalten, die aber endlich durch die Tyrannei in gemäßigte Whigs verwandelt worden waren, bildeten eine provisorische Regierung und schickten einen Boten in Wilhelm’s Lager, um ihm sagen zu lassen, daß Dublin bereit sei, ihn willkommen zu heißen. Noch denselben Abend um acht Uhr rückte eine Schwadron englischer Dragoner ein. Die ganze Bevölkerung ging ihr bis College Green entgegen, wo jetzt die Statue des Befreiers steht. Hunderte umarmten die Soldaten und die Hälse der Pferde und liefen, einander die Hände schüttelnd, freudetrunken umher. Am andren Morgen traf ein starkes Cavalleriecorps ein und von allen Seiten kamen Nachrichten von dem Eindrucke, den der Sieg am Boyne gemacht hatte. Jakob hatte die Insel verlassen; Wexford hatte sich für König Wilhelm erklärt; in einem Umkreise von fünfundzwanzig Meilen von der Hauptstadt gab es keinen bewaffneten Papisten mehr. Fast sämmtliche Bagage und Vorräthe der geschlagenen Armee waren den Siegern in die Hände gefallen. Die Enniskillener hatten nicht weniger als dreihundert Wagen weggenommen und hatten unter der Beute zehntausend Pfund baares Geld, eine Menge Silbergeschirr und Schmucksachen, sowie die ganze prächtige Feldequipage Tyrconnel’s und Lauzun’s gefunden.[32]