Zusammenkunft der Hauptverschwörer.
Im December wurde eine Zusammenkunft der leitenden Jakobiten gehalten. [135] Die Ansicht der Versammlung, welche ausschließlich aus Protestanten bestand, war die, daß etwas unternommen werden müsse, daß aber die Schwierigkeiten groß seien. Keiner wagte dazu zu rathen, daß Jakob ohne Begleitung von fremden Truppen herüberkommen solle. Dennoch aber fürchteten Alle, durch die Erfahrung des vergangenen Sommers belehrt, den Eindruck, den der Anblick französischer Uniformen und Fahnen auf englischem Boden machen würde. Es wurde eine Schrift aufgesetzt, von der man hoffte, daß sie sowohl Jakob als Ludwig überzeugen werde, daß eine Restauration ohne die aufrichtige Mitwirkung der Nation nicht bewerkstelligt werden könne. Frankreich — dies war der wesentliche Inhalt dieses interessanten Schriftstückes — könne die Insel möglicherweise in einen Trümmerhaufen, nie aber in eine unterworfene Provinz verwandeln. Wer die Stimmung des Volksgeistes nicht beobachtet habe, könne sich schwerlich einen Begriff von der wilden und finstren Entschlossenheit machen, mit der die Leute aller Klassen, Sekten und Parteien bereit seien, jedem fremden Potentaten, der es versuchen sollte, das Land durch Waffengewalt zu erobern, Widerstand zu leisten. Auch könne England nicht als ein katholisches Land regiert werden. Es gebe fünf Millionen Protestanten und keine hunderttausend Papisten im Königreiche; daß eine solche Minorität eine solche Majorität niederhalten könne, sei physisch unmöglich, und der physischen Unmöglichkeit müßten alle anderen Rücksichten weichen. Jakob werde daher wohlthun, wenn er unverzüglich solche Maßregeln ergriffe, welche erkennen ließen, daß er entschlossen sei, die bestehende Landesreligion zu schützen. Leider enthalte jeder Brief aus Frankreich etwas, was darauf hinziele, Gefühle aufzureizen, deren Beschwichtigung höchst wünschenswerth sei. Ueberall circulirten Geschichten von Kränkungen, welche in Saint-Germains Protestanten erfahren hätten, die den höchsten Beweis von Loyalität gegeben, indem sie einen Gebieter, der sich zu einem andren Glauben als dem ihrigen bekenne, in die Verbannung begleitet hätten. Die gegen die Hugenotten erlassenen Edicte könnten allenfalls durch die anarchischen Meinungen und Handlungen dieser Sectirer gerechtfertigt werden, aber es sei ein Uebermaß von Ungerechtigkeit und Ungastfreundlichkeit, diese Edicte gegen Männer anzuwenden, welche einzig und allein wegen ihrer Anhänglichkeit an einen katholischen König aus ihrem Vaterlande vertrieben worden seien. Söhnen der anglikanischen Kirche, die gehorsam ihrer Lehre Alles was ihnen auf Erden theuer sei, der Sache des Königs zum Opfer gebracht hätten, dürfe man es doch sicherlich nicht länger verwehren, sich in einem bescheidenen Hause zu versammeln, um die Gebräuche dieser Kirche zu üben und ihre Tröstungen zu empfangen. Eine Ankündigung, daß Ludwig auf Jakob’s Ansuchen den englischen Verbannten gestattet habe, Gott nach ihren nationalen Formen zu verehren, werde die beste Einleitung zudem großen Versuche sein. Dieser Versuch müsse zu Anfang des Frühjahrs gemacht werden. Ein französisches Truppencorps müsse allerdings Se. Majestät begleiten; aber er müsse erklären, daß er diese Truppen nur zum Schutze seiner Person und seiner getreuen Unterthanen mitbringe und daß, sobald die fremden Tyrannen vertrieben seien, die fremden Befreier entlassen werden würden. Auch müsse er versprechen, den Gesetzen gemäß zu regieren, und müsse alle Punkte, welche zwischen ihm und seinem Volke streitig gewesen seien, der Entscheidung eines Parlaments anheimgeben.