Einfluß der Maßnahmen des Hauses der Gemeinen auf die auswärtigen Regierungen.
Bald machte sich die Wirkung der edlen Festigkeit des Hauses der Gemeinen an jedem europäischen Hofe fühlbar. Das Haus war sogar in einer so freudigen Stimmung, daß es dem Könige schwer wurde, die Whigs von der Beantragung und Durchsetzung einer Resolution abzuhalten, nach welcher ihm eine Adresse überreicht werden sollte, die ihn ersuchte, sich in keine Unterhandlung mit Frankreich einzulassen, bis es ihn als König von England anerkannt habe.[53] Eine solche Adresse war unnöthig. Die Beschlüsse des Parlaments hatten Ludwig bereits die Ueberzeugung aufgedrungen, daß keine Aussicht zu einer Contrerevolution war. Ebensowenig Aussicht war dazu vorhanden, daß es ihm gelingen werde, den Vergleich zu Stande zu bringen, auf den er im Laufe der Unterhandlungen hingedeutet hatte. Es war nicht zu hoffen, daß Wilhelm oder die englische Nation jemals darein willigen würde, die englische Thronfolge zu einem Handelsobjecte mit Frankreich zu machen. Und selbst wenn Wilhelm und die englische Nation geneigt gewesen wären, den Frieden mit einem solchen Opfer des Ansehens zu erkaufen, würde es auf einer andren Seite unüberwindliche Schwierigkeiten gegeben haben. Jakob konnte von dem Auskunftsmittel, welches Ludwig vorgeschlagen, gar nicht sprechen hören. „Ich kann es ertragen,” sagte der Verbannte zu seinem Wohlthäter, „ich kann es mit christlicher Geduld ertragen, von dem Prinzen von Oranien beraubt zu sein; nie aber werde ich darein willigen, von meinem eigenen Sohne beraubt zu werden.” Ludwig erwähnte den Gegenstand auch nie wieder, Callieres erhielt Befehl, das Zugeständniß zu machen, von welchem der Friede der civilisirten Welt abhing. Er und Dykvelt kamen zusammen in den Haag zu dem Baron Lilienroth, dem Repräsentanten des Königs von Schweden, dessen Vermittelung die kriegführenden Mächte angenommen hatten. Dykvelt theilte Lilienroth mit, daß der Allerchristlichste König sich verpflichtet habe, den Prinzen von Oranien als König von Großbritannien anzuerkennen, sobald der Friedenstractat unterzeichnet sein würde, und er setzte mit einer sehr deutlichen Anspielung auf den von Frankreich vorgeschlagenen Vergleich hinzu, daß die Anerkennung ohne Beschränkung, Bedingung, oder Vorbehalt stattfinden werde. Callieres erklärte sodann, daß er das was Dykvelt gesagt habe, im Namen seines Gebieters betätige.[54] Ein Brief von Prior, der die erfreuliche Nachricht enthielt, wurde Jakob Vernon, dem Unterstaatssekretär, im Hause der Gemeinen übergeben. Die Nachricht lief durch die Bänke — so drückt Vernon sich aus — wie Feuer über ein Stoppelfeld. Jedes Herz war von einer Last befreit und Alles war Freude und Triumph.[55] Die whiggistischen Mitglieder konnten sich allerdings mit gutem Grunde Glück wünschen, denn der Weisheit und Entschlossenheit, die sie in einem Augenblicke der größten Gefahr und Noth bewiesen hatten, verdankte ihr Vaterland die nahe Aussicht auf einen ehrenvollen Frieden.