Wilhelm’s Rückkehr nach England.

Am 6. October um ein Uhr Morgens landete der König in Margate, und spät am Abend traf er in Kensington ein. Am folgenden Morgen drängte sich ein glänzender Schwarm von Ministern und Edelleuten zum Handkusse; aber er vermißte ein Gesicht, das darunter hätte sein sollen, und er fragte wo der Herzog von Shrewsbury sei und wann er zurückerwartet werde. Am andren Morgen kam ein Brief von dem Herzoge, worin er versicherte, daß er eben auf der Jagd einen schlimmen Fall gethan habe. Er habe sich die Seite gequetscht, seine Lunge habe gelitten, er habe Blut gespuckt und dürfe es nicht wagen, eine Reise zu unternehmen.[41] Daß er gefallen war und sich verletzt hatte, war richtig; aber selbst Diejenigen, die ihm am meisten zugethan waren, vermutheten, und nicht ohne triftigen Grund, daß er den zu so gelegener Zeit eingetretenen Unfall schlimmer darstellte, als er wirklich war, und daß er die Reise ohne Schwierigkeit hätte machen können, wenn er sich nicht gescheut hätte, vor der Oeffentlichkeit zu erscheinen. Seine Freunde, mit denen er correspondirte, sagten ihm, daß er, wenn sein Zustand wirklich so schlimm sei, als er glaube, er wohl thun werde, die Aerzte und Chirurgen der Hauptstadt zu consultiren. Namentlich Somers bat ihn auf das Dringendste, nach London zu kommen. Jede Stunde Zeitverlust sei von Nachtheil. Se. Gnaden müsse seine Empfindlichkeit überwinden. Er brauche der Verleumdung nur muthig entgegenzutreten, und sie werde in nichts zerfallen.[42] Der König drückte in einigen freundlichen Zeilen sein Bedauern über den Unfall aus. „Sie fehlen uns hier sehr,” schrieb er: „ich kann es kaum erwarten, Sie zu umarmen und Ihnen zu versichern, daß meine Achtung gegen Sie sich nicht vermindert hat.”[43] Shrewsbury antwortete, daß er entschlossen sei, die Siegel abzugeben.[44] Somers beschwor ihn, keinen so folgenschweren Fehler zu begehen. Wenn Se. Gnaden diesen Augenblick aus dem Amte träte, was könnte die Welt dann Andres denken, als daß sein eignes Gewissen ihn verurtheilt habe? Er würde sich factisch für schuldig bekennen und würde einen Flecken auf seine Ehre wie auf die Ehre aller Derjenigen werfen, denen man Gleiches zur Last lege. Es würde dann nicht mehr möglich sein, Fenwick’s Geschichte als einen Roman zu behandeln. „Verzeihen Sie es mir,” schrieb Somers, „daß ich so freimüthig spreche; aber ich gestehe, daß ich in diesem Punkte mich schwer mäßigen kann.”[45] Wenige Stunden später schrieb Wilhelm noch einmal in dem nämlichen Sinne. „Ich achte Sie so hoch, daß ich, wenn ich könnte, Ihnen positiv verbieten würde, etwas zu thun, was einen so schweren Verdacht auf Sie bringen muß. Ich würde zu jeder Zeit Ihren Rücktritt als ein Unglück für mich betrachten; aber ich versichere Ihnen, daß ich diesen Augenblick Ihr Bleiben in meinem Dienste mehr um Ihret- als um meinetwillen wünsche.”[46] Sunderland, Portland, Russell und Wharton vereinigten ihre Bitten mit denen ihres Gebieters, und Shrewsbury willigte endlich ein, dem Namen nach Staatssekretär zu bleiben. Aber nichts konnte ihn bewegen, dem Parlamente, das im Begriff war, sich zu versammeln, unter die Augen zu treten. Man schickte ihm von London eine Sänfte, aber vergebens. Er reiste zwar ab, erklärte aber, daß es ihm nicht möglich sei, die Reise fortzusetzen, und er flüchtete sich wieder auf seinen einsamen Wohnsitz im Gebirge.[47]