Wilhelm’s Rückkehr nach England; Auflösung des Parlaments.

Am 10. October kam der König, dessen Armee ihre Winterquartiere bezogen hatte, in England an und wurde mit ungewohntem Enthusiasmus empfangen. Während seines Zuges durch die Hauptstadt nach seinem Palaste gingen alle Glocken und jede Straße war erleuchtet. Es wurde spät, bevor er durch die jubelnden Menschenmassen nach Kensington gelangte. Aber trotz der späten Stunde wurde sofort noch eine Sitzung des Staatsraths abgehalten. Es war ein wichtiger Punkt zu entscheiden. Sollte das Haus der Gemeinen beisammen bleiben dürfen oder sollte eine sofortige Auflösung stattfinden? Der König würde dieses Haus wahrscheinlich gern bis ans Ende seiner Regierung beibehalten haben. Aber dies stand nicht in seiner Macht. Die Dreijährigkeitsacte hatte den 25. März als den letzten Termin für die Existenz des Parlaments festgesetzt. Wenn daher 1695 keine allgemeine Wahl mehr stattfand, so mußte 1696 eine solche stattfinden, und wer konnte sagen, in welchem Zustande das Land im Jahre 1696 sein würde? Es konnte ein unglücklicher Feldzug stattfinden. Es konnte, und man hatte nur zu triftigen Grund dies anzunehmen, eine gefährliche Handelskrisis eintreten. In beiden Fällen war es wahrscheinlich, daß die Mißstimmung groß sein würde. Der Feldzug von 1695 war glänzend gewesen, die Nation war in einer vortrefflichen Stimmung, und Wilhelm beschloß wohlweislich, den günstigen Moment zu benutzen. Es wurden unverweilt zwei Proklamationen erlassen. Die eine derselben kündigte in der gewöhnlichen Form an, daß Se. Majestät beschlossen habe, das alte Parlament aufzulösen, und befohlen habe, Wahlausschreiben zu einem neuen Parlamente ergehen zu lassen. Die andre Proklamation war ohne vorgängiges Beispiel. Sie that kund und zu wissen, daß es der Wille des Königs sei, daß jedes in einem Wahlorte liegende Regiment den Tag vor der Vorschlagung der Wahlcandidaten aus diesem Orte ausrücken und nicht eher dahin zurückkehren solle, als bis das Volk seine Wahl getroffen habe. Die Besatzungen der befestigten Städte und Schlösser waren von diesem Befehle, der allgemein als ein Zeichen lobenswerther Achtung vor den Rechten des Volks betrachtet wurde, natürlich ausgenommen.

Obgleich aber Wilhelm sich sorgfältig hütete, die Wahlkörper durch irgend etwas, das wie Zwang oder Einschüchterung aussah, zu verletzen, verschmähte er es doch nicht, durch gelindere Mittel auf ihre Stimmen einzuwirken. Er beschloß, die sechs Wochen der allgemeinen Wahl dazu anzuwenden, daß er sich den Bevölkerungen vieler Districte zeigte, die er noch nie besucht hatte. Er hoffte auf diese Weise eine Popularität zu erlangen, die einen erheblichen Einfluß auf die Wahlen ausüben konnte. Er zwang sich daher, eine Leutseligkeit und Freundlichkeit an den Tag zu legen, an denen er es nur zu oft fehlen ließ, und die Folge davon war, daß er auf jeder Station seiner Reise von seinen Unterthanen Beweise von Wohlwollen erhielt. Ehe er abreiste, stattete er seiner Schwägerin einen officiellen Besuch ab und war mit dem ihm zu Theil werdenden Empfange sehr zufrieden. Der erst sechs Jahr alte Herzog von Gloucester kam seinem Oheime mit einer kleinen Flinte auf der Schulter entgegen und präsentirte das Gewehr. „Ich lerne exerciren,” sagte der Knabe, „damit ich Ihnen helfen kann die Franzosen zu schlagen.” Der König lachte herzlich und belohnte den kleinen Soldaten einige Tage darauf mit dem Hosenbandorden.[60]