Ankunft einer französischen Flotte in Limerick; Saint-Ruth.

Ein ausgezeichneter französischer General, Namens Saint-Ruth, war mit seinem Stabe an Bord. Er brachte ein Patent mit, das ihn zum Oberbefehlshaber der irischen Armee ernannte. Das Patent erklärte zwar nicht ausdrücklich, daß er von der viceköniglichen Autorität unabhängig sein sollte; aber Jakob hatte ihm versichert, daß Tyrconnel geheime Instructionen erhalten werde, sich nicht in die Kriegführung einzumischen. Saint-Ruth war ein andrer General, Namens D’Usson, zur Unterstützung beigegeben. Die französischen Schiffe brachten einige Waffen, etwas Munition, und einen reichen Vorrath von Getreide und Mehl mit. Der Muth der Irländer lebte wieder auf und das Te Deum wurde mit inbrünstiger Andacht in der Kathedrale von Limerick gesungen.[85]

Tyrconnel hatte noch keine Anstalten zu dem bevorstehenden Feldzuge getroffen. Saint-Ruth aber ging, sobald er gelandet war, mit Energie daran, die verlorne Zeit wieder einzubringen. Er war ein Mann von Muth, Thatkraft und Entschlossenheit, aber von barschem und gebieterischem Character. In seinem Lande war er als der unbarmherzigste Verfolger berühmt, der je mit seinen Dragonern die Hugenotten in die Messe getrieben hatte. Englische Whigs behaupteten, er sei in Frankreich unter dem Spottnamen des Henkers bekannt, in Rom hätten selbst die Cardinäle ihren Abscheu vor seinen Grausamkeiten geäußert, und sogar die Königin Christine, die gewiß wenig Ursache habe, über Blutvergießen zu erschrecken, habe sich mit Widerwillen von ihm abgewandt. Er hatte unlängst ein Commando in Savoyen bekleidet, die in französischen Diensten stehenden irischen Regimenter hatten einen Theil seiner Armee gebildet, und sie hatten sich ausgezeichnet benommen. Deshalb traute man ihm ein besonderes Talent zur Führung irischer Truppen zu. Aber es war ein großer Unterschied zwischen den gut gekleideten, gut bewaffneten und gut eingeübten Irländern, die er kannte, und den zerlumpten Räubern, die er in den Straßen von Limerick herumstreichen sah. Gewöhnt an den Glanz und die Disciplin französischer Lager und Garnisonen, sah er mit Ekel, daß in dem Lande, in das er gesandt worden war, ein Infanterieregiment einen Haufen Menschen bedeutete, so nackt, so schmutzig und so verwildert wie die Bettler, die auf dem Kontinent die Thüren eines Klosters belagerten oder einer bergauf fahrenden Diligence nachliefen. Mit schlecht verhehltem Widerwillen ging er indessen kräftig ans Werk, diese wunderlichen Soldaten zu discipliniren, und war Tag und Nacht im Sattel, um von Posten zu Posten, von Limerick nach Athlone, von Athlone nach dem nördlichen Ende des Reasees und vom Reasee nach Limerick zu galoppiren.[86]