Wilhelm erlangt eine Toleranz für die Waldenser.
Man darf jedoch nicht glauben, daß Wilhelm je vergaß, daß die Beschützung des reformirten Glaubens seine specielle, seine erbliche Mission war. Er wendete seinen Einfluß auf die katholischen Fürsten beständig und nachdrücklich zu Gunsten ihrer protestantischen Unterthanen an. Im Frühjahr 1691 wurden die lange und grausam verfolgten und ihres Lebens überdrüssigen waldensischen Hirten durch frohe Botschaften überrascht. Diejenigen, welche wegen Ketzerei im Gefängniß schmachteten, kehrten in ihre Heimath zurück. Kinder die ihren Eltern entrissen worden waren, um von Priestern erzogen zu werden, wurden ihren Angehörigen zurückgegeben. Gemeinden, die sich bisher nur heimlich und mit der größten Gefahr hatten versammeln können, verehrten jetzt Gott am hellen Tage, ohne von Jemandem belästigt zu werden. Diese einfachen Gebirgsbewohner erfuhren wahrscheinlich niemals, daß ihr Schicksal im Haag besprochen worden war und daß sie ihr häusliches Glück und den ungestörten Besuch ihrer bescheidenen Tempel dem Einflusse verdankten, den Wilhelm auf den Herzog von Savoyen ausübte.[8]