Die Macdonalds.
Doch unter allen den Hochländern, welche die neueste Wendung des Geschicks mit peinlicher Besorgniß betrachteten, waren die Macdonalds die heftigsten und mächtigsten. Mehr als einer von den Magnaten, welche diesen weitverbreiteten Namen führten, machte Anspruch auf die Ehre, der rechtmäßige Nachfolger der Lords der Inseln zu sein, die noch im 15. Jahrhundert den Königen von Schottland den Vorrang streitig gemacht hatten. Dieser genealogische Streit, der bis auf unsre Zeit gewährt hat, verursachte viel Hader unter den Betheiligten. Alle aber stimmten darin überein, daß sie den früheren Glanz ihrer Dynastie zurückwünschten und das emporgekommene Geschlecht Campbell verabscheuten. Die alte Fehde hatte niemals geruht. Noch fortwährend wurde in Versen wie in Prosa wiederholt, daß der schönste Theil des den ehemaligen Oberhäuptern der gälischen Nation gehörenden Gebiets, Islay, wo sie mit königlicher Pracht gewohnt hatten, Jona, wo sie mit religiösem Pomp bestattet worden waren, die Berge von Jura, die reiche Halbinsel Kintyre, von den rechtmäßigen Besitzern auf den unersättlichen Mac Callum More übergegangen seien. Seit dem Sturze des Hauses Argyle konnten die Macdonalds, wenn sie auch ihre sonstige Macht nicht wiedererlangt hatten, sich wenigstens rühmen, daß gegenwärtig ihnen Niemand überlegen war. Von der Furcht vor ihrem mächtigen Feinde im Westen befreit, hatten sie ihre Waffen gegen schwächere Feinde im Osten, gegen den Clan Mackintosh und gegen die Stadt Inverneß gerichtet.