Zusammentritt der Convocation.

Erst am 20. November versammelte sich die Convocation zur Erledigung von Geschäften. Das Versammlungslokal war gewöhnlich die Paulskirche gewesen. Aber diese Kathedrale erhob sich nur langsam aus ihren Trümmern, und wenn auch ihre Kuppel die hundert Kirchthürme der City bereits hoch überragte, so waren doch die inneren Räume dem Gottesdienste noch nicht geöffnet. Die Versammlung hielt daher ihre Zusammenkünfte in Westminster.[125] In die schöne Kapelle Heinrich’s VII. war ein Tisch gestellt und Compton nahm den Präsidentenstuhl ein. Zu seiner Rechten und Linken saßen in prunkenden Gewändern von Scharlach und Grauwerk diejenigen Suffragane von Canterbury, welche die Eide geleistet hatten, und am unteren Ende der Tafel war die Schaar der Pfarrgeistlichen versammelt. Beveridge hielt eine lateinische Rede, in der er das bestehende System zwar warm lobte, sich aber doch einer gemäßigten Reform zugethan erklärte. Die Kirchengesetze, sagte er, seien zweierlei Art. Einige Gesetze seien fundamental und ewig, ihre Autorität stamme von Gott, und keine religiöse Gemeinschaft könne sie umstoßen, ohne aufzuhören, einen Theil der Universalkirche zu bilden. Andere Gesetze seien örtlich und temporär. Diese seien von menschlicher Weisheit gemacht, und menschliche Weisheit könne sie daher abändern. Allerdings dürften sie nicht ohne triftige Gründe abgeändert werden, aber an solchen Gründen fehle es in diesem Augenblicke sicherlich nicht. Eine zerstreute Heerde in eine Hürde und unter einen Schäfer zu bringen, Steine des Anstoßes vom Pfade des Schwachen zu entfernen, lange entfremdete Herzen mit einander auszusöhnen, die geistliche Zucht in ihrer ursprünglichen Kraft wiederherzustellen, der besten und reinsten der christlichen Gesellschaften eine Basis zu geben, breit genug, um allen Angriffen der Erde und der Hölle zu widerstehen: dies seien Zwecke, die wohl einige Modifikationen, nicht der katholischen Institutionen, aber nationaler oder provincialer Gebräuche rechtfertigten.[126]